NLA OL Best. 190

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel

Eisenbahndirektion Oldenburg

Laufzeit

1862-1983

Bestandsdaten

Kurzbeschreibung

Schon um 1845 gab es erste Planungen für einen Eisenbahnbau in Oldenburg, doch erst nach 1866 war der Weg dafür frei. Eisenbahnkarten liegen im Best. 298 E.

Bestandsgeschichte

Best. 190 Eisenbahndirektion Oldenburg
Zeit: 1863-1983
Umfang: 8 lfd. m; 444 Verzeichnungseinheiten
Erschließung: Archivdatenbank/Internet

Schon vor der Mitte des 19. Jahrhunderts gab es für eine verkehrsmäßige Erschließung des Herzogtums Oldenburg durch eine Eisenbahn Pläne privater Investoren, die aber auf staatliches Desinteresse stießen. Die 1853 von Preußen eingegangene Verpflichtung aus dem Jadevertrag, den späteren Kriegshafen Wilhelmshaven durch eine Eisenbahn durch oldenburgisches Gebiet mit dem deutschen Eisenbahnnetz zu verbinden, scheiterte zunächst, nicht zuletzt aufgrund der ablehnenden Haltung des Königreichs Hannover, das östlich (Geestemünde/Bremerhaven) und westlich (die Westbahn durch das Emstal von Rheine nach Emden) die Küste für die Bahn selbst erschloss. Nach der preußischen Einverleibung Hannovers erfolgte dann in rascher Geschwindigkeit durch den preußischen Staat, vor allem aber durch Oldenburg selbst die Erschließung des Herzogtums durch die Eisenbahn. Die 1864 eingesetzte Großherzogliche Eisenbahnkommission wurde 1867 in die Großherzogliche Eisenbahn-Direktion überführt. Im Herbst 1867 war Oldenburg bereits mit Bremen und Heppens verbunden. Durch die Großherzoglich Oldenburgische Eisenbahn (GOE) wurde innerhalb von nur zehn Jahren das Streckennetz auf 332 Kilometer systematisch ausgebaut. Die von Preußen gebaute Eisenbahnstrecke von Oldenburg nach Wilhelmshaven kam 1913 in den Besitz der GOE. Bis zum Ersten Weltkrieg wiesen fast alle Gemeinden einen Eisenbahnanschluss auf, eine wichtige Bedingung auch für die agrarische Entwicklung des Landes, da die Absatzmärkte, vor allem das Ruhrgebiet, erreichbar wurden. Mit der Eisenbahn überwand Oldenburg die Standortferne seiner Wirtschaft. Der Staatsbetrieb GOE florierte mit ca. 200 Lokomotiven und 5.000 Wagen und war mit 6.000 Beschäftigten größter Arbeitgeber des Landes.
Die GOE wurde zu

Beginn der Weimarer Republik von der Verreichlichung des Verkehrswesens betroffen. Wie die Wasserwege kam auch der Schienenverkehr in die Zuständigkeit des Reichs, die ehemaligen Länderbahnen wurden in einem selbstständigen Unternehmen des Reichs, der Reichsbahn, zusammengefasst. Der Oldenburger Landtag stimmte dem am 1. April 1920 zu. Oldenburg wurde Sitz einer Eisenbahndirektion, ihr unterstand 1925 die Aufsicht über 673 Bahnkilometer und ein Personal von 4.350 Personen. Die Oldenburger Eisenbahndirektion wurde zum 21.12.1934 aufgelöst, das Streckennetz auf die Reichsbahndirektionen Hannover (Strecken Bremen-Hude und Hude-Blexen) und Münster aufgeteilt, wobei der größte Teil nach Münster kam. Nachfolgerin der Deutschen Reichsbahn wurde am 7. September 1949 die Deutsche Bundesbahn, die sich bis 1957 auf das ganze Gebiet der Bundesrepublik ausdehnte. Die beiden Reichsbahndirektionen Münster und Hannover wurden mit ihrem Zuständigkeitsbereich Bundesbahndirektionen; zum 31. Dezember 1974 wurde allerdings die Bundesbahndirektion Münster aufgelöst und auf die beiden Direktionen in Essen und Hannover aufgeteilt. Der Raum Weser-Ems kam vollständig unter die Aufsicht der Direktion in Hannover. 1994 wurde die Bundesbahn zusammen mit der Deutschen Reichsbahn der ehemaligen DDR in die handelsrechtlich organisierte Kapitalgesellschaft Deutsche Bahn AG umgewandelt. Der Bestand 190 umfasst Akten aus allen Zeitabschnitten, enthält also Akten mehrerer Provenienzen (GOE, Reichsbahndirektionen Oldenburg, Münster und Hannover, Bundesbahndirektionen Münster und Hannover). Die Masse der Akten (377 von 443) fällt aber in die Zeit der GOE und Reichsbahndirektion Oldenburg. Mit der Auflösung der Reichsbahndirektion Oldenburg kam es 1934 zu einer Aufteilung der Akten nach den Bahnstrecken auf die Direktionen in Hannover und Münster. Bemühungen des Landesarchivs, die geschlossenen

Oldenburger Akten aus Münster zurück zu erhalten, wurden 1938 bzw. 1943 nicht realisiert. Erst 2002 konnten aus einem Aktenlager der Deutschen Bahn AG in Hannover-Leinhausen durch das Hauptstaatsarchiv Hannover Akten der Oldenburger Strecken ausgesondert werden, die die Masse des vorliegenden Bestandes bilden. Nur wenige Akten dieses Bestandes sind deshalb in dem Eisenbahngeschichtlichen Inventar enthalten, das über 2.200 Archivalien mit Eisenbahnbetreffen aus den Beständen des Staatsarchivs enthält (siehe die Rubrik: Verwandte Bestände). Verwiesen sei auch ausdrücklich auf die große Zahl von fast 4.500 Karten zur Eisenbahngeschichte, die vor allem aus der guten Überlieferung der oldenburgischen Ministerien stammt (Bestand K-E: Oldenburgische Eisenbahnkarten).

