LkAH D 9

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Description

Identification (short)

Title 

Ephoralarchiv Hameln-Pyrmont (Groß Berkel)

Life span 

1568-1960

Fonds data

Custodial history 

Am 31. Juli 1797 wurde Pastor Ludwig Philipp Wallbaum zum ersten Superintendenten der neu errichteten Inspektion Groß Berkel ernannt. Sie war gebildet aus den bis dahin zur Inspektion Börry gehörenden Pfarren Groß Berkel, Aerzen, Klein Berkel, Hämelschenburg, Hemeringen, Lachern, Lüntorf und Kirchohsen.

1844 wurde Lüntorf aus der Inspektion Groß Berkel ausgegliedert und kehrte zum Inspektionsbezirk Börry zurück. 1867 wurde die Inspektion Groß Berkel durch die aus der Inspektion Münder ausgegliederten Pfarren Afferde, Groß Hilligsfeld und Holtensen vergrößert.
Die Stadt Hameln wurde als eigener Aufsichtsbezirk angesehen, in dem der Senior des Geistlichen Ministeriums die Ephoralgeschäfte für den Bereich des Geistlichen Ministeriums führte. Rechtlich waren die Münster- und die Markt-Kirchengemeinden zu einem Gesamtverband zusammengeschlossen, die Pastoren galten als Stadtprediger. Dem Geistlichen Ministerium gehörten die Garnison-Kirche und die Pfarrstelle an der Strafanstalt nicht an. Die Pfarrer auf diesen Pfarrstellen unterstanden der Dienstaufsicht des Superintendenten in Groß Berkel.
Ab 1930 übernahm der Superintendent in Groß Berkel auch die Ephoralgeschäfte für die Stadt Hameln. Nachdem Superintendent Pätz 1933 in den Ruhestand versetzt worden war, blieb die Superintendenturstelle in Groß Berkel unbesetzt, Pastor Coentges (Aerzen) übernahm die Ephoralgeschäfte vertretungsweise. Am 1. Oktober 1934 wurde dann die Superintendentur in Groß Berkel aufgehoben. Fortan war der erste Stadtprediger von Hameln der Superintendent des neu geschaffenen Kirchenkreises Hameln-Pyrmont. Dieser Kirchenkreis umfasste die alte Inspektion Groß Berkel und den früheren Kirchenkreis Pyrmont.

Der Kirchenkreis Pyrmont hatte bis zum 31. Juli 1934 zur evangelischen Landeskirche von
Waldeck gehört. Schon 1922 war durch Vertrag zwischen dem Land Preußen und dem Freistaat Waldeck-Pyrmont der Gebietsteil Pyrmont zur Provinz Hannover gekommen und dem Landkreis Hameln zugelegt worden. Diese Entwicklung wurde nun auch kirchlich nachvollzogen, indem der Kirchenkreis Pyrmont mit den Kirchengemeinden Oesdorf, Pyrmont und Neersen der Hannoverschen Landeskirche angeschlossen wurde.

Da in Hameln kein Raum für die sachgerechte Unterbringung des Ephoralarchivs zur Verfügung stand, wurden die Bestände (ohne Kirchennebenbücher) dem Landeskirchlichen Archiv 1983 als Depositum übergeben und in den Jahren 1984 und 1985 neu geordnet und verzeichnet. Grundlage der Ordnung war das 1947 aufgestellte Findbuch, in welchem die Akten nach dem Aktenplan der Schriftgutordnung verzeichnet worden waren.
Die Generalia sind als solche unter einer eigenen Gliederungsübersicht verzeichnet worden.
Die Kapellenrechnungen Lüntorf (1654-1829) und Wehrbergen (1650-1813) blieben trotz Inspektionswechsels 1844 im Bestand und sind mitverzeichnet. Das abgegebene Archivgut des ehemaligen Kirchenkreises Pyrmont aus der Waldeckschen Zeit (Akten und Rechnungen) ist ebenfalls in den Bestand eingearbeitet worden. Ältere Akten den Kirchenkreis Pyrmont betreffende Akten (1629-1855) aus dem Waldeckschen Konsistorium (1629-1855) befinden sich im Staatsarchiv Marburg.
Die im Jahre 1974 erfolgte Umgliederung der Kirchengemeinden Hastenbeck, Voremberg und Tündern aus dem Kirchenkreis Bodenwerder in den Kirchenkreis Hameln-Pyrmont findet im Bestand ebenso wenig Niederschlag wie die nach Auflösung der Kirchenkreise Bodenwerder (1999) und Springe (2001) erfolgte Zulegung der Kirchengemeinden Grohnde, Lüntorf, Börry, Esperde, Hajen, Frenke, Bad Münder, Bakede, Beber, Eimbeckhausen, Flegessen, Hachmühlen und Nettelrede.

Ergänzende Bestände:
Landeskirchliches Archiv Hannover: A 1 (Pfarroffizialakten), A 6 (Pfarrbestellungsakten), A 8 (Corpora bonorum), A 9 (Visitationsakten) und L 5 a (Landessuperintendentur Calenberg-Hoya);
Stadtarchiv Hameln (Kirchensachen)

Literature 

Karl Kayser: Die hannoverschen Pfarren und Pfarrer seit der Reformation, Inspektion Groß Berkel, Braunschweig 1908

Further information (fonds)

Size in m 

38,5

Information / Notes

Additional information 

Abgeschlossen: ja

vollständig verzeichnet