NLA ST Rep. 83 Stade

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Description

Identification (short)

Title 

Konsistorium Stade 1652-1903

Life span 

1651-1903

Fonds data

Short description 

Geschäftsführung und Personalia des Konsistoriums, kirchliche Ordnungen und Ämter, Ehesachen, Gottesdienste, Disziplinarverfahren, Schulangelegenheiten, Schulbausachen, Witwenkassen, Spezialia der Propsteien, Kirchenkreise/-inspektionen und Städte sowie der Kirchen, Kapellen und Schulen nach Ortsalphabet
Findmittel: EDV-Findbuch 2000 und gedrucktes Findbuch 2002
Umfang: 60 lfdm

Custodial history 

1. Das Konsistorium in Stade

Nachdem im Osnabrücker Friedensvertrag vom 24. Oktober 1648
das Erzstift Bremen und das Hochstift Verden mit Stadt und
Amt Wildeshausen der schwedischen Krone zugesprochen worden
waren, bauten die Schweden in Stade eine Verwaltung für die
"Herzogtümer Bremen und Verden" auf. Dazu gehörte nach dem
Landtagsrezess vom 30. Juni 1651 auch die erstmalige Ein
richtung eines Konsistoriums und einer Generalsuper-
intendentur, durch das die Landstände ihren bisherigen Ein-
fluss auf das Kirchenwesen weitgehend einbüßten. Zu den Auf-
gaben des Konsistoriums gehörten die Aufsicht über die
"reine" Lehre im Land, damit verbunden die Prüfung der Pre-
diger und Lehrer vor ihrem Amtsantritt, die Förderung des
Schulwesens und Katechismusunterrichts sowie die Wahrung der
landesherrlichen "Jura episcopalia et patronatus". Daraus
leitete sich die Vermögensaufsicht über die geistlichen
Institute und die Gerichtshoheit über die geistlichen Per-
sonen ab. Als Gericht fungierte das Konsistorium ferner bei
solchen Vergehen, die den geistlichen Bereich betrafen,
namentlich bei Gotteslästerung, Fragen des Sonn- und
Feiertagsschutzes, Ehe- und Sexualdelikten sowie bei Strei-
tigkeiten über das kirchliche Vermögen. An Strafen durfte es
dabei lediglich Geld- und Gefängnisstrafen sowie Kirchenbuße
und öffentliche Abbitte aussprechen. Fälle mit darüber hin-
ausgehendem Strafmaß mussten an die Regierung bzw. die Ge-
heimen Räte verwiesen werden.

Das Konsistorium wurde gemäß der Instruktion vom 20. Juli
1652 von einem Generalsuperintendenten, drei Theologen und
zwei juristischen Räten, von denen einer den Direktor des
Konsistoriums stellte, besetzt. Ursprünglich war der
General-
superintendent "Präsident" und der Direktor der
Justizkanzlei "Direktor" des Konsistoriums. 1684 wurde das
Amt des Präsi-
denten abgeschafft; stattdessen

wurde der Kanzler der schwe-
dischen Provinzialregierung Direktor des Konsistoriums, und
der Direktor der Justizkanzlei fungierte als Vizedirektor,
so dass der Generalsuperintendent nur noch als einfacher
Konsistorialrat mitwirkte. Dementsprechend wurden alle
Kirchenverordnungen im Namen der Regierung ausgefertigt.
Nach dem Erwerb der Herzogtümer durch das Kurfürstentum Han-
nover 1715 galt die Regelung, dass der leitende Stader
Regie-
rungsrat, der in der Regel den Rang eines "Geheimen Rates"
hatte, "Präsident" und der Direktor der Justizkanzlei
"Direktor" des Konsistoriums wurde. Nebenamtlich gehörten
dem Konsistorium zwei Justizräte und zwei oder drei
Theologen an, die in dieser Funktion den Titel
"Konsistorialrat" führten.
Zu diesen Konsistorialräten gehörte seit 1684 auch der
Generalsuperintendent, der sein Amt im Konsistorium faktisch
hauptamtlich wahrnahm, da ihn seine anderen Aufgaben -
Visitationen, Ordinationen, Einweihungen und Predigten bei
besonderen Anlässen - wenig beanspruchten. Hauptamtlich
angestellt waren ein Kanzlist sowie der
Konsistorialsekretär, der juristisch vorgebildet war und
zusammen mit dem Generalsuperintendenten die laufenden
Geschäfte erledigte.
Seit 1852 bearbeitete der zweite geistliche Konsistorialrat
als hauptamtlicher "Oberschulinspektor" die Volksschul-
angelegenheiten, 1885 wurde diese Stelle dann an die Stader
Regierung abgegeben. Zum gleichen Zeitpunkt wurde der
Direktor des Konsistoriums hauptamtlich angestellt, da der
Bezirk des Konsistoriums erweitert wurde. 1903 wurde diese
mit einem Juristen besetzte Stelle wieder aufgehoben.

