NLA OL Best. 20 -44 Nr. 9

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Beschreibung: Verzeichnung

Identifikation

Titel 

Militärische Operationen, Einquartierungen und Durchmärsche der alliierten Truppen

Enthält:
1. Verzeichnis über die Truppen, welche von den Alliierten zu stellen waren, für neue Rekruten wurden 12 Rtlr. pro Kopf gezahlt; Zeichnungen über die Stärken einer münsterschen Brigade, die rund 1800 Infanteristen, (drei Regimenter), sechs Kompanien Reiter und vier Kompanien Dragoner, dazu noch Artillerie umfasste; 24 dänische Kavalleriekompanien und sechs Dragonerkompanien sowie weitere Stabspersonen kosten monatlich 25602 Rtlr., dazu noch Kosten für Artillerie, Fourage und Brotverpflegung (fol. 1-22);
2. Belagerung und Übergabe der Festung Carlsburg, 1675/76 (fol. 24-64); Übergabevergleich zum 12. 1. 1676 geschlossen am 28. Dezember 1675 (fol. 24-29); Übereinkunft zwischen den Alliierten und dem Kommandanten der Festung Stade Henrik Horn zur Übergabe der Stadt und zum Abzug der Besatzung unter Waffen und Fahnen (fol. 42-45);
3. Einquartierung der alliierten Truppen in Ostfriesland und deren Durchmärsche durch das Gebiet der Grafschaften Oldenburg und Delmenhorst (fol. 65-101); im Winter 1675/76 liegen drei braunschweig-lüneburgischen Regimenter auf Zuweisung des Kaisers in Ostfriesland;
4. Einquartierung der münsterschen und alliierten Truppen in den Herzogtümern Bremen und Verden, Auflistung der durch Gewalttätigkeiten entstandenen Sachschäden und deren Kosten;
Rückgängigmachung der eigenmächtigen Einquartierung des münsterschen Obristleutnants von Mandelsloh mit drei Kompanien im Amt Hagen und im Raum Osterstade, der für dänische Truppen vorgesehen war, 1675/76 (fol. 102-130);
5. Uneinigkeiten zwischen den alliierten Truppen, 1676 (fol. 131-167); Obrist Lutgkers aus Oldenburg wurde in Landwürden von schwedischen Truppen geschlagen (20.9.1675),
Dissonanzen zwischen den dänischen und den braunschweig-lüneburgischen Truppen auf der Elbinsel Krautsand; dänische Truppen hatten die Insel anfangs besetzt und die gelandeten braunschweig-lüneburgischen Truppen zum Abzug genötigt; braunschweig-lüneburgische Truppen hatten die im Vorwerk Hagen einquartierten oldenburgischen 36 Mann unter Leutnant Drewes verjagd und zur Überfahrt nach Elsfleth genötigt, Meldung an Anthon Günther Ellebrecht, Kommandant der Festung Oldenburg (27.8.1676); der dänische Obrist Nimphius, der von Glückstadt aus zur Carlsburg aufgebrochen ist, wird dort abgewiesen, muss sich nach Butjadingen zurückziehen und in der Vogtei Blexen einquartieren;
6. Verhandlungen zwischen dem kaiserlichen Kommissar J. F. von Landsee und dem Magistrat der Stadt Bremen hinsichtlich des Beitrags der Stadt zu den Kriegskosten, der Einquartierungen und der Durchmärsche durch stadtbremisches Gebiet, 1667-1677 (fol. 169-195), dabei auch Reglement für die münsterschen Truppen für Durchmärsche, Listen der Truppenteile, Abschrift einer Obligation der Stadt Bremen über 15.000 Rtlr. an Dänemark, vorbehaltlich der Zuweisung von 30.000 Rtlr. an Winterquartiergeldern durch den Kaiser für 1678;
7. Eroberung der Stadt und Festung Stade, die Besetzung und die Verteilung der darin vorgefundenen Artillerie, Munition und sonstigen Mobilien unter den Alliierten, 1676-1677 (fol. 196-244); Christian V. fordert seinen General auf, alle verfügbaren Truppen zusammenzusuchen und an der nun ernst werdenden Belagerung Stades zu partizipieren, da sein Einsatz eine bessere Position bei der Teilung der Herzogtümer Bremen und Verden bedeute; auch die in Glückstadt stationierten Kriegsschiffe sollen in die Elbe vor Stade auslaufen und die in der Weser liegenden sollten in die Elbe beordert werden, 7.3.1676 (fol. 197 f.); in einem wohl von dänischer Seite verfassten Konzept einer Denkschrift soll Dänemark, da es schon lange zu Wasser und zu Lande erfolgreich gegen Schweden kämpfe, der größere Anteil an den Herzogtümern Bremen und Verden zustehen, jedoch wolle der König sich auch mit weniger zufrieden geben, wenn er nur die Ämter Neuhaus, Osten, Bederkesa, Altenwalde, Wursten, Kloster Alten- und Neuenwalde, Flecken und Gericht Lehe mit der Carlsburg, die Viehlande, Stotel, Amt Hagen, Gericht und Vogtei Neuenkirchen, die Insel Krautsand, den Stader Elbzoll und die Güter des Hamburger Domkapitels in Dithmarschen und Holstein, so auch die Schweden an sich genommen hätten, zugesprochen bekäme (fol. 206 f.); Liste der Geschütze und Munitionsbestände in der Festung Stade zum Verteilen an die Alliierten; in einem Schreiben an Christian V. vom 6. 8. 1676 beansprucht Georg Wilhelm die Festung Stade, spricht die Carlsburg Dänemark zu und wäre wohl damit einverstanden, wenn der Bischof von Münster Stadt und Festung Bremervörde erhielte, aber der Kaiser und die anderen Alliierten müssten noch zustimmen (fol. 216 ff.); Christian V. antwortet am 17.8.1676, dass er soweit einverstanden sei, jedoch würde die Carlsburg von münsterschen und braunschweig-lüneburgischen Truppen gehalten und der Bischof von Münster wolle erst abrücken, wenn die Verhandlungen, die sicherlich lange dauern, abgeschlossen sein werden (fol. 222 f.); in einem Schreiben des Bischofs von Münster vom 21.8.1676 gesteht er den Besitz von Stade nach Teilung der erbeuteten Kriegsgeräte und Munitionsvorräte den Herzögen von Braunschweig-Lüneburg zu, jedoch müsse jede weitere Beuteteilung erst Gegenstand der Verhandlungen werden (fol. 224 ff.);
8. Durchzüge und Einquartierungen der münsterschen Truppen auf dem Gebiet der Grafschaften Oldenburg und Delmenhorst 1676-1680 (fol. 246-324); überwiegend ist die Hausvogtei Delmenhorst und Stedingen betroffen, wo wegen der Weserquerung bei Vegesack oder wegen der geschlossenen Weserbrücken im Gebiet der Stadt Bremen Verzögerungen auftreten; aus den Einquartierungsgebieten münsterscher Truppen werden Gewalttätigkeiten, Plünderungen, Geld- und Viehraub, Zerstörungen etc. gemeldet, auch zahlen die münsterschen Truppenführer nicht bei Inanspruchnahme von Schiffern und Fuhrleuten wegen Artillerietransporten, verweisen auf die Möglichkeiten, sich den Schaden per Supplik von der jeweiligen Herrschaft einzufordern.
9. Durchmarsch münsterscher Truppen durch die Stadt Bremen und andere Länder der Alliierten 1678 (fol. 324-328);
10. Verpflegung alliierter Truppen und Einquartierung 1676-1678 (fol. 330-411); in den Grafschaften Oldenburg und Delmenhorst sowie in der Herrschaft Jever sollen dänische Truppen im Winterquartier liegen, kaiserl. Verfügung vom 5.10.1676, gedruckte Verfügung über das monatliche Tractament für Kavallerie, Dragoner, Artilleristen, Infanteristen, Trommler, Chirurgen und Feldscherer und andere Bediente;
11. Einquartierung alliierter Truppen in der Herrschaft Jever 1678 (fol. 412-425); Christian V. tritt für münstersche Hilfstruppen seine Einquartierungsansprüche auf Jeverland ab;
12. Auswechselung der Kriegsgefangenen gegen Zahlung der Rekrutengelder, 1678 (fol. 428-430);
13. Kaiserliche Reisepässe für die Truppen des Bischofs von Münster und Marschrouten für die alliierten Truppen, 1678 (fol. 432-440)

