Nr. 2056/ 1
Vollständige Signatur
NLA HA, Hann. 27 Hildesheim, Nr. 2056/ 1
Verzeichnung
Identifikation
Titel
Titel
1. Kläger/Appellant:
Joachim Philipp Wiesenhaver [gest. 1725] zu Hildesheim (Kl.)
2. Beklagter/Appellat:
Die Erben (Bekl.) des Kaspar Heinrich Oppermann [1639-1688], Riedemeisters der Altstadt Hildesheim: Ilse Leve Oppermann [1665-1723], Witwe des Dr. Johann Valentin Bullenius [gest. 1687]; Anna Adelheid von Betken [gest. 1734], Witwe des Johann Jobst Oppermann, und ihr jetziger Ehemann Rudolf August von der Wense [gest. 1717]
3.1. Prokuratoren/Kläger bzw. Appellant:
Lic. Johann Christian Wigandt, 1712, Prokurator
sub. Dr. Ludwig Ernst Hert, 1712, Prokurator
3.2. Prokuratoren/Beklagter bzw. Appellat:
Dr. Friedrich Heinrich von Gülich, 1712, Prokurator
(sub.) Lic. Johann Justus Faber, (1712), 1714, Prokurator
sub. Dr. Ludwig Ziegler, 1714, Prokurator
wegen
4. Streitgegenstand:
appellatio
Schuldforderung. Die Erben Arnd von Wobersnows hatten 1664 ihr hoch verschuldetes Gut Wendhausen im Amt Steuerwald an ihre Hauptgläubigerin Ilse Storre (gest. 1679), die Witwe des Hildesheimer Bürgermeisters Joachim Wiesenhaver, verpfändet. Ilse Storre zog zusammen mit ihrer jüngsten Tochter Magdalena und deren ersten Ehemann Johann Christoph Brandis auf das Gut, das sie zunächst an ihren Schwiegersohn Brandis verpachtete. Da Magdalena Wiesenhaver später mit ihrer Mutter in einen Streit geriet, der schließlich vor das RKG gelangte, verpachtete Ilse Storre das Gut schließlich 1676 an ihren Enkel Joachim Philipp Wiesenhaver, der eines von den fünf Kindern ihres bereits verstorbenen Sohnes Johann (Hans) Ludwig Wiesenhaver war. Kurz vor ihrem Tod im Jahr 1679 änderte Ilse Storre ihr 1667 errichtetes Testament, indem sie ihren Nachlass in drei gleiche Teile aufteilte, die ihre jüngste Tochter Magdalena Wiesenhaver, ihr Sohn Joachim Wiesenhaver sowie die Kinder ihres Sohnes Johann Ludwig Wiesenhaver erhalten sollten. Nach Ilse Storres Tod begann ein langjähriger
Joachim Philipp Wiesenhaver [gest. 1725] zu Hildesheim (Kl.)
2. Beklagter/Appellat:
Die Erben (Bekl.) des Kaspar Heinrich Oppermann [1639-1688], Riedemeisters der Altstadt Hildesheim: Ilse Leve Oppermann [1665-1723], Witwe des Dr. Johann Valentin Bullenius [gest. 1687]; Anna Adelheid von Betken [gest. 1734], Witwe des Johann Jobst Oppermann, und ihr jetziger Ehemann Rudolf August von der Wense [gest. 1717]
3.1. Prokuratoren/Kläger bzw. Appellant:
Lic. Johann Christian Wigandt, 1712, Prokurator
sub. Dr. Ludwig Ernst Hert, 1712, Prokurator
3.2. Prokuratoren/Beklagter bzw. Appellat:
Dr. Friedrich Heinrich von Gülich, 1712, Prokurator
(sub.) Lic. Johann Justus Faber, (1712), 1714, Prokurator
sub. Dr. Ludwig Ziegler, 1714, Prokurator
wegen
4. Streitgegenstand:
appellatio
Schuldforderung. Die Erben Arnd von Wobersnows hatten 1664 ihr hoch verschuldetes Gut Wendhausen im Amt Steuerwald an ihre Hauptgläubigerin Ilse Storre (gest. 1679), die Witwe des Hildesheimer Bürgermeisters Joachim Wiesenhaver, verpfändet. Ilse Storre zog zusammen mit ihrer jüngsten Tochter Magdalena und deren ersten Ehemann Johann Christoph Brandis auf das Gut, das sie zunächst an ihren Schwiegersohn Brandis verpachtete. Da Magdalena Wiesenhaver später mit ihrer Mutter in einen Streit geriet, der schließlich vor das RKG gelangte, verpachtete Ilse Storre das Gut schließlich 1676 an ihren Enkel Joachim Philipp Wiesenhaver, der eines von den fünf Kindern ihres bereits verstorbenen Sohnes Johann (Hans) Ludwig Wiesenhaver war. Kurz vor ihrem Tod im Jahr 1679 änderte Ilse Storre ihr 1667 errichtetes Testament, indem sie ihren Nachlass in drei gleiche Teile aufteilte, die ihre jüngste Tochter Magdalena Wiesenhaver, ihr Sohn Joachim Wiesenhaver sowie die Kinder ihres Sohnes Johann Ludwig Wiesenhaver erhalten sollten. Nach Ilse Storres Tod begann ein langjähriger