Mit Einrichtung des Konsistoriums wurde das Gebiet der
Herzogtümer Bremen und Verden zunächst in neun geistliche
Kreise oder Präposituren aufgeteilt. Im Jahr 1684 bestanden
eine bremische und eine verdische Superintendentur und die
neun Präposituren Kehdingen,

Altes Land, Neuhaus, Land
Wursten, Osterstade, Bremervörde, Zeven-Ottersberg und
Rotenburg. Neben diese elf Kirchenkreise oder -inspektionen
traten die geistlichen Ministerien der Städte Buxtehude,
Stade und Verden. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts
fiel die Präpositur Rotenburg weg. Erst durch die Bekannt-
machung des Stader Konsistoriums vom 19. Oktober 1826 wurden
statt der verbliebenen zehn Kirchenkreise 16 neue
Inspektionen eingerichtet, deren geistliche Inhaber sämt-
lich den Titel von Superintendenten erhielten. Von diesen 16
Superintendenturen wurden 1853 Bederkesa und Beverstedt
aufgehoben und Stotel durch Lehe ersetzt. Der Konsistorial-
bezirk Stade gliederte sich nunmehr in die Inspektionen
Altes Land, Bremervörde, Hagen, Harsefeld, Himmelpforten,
Land Kehdingen, Lehe, Neuhaus, Osterholz, Ottersberg,
Rotenburg, Verden, Land Wursten und Zeven.

Der Einfluss des Konsistoriums auf das seit der Reformation
von der Landesherrschaft weitgehend unabhängige Kirchenwesen
der Städte Stade, Buxtehude und Verden war insgesamt gering.
In der Regel konnte das Konsistorium Verfügungen nicht
direkt
an die städtischen Pastoren schicken, sondern hatte sie
zuerst der Stader Regierung zu übermitteln. Diese sandte sie
an den Rat der Stadt, der sie dann dem "Geistlichen
Ministerium", dem Zusammenschluss der Pastoren, übergab.
Darüber hinaus waren alle "Consistorial-Sachen von Wichtig-
keit" den Geheimen Räten in Hannover mit einem
Begleitbericht der Stader Regierung vorzulegen. Für die
Geschäftsverteilung zwischen Regierung und Konsistorium
waren vor allem pragma-
tische Gesichtspunkte ausschlaggebend, so dass letztlich die
Wichtigkeit einer Sache darüber entschied, welches Kollegium
zuständig war.

Während der napoleonischen Zeit wurde die Zuständigkeit des
Konsistoriums beschnitten. Zunächst trat die hannoversche
Regierung 1803

