NLA HA Hann. 100 Göttingen

  • Zugeordnete Objekte zeigen
  • Drucken
  • Mit Strg+C oder Rechtsklick kopieren.
    Verlinken
  • Versenden
  • Verbessern

Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel

Staatshochbauamt Göttingen vor 1945

Laufzeit

1783-1970

Bestandsdaten

Geschichte des Bestandsbildners

Vorbemerkung: Zur allgemeinen Geschichte der Staatshochbauämter und ihren Vorgängereinrichtungen sowie ihren Aufgaben siehe das Gruppenvorwort zum Tektonikpunkt "Staatshochbauämter".

Die Wurzeln des Staatshochbauamts Göttingen reichen bis zur Gründung der Göttinger Universität im Jahr 1737. Vorläufereinrichtungen waren u.a.:

- Landbaumeister (1738) und Universitätsbaumeister (1755)
- Militärbaubediente in Göttingen und Münden seit Mitte des 18. Jahrhunderts;
- Landbaubediente im Bereich des späteren Landbaudistrikts Göttingen-Grubenhagen ab 1764.

Bei der Aufteilung des Kurfürstentums Hannover in Landbaudistrikte 1779 wurde der Bereich Göttingen dem 1. Distrikt zugewiesen, der die Fürstentümer Calenberg, Göttingen und Grubenhagen sowie das Amt Sternberg und die Grafschaft Hohnstein umfasste. 1787 wurde der Distrikt geteilt: Die Fürstentümer Göttingen und Grubenhagen sowie die Grafschaft Hohnstein wurden von Northeim aus verwaltet, das Fürstentum Calenberg von Hannover. 1824 wurde der Göttingen-Grubenhagensche Landbaudistrikt in einen oberen (Northeim) und einen unteren (Münden, ab 1830 Göttingen) Bezirk geteilt. Letzterer umfasste die Ämter Brackenberg-Friedland, Bovenden-Harste, Lauenförde-Nienover, Münden, Reinhausen-Niedeck-Neuengleichen, Radolfshausen, Uslar und Göttingen-Leineberg.

Im Zuge einer ersten Reform der Bauverwaltung im Königreich Hannover (Aufteilung der bisher 12 auf 16 Landbaudistrikte) wurde 1844 der bisherige untere Bezirk des Landbaudistrikts Göttingen-Grubenhagen in den Landbaudistrikt Göttingen umgewandelt. Zu diesem gehörten die Städte Göttingen und Münden, die Ämter Bovenden, Friedland, Göttingen, Münden, Nienover-Lauenförde, Radolfshausen, Reinhausen und Uslar, die Klosterämter Bursfelde, Diemarden, Hilwartshausen, Lipprechtrode, Mariengarden und Weende sowie das Stiftsamt Ilfeld. 1858 wurde der Landbaudistrikt Göttingen in Landbauinspektion Göttingen umbenannt, welche die Städte Göttingen und Münden, die Ämter Göttingen, Münden und Reinhausen, das Klosteramt Göttingen mit Bursfelde, die Universität Göttingen und einstweilen das Amt Hohenstein mit dem Stiftsamt Ilfeld betreute.

Im Zuge der Neugliederung der Bauverwaltung 1863 wurden die bisherigen Landbauinspektionen Nordheim II, Osterode und Göttingen zur Landbauinspektion Göttingen zusammengeführt, die bis 1867 in drei Distrikte mit unterschiedlichen Aufgaben gegliedert wurde. Mit der Angleichung der hannoverschen an die preußische Bauverwaltung nach der Annexion des Königreichs Hannover durch Preußen (1866) wurden die Distrikte der Land-, Wege- und Wasserbauinspektionen im Bereich Göttingen zusammengelegt und zum 1. April 1871 auf die Kreisbauinspektionen Einbeck, Herzberg, Göttingen und Northeim verteilt. Der Baudistrikt Göttingen erhielt die Bezeichnung "Königliche Kreisbauinspektion Göttingen", deren Dienstbezirk auf die Stadt und das Amt Göttingen reduziert wurde. 1873/1876 entfiel der Bereich der Wegebausachen, der auf die Provinzialwegebauverwaltung überging. Mit der endgültigen Abgabe der Wasserbausachen 1884 wurde die Bezeichnung "Hochbauinspektion Göttingen" üblich, deren Zuständigkeitsbereich nach der Kreisreform 1885 die Stadt Göttingen und die Kreise Göttingen und Münden umfasste.