Laufzeit 

1675 - 1679

Provenienz

(Teil-)Provenienz 

Film S-514 bis 885, S 515 ab 881

Index-Gruppe

GEOB 

Alten- und Neuenwalde, Klöster

Altenwalde, Amt

Bederkesa, Amt

Blexen, Vogtei, Einquartierung

Bremen, Kriegskostenbeteiligung

Bremervörde, Festung

Carlsburg, Festung

Carlsburg, Festung, Übergabe

Hagen, Amt

Hagen, Vorwerk

Hamburg, Domkapitel, Güter

Jever, Herrschaft, Einquartierung

Krautsand, Insel

Lehe, Flecken

Neuenkirchen, Vogtei

Neuhaus, Amt

Osten, Amt

Stade, Festung, Übergabe

Stotel, Amtsschreiberei

Viehlande, Bezirk

Wursten, Land

PERS 

Drewes, Leutnant

Ellebrecht, Anthon Günther, Kommandant

Georg Wilhelm, Herzog v. Braunschw.-Lüneburg

Heespen, Wilhelm (von), Kanzleidirektor

Horn, Hendrik, Generalgouverneur

Klingenberg, Paul von, Gesandter

Landsee, J. F. von, kaiserl. Kommissar

Lutgkers, Obrist

Mandelsloh, von, Obrist

Nimphius, Obrist

SACH 

Stader Elbzoll

Truppenstärken und Kosten

Repräsentationen

Aktion Typ Bezeichnung Zugang Info
Detailseite Original Akte 1005 / 51