den Bremer Dom an die Stadt Bremen ab, dann
suchte die westphälische bzw. französische Verwaltung die
Zahl der Konsistorialräte überhaupt zu verringern. Nach 1814
kehrte die hannoversche Regierung zu den vornapoleonischen
Zuständen zurück. In der preußischen Zeit verringerte sich
die Kompetenz des Konsistoriums Schritt für Schritt. Durch
Verordnung vom 17. April 1866 war es in den sogenannten
geistlichen Sachen (Bekenntnisstand, Liturgie, Ausbildung
der Theologen) dem neu gegründeten ev.-luth. Landeskonsi-
storium in Hannover unterstellt worden, in den
nicht-geistli-
chen Angelegenheiten (vor allem Bau- und Vermögenssachen)
blieb das Kultusministerium die direkt vorgesetzte Behörde
für das Konsistorium. Im Zuge der preußischen Verwaltungs-
reformen verlor das Konsistorium 1869 seine Zuständigkeit
für Ehesachen an die großen Senate der Obergerichte. Als mit
Erlass vom 20. Februar 1884 das Konsistorium in Aurich als
Kirchenbehörde für die Evangelisch-reformierte Kirche der
Provinz Hannover bestellt wurde, ging infolgedessen die
Zuständigkeit des Konsistoriums in Stade für die
evangelisch-reformierten Kirchengemeinden an das
Konsistorium
in Aurich über. Ein Jahr später wurden die
Volksschulangelegenheiten endgültig der Regierung in Stade
übertragen. Um dennoch den Fortbestand der Behörde zu
sichern, wurde ihre räumliche Zuständigkeit um die Gemeinden
der Generaldiözese Harburg und Stadt Lüneburg sowie des
Landes Hadeln erweitert. Das bis dahin eigenständige
Konsistorium des Landes Hadeln wurde mit Erlass vom 13.
April 1885 aufgelöst. Mit der Vereinigung der Konsistorien
von Hannover und Stade am 1. Januar 1903 wurde das Stader
Konsistorium aufgehoben. Der Dienstsitz des Generalsuper-
intendenten für die Herzogtümer Bremen und Verden wurde nach
Hannover verlegt.


2. Zur Aktenüberführung und Erschließung
a) Allgemeines

Bei der

Bombardierung Stades durch die Dänen 1712 wurden das
Konsistorialgebäude und die dort verwahrte Registratur
schwer getroffen, so dass aus der Zeit vor 1712 kaum noch
Akten des Konsistoriums erhalten sind.

Die Akten des Konsistoriums Stade wurden 1885 geteilt. Als
durch die Verordnung vom 1. Juli 1885 die Landdrosteien
durch preußische Regierungen ersetzt wurden, wandelte sich
auch der Aufgabenbereich der Regierung in Stade. Sie
übernahm vom Konsistorium die Volksschulangelegenheiten
(einschließlich höherer Töchterschulen, Rektorschulen etc.).
Das Konsistorium gab alle diesbezüglichen Vorakten an die
Regierung ab, welche zunächst in der Abteilung des Innern,
dann ab 1892 in der neu eingerichteten Abteilung Kirchen und
Schulen nun die
alleinige Schulaufsicht ausübte. Von der Stader Regierung
gelangten die Schulakten später in mehreren Abgaben ins
Staatsarchiv. Die Unterlagen zu den fünf evangelisch-
reformierten Pfarren, die bis 1884 dem Stader Konsistorium
unterstanden hatten, wurden 1885 an das Konsistorium Aurich
abgegeben und befinden sich heute im Archiv des Synodalrats
der Evangelisch-reformierten Kirche in Leer.

Nach Aufhebung des Stader Konsistoriums (1903) gliederte das
nun zuständige Konsistorium in Hannover die aus Stade
übernommenen Akten in seine Bestände ein. Wegen Platzmangels
gab das Konsistorium 1905 und noch einmal 1919 Akten an das
hannoversche Staatsarchiv ab; darunter waren auch Akten des
Konsistoriums Stade, vor allem Generalia,
Pfarrbestallungssachen, geistliche Sachen der Städte und
Inspektionen sowie Bauangelegenheiten. Die übrigen Akten
verblieben im Konsistorium und wurden vom Landeskirchenamt
Hannover übernommen, das 1924 die Rechtsnachfolge des
Konsistoriums Hannover antrat.


b) Landeskirchliches Archiv Hannover

Nach Gründung des Landeskirchlichen Archivs (1933)
verblieben die älteren Akten der

Konsistorien im
Landeskirchenamt, sie wurden nur nominell zu Archivakten. Zu
diesen Archivakten gehörten aus dem Bereich des Stader
Konsistoriums die folgen-
den Aktengruppen:
- Armensachen (1943 verbrannt)
- Beamtenakten (heute Bestand A 7)
- Generalia und Ministerialia. Ein Teil der älteren Akten
war schon 1919 an das Staatsarchiv abgegeben worden; die
im Landeskirchlichen Archiv verbliebenen Akten verbrannten
1943.
- Bausachen ab ca. 1800 (1943 verbrannt)
- Corpora Bonorum (heute Bestand A 8)
- Organisten-/Küstersachen (1943 verbrannt)
- Parochialsachen (1943 verbrannt)
- Personalia der Pastoren und Kandidaten (1943 verbrannt)
- Pfarroffizial- und Kirchenrechnungssachen (heute
Bestand A 2)
- Pfarrwitwensachen (Die Akten verbrannten 1943 zum großen
Teil; ein kleinerer Teil, vor allem Rechnungen und
Rechnungs- belege, blieb erhalten; heute Bestand E 38a)
- Religions- und Sektensachen (1943 verbrannt)
- Visitationen (ab ca. 1800) (heute Bestand A 9)
- Varia (1943 verbrannt).

