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UniA GÖ Kur.

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Description

Identification (short)

Title 

Kuratorium

Life span 

1708-1975

Fonds data

Short description 

Sachbetreffsakten und einzelne Amtsbücher des Kuratoriums in Hannover bis 1866 sowie des Kurators in Göttingen ab 1868

History of creator 

Das Universitätskuratorium war die staatliche Aufsichtsbehörde der Universität. Die Georgia Augusta wurde als Staatsanstalt gegründet, die direkt dem Geheimen Rat als oberster Behörde des Kurfürstentums Hannover unterstand. Die Universitätssachen waren als besonderer Zuständigkeitsbereich ("Departement") zwei Geheimen Räten, den Kuratoren, zugewiesen, von denen der zweite als Stellvertreter des ersten fungieren sollte. Zu Lebzeiten Gerlach Adolph von Münchhausens, d. h. bis 1770, blieb dieser jedoch der einzige Kurator. Danach wurden zwar die vorgesehenen Doppelspitzen bestellt, die eigentliche Geschäftsführung ging auf den für die Universitätssachen zuständigen Sekretär der Geheimen Kanzlei über.

Diese Organisationsform überlebte die Umwandlung des Geheimen Rats in ein Gesamtministerium (1802) und die Verwerfungen der Napoleonischen Zeit. Erst 1832 wurde die Universitätssachen mit anderen Departements zum Ministerium der geistlichen und Unterrichtsangelegenheiten zusammengeführt (Kultusministerium). Die Aufgaben des Kuratoriums wurden durch den für die Universität zuständigen Ministerialreferenten ausgeübt.

1868, nach der Annexion Hannovers durch Preußen, wurde des hannoversche Kultusministerium aufgelöst und der Kurator nach preußischem Vorbild als eigenständigen, dem Berliner Ministerium nachgeordneten, Behörde mit Sitz in Göttingen neu eingerichtet. Wesentliche Befugnisse verblieben beim Ministerium. In dieser reduzierten Zuständigkeit bestand das Kuratorium bis zur Einführung der Einheitsverfassung durch das Niedersächsische Hochschulgesetz 1978. Seine Aufgaben gingen auf die den Kanzler der Universität über.

Custodial history 

Der Archivbestand des Kuratoriums ist aufgrund der Kontinuität des Amts und der verlässlichen Führung der Akten die wichtigste Quelle zur Institutionengeschichte der Universität.

Die ältesten Akten entstammen der Registratur des Geheimen Rats in Hannover. Ihre 1734 begründete Ordnung wurde bis 1849 fortgeführt. In einem Intermezzo befanden sich die Akten von 1808 bis 1813 bei der westphälischen Generalstudiendirektion in Kassel. In dieser Zeit ist eine nicht mehr zu beziffernde Zahl verloren gegangen. Das erste erhaltene Aktenverzeichnis stammt von 1849. Bei der Übersiedlung des Kurators nach Göttingen wurden auch die Akten überführt und vor Ort weitergeführt. Hier wurden sie 1892 und 1932 neu verzeichnet.

Mit Blick auf das 200. Gründungsjubiläum wurden die Akten bis etwa zum Jahrgang 1866 im Laufe der 1930er-Jahre an das Universitätsarchiv abgegeben. Später folgten Abgaben jüngeren Datums. Die Neuordnung durch das Archiv geschah nach einem abstrakten Schema, das keine Rücksicht auf die gewachsenen Strukturen des Bestands nahm. Für die Akten bis zum Jahr 1930 wurde 1992 ein Findbuch vorgelegt, das heute obsolet ist.

Die bisherige Zentralregistratur des Kuratorium wurde 1958 geschlossen und durch Sachbearbeiterablagen ersetzt. Die Akten aus den Jahren bis 1958 wurden später an das Archiv abgegeben und 2002/2003 in den Altbestand eingearbeitet. Bei dieser Gelegenheit wurden das Ordnungssystem vereinfacht und eine fortlaufende Nummerierung aller Kuratoriumsakten eingeführt. Aus den Jahren nach 1958 sind nur noch die Akten der Finanzabteilung erhalten, die zurzeit (2019) verzeichnet werden.

Die Personalakten des Kuratoriums wurden mit jenen des Rektorats zusammengeführt und in den Bestand Kur. Pers. ausgegliedert. Karten, Pläne und Risse aus den Akten bis 1958 wurden der Kartensammlung zugeführt.

Literature 

Boockmann, Hartmut (1989): Vom Curator zum Kanzler. In: Georgia Augusta, H. 50, 33–39.
Gundelach, Ernst (1955): Die Verfassung der Göttinger Universität. Göttingen: Schwartz (Göttinger Rechtswissenschaftliche Studien, 16).

Finding aids 

Arcinsys

See

Corresponding archival items 

Personalakten, Karten, Päne und Risse, Niedersächsisches Landesarchiv, Standort Hannover, Hann. 113

Further information (fonds)

Size in m 

162

Film copies 

Sicherungsfilm

Access 

Schutzfristen für personenbezogenes Archivgut (§ 5 Abs. 2 NArchG)

Information / Notes

Additional information 

Akten der Finanzabteilung nach 1957 zurzeit (2019) in Erschließung