NLA OL Best. 39

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel

Oldenburgischer Landtag

Laufzeit

1779-1946

Bestandsdaten

Kurzbeschreibung

Die Überlieferung der Gesetzeskommission und die des Oldenburgischen Landtags bis 1946 sind hier sinnvollerweise vereinigt.

Bestandsgeschichte

Best. 39 Oldenburgischer Landtag

Zeit: (1779) 1816-1949
Umfang: 50,3 lfd. m; 14094 Verzeichnungseinheiten
Erschließung: Archivdatenbank/Internet
Lagerungsbestand: auch Best. 141

Der Oldenburger Landtag entstand spät als Ergebnis der Märzrevolution von 1848. Die von der Wiener Bundesakte von 1815 geforderte Einführung einer landständischen Verfassung war von den in Oldenburg regierenden Herzögen Peter Friedrich Ludwig und Paul Friedrich August nicht gewollt und die liberalen Kräfte im Lande nicht stark genug, diese gegen das regierende Haus durchzusetzen. In Oldenburg selbst hatte der Landtag auch keine Tradition in Form einer landständischen Vertretung. Erste Verfassungsentwürfe 1831/32 blieben ohne Ergebnis. Am 27. April 1848 kam es im Oldenburger Rathaus zu einer ersten Sitzung des aus 34 Abgeordneten bestehenden Landtags, in dem 28 Vertreter des Herzogtums Oldenburg und je drei für die Fürstentümer Lübeck und Birkenfeld ihre Arbeit aufnahmen und das am 28. Februar 1849 verabschiedete Staatsgrundgesetz berieten, durch das Oldenburg eine konstitutionelle Verfassung erhielt. Der Landtag wirkte bei der Gesetzgebung mit, hatte bestimmten Staatsverträgen zuzustimmen und das Recht der Steuerbewilligung, der Kontrolle der Staatsverwaltung, der Ministeranklage und natürlich der Selbstverwaltung. Die Anzahl seiner Mitglieder wuchs zunächst mit der Bevölkerungszahl, wurde 1909 aber auf 45 festgesetzt. Die Wahl - zunächst nach preußischem Vorbild als Dreiklassenwahlrecht - sah zunächst eine indirekte Wahl über Wahlmänner vor, 1909 wurde das direkte Wahlrecht eingeführt. 1916 erhielt der Landtag ein neues Gebäude neben dem gleichfalls neu errichteten Staatsministerium im Dobbenviertel, nachdem man zuvor am Pferdemarkt getagt hatte.

Der Oldenburger Landtag tagte nach der Novemberrevolution von 1918 und der Abdankung des Großherzogs weiter, wurde aber am 13. Februar

1919 erstmals auf demokratischer Grundlage neu gewählt und hatte zunächst eine deutliche republikanische Mehrheit. Der Landtag war nach der neuen Landesverfassung vom 17. Juni 1919 zwar das erste Staatsorgan, doch hatte die Regierung weiterhin legislative Rechte und das Recht der Landtagsauflösung. Dies förderte im Land Oldenburg angesichts politisch nicht mehr eindeutiger Mehrheiten die Tendenz zu einer Beamtenregierung, die 1923 die Regierung unter Theodor Tantzen ablöste und als Beamtenministerien Finckh und Cassebohm bis 1932 den parlamentarischen Ruin in Oldenburg vorbereitete und 1932 zur ersten absoluten Mehrheit in einem deutschen Parlament (48,4 %) und der ersten nationalsozialistischen Alleinregierung in einem deutschen Staat führte. 1933 wurde der Landtag gleichgeschaltet, aufgelöst und 1934 aufgehoben. 1946 trat der Oldenburger Landtag nochmals ins Leben und tagte am 30. Januar 1946 in der Eigenschaft als Ernannter Landtag als erstes Parlament in der britischen Zone, erlebte freilich am 6. November 1946 aufgrund der Auflösung des Landes Oldenburg und Bildung des Landes Niedersachsen sein erneutes und endgültiges Ende.

