NLA WO 76 Neu

  • Show associated objects
  • Print
  • Create link
  • Send
  • Improve

Description

Identification (short)

Title 

Herzogliche Baudirektion

Life span 

1668-1942

Fonds data

Short description 

Umfang: 120,7 lfdm
Inhalt u.a.: Organisation, Etat- u. Rechnungswesen; Bauverwaltung; Prozesssachen; Hzgl. Plankammer; Hochbausachen: u.a. Domänenämter, Forstgebäude; Justizgebäude; Militärbauten; kirchl. Gebäude; Kreisamts-, Kreisdirektions-, Steueramts- u. Zollamtsbauten; Schulbauten; Zollbauten; Stifte u. Klöster, Klostergüter; Klosterhöfe; Städtebauten; Wasserbausachen; Wegebausachen; Fotoslg.

Custodial history 


I. Behördengeschichte

Bei der Einsetzung des Finanzkollegiums (s. 68 Neu) wurde diesem im § 6 des Gesetzes vom 28.01.1830 (GuVS Nr. 3) eine neu errichtete Bauverwaltung unterstellt. Im Zusammenhang mit der Neuorganisation des Behördenwesens beim Erlaß der neuen Landschaftsordnung im Jahre 1832 wurde dann die Baudirektion als Zentralbehörde für das gesamte öffentliche Bauwesen geschaffen und dem Staatsministerium unmittelbar untergeordnet (Gesetz vom 15.10.1832, GuVS Nr. 27). Ihr unterstanden auch die Chaussee-, Wege- und Wasserbauten.

Im Organisationsgesetz vom 19.03.1850 (GuVS Nr. 10) wurde ihr Fortbestehen im Bereich der Finanzverwaltung bestimmt (aaO. § 13). Eine Verminderung der Geschäfte brachte die Aufhebung des Chaussee-, Damm- und Brückengeldes durch Gesetz vom 10.11.1873 (GuVS Nr. 60), wodurch die Beaufsichtigung und Unterhalltung der zahlreichen Chausseegelderheber- und Wegehäuser fortfiel.

Das Gesetz über den Geschäftskreis und die Organisation der Baudirektion vom 13.11.1924 (GuVS Nr. 196 S. 341) hob die angeführten Gesetze von 1832 und 1850 auf, unterstellte die Direktion dem Staatsministerium und fasste ihre Aufgaben neu zusammen: 1. Technische Oberleitung bei allen staatlichen Hoch-, Tief- und Wasserbauten; 2. Beaufsichtigung der Klein- und Privatbahnen, wofür bisher das Eisenbahnkommissariat zuständig war; 3. alle ihr übertragenen Aufgaben bau-, maschinen-, wärme-, elektro- und eisenbahntechnischer Art. Das Gesetz trat am 01.04.1925 in Kraft; gleichzeitig wurde das Einsebahnkommissariat (s. 88 Neu) aufgehoben.

Im Zuge der "Gleichschaltung" wurde die Behörde durch Gesetz vom 27.10.1933 (GuVS Nr. 128 S. 173) mit Wirkung vom 30.09.1933 aufgehoben. Ihre Befugnisse gingen auf den Finanzminister über, bei dem durch Verwaltungsordnung vom 28.10.1933 (ebda. Nr. 131 S. 175) ab 01.10.1933 eine "Hochbau- und Siedlungsabteilung" und eine

"Tiefbauabteilung" (s. 12 Neu Fin 8-10) errichtet wurde.

Zu älteren Bauakten siehe auch die Bestände "Ältere Bauregistratur" (4 Alt 6) und "Ältere Bauregistratur - Braunschweig, Wolfenbüttel, Schöningen" (4 Alt 7).



II. Bestandsgeschichte

Die nachstehend verzeichneten Akten der Herzoglichen Baudirektion setzen sich aus vier Teilen zusammen, die bisher als Fb. 1-4 des Bestandes 76 Neu verzeichnet waren. Sie wurden hier nun erstmals zusammen geführt und in einem Gesamtfindbuch verzeichnet. Die Gliederung entspricht in weiten Teilen der Gliederung des bisherigen Fb. 2 und wurde zur Einarbeitung der Findbücher 1, 3 und 4 entsprechend erweitert.

Im Jahre 1911 wurden erstmals 222 Akten über Chaussee- und Wegegelderhebung, Militärgebäude und aufgegebene Klostergüter, Kammerdomänen etc. von der Herzoglichen Baudirektion übernommen. Sie wurden im folgenden Jahr verzeichnet und waren bis heute im Fb. 1 dieses Bestandes erfaßt

Die zweite Akten- und Kartenabgabe erfolgte im Herbst 1911 und im Jahre 1913 von der Herzoglichen Plankammer (Baurat Meierich). Die Akten wurden im Sommer 1914, kurz vor Ausbruch des Krieges, von Dr. H. Voges geordnet und zwar nach einem alten mitabgelieferten Repertorium, wobei sich herausstellte, daß maches fehlte. Als Dr. Voges nach Beendigung des Krieges seinen Dienst wieder aufnahm, war das fragliche Verzeichnis nicht zu finden. So entschloß er sich, ein neues Verzeichnis ohne Zugrundelegung eines alten Repertoriums aufzustellen (ehem. 76 Neu Fb. 3). Das fragliche alte Repertorium fand sich ganz zufällig am 27.11.1918 an falscher Stelle wieder an und wurde unter Nr. 8a in die Akten des Fb. 3 eingeordnet.

