NLA WO 204 N

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Description

Identification (short)

Title 

Familie von Cramm auf Lesse und Burgdorf

Fonds data

Contents 

I. Es ist daran zu erinnern, dass eine den heutigen Ansprüchen genügende Familiengeschichte von Cramm bis heute [1975] leider noch nicht vorliegt. Infolge der recht dürftigen Angaben im Gotha 1900 + S. 199-202, die nur für das 19.-20. Jahrhundert durch Gotha: Frhn. 1934 und 1942 (mit Nachträgen in Genealog. Hdb. d. Adels, Frhl. Hsr. A d. I, 1952 S. 73-78 und Bd. IX, 1975 S. 53-61) und auch hinsichtlich der weiblichen Familienmitglieder nicht vollständig ergänzt werden, muss für die Zeit vor etwa 1850 auf eine alte handschriftliche Arbeit des Archivars August Hettling (VII A Hs Nr. 102, besser deren Abschrift 102a und 103: Beiträge zur Geschichte des Geschlechts von Cramm, 1824, sowie deren vom Kammerdirektor Friedrich Freiherr von Löhneysen mit Zusätzen versehene weitere Abschrift VII A HS Nr. 104. Dieser gründliche Kenner der braunschweigischen Adelsgeschlechter [1804-1878; VI Hs 10 Nr. 29 S. 112] dürfte zudem die zu seiner Zeit lebenden von Cramm persönlich gekannt haben. Daher ist seine Fassung am zuverlässigsten und brauchbarsten. - Stammtafeln von Cramm werden im Landesarchiv auch verwahrt unter 26 Slg 96 H (17. Jahrhundert) und [umfangreicher] 26 Slg 97 R (19. Jahrhundert) - Für die von Cramm auf Sambleben vgl. die Übersicht im Br. Magazin 1906 S. 106.) zurückgegriffen werden.

Im 16. Jahrhundert bildeten sich 2 Linien (Stämme) von Cramm:
I. Franz auf Oelber und Volkersheim (+ 1591). Dessen Sohn Heinrich (+ 1616) eröffnete den 1815 erloschenen Ast Volkersheim (-Unterhof) (vgl. 207 N); mit dem Sohn Franz Jakob I. (+ 1616) begann der Ast Oelber-Sambleben (vgl. 208 N und. 262 N), der 1891 die braunschweigische Anerkennung zur Führung des Freiherrentitels erhielt.
II. Burchard (VI., + 1599) auf Oelber und Volkersheim-Oberhof.
Dieser Stamm (Linie) spaltete sich ebenfalls in 2 Äste:
1. Volkersheim-Oberhof (-Rhode) (vgl. 206 N), beginnend mit Gottfried von Cramm (+ 1716), dessen Nachkommen (im 19. Jahrhundert auf Rhode) seit preußischer Anerkennung von 1881 den Namen Freiherren von Sierstorpff-Cramm führten (vgl. 205 N).
2. Lesse-Burgdorf (vgl. 204 N); Stammvater Johann Karl I. von Cramm., begraben Lesse 07.05.1728, von dem ein erloschener Zweig und ebenfalls seit 1891 der Wirkliche Geheim Rat Burghard Freiherr von Cramm die braunschweigische Anerkennung zur Führung des Freiherrentitels erhielten.

II. Die angeführten verschiedenen von Angehörigen des Geschlechts von Cramm dem Archiv übergebenen Archivalienabteilungen stammen also von den z. T. nur weit entfernt verwandten Linien. Die Bestände haben zwar inhaltliche Beziehungen zueinander, betreffen z. T. die gleichen Besitzungen und könnten in Einzelfällen einem früh geteilten Familienarchiv angehört haben. Aber die zu verschiedenen Zeiten erfolgten Abgaben sind von vorneherein jeweils gesondert verzeichnet und in ihrem ursprünglichen Umfange, gegebenenfalls unter Hinzufügung von Nachträgen gleicher Herkunft, belassen worden. So ist die Entstehung der jetzt als 72 Urk sowie 204 N bis 208 N bezeichneten Bestände zu erklären. Die dieser Abteilung 1964 vorübergehend angefügten Zugänge 32 und 45/1964 (Gutsarchiv von Cramm-Oelber a.w.W.) sind aus den angeführten Gesichtspunkten wieder abgetrennt und bilden nunmehr den Bestand 262 N.