Die Überlieferung des Oldenburger Landtags von 1848 bis 1933 ist außer in den gedruckten Landtagsverhandlungen vollständig in den Akten der Landtagsregistratur erhalten. Dem Bestand zugefügt wurden die Akten der Gesetzeskommission, die über das Oberlandesgericht in Oldenburg überliefert sind, weil es eine enge personelle Verbindung zwischen Kommissionsmitgliedern und Oberlandesgerichtsräten bzw. Oberlandesgerichtspräsident gab. Die fast ausschließlich auf die Ausarbeitung einzelner Gesetzesentwürfe bezogenen Akten wurden zunächst zu einem eigenen Best. 141 zusammengefasst. In den Bestand aufgenommen wurden die gedruckten Landtagsprotokolle mit Berichten und Anlagen sowie die vorhandenen Protokolle der Provinzialräte der Landesteile Lübeck und Birkenfeld, schließlich auch vorhandene Protokolle der Bundesversammlung (1818, 1821/22), der Nationalversammlung in Frankfurt 1848/49, der Versammlungen in Erfurt und Berlin 1850 und Landtagsprotokolle anderer Bundesstaaten (Bayern/Braunschweig/Preußen – jeweils nur fragmentarisch). Protokolle des Reichstages des Norddeutschen Bundes (Z 3/16) und des Deutschen Reiches (Z 3/21) sind in der Bibliothek des Landesarchivs gleichfalls vorhanden.

Inhalt:
Gesetzeskommission (1779) 1816-1880 (121);
AllgemeineLandtagssachen und Landtag zur Vereinbarung des Staatsgrundgesetzes: Allgemeine Landtagssachen 1848-1920 (38); Landtag zur Vereinbarung des Staatsgrundgesetzes (vor allem Petitionen) 1848/49 (294); Rechnungssachen des Landtags 1907-1919 (39); Unterlagen des Eisenbahnausschusses (Streckeninventare) 1848-1919 (18);
Oldenburgische Landtag 1849 - 1917:
1. Landtag 1849 (26); 2. Landtag 1849 (19); 3. Landtag 1850 (17); 4. Landtag 1850/51 (110); 5. Landtag 1851/52 (30); 6. Landtag 1852/53 (78); 7. (außerordentlicher) Landtag 1854 (22); 8. (außerordentlicher) Landtag 1854 (16); 9. Landtag 1854/55 (121); 10. (außerordentlicher) Landtag 1856 (94); 11. (außerordentlicher) Landtag 1857 (152); 12. Landtag (erste und zweite Versammlung) 1857/1859 (235); 13. Landtag 1860/61 (248); 14. Landtag (erste bis dritte Versammlung) 1863-1866 376); 15. Landtag (erste bis dritte Versammlung) 1866-1868 (261); 16. Landtag (erste und zweite Versammlung) 1869/70 (177); 17. Landtag 1872/73 (172); 18. Landtag 1875/76 (204); 19. Landtag 1876 (32); 20. Landtag 1878 (198); 21. Landtag (erste und zweite Versammlung) 1881/83 (186); 22. Landtag 1884 (88); 23. Landtag (erste bis dritte Versammlung) 1887/90 (188); 24. Landtag (erste bis dritte