Bei der "Herzoglichen Plankammer" handelt es sich trotz ihrer Aufführung in dieser Form in den Behördenübersichten im Braunschweiger Adreßbuch und in den Hof- und Staatshandbüchern unter der Herzoglichen Baudirektion um keine

besondere Behörde. Vielmehr war sie - wie die aaO. vor ihr genannte Bibliothek eine Sammlung der Baudirektion. Eine besondere Archivabteilung konnte letztendlich aus ihren Abgaben daher nicht gebildet werden, auch wenn das zu Beginn wohl noch so geplant war, denn die Akten der Plankammer gelangten erst nach der Vereinnahmung des Zugangs 1946 (Fb. 2 ) als Fb. 3 in den hiesigen Bestand.

Die im ehemaligen Fb. 2 verzeichneten Akten sind während des Zweiten Weltkrieges vom ehemaligen Braunschweigischen Staatsministerium zusammen mit anderen Ministerialakten und weiterem Schriftgut der oberen Landesbehörden nach der Ministerialausweichstelle Schule Sottmar ausgelagert worden. Bei der in der Zeit von Dezember 1945 bis Mai 1946 erfolgten Räumung dieser Ausweichstelle sind die dort befindlichen Akten mit Abgabe des Staatsministeriums Zg. 4/1946 in das Staatsarchiv gekommen. Dort sind die Akten der Baudirektion in den Jahren 1949 - 1950 unter Zugrundelegung eines neuen Sachschemas vorläufig geordnet und verzettelt worden, da sich das alte Registraturschema nicht wiederholen ließ (Mitteilung von Archivinspektor Budde, Wolfenbüttel, vom 14.3.1953).

Nach Verzettelung weiterer Akten der Baudirektion durch den Angestellten H. Wöhler und deren Signierung in Anlehnung an das obengenannte Sachschema war der Bestand wenigstens einigermaßen benutzbar. Zeitraum: ca. Anfang 19. Jh. - 1938.

Im Jahre 1980 erhielt der Archivamtmann Christoph Wilczek den Auftrag, das Buddesche Einteilungsschema zu überarbeiten, damit der Gesamtbestand 76 Neu Fb. 2 durchlaufend signiert und in Findbüchern verzeichnet werden könne. Da Herr Wilczek, der eine gewisse Vereinfachung des Buddeschen Einteilungsschema anstrebte, leider vor der Beendigung seiner Arbeit am 27.10. 1980 verstarb, führte Archivdirektor a.D. Dr. Joseph König die Gliederung des Bestandes im wesentlichen nach den Intentionen von

Herrn Wilczek zuende und numerierte die Verzeichniszettel Nr. 1 bis 4060 durch. (Die Nr. 1100 - 1999 sind unbelegt). Die Anfertigung des Findbuches wurde unter Aufsicht des Angestellten Heino Wöhler durch Frau Herta Lühr durchgeführt.

Die Fotosammlung der Baudirektion wurde ursprünglich in der Bibliothek dieser Behörde aufbewahrt. Über die ehemalige Bezirksregierung Braunschweig gelangte sie 1980 irrtümlich an die Universitätsbibliothek Braunschweig, die sie 1981 dem Staatsarchiv übergab (Zg. 33/1981).

Die 365 Fotos sind überwiegend beschriftet und datiert. In den übrigen Fällen konnte wenigstens das Objekt identifiziert werden. Von allen Fotos wurden die Maße festgestellt.
Der Bestand enthält frühe Schwarz-Weiß-Fotos von Baudenkmälern im Herzogtum Braunschweig und in den angrenzenden Gebieten. Besonders reichhaltig ist die Sammlung von Fotos der Stadt Braunschweig. Ursprünglich müssen in der Baudirektion noch weit mehr Fotos vorhanden gewesen sein, wie der Katalog der Deutschen Bau-Ausstellung Dresden 1900 vermuten läßt (s. Separatabdruck, DiBi U 225). Im übrigen handelt es sich häufig um Aufnahmen, die auch in der Reihe der gedruckten Bau- und Kunstdenkmälerinventare Verwendung gefunden haben.

Der Bestand an Fotos wurde den Aktenbeständen der Baudirektion angegliedert. In jedem Fall ist zusätzlich der Sammlungsbestand "Abbildungen" (50 Slg) heranzuziehen. Die Fotos wurden im Jahre 1994 unter Anleitung des damaligen Archivamtmanns H.-M. Arnoldt von Frau Dipl-Bibliothekarin H. Fischer verzeichnet und bildeten das bisherige Fb. 4 des Gesamtbestandes.

Die Eingabe der beiden bisher handschriftlichen Findbücher 1 und 3 sowie die Zusammenführung mit den beiden bisherigen AIDA-Findbüchern 2 und 4 zu einem Gesamtfindbuch erfolgte im Laufe des Jahres 2007 durch den Unterzeichnenden, der dafür auch die Gliederung des bisherigen Fb. 2 entsprechend

erweiterte.


Wolfenbüttel, im Oktober 2007




(Luttmer)
Archivoberinspektor

Information / Notes

Additional information 

Abgeschlossen: Nein

teilweise verzeichnet