NLA OS Rep 620

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Description

Identification (short)

Title 

Bergbehörden

Life span 

1718-1901

Fonds data

Short description 

Der Bestand enthält v.a. Akten der Berginspektion Borgloh, die im 18. Jahrhundert für die Verwaltung der staatlichen Steinkohlebergwerke bei Borgloh und Oesede gegründet worden war. Nach kurzzeitiger Umbenennung in Bergwerksadministration Borgloh, war die Berginspektion Borgloh seit 1867 dem Oberbergamt Dortmund unterstellt. Sie wurde 1890 aufgelöst und ihre Aufgaben auf die Berginspektion Ibbenbüren übertragen.

Custodial history 

Vorwort Rep 620


I. Behördengeschichte


A. Oberbergamt Dortmund

1816 wurde das Oberbergamt gegründet. Seine Zuständigkeit erstreckte sich über die Provinz Westfalen (ausgenommen die Kreise Siegen und Wittgenstein sowie das ehemals kurkölnische Sauerland) und den nördlichen Teil des Regierungsbezirks Düsseldorf. Die Oberbergämter bildeten eine Zwischeninstanz zwischen den Revierbeamten und dem Handelsministerium. Sie nahmen somit die Aufsicht über die Revierbeamten und die Berginspektionen war. Am 01.06.1867 wurden die Gebiete der Landdrosteien Osnabrück und Aurich der Bergaufsicht des Oberbergamts Dortmund unterstellt.
In Preußen war schon durch das "Allgemeine Berggesetz für die Preußischen Staaten (ABG)" vom 24. Juni 1865 das Direktionsprinzip durch das Inspektionsprinzip abgelöst worden. Also beschränkte der Staat sich nun auf die Überwachung der Bergwerke und überließ die Leitung den Unternehmen. Die preußischen Berggesetze galten ab 1867 auch für die Provinz Hannover.


B. Berginspektion Borgloh

Das Bergregal, das ursprünglich zu den königlichen Regalien zählte, und schon bald an die Kurfürsten und schließlich an die Landesherren überging, bildete den Grundstock für die landesherrliche Bergaufsicht.
Bis 1722 wurde das Recht auf Kohlenförderung vom Landesherren verpachtet und der Abbau somit von Privatpersonen vorgenommen. Seitdem betrieb der Staat die Bergwerke selbst und setzte für die Verwaltung der staatlichen Steinkohlebergwerke bei Borgloh und Oesede die Berginspektion ein. Oberste Behörde war im 18. Jahrhundert der Geheime Rat als Kammer, im 19. Jahrhundert das Finanzministerium. Nach einer kurzzeitigen Umbenennung in Bergwerksadministration Borgloh, war die Berginspektion Borgloh seit 1867 dem Oberbergamt Dortmund unterstellt. Zum 01.04.1890 wurde die Berginspektion Borgloh aufgelöst und ihre Aufgaben auf die Berginspektion

Ibbenbüren übertragen.



C. Bergrevier Osnabrück

Seit 1865 bildeten in Preußen die Bergreviere die unterste Instanz der Bergbehörden. Die Revierbeamten erledigten alle Aufgaben, die nicht ausdrücklich den Oberbergämtern übertragen worden waren. Für den Osnabrücker Raum war 1867 das Bergrevier Hamm zuständig. 1868 wurde dann das Bergrevier Osnabrück gegründet. Die Aufsicht über das Bergrevier Osnabrück lag beim Oberbergamt Dortmund. Das Oberbergamt erteilte seit 1865 auch die Genehmigung zum Betrieb von Dampfmaschinen. Am 01.01.1903 ging die Bergaufsicht wieder an das Bergrevier Hamm über.


II. Bestandsgeschichte

Zeit: (1718) 1722-1901
Umfang: 104 Nummern = 2,1 lfd m

Im Jahre 1910 wurde der Bestand vom Oberbergamt in Dortmund an das hiesige Staatsarchiv abgegeben. Eine erste Verzeichnung erfolgte vermutlich kurz darauf im Staatsarchiv.

Die obersten Gliederungspunkte spiegeln die Provenienz der Akten wieder.

Die Akten unter dem Gliederungspunkt 01"Oberbergamt Dortmund" haben als (Vor-) provenienz teilweise das Hannoversche Finanzministerium.

Die Akten des Gliederungspunkts 02 "Berginspektion Borgloh" wurden vereinzelt noch nach der Aufhebung der Berginspektion Borgloh am 01.04.1890 von der Berginspektion in Ibbenbüren fortgeführt.

Während der ersten Verzeichnung im Jahre 1910 bildete man die Akten nach der Signaturnummer 21 neu.
Dabei wurden bei den Nummern 22 bis 50 und 101 als Provenienz die Bergbedienten beziehungsweise die Bergbeamten angegeben. Darunter ist vermutlich die Vorgängerbehörde zur Berginspektion zu verstehen. Die restlichen Akten entstammen der Berginspektion in Borgloh, beziehungsweise nach deren Umbenennung der Bergwerksadministration in Borgloh. Hauptsächlich handelt es sich hierbei um eine Serie über den Bergwerksbetrieb, nur zwischen 1841 und 1848 wurde diese Serie nach Themen aufgeteilt.
Daher

erfolgte die Verzeichnung als Serie. Im Enthält-Feld werden die Schwerpunkte der Akten oder besonders wichtige Stücke angegeben.

Der Gliederungspunkt 03 "Bergrevier Osnabrück" umfaßt nur eine versprengte Akte mit dieser Provenienz.




Osnabrück, Juli 2004 Archivinspektoranwärter Oliver Brennecke


LITERATUR

G. Fürer, Der Bergbau im Emsland und das Bergamt Meppen. In: Jahrbuch des Emsländischen Heimatbundes 17, 1970

W. Hagemann, Bergbau und Hüttenbetriebe des Osnabrücker Landes in ihrer wirtschaftlichen Entwicklung. Hannover 1930 (Wirtschaftswissenschaftliche Gesellschaft zum Studium Niedersachsens e.V. Reihe A der Veröffentlichungen. Helft 12.)

P. Rohde, Geschichte der Steinkohlenförderung im Amt Iburg. In: Osnabrücker Mitteilungen, 1902

P. Rhode, Geschichte der Saline Rothenfelde. In: Osnabrücker Mitteilungen, 1907

K. Wunderlich, Die Bergverwaltung in Niedersachsen. In: Neues Archiv für Niedersachsen 8/2, 1955/1956.

Verwaltungsatlas Niedersachsen, Karte 17

Das Bergamt Meppen und der Bergbau in seinem Bezirk: Zum 50. Jahrestag am 1. April 2001/ Hrsg.: Bergamt Meppen. - Clausthal-Zellerfeld: Papierflieger, 2001

Das kleine Bergbaulexikon. Herausgegeben von der Westfälischen Berggewerkschaftskasse, Bochum. Verlag Glückauf GmbH, Essen, 1983


Ergänzende Bestände:

Rep 620 Mep, Bergamt Meppen

Rep 560 II Obere Domänenverwaltung in Hannover - Hauptbestand: Allodialgüter Nr. 70 und 71

Staatsarchiv Münster


Information / Notes

Additional information 

Abgeschlossen: Nein

teilweise verzeichnet