LkAH L 5i

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Description

Identification (short)

Title 

Landessuperintendentur Aurich

Life span 

1640-2008

Fonds data

Custodial history 

Nach Abschaffung des Generalsuperintendentenamtes, dem Scheitern der Nachfolgeinstitution "Landespröpste" - als Gegengewicht zu diesen hatte Landesbischof Marahrens sieben sogen. "Bischofsvikare" für die seelsorgerliche Beratung der Gemeinden und Pastoren berufen - und der Wiederherstellung der kirchlichen Ordnung durch Bildung einer vorläufigen Kirchenregierung standen auch die Generalsuperintendenten wieder auf der Tagesordnung.
Generell galt es, dieses Amt "in Einklang zu bringen mit dem (...) Amt des Landesbischofs als des geistlichen Führers der gesamten Landeskirche und damit die Geschlossenheit vorwärtsweisender kirchlicher Arbeit zu erhöhen." Deshalb wurde am 15. Juni 1936 das Amt des Landessuperintendenten neu geschaffen, der als Förderer der kirchlichen Arbeit in seinem Sprengel und als Mitglied im "Bischofsrat" die Verbindung zwischen Landesbischof und den Kirchengemeinden halten sollte.
Als Vertreter des Landesbischofs und diesem anfangs untergeordnet, führen die Landessuperintendenten bis heute die allgemeine Aufsicht über kirchliche Amtsträger und Werke in ihren Sprengeln und haben deshalb u. a. Konvente zu halten, die Visitationsberichte zu bescheiden und die pfarramtliche Vertretung zu regeln. Auch sind sie an der Besetzung der Pfarrstellen und Superintendenturen beteiligt.
Nach dem 2. Weltkrieg ist das Amt des Landessuperintendenten mehrfach aufgewertet worden, so dass die Landessuperintendenten jetzt ordinierte Inhaber eines kirchenleitenden Amtes sind.
1936 wurde mit Dienstsitz in Riepe die Landessuperintentur für den Sprengel Ostfriesland eingerichtet. Nachdem mit Theodor Elster der erste Landessuperintendent - dieser fungierte zuvor auch als einer der von Marahrens bestellten Bischofsvikare - 1947 in den Ruhestand getreten war, wechselte der Sprengelsitz nach Aurich. Anfangs umfasste der Bezirk die neun lutherischen Inspektionen Ostfrieslands Aurich, Emden, Norden, Reepsholt, Potshausen, Leer, Esens, Wittmund und Großefehn. Sie sind bis

1974 in den Kirchenkreisen Aurich, Emden, Harlingerland, Leer, Norden und Rhauderfehn aufgegangen und bildeten bis Mitte 2007 das Sprengelgebiet. Keine Auswirkung auf den vorliegenden Bestand hatten die darauf folgenden Veränderungen im Sprengel Ostfriesland: Zum 1. Juli 2007 wechselte der Kirchenkreis Emsland-Bentheim in den Sprengel , zum 1. April 2012 ist der Amtssitz des Landessuperintendenten nach Emden verlegt worden , zum 1. Januar 2013 sind die Kirchenkreise Emden und Leer zum Kirchenkreis Emden-Leer zusammengelegt worden und am 17. Dezember 2013 erfolgte die Umbenennung in "Sprengel Ostfrisland-Ems" .

Der Bestand besteht überwiegend aus den Akten der Registratur der Landessuperintendentur Aurich, die ab 1936 von den Landessuperintendenten Theodor Elster (1936-1947), Wilhelm Büning (1948-1953), Richard Siefken (1954-1966), Gerhard Meyer (1966-1976), Werner Schröder (1976-1988), Volker Jürgens (1989-2001) und Detlef Klahr (seit 2007) sowie der Landessuperintendentin Oda-Gebbine Holze-Stäblein (2001-2007) angelegt und geführt worden sind. Die Akten bieten einen guten Überblick über die vielfältigen Aufgaben und Kompetenzen dieser Amtsinhaber. Sie gewähren zudem einen umfassenden Einblick in den Sprengel Ostfriesland. Als eine Besonderheit, die sich in den Akten niederschlägt, ist das Nebeneinander mit der reformierten Kirche, v. a. in den zweiparochialen Sprengelgebieten zu nennen, welches auch Einfluss auf die Arbeit des Landessuperintendenten hat. Durch die vorhandenen General- und Spezialakten zum Kirchenkampf in Ostfriesland lässt sich zudem ein gutes Bild von den 1933 beginnenden Auseinandersetzungen mit den Deutschen Christen und über das Verhältnis der lutherischen Kirche in Ostfriesland zum NS-Staat zeichnen. Das Schriftgut informiert ebenfalls, v. a. durch die vollständig vorhandenen Visitationsakten, über die wichtigsten Entwicklungen der Kirchenkreise und Kirchengemeinden dieses Sprengels. Die Provenienz - Generalsuperintendentur Aurich - der

vor 1936 entstandenen Schriftstücke, welche v. a. bei den Visitationsakten der Kirchengemeinden anfallen, ist im Findbuch nicht besonders angegeben worden.
Mitte der 1980er Jahre ist eine Pendelregistratur angelegt worden, welche die vorherige liegende Ablage abgelöst hat. Die zu diesem Zeitpunkt neu für alle Kirchengemeinden und -kreise angelegten Akten befinden sich zum größten Teil noch in der laufenden Registratur, so dass Spezialakten in der Regel nur bis ca. 1980 im Bestand L 5i vorhanden sind. Eine gewichtige Ausnahme davon bilden die hier teilweise bis 2008 vorhandenen Akten über Visitationen in den Kirchengemeinden und Kirchenkreisen. Als weiterer Schwerpunkt unter dem verzeichneten Schriftgut der Landessuperintendentur Aurich finden sich die teilweise ebenfalls bis dahin laufenden Generalakten.

Der Bestand L 5i ist 1992 und zwischen 2007 und 2012 etappenweise aus Aurich abgeholt worden. Er wurde 1994 und von 2007 bis 2015 geordnet und verzeichnet.

Darüber hinaus hält das Landeskirchliche Archiv weiteres Schriftgut aus dem Gebiet des heutigen Sprengels Ostfriesland in seinen Beständen zur Benutzung bereit. Dieses ist nachgewiesen in der Beständeübersicht "Ostfriesland im Landeskirchlichen Archiv", bearbeitet von Hans Otte und Jörg Rohde, 2 Bde., Hannover 1998.

Literature 

Hans Otte, 50 Jahre Landessuperintendenten in der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers, in: Jahrbuch der Gesellschaft für niedersächsische Kirchengeschichte, Bd. 84, Blomberg 1986, S. 245-255.

Further information (fonds)

Size in m 

13,8