Im Landeskirchlichen Archiv wurden die Akten seit 1936 mit
Hilfskräften schrittweise verzeichnet. Der lange geplante
Um-
zug in ein eigenes Dienstgebäude musste 1941 auf die Zeit
nach dem Kriegsende verschoben werden, so dass die Archiv-
akten im Landeskirchenamt blieben. Als das Landeskirchliche
Archiv wegen der Luftkriegsgefahr 1942 seine Archivalien
auslagern wollte, durften nur die extrem luftkriegsgefähr-
deten Akten ausgelagert werden. Bei der Zerstörung des
Landeskirchenamts verbrannten 1943 auch zwei Drittel der
Bestände des Landeskirchlichen Archivs, darunter auch zahl-
reiche Stader Akten.

Bei der Neuverzeichnung der Archivalien nach dem Krieg blieb
die alte im Konsistorium Hannover hergestellte Ordnung er-
halten: Die Stader Akten blieben also auf die verschiedenen
Bestände aufgeteilt, doch wurde bei der Verzeichnung, die
zum

größten Teil von Dr. Helmut Speer 1963-1966 durchgeführt
wurde, jeweils die Provenienz der Akten beachtet. Daher
konn-
ten die Aktentitel jetzt für dieses Verzeichnis zusammenge-
stellt und mit Hilfe des Verzeichnungsprogramms AIDA
elektronisch gespeichert werden.
Bei der Zusammenstellung dieses Verzeichnisses blieben jene
Archivalien unberücksichtigt, welche ihrer Provenienz nach
nicht aus dem Konsistorium Stade stammten. Dazu gehören die
Bestände:

A 12 g Generalsuperintendentur Stade: enthält vor allem
Akten, die nach dem Umzug des Generalsuperintendenten nach
Hannover (1903) angelegt wurden, zahlreich sind nur die
Visitationsakten
E 5 Konsistorialbaumeister: enthält Berichte von
Baubereisungen und Besichtigungen aus der Zeit von 1900 bis
1943
E 38 b Predigerwitwenkasse Zeven-Ottersberg: enthält vor
allem Rechnungen und Belege 1783-1876
E 38 d Predigerwitwenkasse Land Hadeln: enthält vor allem
Rechnungen und Belege 1667-1964
E 38 e Predigerwitwenkasse Kehdingen: enthält vor allem
Rechnungen und Belege 1655-1962
E 38 f Predigerwitwenkasse Osterstade-Vielanden: enthält
vor allem Rechnungen und Belege 1735-1921
E 38g Predigerwitwenkasse Neuhaus-Oste: enthält vor allem
Rechnungen und Belege 1733-1869
E 38 u Sterbebeitrags-Gesellschaft für den Clerus minor der
Herzogtümer Bremen und Verden: enthält vor allem Rechnungen
und Belege 1783-1939
S 8 d Ausschreiben des Konsistoriums Stade: enthält vor
allem Reskripte und Verordnungen des 18. und 19.
Jahrhunderts, die aus den Dubletten der Pfarr- und
Ephoralarchive zusammengestellt wurden


c) Niedersächsisches Staatsarchiv in Stade

Als das hannoversche Konsistorium 1919 zahlreiche Akten an
das dortige Staatsarchiv übergab, gelangten damit auch Akten
des Stader Konsistoriums in das hannoversche Staatsarchiv.
Sie wurden dort zusammen mit den Akten des

Konsistoriums
Hannover im Bestand "Des. Hann. 83" geordnet und
verzeichnet. Erst als die Stader Akten dem 1959 wieder
begründeten Staatsarchiv in Stade übergeben werden sollten,
wurden sie separiert und unter der Bestandsbezeichnung "Rep.
83 Stade"
nach Stade überführt. Der Bestand umfasste neben den
Generalia, Pfarrbestallungssachen, geistlichen Sachen der
Städte und Inspektionen sowie Bausachen der Pfarrgemeinden
die Akten der Visitationen seit 1701, einige Schulsachen,
Prozesse und mehr als 200 Zweitschriften von
Zivilstandsregistern der Jahre 1810-1813. Das dazu angefer-
tigte Findbuch von 1978 (jetzt: Rep. 83 Stade Nr. 1387) mit
seinen 1372 Nummern war eine der Grundlagen für das mit dem
Verzeichnungsprogramm AIDA neu erstellte Repertorium.

