NLA AU Dep. 113

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel 

Klasen, Papenburg

Laufzeit 

1799-1951

Bestandsdaten

Kurzbeschreibung 

Die Unterlagen der Familie Klasen betreffen sowohl den Familienbesitz Gut Halte in Halte bei Papenburg (mit Emsfähre) als auch die Firma A. und H. Klasen in Papenburg (Dampfsägerei, Hobelwerk, Eisenwaren, Herstellung von Drahtstiften, Reederei und Schiffswerft).

Bestandsgeschichte 

Frau Angela Klasen aus Papenburg hinterlegte 2002 Unterlagen zum Gut Halte. Hier handelt es sich hauptsächlich um Geschäftsvorfälle, die mit den einzelnen Wirtschaftszweigen auf dem "Meierhof" tun haben.

Das sogenannte Vorwerk Halte wurde im 15. Jahrhundert von einem "Hofmeister" verwaltet und gehörte einem Kloster des Johanniter- bzw. Malteser-Ordens zu Muhde. Im Zuge der Säkularisierung wurde das Vorwerk, "Meyerhoff" genannt, vom Grafenhaus enteignet und verpfändet. Als der gräfliche Kanzler ter Westen das Gut kaufte, gab es großen Ärger, da die Klostergüter zu einem geringem Preis an einen Gefolgsmann vergeben wurden, anstatt es den Armenverbänden zuzuführen. Auch beherbergte der Kanzler auf Gut Halte den Haupt-"Kirchenverbrecher" von Groningen, Hinrich Maler.

Im 17. Jahrhundert übernahm der Drost von Stickhausen Gerriet von Geldern den Meierhof. Er war Mitglied des Emder Vierziger-Kollegiums, blieb aber im Konflikt zwischen dem Grafenhaus und Emden ein treuer Vasall seines Grafen Enno III. Als Verpächter der Halter Fähre und als Ziegeleibesitzer tritt danach sein Sohn Claeß auf, der sich das Gut nach dem Tod des Vaters mit seinem Bruder Adolph Popke/Poppinga teilen musste. Mit dem neuen Besitzer Gerhard Kloppenburg wurde eine Salzsiederei und ein Krughaus auf Gut Halte gebaut. Durch Erbteilung kam der Besitz an Jacoba de Pottere geb. Loesing. An Grünland umfasste der Gutsbesitz um 1750 etwa 117 Grasen oder ca. 55 ha.

Nach dem Tausch-Kontrakt der Familie Loesing vom 30.10.1795 bewirtschaftete die Familie Boelmann das Gut, das zum Handels- und Wirtschaftszentrum wurde. 1858 verkaufte die Witwe Elbring, geb. Boelmann, das Gut an die Kaufleute Hermann Fischer, Anton Klasen und Heinrich Mammes für 58.500 Reichstaler. Im Konkursverfahren erhielten Senator Klasen und Witwe Marianne Mammes, geb. Leyding, einige Jahre später das Gut Halte in Alleineigentum. Die

Firma A. & H. Klasen betrieb ab 1860 auf Gut Halte eine Drahtstiftfabrik, Dampfsägemühle, Holzhandlung und Schiffsbauerei. Außerdem waren Anton und Hermann Klasen Reeder und beteiligten sich am Fährbetrieb. 1937 erwarb Angelika Klasen eine Hälfte des Gutes und errichtete im Herrenhaus ein Mädchenpensionat. Die Familie Klasen verkaufte Ende der 50er Jahre des 20. Jahrhunderts die Ländereien an die Hannoversche Landesgesellschaft. Gärtnereibetriebe und ein Bauernhof machten sich sesshaft. Gastwirt Kurt Garen (zuvor Fährmeister zu Halte) baute 1966/67 neben dem Herrenhaus das Hotel "Reiherhorst", welches auch heute noch von der Familie Garen betrieben wird. Zugleich wurden 2 Bauernhöfe und etliche Bürgerhäuser auf Gut Halte abgerissen. Nachdem die hölzerne Pünte durch Fäulins die Sicherheit nicht mehr aufrechterhalten konnte, erhielt die Papenburger Meyer-Werft den Auftrag für den Bau einer eisernen Pünte. Erst 1969 wurde der Fährbetrieb ganz eingestellt.

Literatur:
Sternsdorf, Jürgen: Das Emsdorf Vellage und das Klostergut Halte : eine Chronik, Marburg 1986.


Aurich, Oktober 2011 Freerk-Ludwig

Steinbömer

Informationen/Notizen

Zusatzinformationen 

Abgeschlossen: Nein

teilweise verzeichnet

Georeferenzierung

Bezeichnung 

Papenburg [Wohnplatz]

Zeit von 

1

Zeit bis 

1

Objekt_ID 

12369

Ebenen_ID 

1

Georeferenzierung

Bezeichnung 

Halte [Wohnplatz]

Zeit von 

1

Zeit bis 

1

Objekt_ID 

13543

Ebenen_ID 

1