NLA OS Dep 43

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel 

Oranischer Drost zu Lingen

Laufzeit 

1562-1684

Bestandsdaten

Kurzbeschreibung 

Der Bestand Dep 43 stammt aus dem Nachlaß Rutgers van Haersolte zu Harst, der von 1632 bis zu seinem Tod 1673 oder 74 Drost von Lingen war. Möglicherweise handelt es sich um eine Neben- oder Privatregistratur des Drosten.

Bestandsgeschichte 

Das drei Fach umfassende Depositum 43 enthält Akten des oranischen Drosten von Lingen, Rutger van Haersolte zu Haerst. Nach Abzug der ligistischen Truppen aus der Stadt und geschleiften Festung Lingen erhielt van Haersolte im Dezember 1632 die Bestallung zum Drosten über Stadt und Grafschaft Lingen und versah dieses Amt bis zu seinem Tode (etwa 1673/74). Neben den Problemen der inneren Verwaltung des Landes (vor allem Fragen des Brüchtengerichtes) spiegelt der kleine Bestand für diese Amtszeit des Drosten nach 1648 verstärkt einsetzenden Maßregeln zugunsten der refomierten Religion in Lingen und enthält daneben Stücke, die den alten tecklenburgischen Anspruch auf die Niedergrafschaft Lingen zum Inhalt haben. Somit bildet das Depositum eine wertvolle, wenn auch geringfügige Ergänzung der ohnehin knappen arhcivalischen Überlieferung des hiesigen Archives für die spanische und oranische Zeit der alten Niedergrafschaft Lingen (Rep 130).

Nach den Angaben Joostings enthält die Drostenregistratur van Haersoltes vorwiegend Konzepte und Abschriften (zum Teil von der Hand des Drosten). Es handelt sich darum möglicherweise m eine Neben- und Privatregistratur. Nach dem Tode des Drosten kamen diese Akten durch Erbgang in den Besitz eines Verwandten, des Elbert Anthonij Baron van Pallant. Dieser hinterließ die vorliegende Registratur zusammen mit eigenen Akten, da er zeitweiliger Inhaber des Lehengutes Haus Batinge war, im sogenannten "Archiv des Hauses Batinge", einem niederländischen Sammelbestand verschiedenster Provenienzen (nämlich der einzelnen Lehnsinhaber). Während des zweiten Weltkrieges wurde man von deutscher Seite aufmerksam auf diesen Splitterbestand im Rijksarchief zu Drente, nicht zuletzt durch das gedruckte Archivinventar des Hauses Batinge von 1910. Wegen der Bedeutung der Akten für die Geschichte des Kreises Lingen wurde mit dem damaligen Besitzer des

Drostenarchivs verhandelt; am 23.01.1942 gestattete dieser, Herr Ing. C.W.E. van Voorst van Beestm durch Depositalvertrag die Überführung der Akten in das Staatsarchiv Osnabrück (Acc. 8/42).

Um die Benutzung der zwar sauber in steife Deckel gebundenen, aber ohne Aktenrubren schwer benutzbaren Akten zu erleichtern, entstand das vorliegende Verzeichnis als leicht gekürzte Übersetzung aus dem niederländischen Archivinventar. Die Systematik wie auch die laufende Nummern innerhalb des größeren Zusammenhanges des Hausarchivs Barting wurde der Einfachheit halber beibehalten. Was aus dem Drostenarchiv 1942 nicht nach Deutschland gekommen ist, vielleicht auch schon seit 1910 verloren gegangen ist (schon im Exemplar des Joosting aus der Dienstbibliothek des Staatsarchivs Osnabrück Nr. 310 mit Bleistift als fehlend bezeichnet), wurde zwar übersetzt, aber als fehlend im Findbuch vermerkt.

September 1962
(Dieter Matthes)

Ergänzt durch Acc. 33/75: (Nr. 650a, 570a-c. 583a)