Im Zuge der Neuverzeichnung ist der Stader Konsistorialbe-
stand um alle dort von ihrer Provenienz nicht hingehörigen
Akten vermindert worden. Dies betrifft die oben bereits
genannten Zweitschriften der Zivilstandsregister, die dem
Bestand Rep. 84 (Personenstandsquellen) zugeordnet wurden.
Einen Zuwachs erfuhr der Stader Konsistorialbestand durch
die bis zum Stichjahr 1885 - Übergang der Volksschul-
angelegenheiten (einschließlich höherer Töchterschulen,
Rektorschulen etc.) an die neu gebildete Regierung in Stade
- geschlossenen Volksschulakten, die bisher im Bestand Rep.
80 S lagen. Wegen der vornehmlichen Zuständigkeit des Stader
Konsistoriums für die Kirchen- und Schulangelegenheiten vor
diesem Stichjahr sind die entsprechenden Akten dem hier
vorliegenden Bestand Rep. 83 Stade zugeschlagen worden, der
dadurch um mehr als das Doppelte seiner ursprünglichen Größe
wuchs. Dabei sind die Fragebögen, welche 1872 von jeder
Schule für das Konsistorium auszufüllen waren, nicht zum
Stader Konsistorialbestand, sondern zu den Schulakten der
Regierung Stade (Rep. 180 S) genommen worden, da sie

der
Arbeit der Regierung die statistische Grundlage gaben und
dort eine Fortführung erfuhren.

Hinzuweisen ist auf den Verbleib der sonstigen Schulakten
aus dem bisherigen Bestand Rep. 80 S, die nicht in den
Bestand
des Stader Konsistoriums einzugliedern waren: Je nach Lauf-
zeit wurden diese den Beständen Rep. 40 (Kurhannoversche Re-
gierung in Stade), Rep. 50 (Behörden der westphälisch-
französischen Übergangszeit), Rep. 80 (Hannoversche
Provinzialregierung bzw. Landdrostei Stade) und Rep. 180 S
(Preußische Regierung bzw. Bezirksregierung Stade, Schul-
sachen) zugewiesen. Das Einzelne zur Bestandsabgrenzung und
den Verzeichnungsprinzipien der Regierungsbestände enthalten
die jeweiligen Bestandsvorworte. Die Schulakten des
Konsistoriums Otterndorf aus ehemals Rep. 80 S befinden sich
jetzt im Bestand des Konsistoriums Otterndorf (Rep. 83
Otterndorf).

Im Übrigen sei darauf hingewiesen, dass die vom Konsistorium
im 19. Jahrhundert zusammengezogenen Zweitschriften der
Kirchenbücher (1715-1852) im Bestand Rep. 84 Personenstands-
quellen) verwahrt werden. Die Repositur der Oberhauptmann-
schaft, Stadtvogtei und Domstruktur Bremen (Rep. 5f)
enthält
im Fach 46 Titel 1-3 drei Konsistorialakten mit Laufzeiten
von (1699-) 1723-1804. Bestallungsakten für das
Konsistorial- personal sind für das 18. Jahrhundert sowohl
im Bestand Rep.
31 (Geheime Räte in Hannover betr. Bremen-Verden) unter
Titel
7 b-i als auch im Bestand Rep. 40 (Kurhannoversche Regierung
in Stade) unter Gliederungspunkt 02.06. zu finden. Personal-
akten der weltlichen bzw. juristischen Konsistorialräte
werden im Bestand der Justizkanzlei und Hofgericht zu Stade
1652-1832/52 (Rep. 70 Stade) verwahrt. Die Akten des
aufgelösten Konsistoriums in Otterndorf bilden im Stader
Staatsarchiv den Bestand Rep. 83 Otterndorf.

