Vollständige Signatur

UABS, N 1

Bestand


Identifikation (kurz)


Titel Titel
Diplomprüfungsakten
Laufzeit Laufzeit
1893-1971 (1977)

Bestandsdaten


Kurzbeschreibung Kurzbeschreibung
Alphabetisch sortierte Prüfungsakten mit Vor- und Hauptdiplom
Beschreibung Beschreibung
Im Bestand befinden sich die Diplomprüfungsakten derjenigen Absolventinnen und Absolventen, die zwischen 1893 und 1971 die TH/TU Braunschweig mit einem Diplomabschluss verlassen haben, ggf. auch nur mit Vordiplom. Nur die Akte N1 Nr. S 426 bezieht sich auf einen späteren Zeitpunkt (1977). Umfang: 12.308 Einzelakten. Nicht enthalten sind die Prüfungsakten der Pädagogischen Hochschule Braunschweig; diese sind in den Beständen C 2 und C 3 zu finden.

Bereits in den 1890er Jahren schloss das Studium an der TH regulär mit der Anfertigung einer Diplomarbeit und der mündlichen Diplomhauptprüfung ab, doch war mit einer erfolgreich abgelegten Prüfung zunächst noch kein staatlich geschützter akademischer Grad verbunden: Das Recht, „auf Grund der Diplom-Prüfung den Grad eines Diplom-Ingenieurs (Dipl.-Ing.) zu ertheilen“ (zitiert nach Albrecht 1987, 347), wurde der Technischen Hochschule Braunschweig am 8. Mai 1900 vom Regenten des Herzogtums Braunschweig per Erlass gewährt, gleiches galt für das Recht, Diplom-Ingenieure zu Doktor-Ingenieuren zu promovieren und den Titel eines Doktor-Ingenieurs Ehren halber zu verleihen. Vorausgegangen war ein entsprechender Erlass, den Wilhelm II. als König von Preußen Ende 1899 zugunsten der preußischen Technischen Hochschulen unterzeichnet hatte. Unbekannt ist, wie viele Studenten sich vor und um 1900 der Diplomhauptprüfung nicht – auch nicht an einer anderen Technischen Hochschule – unterzogen.

Einer der ersten Studenten, der an der TH Braunschweig tatsächlich den Grad eines Diplom-Ingenieurs erwarb, war der 1878 geborene Constantin von Znaniecki (N 1 Nr. Z 31) aus Warschau. Er hatte sich am 14. Oktober 1895 und nochmals am 12. April 1899 für das Fach Elektrotechnik inskribiert. Die Diplomprüfungsakte, die auch die Prüfungsprotokolle (samt angefertigter Skizzen) und die Zeugniskonzepte enthält, erhellt den Grund der abermaligen Immatrikulation: Auf Grund des angeschlagenen Gesundheitszustandes seines Vaters hatte Znaniecki die TH zeitweilig verlassen müssen, auch der Zeitpunkt der dann am 29. und 30. März 1900 abgelegten Diplomvorprüfung verzögerte sich. Nachdem am 10. Dezember des selben Jahres Znanieckis Diplomarbeit mit „ziemlich gut“ bewertet worden war, legte er am 17. und 20. Dezember 1900 schließlich auch seine Diplomhauptprüfung ab. Sein Diplom als Elektro-Ingenieur wurde am 20. Dezember 1900 ausgefertigt.
Bestandsgeschichte Bestandsgeschichte
Eine erste Erschließung des Bestands N 1 wurde 2007 von Kai Drewese ud Andreas Lütjen unter Mitarbeit von Markus Joachim und Jenny Kmiec erstellt. Die alphabetische Liste entstand auf Basis der Abgabelisten des Immatrikulationsamtes. Abgaben erfolgten in den Jahren 1982, 1987, 2002, 2004 und 2005 durch das Immatrikulationsamt. Die entsprechenden Abgabelisten unterscheiden sich in den enthaltenen Angaben: Die älteren Listen enthalten oft nur das Jahr der Abschlussprüfung, die neueren neben dem genauen Datum der Prüfung auch das Geburtsdatum des Prüflings. Das Prüfungsdatum kann mitunter nicht das Datum der Diplomhaupt-, sondern der Diplomvorprüfung sein. Dies betrifft z.B. Max Brüning, der am 11. Mai 1900 seine Diplomvorprüfung im Maschinenbaufach bestand und 16 Tage später aus Charlottenburg (wo er an der dortigen Technischen Hochschule vermutlich sein Studium fortsetzte) per Postkarte „um Zusendung unter Nachnahme seines Zeugnisses über abgelegte Vorprüfung ebenso um ein Abgangszeugnis mit Semestralprüfungsbescheinigung“ bat (N 1 Nr. B 309). Somit sind genannten Prüfungsdaten für die Zeit um 1900 mit Vorsicht zu behandeln.
Die Excel-Liste wurde im April 2021 in Arcinsys konvertiert.
Literatur Literatur
Helmuth Albrecht, Technische Bildung zwischen Wissenschaft und Praxis. Die Technische Hochschule Braunschweig 1862-1914 (Veröffentlichungen der Technischen Uni-versität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig, Bd. 1), Hildesheim 1987.
Findmittel Findmittel
Arcinsys

Siehe


Korrespondierende Archivalien Korrespondierende Archivalien
Lehramtsprüfungsakten im Niedersächsischen Landesarchiv, Staatsarchiv Wolfenbüttel: Best. 12 Neu Kultus 4 (Lehramts- bzw. Schulamtsprüfungsakten, Laufzeit 1921–64) und Best. 101 Neu (Prüfungskommission für Kandidaten des Höheren Lehramtes, Laufzeit: 1837–1917)

Weitere Angaben (Bestand)


Referent Referent
Tanja Wolf
Benutzung Benutzung
Benutzungsbeschränkungen: Die Akten sind frühestens 90 Jahre nach Geburt nutzbar. Die Sterbedaten sind nicht angegeben. Auskunft kann auf Anfrage erteilt werden.