NLA AU Rep. 220/18

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel 

Dr. Hans Eschebach

Laufzeit 

1930-1979

Bestandsdaten

Kurzbeschreibung 

Nachlaß des Architekten, Ortsplaners und Archäologen Dr. Hans Eschebach aus Emden mit zahlreichen Bebauungs- und Flächennutzungsplänen für ostfriesische Gemeinden aus den fünfziger und sechziger Jahren.

Bestandsgeschichte 

Beim vorliegenden Bestand handelt es sich um einen Teil des Nachlasses des Architekten, Stadtplaners und Archäologen Dr. Hans Eschebach (1909-1982) aus Emden.


I. Biographische Angaben

Dr. Hans Eschebach wurde am 24. April 1909 in Badeborn bei Quedlinburg. Nach seinem Studium in Stuttgart und Dresden und einer Tätigkeit als Baurat in Dresden an der Seite des bekannten Professors Wolf legte er 1942 eine Doktorarbeit über die städtebauliche Entwicklung in Pompeji vor. Im gleichen Jahr wurde er nach Emden dienstverpflichtet, wo er nach den ersten größeren Bombenangriffen zusammen als Mitarbeiter des Emder Stadtbaurats mit den Planungen für den Wiederaufbau betraut wurde. Wegen zu enger Kontakte zu einem als Architekt eingesetzten Kriegsgefangenen denunziert, wurde Eschebach nach Ohrdruf versetzt. Nach seiner Kriegsgefangenschaft in Süddeutschland setzten ihn die englischen Besatzungstruppen 1946/47 zum Bau von Unterkünften usw. auf Norderney ein. Im Jahre 1949 erstellte Eschebach den ersten Flächennutzungsplan für Ostfriesland. Er verzichtete auf seinen Wiedereintritt in die staatliche Bauverwaltung und eröffnete 1951 ein Architekturbüro in Emden. Über drei Jahrzehnte lang hat Eschebach in Ostfriesland zahlreiche Bauprojekte durchgeführt, Ortspläne erstellt usw.. Dazu gehörte u.a. die architektonische Gestaltung des 1969 eingeweihten Siel- und Schöpfwerks Knock. In den Jahren 1965-1981 hielt er sich außerdem im Auftrag der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit seiner zweiten Ehefrau, der Archäologin Liselotte Eschebach, jährlich 8 Wochen bei den Ausgrabungen in Pompeji auf. Wegen seiner Forschungen in Pompeji erhielt Eschebach u.a. eine italienische Auszeichnung. Auf einer Rückreise aus Berlin ist Eschebach zusammen mit seiner Frau auf der Transitstrecke verunglückt und am 10. April 1982 im Krankenhaus in Magdeburg gestorben.


II. Nachlaß

Aufgrund seiner beruflichen Tätigkeit bestand seit 1942 über vier Jahrzehnte lang eine enge Beziehung Eschebachs zu Emden bzw. zu Ostfriesland. Bei Eschebachs Projekten handelte es sich offenbar oft um umfangreiche infrastrukturelle Maßnahmen, deren Unterlagen daher auch grundsätzlich für die Allgemeinheit von Interesse sind.
Durch die langjährige Forschungstätigkeit in Pompeji besaß Eschebach auch Bedeutung als Wissenschaftler.
Nach dem Tod von Eschebach übergab Frau Eschebach im Dezember 1982 dem Leiter des Staatsarchivs, Herrn Dr. Deeters, einen großen Teil der Unterlagen des Architekturbüros Eschebach, die Ostfriesland betrafen (acc. 1982/17). Der Umfang der Abgabe betrug ca. 8 lfm. Im Jahre 1983 wurde dieser Nachlass mit der Bestandssignatur Rep. 220-18 (früher Rep. 220 s) von Herrn Dr. Deeters verzeichnet, das maschinenschriftliche Findbuch dann 1993 von Herrn Pötzsch in AIDA übertragen.
Heranzuziehen sind außerdem die Akten des Landesplanungsamtes im Bestand Rep. 17, in die auch Vorschläge Eschebachs eingegangen sind.

Im 1996 wurden weitere Unterlagen von Frau Liselotte Eschebach an das Staatsarchiv Aurich abgegeben, die nunmehr auch persönliche Dokumente zu Eschenbach enthielten. Diese Unterlagen wurden im September 2017 volltändig verzeichnet.


Aurich, im Oktober 2017

Dr. Michael Hermann



Literatur:

1. Veröffentlichungen von Hans Eschebach:

Hans Eschebach, Ortsplanung in Ostfriesland, in: Ostfriesland. Zeitschrift für Kultur, Wirtschaft und Verkehr 1957/1, S. 7-12

Hans Eschebach, Die städtebauliche Entwicklung des antiken Pompeji mit einem Plan 1:1000 und einem Exkurs: Die Baugeschichte der Stabianer Thermen. Nach H. Sulze (Deutsches Archäologi-sches Institut. Abteilung Rom. Mitteilungen. Ergänzungen, Heft 17, Heidelberg 1970

Hans Eschebach, Pompeji: erlebte antike Welt. Unter Mitarbeit von Liselotte Eschebach. Mit Fo-tos von Josef Adamiak, Leipzig 1978, 2. Aufl. 1983, 3. Aufl. 1984

Hans Eschebach, Die Stabianer Thermen in Pompeji (Denkmäler antiker Architekten, Bd. 13), Berlin 1979

Hans Eschebach, Die Arzthäuser in Pompeji (Antike Welt, Sondernummer 15),

Informationen/Notizen

Zusatzinformationen 

Abgeschlossen: Ja

vollständig verzeichnet