Verantwortlich für Verzeichnung und Zusammenführung

der
verteilten Konsistorialakten des Stader Staatsarchivs zeich-
net Herr DR. BRAGE BEI DER WIEDEN (jetzt Hauptstaatsarchiv
Hannover). Die abschließenden Korrekturen der Datensätze und
Indizes des Findbuchs zu Rep. 83 Stade nahm die Unterzeich-
nete vor.



d) Die im gemeinsamen Findbuch (ebenfalls hier einsehbar)
vereinigten Teilbestände

Landeskirchliches Archiv Hannover (LKAH):

A 2 Pfarroffizial- und Rechnungsakten, vereinzelt
auch Generalia, 18. und 19. Jahrhundert

A 6 Jüngere Pfarrbestellungsakten (ab ca. 1800)

A 7 Beamtenakten (Personalakten der Angehörigen des
Konsistoriums, 18. und 19.
Jahrhundert)

A 8 Corpora Bonorum und Lagerbücher (1783-1903)

E 38 a (Predigerwitwenkasse der Herzogtümer Bremen
und Verden, 1822-1923)

Niedersächsisches Staatsarchiv in Stade (STAS):

Rep. 83 Stade (durch vorliegendes Findbuch erschlossen):
enthält Rep. 83 Stade alt und die Schulsachen des
Konsistoriums Stade bis 1885 aus dem alten Bestand Rep. 80 S

Archiv des Synodalrats der Evangelisch-reformierten Kirche
in Leer (SAL):

Akten des Konsistoriums in Stade betr. die fünf
reformierten Gemeinden im Bremer
Umland (Blumenthal,
Holßel, Lehe, Neuenkirchen, Ringstedt), die 1884 an
das Konsistorium Aurich abgegeben worden sind. Sie
sind dort in die Bestandsgruppen Generalia (GA) und
Ortsakten (OA) eingereiht.

Staatsarchiv Bremen (STABR):

6, 27/2, Regierung Stade, 1772-1939, darin:
Schulakten des Konsistoriums Stade bis 1885 für die
1939 in das Land und die Stadt Bremen eingegliederten
preußischen Gemeinden
(Arbergen, Aumund, Blumenthal,
Bockhorn, Burgdamm, Fähr-Lobbendorf, Farge, Grohn,
Hemelingen, Lesum, Mahndorf,
Neuschönebeck/Fried-
richsdorf, Rekum, Rönnebeck, Schönebeck, St. Magnus

6, 28,

Konsistorium Stade, 1705-1823, enthält die
Akten aus der Zuständigkeit des Konsistoriums für die
hannoversche Enklave in Bremen bis
1803 und für die
im Zweiten Stader Vergleich von 1741 von Bremen
abgetretenen Dörfer mit den Kirchen in
Grambke, Büren und Wasserhorst


e) Ergänzende Überlieferung in anderen Archiven

Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz in Berlin:
Rep. 76 III: Preußisches Kultusministerium.
Evangelisch-geistliche Angelegenheiten. Sect. 21, Abt. I
Nr. 5: Oberbehörden. Konsistorium in Stade


Staatsarchiv Bremen:
Bestand 2-T.3. ad a.11 Nr.2 Ratsarchiv, St.-Petri-Dom und
St.-Pauli-Kloster, Thiermannsche Sammlung - Akten den
St.-Petri-Dom betreffend, 1620-1805


Staatsarchiv Hamburg:
Bestand 430-52: Konsistorium Hannover, 1814-1888, darin:
Akten zum Volksschulwesen in den Gemeinden um Harburg und
auf den Elbinseln

Bestand 430-54: Oberschul-/Provinzialschulkollegium
Hannover, 1830-1937, darin: Akten über höhere Schulen in
Harburg und Wilhelmsburg

Bestand 430-56: Regierung Lüneburg, 1789-1939, darin:
Kirchen- und Schulsachen der Gemeinden auf dem seit 1937
hamburgischen Gebiet

Bestand 430-57: Regierung Stade, 1850-1937, darin:
Schulangelegenheiten in Cranz und Francop


Niedersächsisches Hauptstaatsarchiv in Hannover:
Hann. 113: Kultusministerium
- II, Nr. 38-48: Konsistorium Stade, Generalia und
Personalia
- II B, Nr. 4300-5617: Konsistorialbezirk Stade, 1749-1868
(als Film im Staatsarchiv Stade, MF 49)