History of creator 

III. Diese Abteilung 204 N (Bei Aufstellung von Entwürfen des 2. Bandes der Beständeübersicht des Staatsarchivs vorübergehend als N Abt. 726-727 und H Abt. 17 bezeichnet) enthält also das Guts- und Familienarchiv der von Cramm auf dem etwa 1685 aus einigen Höfen gebildeten Gute Lesse, von wo die Familie 1849 auf die von ihr 1845 erworbene ehemalige Domäne Burgdorf übersiedelte (vgl. Bücherei Zg. 338/59 "Jugenderinnerungen"), sowie den Hauptteil des Nachlasses des Burghard Freiherr von Cramm [1837-1913]. Dieser bemerkenswerteste Angehörige seines Geschlechtes im 19./20. Jahrhunderts war ein Sohn des Kammerrats Adolf von Cramm [1805-1873] und, wie sein Vater, Besitzer der Rittergüter Lesse und Burgdorf. Zahlreiche über ihn aus Zeitungen und Zeitschriften gesammelte Personalnachrichten befinden sich im Sammelband Zg. 338/59 der Dienstbücherei des Landesarchivs Wolfenbüttel. Am 31.12.1905 wurde der seit 1885 tätige braunschweigische Gesandte am preußischen Hofe und Bundesratsbevollmächtigte, der im Bundesrate auch das Herzogtum Anhalt vertrat, in den Ruhestand versetzt. Wirtschaftliche Gründe dürften eine wesentliche Ursache dafür gewesen sein; denn 1906 wurden aus seiner Konkursmasse die Güter Burgdorf und Elze verkauft (Dienstbibliothek Zg. 338/59, dort auch über weitere Zwangsverkäufe). Burghard von Cramm lebte seit 1910 in Blankenburg am Harz. Im Laufe seines Hof- und Staatsdienstes hatte der vielseitig, auch künstlerisch und litararisch, interessierte und tätige Geheim Rat sehr vielfältige Beziehungen gewonnen, die sich in seinen Papieren widerspiegeln.

IV. a) Vom November 1891-1912 übersandte Burkhard Freiherr von Cramm dem Archiv 25 Urkunden, die in 72 Urk eingereiht wurden, und eine Adresse (150 Urk 16). Dazu kamen im 1893 fertiggestellten Verzeichnis (Entwurf siehe in SR 204 N) aufgeführte Akten. In dieses wurden von Dr. Paul Zimmermann verschiedene Nachträge eingefügt, die aus ab Mai 1906 auf Grund der in 204 N 396 enthaltenen Briefe Zimmermanns übergebenen Archivalien bestanden. Sie sind in den Abschnitten I-VI dieses Findbuches verzeichnet.
b) Ein umfangreicher Teil von amtlichen, halbamtlichen und persönlichen, meist in Briefform gehaltenen Schriftstücken aus Abgaben von 1906/07 und 1910 wurde seiner Zeit im Archiv nicht mit dem schon vorhandenen Bestande vereinigt, sondern entgegen dem anderswo damals längst beachteten Herkunftsgrundsatz in den altbraunschweigischen Bestand 2 B Alt Fb. 16 II (bis 1938: "Gewölbe III Repertorium 16 Landesverwaltung: II. Relationen, Schreiben, Privatpapiere usw. von Ministern und Räten" als Nachtrag IV Nr. 4-14 eingereiht. Die Auflösung dieses Teilbestandes und die Notwendigkeit, die verschiedenen Archivalienabgaben des Geheim Rates von Cramm zusammenzufassen, gaben den Anlaß zur Neubearbeitung von 204 N.
c) Schließlich waren in diesen Bestand noch einzuarbeiten 5 umfangreiche Bündel von Briefen, Drucksachen und Aufzeichnungen verschiedenster Art, die wohl erst 1912 oder nach dem Tode Burkhard von Cramms aus Blankenburg in das Archiv kamen und aus nicht mehr feststellbarenn Gründen von ihm trotz des sachlichen Zusammenhanges mit früheren Abgaben oder den noch unter d) zu erwähnenden Briefen zurückbehalten waren. Sie wurden am Schluß von 204 N verwahrt. Die in diesen Bündeln enthaltenen, jetzt unter 382-396 verzeichneten Briefe befanden sich in einem stark beschädigten sehr umfangreichen Ordner, dessen offene Fächer mit den Buchstaben des ABC bedruckt waren. Jedoch war innerhalb der Fächer (auch innerhalb mehrerer Briefe einzelner Absender) keine Ordnung eingehalten. Eine teilweise grobe "Vorordnung" innerhalb zweier Pakete durch Paul Zimmermann bot kaum Hilfe.