Laufzeit
Laufzeit
1712 - 1715
Enthält
Enthält
Erbstreit, der zunächst zwischen ihrer Tochter Magdalena Wiesenhaver, die später in zweiter Ehe Dr. Johann Georg Spörer heiratete, und ihrem Enkel Joachim Philipp Wiesenhaver ausgetragen wurde. 1680 trat Joachim Philipp Wiesenhaver seine Ansprüche an Wendhausen an den Riedemeister Kaspar Heinrich Oppermann, einen Sohn von Ilse Storres ältester Tochter, ab. Dabei sagte Oppermann ihm für den Fall, dass er wegen der Abtretung (Zession) seiner Rechte von den übrigen Erben mit Prozessen behelligt werde, Schadloshaltung zu. Bald nach Abtretung seiner Rechte an Oppermann wurde Wiesenhaver, der zwischenzeitlich als Zwangsverwalter des Gutes Wendhausen tätig war, auf Betreiben der Miterben Dr. Johann Georg Spörer und Joachim Wiesenhaver durch das Amt Steuerwald aus dem Gut ausgewiesen, wobei er nach eigenen Angaben Kornfrüchte im Wert von 2288 Reichstalern einbüßte. Wiesenhaver begann deshalb gegen die Erben des inzwischen verstorbenen Oppermann einen Prozess vor der Regierung in Hildesheim, in dem er den zugesagten Schadenersatz einforderte. Oppermanns Erben hingegen erhoben Widerklage auf Herausgabe der von Oppermann an Wiesenhaver für das Gutsinventar ausgezahlten 2200 Reichstaler, weil Wiesenhaver während seiner Tätigkeit als Zwangsverwalter des Gutes Teile des Inventars unrechtmäßig verkauft habe. Darüber hinaus verlangten Oppermanns Erben eine Genugtuung in Höhe von 1000 Reichstalern für die ihnen durch Wiesenhavers Klage zugefügte Beleidigung. 1699 erlegte die Regierung Wiesenhaver den Beweis darüber auf, dass ihm tatsächlich ein Schaden in der angegebenen Höhe entstanden sei, und wies ihn an, sich innerhalb von drei Wochen auf die Widerklage einzulassen. Im Lauf des Verfahrens entstanden des weiteren Auseinandersetzung über die Modalitäten des von Wiesenhaver den Erben Oppermanns und ihrem Advokaten zugeschobenen Kalumnieneides. 1704 bestätigte die Regierung in der
Läuterungsinstanz das Urteil von 1699 und gab in der Frage der Eide Oppermanns Erben Recht. Wiesenhaver appellierte daraufhin an das RKG, das die Appellation im September 1711 zunächst ablehnte, jedoch im Dezember desselben Jahres annahm.
5. Vorinstanz:
Regierung zu Hildesheim 1704
Bd. 1: Priora ohne Protokoll 1696-1704
Darin:
verstreut Akten aus anderen Prozessen um die Wiesenhaversche Erbschaft 1680-1698
Q 2 Wiesenhaver und seine Geschwister zedieren dem Riedemeister Oppermann ihre Rechte am Gut Wendhausen 1680
Q 3 Reverse des Riedemeisters Opppermann über die Schadloshaltung Wiesenhavers 1680
Q 4 Spezifikation der Forderung Wiesenhavers o. J.
Q 5, 13, 33, 66 Mandate der Regierung Hildesheim betreffend den Besitz des Gutes Wendhausen 1678-1680
Q 28 Regierung zu Hildesheim sequestriert den Nachlass der Ilse Storre, verw. Wiesenhaver 1679
Q 30 Revers Wiesenhavers als Interimsverwalter des Gutes Wendhausen 1679
Q 31 Wiesenhaver und seine Geschwister treten ihre Rechte am Gut Wendhausen der Witwe und den Erben des Arnold von Wobersnow und deren Zessionar (Rechtsnachfolger) ab 1680
Q 68 Abrechnung betreffend Gut Wendhausen 1679-1680
Q 95 Auszug aus der Kanzleiordnung des Stifts Hildesheim über den Kalumnieneid o. J.