Hann. 122a: Oberpräsident der Provinz Hannover, darin u.a.:
Akten zum Dienstgebäude des Konsistoriums in Stade, zum
Konsistorialpersonal, zu speziellen Angelegenheiten der
Gemeinden


3. Quellen und Literatur

Rechtsquellen:
Kirchen- und Schul-Gesetzgebung der Herzogthümer Bremen und
Verden, im Königreiche Hannover, mit

Anmerkungen und
Tabellen über die Kirchen- und Schul-Verfassung überhaupt,
deren Entstehung und Ausbildung, in zwei Theilen, hrsg. von
Georg Ernst Ruperti, Verden 1844.

Kirchengesetze der evangelisch-lutherischen Kirche des
vormaligen Königreichs Hannover nebst den zu deren
Ausführung erlassenen Verordnungen, Bekanntmachungen und
Ausschreiben, bearb. und hrsg. von Th[eodor] Lohmann,
Hannover 1873.

Kirchengesetze der evangelisch-lutherischen Kirche der Pro-
vinz Hannover nebst den zu deren Ausführung erlassenen
Verordnungen, Bekanntmachungen und Ausschreiben aus den Jah-
ren 1865 bis 1886, bearb. und hrsg. von Gerhard Uhlhorn und
Heinrich Franz Chalybäus, Hannover 1886 (= T. 2 der
Kirchengesetze etc., hrsg. von Th. Lohmann).

Kirchliches Amtsblatt für den Bezirk des Königlichen
Landesconsistoriums in Hannover, Hannover 1885-1918.

Königliche Instruction vom 20sten Julii 1652, in: Johann H.
Pratje, Altes und Neues aus den Herzogthümern Bremen und
Verden, Bd. 4, Stade 1771, S. 1-98.

Sehling, Emil (Hrsg.), Die evangelischen Kirchenordnungen
des XVI. Jahrhunderts, Bd. VII 2/1: Niedersachsen: Die
außerwelfischen Lande, 1. Halbband, Tübingen 1963.

Periodika:
Kirchliche Chronik der Herzogthümer Bremen und Verden mit
Ausnahme des Landes Hadeln. Mitgeteilt von Generalsuper-
intendent D. Friedrich Koester, Stade: Selbstverlag 1840.
Seit 1841 unter dem Titel:
Kirchliche Chronik des Consistorial-Bezirks Stade, Stade:
Selbstverlag 1841-1848 und Stade: A. Pockwitz 1849-1859.
Seit 1884 unter dem Titel:
Kirchliche Chronik der General-Diöcese Bremen-Verden, Stade:
A. Pockwitz 1884-1902.

Beständeübersichten und Findmittel:
Flamme, Paul/Gabrielsson, Peter/Lorenzen-Schmidt, Klaus-
Joachim (Hrsg.), Kommentierte Übersicht über die Bestände
des Staatsarchivs der Freien und Hansestadt Hamburg
(Veröffentlichungen aus dem Staatsarchiv der Freien

und
Hansestadt Hamburg 14), Hamburg 1995.

Gieschen, Christoph (Bearb.), Findbuch zum Bestand Hann.
122a: Der Oberpräsident der Provinz Hannover (1824-) 1830-
1955 (Veröffentlichungen der Niedersächsischen Archivver-
waltung. Inventare und kleinere Schriften des Hauptstaats-
archivs in Hannover 5), Hannover 1997.

Müller, Ernst/Posner, Ernst, Übersicht über die Bestände des
Geheimen Staatsarchivs zu Berlin-Dahlem I. Hauptabteilung
(Mitteilungen der Preußischen Archivverwaltung 24), Leipzig
1934.

Otte, Hans (Bearb.), Übersicht über die Bestände des
Landeskirchlichen Archivs Hannover (Beiheft zum Jahrbuch der
Gesellschaft für niedersächsische Kirchengeschichte 81,
1983), Blomberg 1983.

Pitz, Ernst, Übersicht über die Bestände des Niedersächsi-
schen Staatsarchivs in Hannover Bd. 2 (Veröffentlichungen
der Niedersächsischen Archivverwaltung 25), Göttingen 1968.