Custodial history 

d) Auch ein weiterer, als "Geschenk" des Freiherren von Cramm aus dem jahre 1906 bezeichneter Teil seiner Papiere (22 Bde. Briefe von Diplomaten, Gelehrten, Beamten, Schriftstellern, Künstlern u.a.: an ihn) wurde nicht an den vorhandenen, vielleicht als Hinterlegung aufgefaßten Bestand, sondern bei Neubildung der Hauptabteilung Hs in diese eingereiht. Diese Briefe sind, auch im Hinblick auf die u. U. rechtliche Verschiedenheit ihrer Herkunft, nicht aus dem bisherigen Bestande herausgenommen und führen, worauf wegen des sachlichen Zusammenhanges mit 204 N ausdrücklich hinzuweisen ist, die Bezeichnung 298 N Nr. 113-134.

V. Das 1893 angelegte und durch eine umständliche Zählung der zahlreichen Nachträge nur beschränkt brauchbare Findbuch konnte in den Abschnitten I-III (jetzt Nr. 1-111) meist in der alten Reihenfolge belassen werden. Die Betreffe wurden aber in der Regel besser gefasst, handlichere Bände gebildet und deren Datierungen zum Teil berichtigt; meist sind auch Darin-Vermerke hinzugefügt. Die Schriftstücke aus 2 B Alt Fb. 16 und insbesondere die unter IV c angeführten Archivalien (jetzt Abschnitt VII) mussten unter erheblichem Zeitaufwand völlig neu geordnet und verzeichnet werden. Der gesamte Bestand hat eine durchlaufende neue Zählung erhalten. Die bisherigen Nummern sowie die im alten Findbuch angegebenen Abgabezeiten von Nachträgen ab 1902 sind in der letzten Spalte vermerkt. Nicht berücksichtigt sind, wie schon früher, die ursprünglichen Gutsarchiv-Bezeichnungen. Die Nummern 1-111 wurden 1968 bearbeitet; die Neuverzeichnung im übrigen konnte erst 1975 beendet werden. Der Findbuchentwurf wurde am 10.12.1975 durch einen Namen- und Sachweiser abgeschlossen. Auch hier zeigte sich, dass trotz Heranziehung der einschlägigen Werke der Stadtbibliothek Braunschweig und der Herzog August Bibliothek in verhältnismässig zahlreichen Fällen Personaldaten nicht zu ermitteln waren. Kürzungen von mehrfach benutztem Schrifttum sind nötigenfalls im Findbuch 298 N Bd. 2 nachzuschlagen.
Wolfenbüttel, im Dezember 1975

Includes 

Familie allg. u. Besitz; Lehen, Meier- u. Pachtsachen; Nachlass des Geheimrats u. Gesandten Burghard Frhr v. Cramm (1873-1913): Personalia, Staats- u. Hofdienst in Hannover u. Reuß, Langensalza, Landtagsabgeordneter in Brsg, Gesandter im Bundesrat, sehr umfangreicher Briefwechsel; Güter Lesse, Burgdorf, (Kirch)horst, Linden bei Wolfenbüttel; Prozess- u. Rechtssachen

Further information (fonds)

Size in m 

5,2

Information / Notes

Additional information 

Abgeschlossen: Nein

leer

Geotagging

Name 

Burgdorf, Gemeinde [Wohnplatz]

Time from 

1

Time to 

1

Region_ID 

2150

Level_ID 

1

Geotagging

Name 

Salzgitter-Lesse [Wohnplatz]

Time from 

1

Time to 

1

Region_ID 

135

Level_ID 

1

Geotagging

Name 

Linden (Stadt Wolfenbüttel) [Wohnplatz]

Time from 

1

Time to 

1

Region_ID 

2332

Level_ID 

1

Geotagging

Name 

Kirchhorst [Wohnplatz]

Time from 

1

Time to 

1

Region_ID 

2561

Level_ID 

1