Versammlung) 1890/93 (257); 25. Landtag (erste bis dritte Versammlung) 1894/96 (276); 26. Landtag (erste bis dritte Versammlung) 1896/99 (387); 27. Landtag (erste bis vierte Versammlung) 1899/1901 (426); 28. Landtag (erste und zweite Versammlung)1902/04 (331); 29. Landtag 1904 (60); 30. Landtag (erste bis dritte Versammlung) 1905/08 (552); 31. Landtag (erste bis dritte Versammlung) 1908/11 (567); 32. Versammlung (erste bis fünfte Versammlung) 1911/15 (670); 33. Landtag (erste bis dritte Versammlung) 1916/19 (389);
Allgemeine Landtagssachen und Verfassungsgebende Landesversammlung 1919: Allgemeine Landtagssachen 1919-1937 (12); Verfassungsgebende Versammlung 1919(222);
Oldenburgische Landtage 1919 - 1933:
1. Landtag 1919/20 (343); 2. Landtag 1920-1923 (1699); 3. Landtag 1923-1925 (682); 4. Landtag 1925-1928 (1517); 5. Landtag 1928-1931 (1081); 6. Landtag 1931-1932 (252); 7. Landtag 1932/33 (436); 8. Landtag 1933 (52);
Ernannter Oldenburgischer Landtag 1946 (92).
Landtagsprotokolle (mit Berichten und Anlagen): Oldenburgischer Landtag (zwei Serien) 1848-1930 (169); Provinzialräte Lübeck/Birkenfeld 1853-1920 (8); Nationale Parlamente, Landtage anderer Bundesstaaten 1821-1919 (Bundesversammlung 1818, 1821/22, Nationalversammlung Frankfurt/Main 1848/1849, Versammlungen in Erfurt und Berlin 1850, LandtageBayern, Braunschweig, Preußen, Schleswig-Holstein) (54).

Das Findbuch wurde z.T. im Rahmen der Programme zur Förderung der wissenschaftlichen Literaturversorgungs- und Informationssysteme der Deutschen Forschungsgemeinschaft (www.dfl.de/lis) digitalisiert.

Literatur

Literatur:
Christoph Ludwig Runde, Spuren von Landständen in der Geschichte der Grafschaften Oldenburg und Delmenhorst, in: Patriotische Phantasien eines Juristen (1836), S. 137-170; Hermann Friedrich Wilhelm Hinrichs, Der oldenburgische Verfassungsstreit, Sudenburg-Magdeburg 1846; Anton Kohnen, Zur Vorgeschichte des 1. Oldenburgischen Landtags, in: Oldenburger Jahrbuch 31 (1927), S. 199-229; Wilhelm Schücking, Das Staatsrecht des Großherzogtums Oldenburg, Tübingen 1911, § 22 ff.; Oldenburger Landtagsreden, ausgewählt und mit einem Nachwort zur Geschichte des Oldenburgischen Landtags hrsg. von Albrecht Eckhardt, Göttingen 1978.

Findmittel

Verwandte Bestände:
Best. 35 (Staatsverträge und Landesgesetze); Best. 30 - Best. 32 (Kabinettsregistraturen); Best. 130 - Best. 137 (Oldenburgische Ministerien); Dep 71 (Nachlass Theodor Tantzen).

Informationen/Notizen

Zusatzinformationen

Abgeschlossen: ja

Georeferenzierung

Bezeichnung

Herzogtum Oldenburg Teil Wangerooge

Zeit von

1814

Zeit bis

1853

Objekt_ID

2

Ebenen_ID

2810

Georeferenzierung

Bezeichnung

Herzogtum Oldenburg Teil Wangerooge

Zeit von

1853

Zeit bis

1864

Objekt_ID

2

Ebenen_ID

2910

Georeferenzierung

Bezeichnung

Herzogtum Oldenburg

Zeit von

1814

Zeit bis

1853

Objekt_ID

1

Ebenen_ID

2810

Georeferenzierung

Bezeichnung

Herzogtum Oldenburg

Zeit von

1853

Zeit bis

1864

Objekt_ID

1

Ebenen_ID

2910

Georeferenzierung

Bezeichnung

Herzogtum/Landesteil Oldenburg Teil Wangerooge

Zeit von

1864

Zeit bis

1937

Objekt_ID

3

Ebenen_ID

210

Georeferenzierung

Bezeichnung

Herzogtum/Landesteil Oldenburg

Zeit von

1864

Zeit bis

1937

Objekt_ID

1

Ebenen_ID

210