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde die Behörde mehrfach umbenannt: 1910 in "Königliches Hochbauamt Göttingen", 1922 in "Preußisches Hochbauamt Göttingen" und 1933 in "Preußisches Staatshochbauamt Göttingen".

Stand: Oktober 2015

Zur weiteren Geschichte des Staatshochbauamtes Göttingen nach 1945 siehe das Vorwort zum Bestand Nds. 240 Göttingen.

Bestandsgeschichte

In die Zeit des Landbaudistrikts Göttingen reichen nur relativ wenige Akten des relativ kleinen Bestandes zurück (z.B. Hann 100 Göttingen Nr. 40, 53, 65, 72 und 73). Nach 1858 dokumentiert der Bestand längst nicht alle im Bezirk der Landbauinspektion Göttingen vorhandenen bedeutenden fiskalischen Gebäude, sondern nur Schloss Münden, die Burgruine Plesse, eine Reihe von Domänen und Vorwerksgebäuden sowie einige geistliche Gebäude. Da infolge der Angleichung der hannoverschen an die preußische Bauverwaltung die Königlichen Kreisbauinspektionen seit dem 1. April 1871 zeitweise auch für den Wege- und Wasserbau zuständig waren, haben sich im Bestand noch einige Generalakten über Wasserbau erhalten, Wegebauakten allerdings nicht. Einer Verfügung der Landdrostei Hildesheim vom 30. Juni 1876 (vgl. Hann. 100 Göttingen Nr. 1) ist zu entnehmen, dass der Baukreis Göttingen nunmehr auch die Wasserbausachen an der Leine an die Kreisbauinspektion Alfeld abgeben sollte, nachdem er bereits kurz zuvor die Wasserbauarbeiten an der Weser abgetreten hatte.

Da eine Registraturordnung nicht zu erkennen war, ergab sich bei der Neuordnung 1980 die Gliederung des nur 6 Fach Akten umfassenden Bestandes aus den erhaltenen Aktengruppen.

Stand: 20. März 1980

Im Mai 1982 wurde der Bestand durch 2 Fach Akten (Acc. 78/82) ergänzt, die als besondere Akzession aufgestellt wurden, da ohnehin mit weiteren Zugängen zu rechnen ist.

Stand: August 1982

Der Bestand ist im August 2002 durch Verzeichnung der Akzessionen 64/87 und 112/98 ergänzt und EDV-technisch erfasst worden.

Im Jahr 2015 wurde der Bestand um die Akzession 2015/120 (Forstgebäude) ergänzt.

Die zugehörigen Karten lagern in der Kartenabteilung und sind über das Kartenfindbuch (Karten Mappen) erschlossen.

Stand: Dezember 2015

Enthält

Generalia, Personalia, Bau- und Bauunterhaltung für Kirchen, Schulen, Domänen, Mühlen, Forstdienstgebäude, Lazarett, Kaserne und Garnisonverwaltung in Göttingen, Schloss zu Hann. Münden, Burgruine Plesse, Wasserbau

Literatur

Siehe Gruppenvorwort

Siehe

Korrespondierende Archivalien

Nds. 240 Göttingen

Weitere Angaben (Bestand)

Umfang in lfd. M.

4,2

Bearbeiter

Dr. Jürgen Asch (1980)

Dr. Walter (1982)

Christina Hillmann-Apmann (2002)

Dr. Christian Helbich (Oktober 2015)

Christiane Drewes (Dezember 2015)

Benutzung

Der Bestand ist wegen z.T. starker Verpilzung teilweise gesperrt.

Informationen/Notizen

Zusatzinformationen

Abgeschlossen: Nein