Q 99 Urteil der Regierung Hildesheim, eingeholt von der Juristenfakultäte Halle in Sachen sämtliche Kinder erster und zweiter Ehe des Herrn von Weichs gegen dessen Witwe 1698
Q 100 Major Strack gegen Generalfeldzeugmeister von Wartensleben 1700
Hinweis:
Q 1-126
Vgl. Hann. 27 Hild. Nrn. 67, 1426-1432, 1824, 2054-2055, 2057-2058.
5. Vorinstanz:
Regierung zu Hildesheim 1704
Bd. 1: Priora ohne Protokoll 1696-1704
Darin:
verstreut Akten aus anderen Prozessen um die Wiesenhaversche Erbschaft 1680-1698
Q 2 Wiesenhaver und seine Geschwister zedieren dem Riedemeister Oppermann ihre Rechte am Gut Wendhausen 1680
Q 3 Reverse des Riedemeisters Opppermann über die Schadloshaltung Wiesenhavers 1680
Q 4 Spezifikation der Forderung Wiesenhavers o. J.
Q 5, 13, 33, 66 Mandate der Regierung Hildesheim betreffend den Besitz des Gutes Wendhausen 1678-1680
Q 28 Regierung zu Hildesheim sequestriert den Nachlass der Ilse Storre, verw. Wiesenhaver 1679
Q 30 Revers Wiesenhavers als Interimsverwalter des Gutes Wendhausen 1679
Q 31 Wiesenhaver und seine Geschwister treten ihre Rechte am Gut Wendhausen der Witwe und den Erben des Arnold von Wobersnow und deren Zessionar (Rechtsnachfolger) ab 1680
Q 68 Abrechnung betreffend Gut Wendhausen 1679-1680
Q 95 Auszug aus der Kanzleiordnung des Stifts Hildesheim über den Kalumnieneid o. J.
Q 99 Urteil der Regierung Hildesheim, eingeholt von der Juristenfakultäte Halle in Sachen sämtliche Kinder erster und zweiter Ehe des Herrn von Weichs gegen dessen Witwe 1698
Q 100 Major Strack gegen Generalfeldzeugmeister von Wartensleben 1700
Hinweis:
Q 1-126
Vgl. Hann. 27 Hild. Nrn. 67, 1426-1432, 1824, 2054-2055, 2057-2058.
Band
Band
1
Alte Archivsignatur
Alte Archivsignatur
W 3196/I
Provenienz
Organisations- und Aktenzeichen
Organisations- und Aktenzeichen
W 3053/I
Ergänzungen
Klassifikation Teil B
Klassifikation Teil B
wiesenhavern 2056
Index-Gruppe
GEOB
GEOB
Hildesheim, Hochstift, Regierung
Hildesheim, Stadt, Einwohner
Steuerwald, Amt
Wendhausen # Schellerten, Krs. Hildesheim, Gut
Institution
Institution
Halle, juristische Fakultät
Hildesheim, Hochstift, Regierung
PERS
PERS
Brandis, Johann Christoph
Bullenius, Ilse Leve, geb. Oppermann
Bullenius, Johann Valentin, Dr.
Oppermann, Anna Adelheid, geb. von Betken
Oppermann, Johann Jobst
Oppermann, Kaspar Heinrich, Ratsherr und Riedemeister
Spörer, Johann Georg, Dr.
Storre, Ilse
Stracke, N.N., Major
Wartensleben, N.N. von, Generalfeldzeugmeister
Wense, Anna Adelheid von der, geb. von Betken
Wense, Rudolf August von der
Weyhe, Anna Adelheid von, geb. von Betken, verw. Oppermann und von der Wense
Wiesenhaver, Hans Ludwig
Wiesenhaver, Ilse, geb. Storre
Wiesenhaver, Joachim
Wiesenhaver, Joachim Philipp
Wobersnow, Arnd (Arnold) von
Prokuratoren / Advokaten / Notare
Prokuratoren / Advokaten / Notare
Faber, Johann Justus, Lic., 1712
Gülich, Friedrich Heinrich von, Dr., 1712
Hert, Ludwig Ernst, Dr., 1712
Wigand, Johann Christian, Lic., 1712
Ziegler, Ludwig, Dr., 1714
SACH
SACH
Advokat, 17. Jh.
Appellation
Beweispflicht
Ehrverletzung, 18. Jh.
Eid, Kalumnien-
Herausgabe, Klage auf, 18. Jh.
Läuterung, 18. Jh.
Militärangehörige, Generalfeldzeugmeister
Militärangehörige, Major
Nachlass
Schadenersatz
Schadloshaltung
Schuldabtretung, 18. Jh.
Schuldsache, 18. Jh.
Widerklage
Zwangsverwaltung
Repräsentationen
| Typ | Bezeichnung | Zugang | Information | Aktion |
|---|---|---|---|---|
| Original | Akte | 0050 / 19 | Detailseite anzeigen |