3. Senatsregistratur
Structure (tectonics)
Identification (classification)
Title
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3. Senatsregistratur
Life span
Life span
Archivgut des Senats der Freien Hansestadt Bremen, ca. 1875-1958
Context
History of creator
History of creator
Im Jahre 1875 wurden die abgeschlossenen Akten, auf die sich fortan die Tätigkeit des Archivs beschränkte, von den laufenden Akten getrennt und für diese eine neue Registratur gebildet. Hierfür waren nur praktische Gesichtspunkte ausschlaggebend, nicht etwa grundsätzliche Änderungen der Verfassung oder der Behördenstruktur. Bis 1933 wurde in Bremen weiterhin nach dem kollegialen Prinzip und ohne den Fachministerien vergleichbare Einrichtungen regiert und verwaltet. Die heute beim Senator für Finanzen zusammengefassten Aufgaben der Haushaltsaufstellung, der Bearbeitung grundsätzlicher Steuer- und Zollfragen und der Vermögens- und Schuldenverwaltung waren z. B. 1913 aufgeteilt unter drei Deputationen, eine Kommission und zwei Behörden. In ihnen wirkten nicht weniger als neun der 16 Bürgermeister und Senatoren mit. Widersprüche zwischen den Vertretern verschiedener Einrichtungen mussten im Plenum des Senats, das zugleich oberste Landesfinanzbehörde war, durch Mehrheitsbeschluss entschieden werden, denn der Präsident war kein Vorgesetzter der Senatoren mit Weisungsbefugnis. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten erfolgte die Neuorganisation nach dem sog. Führerprinzip mit einem Regierenden Bürgermeister und fünf Senatoren für die jetzt gebildeten Fachressorts, von denen eines das Finanzwesen umfasste. Nach 1945 wurden die parlamentarische Verantwortlichkeit des Senats wiederhergestellt und auch der Präsident erneut auf die Rolle eines primus inter pares beschränkt, das Prinzip der Fachressorts aber beibehalten, das ja in den Flächenstaaten schon auf eine jahrhundertealte Tradition zurückblicken konnte.
Custodial history
Custodial history
1958 wurde die Senatsregistratur geschlossen, in den senatorischen Behörden wurden jeweils eigene Registraturen eingerichtet.
Es ist selbstverständlich, dass eine zentrale Registratur unter so stark wechselnden Behördenstrukturen nur mit Mühe überschaubar gehalten werden konnte. 1875 hatte man eine außerordentlich grobe Gliederung nach schlagwortartig bezeichneten Gruppen geschaffen, die einfach nach dem Alphabet der Anfangsbuchstaben aneinandergereiht wurden, beginnend mit Archiv und Regierungskanzlei, Armenwesen, Auswärtige Angelegenheiten usw. bis zum Ende mit Zeichenschule für Künstler und Handwerker, Zollsachen.
In manchen Fällen häufte sich zu dem unter einer laufenden Nummer verzeichneten Betreff wiederum derart viel Schriftgut an, dass der Überblick verloren zu gehen drohte. Man teilte deshalb diese Position ihrerseits in einzelne Akten auf, versah diese nach Anfall mit einer in ein Quadrat gesetzten laufenden Nummer - die zu der Bezeichnung Quadrangelakten Anlass gab - und trug sie in ein spezielles Verzeichnis ein.
Nicht in allen Gruppen ist eine solche Breite der Überlieferung vorhanden, es kommt vielmehr darauf an, ob die Fachkommissionen, -deputationen und -behörden schon eigene Registraturen besaßen oder ihre Akten noch in der zentralen Senatsregistratur geführt wurden. Bereits vor deren Errichtung 1875 hatte z. B. das Landherrnamt, die für die Verwaltung des bremischen Landgebiets bzw. des Landkreises Bremen zuständige Behörde, eine solche eigene Registratur. Unter dem Schlagwort Landgebiet haben sich deshalb in der Senatsregistratur im wesentlichen nur Schriftgut über grundsätzliche Fragen der Gesetzgebung und Organisation sowie Beschwerden an den Senat über Maßnahmen des Landherrnamts angesammelt. Für den großen Bereich Justiz und Verfassung ist dagegen das gesamte Material bis 1955 in der Senatsregistratur vorhanden, weil erst in diesem Jahre bei der senatorischen Behörde eine eigene Registratur eingerichtet wurde.
Es ist selbstverständlich, dass eine zentrale Registratur unter so stark wechselnden Behördenstrukturen nur mit Mühe überschaubar gehalten werden konnte. 1875 hatte man eine außerordentlich grobe Gliederung nach schlagwortartig bezeichneten Gruppen geschaffen, die einfach nach dem Alphabet der Anfangsbuchstaben aneinandergereiht wurden, beginnend mit Archiv und Regierungskanzlei, Armenwesen, Auswärtige Angelegenheiten usw. bis zum Ende mit Zeichenschule für Künstler und Handwerker, Zollsachen.
In manchen Fällen häufte sich zu dem unter einer laufenden Nummer verzeichneten Betreff wiederum derart viel Schriftgut an, dass der Überblick verloren zu gehen drohte. Man teilte deshalb diese Position ihrerseits in einzelne Akten auf, versah diese nach Anfall mit einer in ein Quadrat gesetzten laufenden Nummer - die zu der Bezeichnung Quadrangelakten Anlass gab - und trug sie in ein spezielles Verzeichnis ein.
