NLA AU Rep. 107

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel

Landgericht Aurich

Laufzeit

1812-2003

Bestandsdaten

Kurzbeschreibung

Eine der ersten großen Reformen des neuen Deutschen Reiches von 1871 war die der Gerichtsverfassung, durch die ein einheitliches System von Amts-, Land- und Oberlandesgerichten angeführt wurde. Seit dem 27. Januar 1877 besteht das Landgericht in Aurich.

Bestandsgeschichte

1. Vorwort (Möhlmann)

Bei den zahlreichen Abgaben der obersten ostfriesischen Justizbehörde, die seit 1877 von Obergericht in Landgericht unbenannt wurde, handelt es sich um zwei Gruppen: A Zivilprozesse, B Personalakten. Die vor 1877 entstandenen Akten wurden in die Repositur 106 (Obergericht = zentrale Justizbehörde 1852-1877) und 105 (Justizkanzlei = zentrale Justizbehörde 1817-1852) eingeordnet.

Während des Zweiten Weltkrieges sind größere Aktenbestände Entrümpelungsmaßnahmen zum Opfer gefallen bzw. verlorengegangen. So erklärt sich die große Lücke, die bei den Zivilprozeßakten zwischen den 1890er Jahren des vorigen Jahrhunderts und den Jahren 1928 ff. klafft. Die Akten sind alphabetisch nach den Klägern, bei Klägern mit den gleichen Anfangsbuchstaben chronologisch geordnet.

Die Personalakten sind der besseren Übersicht wegen in drei Gruppen: 1. Richter, 2. mittlere und unterer Justizbeamte, 3. Rechtsanwälte und Notare, unterteilt; sie liegen in zeitlicher Reihenfolge.

Prozeßakten über unwichtige Materien und belanglose Personalakten - vor allem von Justizbeamten, die nur kurze Zeit in Ostfriesland tätig waren - sind kassiert worden.

Aurich, den 10. November 1956,
in das AIDA-Findbuch nachgetragen am 4. Januar 2004

Dr. Günther Möhlmann




2. Vorwort (Reyer)

Aus dem bis 1877 in Aurich bestehenden Obergericht (Rep. 106) wurde aufgrund des Gerichtsverfassungsgesetzes vom 17. Januar 1877 ein Landgericht gebildet, dem die Amtsgerichte im späteren Regierungsbezirk Aurich unterstanden. Das Landgericht Aurich war zunächst dem Oberappellationsgericht bzw. Appellationsgericht bzw. dem Oberlandesgericht in Celle nachgeordnet und untersteht seit 1944 dem Oberlandesgericht in Oldenburg.

Der Bestand umfaßt neben Personalakten von Richtern, Justizverwaltungsbeamten und Anwälten aus dem 19. und 20. Jahrhundert (seit 1854) vornehmlich Prozeßakten

aus der Zeit von 1883 bis in die Gegenwart.

Die Prozesse wurden in chronologischer Reihenfolge geordnet. Erschlossen sind die Prozeßakten neben einem geografischen, einem Personen-, einem Sach- und einem Institutionenindex zusätzlich auch noch durch einen Index der Prozeßgegenstände.

Der Bestand wird laufend ergänzt.

Oktober 1990

Dr. Herbert Reyer




3. Vorwort (Henninger)

Wie aus dem Vorwort von Archivdirektor Dr. Möhlmann ersichtlich, stammt die Unterteilung des Bestandes Rep. 107 in A- und B-Signaturen bereits aus der Zeit der Erstelllung des ersten Findbuchs im Jahre 1956. Außerdem wurden für Generalakten C-Signaturen vergeben. Da diese Generalakten jedoch bei der Übertragung des maschinenschriftlichen Findbuchs in AIDA im Jahre 1990 vergessen worden waren, wurden sie von mir jetzt neu verzeichnet und nachgetragen (21 Nummern, jetzt Nr. 27). Die Trennung der Bestände Rep. 106, 107 und 109 wurde in der Vergangenheit nicht immer stringent durchgeführt. Daher wurden die Akten zwar im Bestand 107 belassen, gleichzeitig aber auch Hinweise in die anderen Findbücher nachgetragen.

Im maschinenschriftlichen Findbuch werden folgende Akzessionen aufgeführt:
acc. 1892/1, acc. 1896/2, acc. 1898/5, acc. 1899/3, acc. 1900/4, acc. 1906/2, acc. 1906/5, acc. 1937/7, acc. 1938/8, acc. 1939/5, acc. 1940/7, acc. 1955/58, acc. 1958/14, acc. 1967/1. In AIDA wurden bis 1990 außerdem aufgenommen: acc. 1986/11, acc. 1987/3, acc, 1988/4, acc. 1989/3, acc. 1990/10, acc. 1991/6.

Die Verzeichnung des umfangreichen Zugangs von Generalakten und Personalakten in den acc. 2004/40 und 2004/55 wurde von Dr. Wolfgang Henninger (Nr. 1-499) und von Dr. Michael Hermann (Nr. 500-796 von Januar bis September 2005) durchgeführt. Im November 2005 folgte noch die Verzeichnung von ca. 50 Personalakten durch Frau Karin Wilts. Bei dieser Gelegenheit wurde das Findbuch systematisch

überarbeitet und an izn-AIDA angepaßt. Insbesondere ist darauf hinzuweisen, dass die magazintechnisch unpraktische Unterteilung in drei Signaturengruppen (A-, B-, C-Akten) aufgehoben und der Numerus currens eingeführt wurde. Akten aus der NS-Zeit wurden durch Enthält-Vermerke besonders erschlossen.

Bei der Verzeichnung ergaben sich Anhaltspunkte dafür, dass es 1911 und 1936 Registraturschnitte gegeben hat, d.h. die Generalaktenregistratur neu angelegt wurde. Bei der Aussonderung im Sommer 2004 lagen Generalakten getrennt in Generalakten bis 1936 und Generalakten von 1936 bis 2004.

Es ist besonders darauf hinzuweisen, dass das Landgericht nur aktenführende Behörde für Zivilprozesse ist, nicht für Strafprozesse. Die Akten von Strafprozessen, die vor dem Landgericht gelaufen sind, gelangen, wenn sie als archivwürdig gekennzeichnet werden konnten, über die Staatsanwaltschaft Aurich ins Staatsarchiv. Dort werden sie im Bestand Rep. 109 verwahrt.

Ergänzender Hinweis: Berichte über frühe Schwurgerichtsprozesse sind z.B. in den "Auricher Nachrichten. Zugleich Amtsblatt für Ostfriesland" abgedruckt (Beispiel: Jahrgang 1884, Nr. 29).

Januar / November 2005

Dr. Wolfgang Henninger
Dr. Michael

Hermann

Anmerkung:
In den Bestand neu aufgenommen wurden die Altsignaturn Rep. 109 acc. 1992/002 A 0030-0047 (jetzt Rep. 107 acc. 1992/002 Nr. 3590-3607). Ebenso wurden die o.g. Altsignaturen in Rep. 109 gelöscht.

September 2015

Steinbömer

Informationen/Notizen

Zusatzinformationen

Abgeschlossen: Nein

teilweise verzeichnet