Inhalt:
Verwaltung 1874-1916 (3); Betriebsdienst 1868-1925 (4); Fahrzeuge 1875-1916 (4); Eisenbahn Oldenburg-Wilhelmshaven 1864-1971 (113) (mit Grundstücksangelegenheiten und Bahnhofs- und Hochbauangelegenheiten in Oldenburg und Wilhelmshaven); Bahnanlagen im Landkreis Friesland 1863-1983 (92) (auch für die folgenden Landkreise gilt die Untergliederung: Bahnbau, Streckenunterhaltung und Grunderwerb; Sonstige Grundstücksangelegenheiten; Bahnhofsanlagen und Hochbauangelegenheiten, hier auch: Verbindung zur Insel Wangerooge 1897-1983 (8)); Bahnanlagen im Landkreis Wesermarsch 1870-1957 (91), hier auch: Weserfähren 1895-1934 (15) und Hafenanlagen 1891-1935 (25); Bahnanlagen im Landkreis Oldenburg und in der Stadt Delmenhorst 1864-1970 (33); Bahnanlagen im Landkreis Ammerland 1867-1970 (26); Bahnanlagen im Landkreis Vechta 1875-1967 (29); Bahnanlagen im Landkreis Cloppenburg 1874-1959 (33); Kleinbahnen 1873-1956 (15)

Literatur:
Karl Julius Hadter, Die Großherzoglichen Staatseisenbahnen in Mecklenburg und Oldenburg: ihre Geschichte, Lokomotiven und Wagen in Wort und Bild, Stuttgart 1978; Bundesbahndirektion

Hannover (Hg.), 1843-1983. 140 Jahre Eisenbahndirektion Hannover, Hannover 1983; Horst Daniel/Herbert Schmidt, Von der Postkutsche zum "Intercity". 120 Jahre Eisenbahn in Oldenburg, Oldenburg 1985; Adolf Blumenberg, Aus der Geschichte der Eisenbahn in der Wesermarsch, Nordenham-Blexen 1990; Lioba Meyer, Ganz ohne Eile. Die Großherzoglich Oldenburgische Eisenbahn (GOE) 1867-1920 (aus Anlaß der Ausstellung im Stadtmuseum Oldenburg vom 6. September bis 6. Dezember 1992), Oldenburg 1992; Lothar Riedel, Die Cloppenburger Kreisbahn, Nordhorn 1997; Heinrich Rudolfsen/Rolf Gerdes/Jochen Ewald, Die Butjadinger Bahn, Nordhorn 1998; Peter Löffler, Die Eisenbahn in Oldenburg. Eisenbahngeschichte im ehemaligen Land Oldenburg, Freiburg 1999.

Verwandte Bestände:
Best. 31 (Kabinettsregistratur Oldenburg); Best. 70 (Regierung Oldenburg); Best. 76 (Ämter); Best. 136 (Oldenburgisches Innenministerium); Best. 187 (Eisenbahnbaukasse); Best. 230 (Verwaltungsämter); Best. 231 (Landratsämter); K- E (Oldenburgische Eisenbahnkarten); Dep 10 (Stadt Oldenburg); Dep 20 (Landkreise); Dep 25 (Stadt- und Kommunalarchive); Erw 91 (Nachlass Peter Löffler - Eisenbahngeschichtliche Sammlung); Eisenbahngeschichtliches Inventar (Ausdruck im Lesesaal des Staatsarchivs und

Datenbank).

Informationen/Notizen

Zusatzinformationen

Abgeschlossen: Nein

teilweise verzeichnet

Georeferenzierung

Bezeichnung

Landesteil/ Verwaltungsbezirk Oldenburg

Zeit von

1937

Zeit bis

1974

Objekt_ID

217280

Ebenen_ID

10

Georeferenzierung

Bezeichnung

Landesteil/Verwaltungsbezirk Oldenburg Teil Wangerooge

Zeit von

1937

Zeit bis

1974

Objekt_ID

5022022

Ebenen_ID

10

Georeferenzierung

Bezeichnung

Herzogtum Oldenburg

Zeit von

1853

Zeit bis

1864

Objekt_ID

1

Ebenen_ID

2910

Georeferenzierung

Bezeichnung

Herzogtum/Landesteil Oldenburg

Zeit von

1864

Zeit bis

1937

Objekt_ID

1

Ebenen_ID

210

Georeferenzierung

Bezeichnung

Herzogtum/Landesteil Oldenburg Teil Wangerooge

Zeit von

1864

Zeit bis

1937

Objekt_ID

3

Ebenen_ID

210

Georeferenzierung

Bezeichnung

Verwaltungsbezirk Oldenburg

Zeit von

1974

Zeit bis

1977

Objekt_ID

11

Ebenen_ID

810

Georeferenzierung

Bezeichnung

Verwaltungsbezirk Oldenburg Teil Wangerooge

Zeit von

1974

Zeit bis

1977

Objekt_ID

17

Ebenen_ID

810