NLA Wolfenbüttel > Forstämter

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Description

Identification (classification)

Title 

Forstämter

Context

History of creator 

Innerhalb Niedersachsens waren Forstämter untere Landesbehörden mit Zuständigkeit für Waldflächen im Besitz des Landes, aber auch von Körperschaften und Genossenschaften. Sie entstanden 1934 als im Rahmen von Änderungen der Forstverwaltungsorganisation eine Umbenennung der Oberförstereien in Forstämter erfolgte.

Rechtliche Grundlage für die Aufgabenwahrnehmung der Forstämter bildeten Gesetze, Verwaltungsvorschriften und Weisungen des Niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums (ML). Hauptaufgabe der Forstämter war die Verwaltung und Bewirtschaftung der forstlichen Liegenschaften des Landes Niedersachsen. Dies umfasste Holzproduktion, -ernte und -vermarktung. Des Weiteren betreuten sie die ihnen unterstellten Revierförstereien und auf Vertragsbasis die Körperschafts- und Genossenschaftswälder (Nds. GVBl. 1961 S. 99). Einige Forstämter gewährten als Beratungsforstämter Landkreisen und kreisfreien Städte ohne eigenes Forstfachpersonal Unterstützung in forsthoheitlichen Angelegenheiten. Besondere Aufgaben der Forstämter wie Waldökologie und -naturschutz, Jugendwaldeinsatz, Waldinformation, Umweltbildung und Forstmaschineneinsatz wurden nach und nach von spezialisierten Funktionsstellen wahrgenommen.

Sinkende Holzpreise und steigende Personalkosten erforderten eine Reihe von Reformmaßnahmen zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit der Forstämter und Revierförstereien. Die Auflösung von Dienststellen und die Neuordnung von Kompetenzen führte zu ihrer wiederholten Reduzierung: Während 1955 noch 112 Forstämter und 570 Revierförstereien existierten, waren es nach Einrichtung des Nationalparks Harz (1993) und nach der Forstreform (1997- 2004) nur noch 45 bzw. 340. Auch erfuhr die Anzahl der Beschäftigten eine drastische Senkung. Der Gesamtumfang der zu betreuenden Waldfläche blieb hingegen vergleichsweise konstant, wenn auch die durchschnittliche Größe der Forstämter im genannten Zeitraum von 3800 ha auf 9400 ha anstieg.

Die niedersächsische Landesforstverwaltung war in ihrer Struktur zunächst dreistufig. Nach Gründung des Landes Niedersachsen wurde am 1. April 1949 mit Einrichtung einer Forstabteilung (Abt. V) beim ML als oberste Forstbehörde eine einheitliche Niedersächsische Landesforstverwaltung (LFV) geschaffen (Amtsblatt Niedersachsen1950 S. 338). Im Folgejahr entstanden bei den Regierungspräsidenten in Hannover, Hildesheim, Lüneburg, Osnabrück und Stade sowie bei den Verwaltungspräsidenten in Braunschweig und Oldenburg Forstabteilungen (Abt. 6). Während diese forstlichen Mittelbehörden der Fachaufsicht des ML unterlagen, nahmen sie selbst die Dienst- und Fachaufsicht über die Forstämter wahr.

Infolge der Bezirksreform von 1978 reduzierte sich die Zahl der Bezirksregierungen auf vier und wurden die selbständigen Forstabteilungen zeitweise aufgehoben. Zum 1. Oktober 1997 wurden im Rahmen einer Forstreform die forstlichen Mittelbehörden gänzlich abgeschafft, sodass die LFV im betrieblichen Bereich nur noch zweistufig organisiert war. Die Wahrnehmung forsthoheitlicher Aufgaben oblag weiterhin dem Dezernat 510 "Wald, Forstwirtschaft und Jagd" in der Abt. 5 der Bezirksregierungen. Durch die Auflösung der niedersächsischen Bezirksregierungen zum 31. Dezember 2004 gingen die forstlichen Aufgaben von diesen an die Niedersächsischen Landesforsten (NLF) – eine neu geschaffene Anstalt öffentlichen Rechts mit Sitz in Braunschweig – sowie das ML, die Landwirtschaftskammern und die Kommunen über.

Die Überführung der Niedersächsischen Landesforstverwaltung in die NLF hatte die Zusammenlegung des Niedersächsischen Forstplanungsamtes, des Niedersächsischen Forstlichen Bildungszentrums und der Niedersächsischen Forstämter zur Folge. Damit endete die Eigenständigkeit der Forstämter, die trotz Beibehaltung des Begriffs Forstamt fortan nur noch Organisationseinheiten der NLF bilden. Als solche existieren derzeit 24 Forstämter mit rund 240 Revierförstereien, die die Betreuung des niedersächsischen Landeswaldes und weiterer Waldflächen sicherstellen und als Ansprechpartner vor Ort fungieren.

Stand: 1. Juli 2015

Person in charge 

Regina Schleuning (2015)