NLA OS Dep 75 b

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Description

Identification (short)

Title 

Stadt Haselünne

Life span 

1636-1986

Fonds data

Short description 

Das Archiv der Stadt ist seit 1978/79 im Staatsarchiv deponiert. Es umfasst auch die Archive der ursprünglich selbständigen Umlandgemeinden. Die ältere städtische Überlieferung ist durch die Brände von 1798 und 1849 weitgehend vernichtet worden.

Custodial history 

1272 wurde das Haselünner Stadtrecht durch den Fürstbischof von Münster bestätigt. Es ist also älter als das von Meppen. Im Mittelalter war Haselünne Mitglied in der Hanse. Im 30-jährigen Krieg wurde die Stadt schwer in Mitleidenschaft gezogen und erholte sich nur langsam hiervon.

Die städtische Verwaltung von Haselünne wurde durch den Bürgermeister, drei Ratsherren und einen unter dem Bürgermeister stehenden Lohnherrn wahrgenommen. Die Wahl regelte sich nach der münsterschen Verordnung vom 22. Januar 1700 und ab 1731 durch ein neues Wahlreglement, veranlaßt von Bischof Clemens August. Der Magistrat, bestehend aus Bürgermeister und Ratsherren, übte die Rechtssprechung über kleinere Delikte aus.

Zur Zeit der französischen Besetzung oblag die städtische Verwaltung nach der französischen Munizipalverwaltung einem Maire und einem Munizipalrat. Diese Verwaltungsform bestand bis 1818. Danach wurde der Magistrat mit seinen früheren Rechten wieder eingerichtet.

Ab 1826 gehörte Haselünne zum standesherrlichen Amt Meppen und somit auch zum Herzogtum Arenberg-Meppen. Innerhalb dessen stand dem König die Landeshoheit und die allgemeine Oberaufsicht zu. Der Herzog übte einige Regierungsrechte unter Aufsicht der Oberbehörden aus. 1827 wurde in Haselünne eines von vier herzoglich-arenbergischen Mediatämtern eingerichtet, und 1852 wurde infolge der Trennung von Rechtspflege und Verwaltung das standesherrliche Amtsgericht gegründet. Die standesherrlichen Rechte des Herzogs zu Arenberg Meppen blieben bis 1875 erhalten. Danach wurden die nach den allgemeinen Vorschriften über die Amtsverfassung in der Provinz Hannover eingerichteten Ämter eingeführt.

Haselünne war der Sitz von verschiedenen Gerichten: zuerst dem aus der Gogerichtsbarkeit entstandenen münsterschen Untergericht, welches zum Amt Meppen gehörte, dann dem seit 1809 bestehenden französischen Friedensgericht, das

1815 in eine Justizkommission umgewandelt wurde. Aus ihr entwickelte sich 1827 die Mediat-Justizkanzlei, die 1852 aufgehoben und durch das Amtsgericht ersetzt wurde, welches bis in die preußische Zeit hinein, bis 1875, bestand.

Durch die großen Brände der Stadt von 1798 und vor allem 1849, als auch das Rathaus in Brand geriet, wurde der überwiegende Teil der älteren Akten vernichtet. Aus diesem Grund sind von der älteren Überlieferung von Haselünne selbst, und insbesondere von den Urkunden der Stadt, nur noch einzelne Exemplare vorhanden. Aber auch nach diesem Einschnitt ist der Aktenbestand sehr dünn. Der eigentliche Schwerpunkt setzt erst in den 20-er Jahren dieses Jahrhunderts ein und endet Mitte der 50-er Jahre.

Der neuere, nach dem 2. Weltkrieg erwachsene Bestand besteht hauptsächlich aus den Akten der folgenden, seit 1974 zur Samtgemeinde Haselünne gehörenden Einzelgemeinden: Andrup, Bückelte, Flechum, Huden, Hülsen, Lage, Lohe, Lotten und Westerloh. Die Akten der Gemeinden Hamm und Lehrte fehlen. Die Akten der Gemeinden Dörgen und Kolsterholte beginnen dagegen schon im 18. Jahrhundert.

Der Bestand kam mit den Akzessionen 48/1978, 19/1979 und 28/1979 in das Staatsarchiv.


Literatur:
A. Geppert / E. Simme: Heimatbuch der Stadt Haselünne (1949)
700 Jahre Stadt Haselünne, herausgegeben von der Stadt Haselünne (1972)
Max Bär: Abriß einer Verwaltungsgeschichte des Regierungsbezirks Osnabrück, Hannover und Leipzig (1901)


Osnabrück, im Oktober 1980, gezeichnet Ahrens und Kocks



Nachträge:

Aufgrund der umfangreichen Akzessionen 46/1985, 31/1985, 43/1985, 69/1985, 70/1985 und 17/1986 wurde eine Ergänzung und Überarbeitung des Findbuches notwendig. Um nicht eine gänzliche Neuordnung in Angriff zu nehmen, wurde die vorgegebene Gliederung beibehalten. Das führte zur Anwendung des von dem preußischen Archivpraktiker Max Bär entwickelten

"Bärschen Prinzipes", d.h. daß die numerische Folge zu Gunsten von springenden Nummern durchbrochen worden ist.
Die Einarbeitung der neuen Akzessionen in den vorhandenen Bestand wurde im Rahmen der archivpraktischen Ausbildung im Winter 1985/86 von den drei Inspektoranwärtern Höötmann, Weiß und Schwarzer vorgenommen.
Osnabrück, den 17.03.1986


Ergänzende Unterlagen der ehem. Gemeinde Andrup konnten aus Privatbesitz übernommen und unter der Akzession 2005/039 eingearbeitet werden.
Osnabrück, den 6. Juli 2006 Dr. Nicolas Rügge


Seit dem Jahr 2008 sind weitere kleine Abgaben erfolgt (Akz. 2008/021, 2010/062, Akz. 2012/054, Akz. 2014/15).
T. Brakmann (Juni 2017)

Information / Notes

Additional information 

Abgeschlossen: Nein

teilweise verzeichnet

Geotagging

Name 

Haselünne, Stadt [Wohnplatz]

Time from 

1

Time to 

1

Region_ID 

12086

Level_ID 

1