StadtA GOE C 35

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Description

Identification (short)

Title 

C 35 - Amt für öffentliche Ordnung/Allg. Ordnungsangelegenheiten

Life span 

1915-2003

Fonds data

History of creator 

Mit der militärischen Niederlage des Deutschen Reiches am 9. Mai 1945 hörte auch die deutsche Polizei und damit die Polizeidirektion Göttingen auf zu bestehen. Noch im Mai 1945 begannen die Besatzungsmächte mit dem Neuaufbau einer demokratischen Polizei, wobei diese in der Britischen Zone bis 1946 eine Einrichtung der Besatzungsmacht blieb. Die Verordnung der britischen Militärregierung Nr. 57 vom 1. Dezember 1946 (Amtsblatt der Britischen Militärregierung Nr. 15, S. 344) machte dann den Weg zur Übernahme in deutsche Verantwortung zum 1. Januar 1947 frei. Ziel war dabei immer die Trennung der Schutz- und der Kriminalpolizei von der bisherigen Verwaltungspolizei, die 1946 auf der unteren Ebene auf die Kommunen übertragen wurde. In Göttingen wurden für die kommunalisierten Bereiche zunächst drei getrennte Verwaltungseinheiten gebildet: Verwaltungspolizei (u. a. allgemeine Ordnungsangelegenheiten, Gesundheitsaufsicht, Meldewesen), Gewerbepolizei und Straßenverkehrsamt. Mit Beschluss des Hauptausschusses vom 14. März 1949 wurden sie zum neuen Amt für öffentliche Ordnung (Ordnungsamt) zusammengefasst, dessen Leitung gleichzeitig dem bisherigen Leiter der Verwaltungspolizei Bernhard Busse übertragen wurde (Pol. Dir. Fach 3 Nr. 3; C 35 Nr. 109).

Mitte der fünfziger Jahre umfasste das Ordnungsamt die Abteilungen Allgemeine Ordnungsaufgaben -
Straßenverkehrsabteilung - Gewerbeabteilung - Obdachlosenunterbringung - Mietpreisbehörde - Meldebehörde/Einwohnermeldeamt und hatte damit seine bis heute im wesentlichen gültige Gestalt gefunden (Dezernatsverteilungsplan der Stadt Göttingen 1954) Mit der Einrichtung eines Umweltamtes 1989 wurden diesem aus der bisherigen Zuständigkeit des Ordnungsamts Aufgaben aus dem Natur- und Immissionsschutz übertragen.

Nachdem das Ordnungsamt zunächst im Stadthaus in der Gotmarstraße untergebracht war, erfolgte Ende Juni 1964 der Umzug in das ehemaligeFeuerwehrgebäude Burgstraße 36. Nicht zuletzt wurde damit der Tatsache Rechnung getragen, dass die Aufgaben des Amts mit dem zeitgleichen Aufstieg Göttingens zur Großstadt durch die Eingemeindung von Herberhausen, Nikolausberg, Weende, Grone und Geismar beträchtlich anwuchsen. Nach der Fertigstellung des Neuen Rathauses am Geismar Tor 1978 bezog das Ordnungsamt dort neue Räumlichkeiten.

Im Zuge der Verwaltungsreform wurde das Amt für öffentliche Ordnung zum 1. Januar 2003 zum Fachbereich 32 - Ordnung, bestehend aus den Fachdiensten Straßenverkehrsbehörde/Verkehrsüberwachung, Ordnungs- und Gewerbeangelegenheiten/Ordnungswidrigkeiten sowie Meldebehörde/Bürgerinformation/Ausländerbehörde, umgestaltet. Am 1. Sept. 2004 wurde der Fachdienst Umwelt (früher: Umweltamt) dem Fachbereich 32 wieder angegliedert, der nun die Bezeichnung "Ordnung und Umwelt" führt (Rundschreiben Nr. 20/2004 vom 30. August 2004).

Leiter des Ordnungsamts bzw. des Fachbereichs Ordnung:
1949 - 1952: Bernhard Busse
1952 - 1957: August Schlemm
1957 - 1971: August Hettenhausen
1971 - 1996: Karl-Heinz Ilse
1997 - 1999: Hardy Grabowski
ab 2000: Manfred Kuhlmann

Custodial history 

Busse und Schlemm waren vor Übernahme der Leitung des Ordnungsamts den Großteil ihrer bisherigen Dienstzeit bei der Stadtverwaltung in der Polzeidirektion tätig gewesen (C 21 Nr. 1049; 703). Sie führten daher offenbar deren Registratur weitgehend unverändert fort bzw. ordneten neuentstehende Akten in diese ein, so dass ca. ein Drittel des Schriftguts im Archivbestand Pol. Dir. - Polizeidirektion mit seiner Laufzeit über die 1945 erfolgte Auflösung der Polizeidirektion als Behörde hinausreicht, während nur ein kleiner Teil des Schriftguts des Bestands C 35 - Amt für öffentliche Ordnung vor 1958 beginnt. Erst mit der Übernahme der Amtsleitung durch August Hettenhausen 1957 wurde die Lösung von der Polizeidirektion endgültig vollzogen, indem zielstrebig eine eigene Registratur des Ordnungsdamts aufgebaut wurde. Der dabei gültige Aktenplan in seiner ca. 1975 überarbeiteten Fassung diente zugleich als Grundlage für die inhaltliche Gliederung des vorliegenden Findbuchs.

Da das Ordnungsamt in viele Bereiche gerade des alltäglichen Lebens regelnd eingreift, ist sein Schriftgut eine ergiebige Quelle für eine Vielzahl historischer Fragestellungen, ob sie nun die politische Kultur der Stadt (z. B. Demonstrationen), die Entwicklung des Wochenmarktes oder die Wohnverhältnisse in den Altbauten der Innenstadt betreffen. Zwei Schriftgutgruppen sind zu unterscheiden, die bei Bewertung und Kassation unterschiedlich behandelt worden sind. Während die eigentlichen Sachakten nahezu vollständig als archivwürdig bewertet wurden, wurden bei den massenhaft gleichförmige Einzelfallakten (Ordnungswidrigkeiten, waffenrechtliche Erklaubnisse) nur wenige beispielhafte Vorgänge übernommen.

In folgenden Akzessionen gelangte das Schriftgut ins Stadtarchiv:

acc. 345/1976
acc. 474/1978
acc. 798/1985
acc. 843/1987
acc. 945/1989
acc. 956/1989
acc. 1000/1990
acc. 1002/1990
acc. 1004/1990
acc. 1047/1991
acc. 1051/1991
acc. 1228/1994
acc. 1359/1997
acc. 1389/1997
acc. 1683/2003
acc. 1723/2004

Göttingen, September 2004

See

Corresponding archival items 

Wie aus dem oben Gesagten hervorgeht, ist für die Zeit bis ca. 1960 vor allem der Bestand Pol. Dir. - Polizeidirektion heranzuziehen. Ansonsten sind ergänzende Unterlagen in den Beständen der jeweiligen Fachämter zu vermuten, so wie sich z. B. die Überlieferung zum Altstadtfest (vgl. 8.3.4) auch im Bestand Kulturamt findet.

Information / Notes

Additional information 

Der Bestand wurde mit Hilfe des EDV-Archivprogramms "AIDA" erschlossen. Die Datensätze dieses Bestandes wurden im Mai 2015 von AIDA in die nunmehr verwendete Archivsoftware "Arcinsys" übertragen.