Nicht in allen Gruppen ist eine solche Breite der Überlieferung vorhanden, es kommt vielmehr darauf an, ob die Fachkommissionen, -deputationen und -behörden schon eigene Registraturen besaßen oder ihre Akten noch in der zentralen Senatsregistratur geführt wurden. Bereits vor deren Errichtung 1875 hatte z. B. das Landherrnamt, die für die Verwaltung des bremischen Landgebiets bzw. des Landkreises Bremen zuständige Behörde, eine solche eigene Registratur. Unter dem Schlagwort Landgebiet haben sich deshalb in der Senatsregistratur im wesentlichen nur Schriftgut über grundsätzliche Fragen der Gesetzgebung und Organisation sowie Beschwerden an den Senat über Maßnahmen des Landherrnamts angesammelt. Für den großen Bereich Justiz und Verfassung ist dagegen das gesamte Material bis 1955 in der Senatsregistratur vorhanden, weil erst in diesem Jahre bei der senatorischen Behörde eine eigene Registratur eingerichtet wurde.
Literature
Literature
Peter Fricke, Vorgangsgliederung älterer Sammelsachakten. Formen moderner Aktenführung bremischer Registraturen vor der Büroreform, in: Jahrbuch der Wittheit zu Bremen 16 (1972), S. 247-305.
Access
Access
Um Akten in der Senatsregistratur heraussuchen zu können, waren von vornherein verschiedene Findmittel nötig. Den Gesamtüberblick verschaffte man sich durch den Registraturplan, der zu einzelnen Schlagwörtern nur die Signaturen der Gruppen und Untergruppen nennt. Für jede von diesen wurde ein Aktenverzeichnis angelegt, in das laufende Nummer, Aktentitel und Anfang der Aktenlaufzeit in der Reihenfolge des Anfalls eingetragen wurden.
Weil häufig nicht recht zu entscheiden war, unter welchem Schlagwort man ablegen sollte, kam es zur Aufnahme zahlreicher Verweise. Von einem anderen Ausgangspunkt aus erlauben die gleichfalls mit dem Jahre 1875 einsetzenden Jahresregister das Auffinden bestimmter Akten. In sie wurden nach dem Alphabet der Personen, Orte und Sachen jahrgangsweise die neu angelegten einzelnen Akten mit Angabe der Signatur eingetragen. Von etwa 1930 bis 1945 führte man daneben eine Flachsichtkartei, in die ebenfalls nach dem Alphabet Betreffe von grundsätzlicher Bedeutung oder längerer Laufzeit eingetragen wurden. Alle genannten Findmittel sind erhalten und werden im Staatsarchiv weiterbenutzt.
Um die Benutzung und Recherchemöglichkeiten für Archivgut im Netz weiter auszubauen, sind in letzter Zeit verstärkt Findmittel aus älterer Zeit retrokonvertiert worden. Diese Verzeichnisse sind zum Teil zeitgenössische Quellen, die in Form und Sprache zeitgebunden sind und nicht dem heutigen Sprachgebrauch entsprechen und teilweise auch problematisch sein können. Eine zeitnahe redaktionelle Bearbeitung ist aufgrund der vielfältigen Aufgaben in einem Archiv nicht immer möglich. Dennoch haben wir uns entschieden, die Daten für die Recherche zugänglich zu machen, um die Forschung und die Auseinandersetzung mit historischen Themen zu fördern. Sollten Sie problematische Begriffe in den Verzeichnungseinheiten entdecken, teilen Sie uns dies bitte gern über den Button „verbessern“ als Verbesserungsvorschlag mit. Sie können auf diese Weise mithelfen, die Qualität der Angaben zu verbessern. Vielen Dank.
Weil häufig nicht recht zu entscheiden war, unter welchem Schlagwort man ablegen sollte, kam es zur Aufnahme zahlreicher Verweise. Von einem anderen Ausgangspunkt aus erlauben die gleichfalls mit dem Jahre 1875 einsetzenden Jahresregister das Auffinden bestimmter Akten. In sie wurden nach dem Alphabet der Personen, Orte und Sachen jahrgangsweise die neu angelegten einzelnen Akten mit Angabe der Signatur eingetragen. Von etwa 1930 bis 1945 führte man daneben eine Flachsichtkartei, in die ebenfalls nach dem Alphabet Betreffe von grundsätzlicher Bedeutung oder längerer Laufzeit eingetragen wurden. Alle genannten Findmittel sind erhalten und werden im Staatsarchiv weiterbenutzt.
Um die Benutzung und Recherchemöglichkeiten für Archivgut im Netz weiter auszubauen, sind in letzter Zeit verstärkt Findmittel aus älterer Zeit retrokonvertiert worden. Diese Verzeichnisse sind zum Teil zeitgenössische Quellen, die in Form und Sprache zeitgebunden sind und nicht dem heutigen Sprachgebrauch entsprechen und teilweise auch problematisch sein können. Eine zeitnahe redaktionelle Bearbeitung ist aufgrund der vielfältigen Aufgaben in einem Archiv nicht immer möglich. Dennoch haben wir uns entschieden, die Daten für die Recherche zugänglich zu machen, um die Forschung und die Auseinandersetzung mit historischen Themen zu fördern. Sollten Sie problematische Begriffe in den Verzeichnungseinheiten entdecken, teilen Sie uns dies bitte gern über den Button „verbessern“ als Verbesserungsvorschlag mit. Sie können auf diese Weise mithelfen, die Qualität der Angaben zu verbessern. Vielen Dank.