Schwarz, Klaus (Bearb.), Übersicht über die Bestände des
Staatsarchivs der Freien Hansestadt Bremen (Veröffentlichun-
gen aus dem Staatsarchiv der Freien Hansestadt Bremen 48),
Bremen 1982.

Weise, Erich, Geschichte des Niedersächsischen Staatsarchivs
in Stade nebst Übersicht seiner Bestände (Veröffentlichungen
der Niedersächsischen Archivverwaltung 18), Göttingen 1964.

Literatur:
Böhme, Klaus-Richard, Bremisch-verdische Staatsfinanzen
1645-1676. Die schwedische Krone als deutsche Landesherrin
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Das Consistorial-Dienstgebäude in Stade, in: Centralblatt
der Bauverwaltung 13 (1893), S. 358 f.

Drecoll, Henning, Schwedische Kriminalpolitik im Herzogtum
Bremen-Verden von 1648-1712, Diss. iur. Marburg 1975,
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Fiedler, Beate-Christine, Die Verwaltung der Herzogtümer
Bremen und Verden in der Schwedenzeit 1652-1712.
Organisation und Wesen der Verwaltung (Einzelschriften des
Stader
Geschichts- und

Heimatvereins 29 = Veröffentlichungen aus
dem Stadtarchiv Stade 7), Stade 1987, S. 119-132.

Hodenberg, Wilhelm von, Die Diöcese Bremen und deren Gaue in
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Klinsmann, Wilhelm, Geschichte der Herzogtümer Bremen und
Verden in den Jahren 1648 bis 1653, in: Stader Archiv NF
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Koester, Friedrich, Geschichte des Königlichen Consistoriums
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Meyer, Philipp (Hrsg.), Die Pastoren der Landeskirchen
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Nachricht von dem Königlichen Consistorio in den Herzogthümern Bremen und Verden, in: Johann H. Pratje, Altes und Neues aus den Herzogthümern Bremen und Verden, Bd. 5, Stade 1772, S. 29-84, Bd. 6, Stade 1773, S. 249-290, Bd. 9, Stade 1777, S. 223-262.

Otte, Hans, Ein gemeinsames Findbuch zum Bestand Konsistorium Stade, in: Archive in Niedersachsen 11/94, S. 24-25, und in: Rundbrief November 1994, Heft 4, S. 10-12.

Otte, Hans, Milde Aufklärung. Theologie und Kirchenleitung bei Johann Hinrich Pratje (1710-1791), Generalsuperintendent der Herzogtümer Bremen und Verden (Studien zur Kirchengeschichte Niedersachsens 30), Göttingen 1989, S. 97-106.

Otte, Hans, Vernünftig und Christlich. Der Entwurf einer Brem-Verdischen Kirchenordnung von 1769 (Studien zur Kirchen- geschichte Niedersachsens 31; Veröffentlichungen aus dem Stadtarchiv Stade 9), Göttingen/Stade 1989.

Steinmetz, Hermann, Rückblick auf die Geschichte des Königlichen Konsistoriums zu Stade in der Zeit vom December 1851 bis zum December 1901, in: Kirchliche Chronik der General-Diöcese Bremen-Verden vom 1. Advent

1900 bis dahin 1901, Stade 1902, S. 3-16.

Steinmetz, Rudolf, Die Generalsuperintendenten in den Herzogtümern Bremen-Verden, Stade 1907.

Wolters, Ernst Georg, Erzbischof Johann Friedrichs Plan, ein Konsistorium einzurichten, in: Stader Archiv NF 4 (1914), S. 223-225.


4. Abkürzungsverzeichnis

adj. adjungiert/adjunctus
evtl. eventuell
fstl. fürstlich
Gr. Groschen
Insp. Inspektion
kath. katholisch
kgl. königlich
Kr. Kreis
Ksp. Kirchspiel
LKAH Landeskirchliches Archiv in Hannover
luth. lutherisch
M. Mark
ref. reformiert
Rt. Reichstaler
SAL Archiv des Synodalrats der Evangelisch-reformierten Kirche in Leer
sog. sogenannte(r)
STABR Staatsarchiv Bremen
STAS Staatsarchiv Stade

Stade, im November 2000 Dr. Sabine

Graf

Information / Notes

Additional information 

Abgeschlossen: Nein

teilweise verzeichnet