NLA OL Best. 23

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel

Oldenburgische Klöster und Stifter

Laufzeit

1218-1791

Bestandsdaten

Kurzbeschreibung

Der Bestand enthält Urkunden und Amtsbücher der oldenburgischen Klöster, Stifter und Johanniterkommenden sowie die Überlieferung der Friesischen Seelande und Bauernfreistaaten.

Bestandsgeschichte

Best. 23 und Best. 23 Urk Oldenburgische Klöster und Stifter

Zeit: (1091) 1194-1791
Umfang: 9,2 lfd. m; 1514 Verzeichnungseinheiten (46 Amtsbücher und 1468 Urkunden)
Erschließung: Archivdatenbank/Internet; für die Urkunden zusätzlich: Oldenburgisches Urkundenbuch Bd. 4
Lagerungsbestände: Best. 23-1-Best. 23-3; Best. 23-5; Best. 23-6; Best. 289

Das älteste Kloster des Oldenburger Landes war das Benediktinerkloster St. Marien zu Rastede, dessen Kirche 1091 geweiht wurde. Aus Schenkungen gräflicher Stifter verfügte es über einen reichen Grundbesitz in Ostfriesland, im Ammerland, in Stedingen und östlich der Weser im Bereich des sog. Wümmegaus. Im Zuge der Reformation wurde das Kloster vor 1539 säkularisiert. Im Kloster Rastede entstand auch der (heute in der Landesbibliothek verwahrte) so genannte Oldenburger Sachsenspiegel, eine 1336 von dem Mönch Hinrich Gloystein gefertigte Abschrift für den Oldenburger Grafen für den "Dienstgebrauch". Etwas eher entstand die Rasteder Chronik, die die Zeit von 1059 bis 1892 betrifft. Der Urkundenbestand des Klosters Rastede (Best. 23-1) umfasst 247 Urkunden für die Zeit von 1218-1582; davon sind 238 Stück (bis 1566) im Oldenburgischen Urkundenbuch Bd. 4 (Nr. 1-238) gedruckt. Die 14 Amtsbücher, darunter auch Urkundenkopiare, enthalten die Rasteder Chronik mit dem Liber Vitae und dem Kopiar (Druck im Friesischen Archiv Bd. 2, Oldenburg 1854, S. 228-289 und in den Monumenta Germaniae Historica, Scriptores Bd. 25 (1880), S. 495-514).

Die Überlieferung des 1232 von Mönchen aus dem Zisterzienserkloster Marienthal bei Helmstedt gegründeten Zisterzienserklosters Hude bildet den Bestand 23-2. Es handelt sich um 261 Urkunden von 1194-1692, dazu kommen noch 76 Urkundenfragmente ab 1277. Drei Amtsbücher (Beschreibungen der Einnahmen und Urkundenkopiare) stammen aus der Zeit um 1560. Im Oldenburgischen Urkundenbuch 4 (Nr. 239-602) sind 363 Urkunden für das Kloster Hude regestiert und überwiegend abgeschrieben, dabei auch Nachrichten, Zeugenaussagen und Prozessabschriften aus der Aktenüberlieferung und aus anderen Archiven über die von Graf Anton I. von Oldenburg betriebene Säkularisation des Klosters.

Das auf Initiative des Grafen Johann von Oldenburg und einer stiftbremischen Rittergesellschaft um die Ritter von Bederkesa, Wersabe u.a. gegründete Dominikanerinnenkloster Blankenburg wurde 1294 geweiht. Von dort aus wurde die Urbarmachung des riesigen Moorgebietes bei Tweelbäke begonnen, jedoch litt die Klostergründung an den häufigen Überflutungen. Unter Graf Anton I. von Oldenburg wurde das Kloster bis 1577 aufgehoben und in ein Vorwerk mit Brauerei umgewandelt. 1632 wurde von Graf Anton Günther dort ein Armen- und Siechenhaus geschaffen, welches später Heil- und Bewahranstalt wurde. Als Überlieferung aus der Klosterzeit lagern in Best. 23-3 insgesamt 215 Urkunden aus den Jahren 1291-1557. Diese Urkunden liegen regestiert und überwiegend abgeschrieben im Oldenburgischen Urkundenbuch Bd. 4 (Nr. 603-866) vor, darüber hinaus sind auch andere Notizen und kopiale Überlieferungen aus Akten und aus anderen Archiven in das Urkundenbuch eingeflossen. Vier Amtsbücher aus dem 14. Jahrhundert bis 1509 geben vor allem durch die Güterregister und Urkundenkopiare weitere Ergänzungen. Zur jüngeren Überlieferung siehe Best. 28 (Armenhaus Kloster Blankenburg) und Best. 70 (Regierung Oldenburg), Abt. XVI (Fonds und milde Stiftungen).

Das Archiv des 1377 durch das Grafenhaus gegründeten Kollegiatstifts St. Lamberti in Oldenburg (Best. 23-5) umfasst insgesamt 497 Urkunden für die Zeit von 1342-1596. Diese Urkunden liegen regestiert und überwiegend abgeschrieben im Oldenburgischen Urkundenbuch Bd. 4 (Nr. 913-1367) vor, darüber hinaus sind auch andere Notizen und kopiale Überlieferungen aus Akten und aus anderen Archiven in das Urkundenbuch eingeflossen. Die 13 Amtsbücher, überwiegend Einkünfteregister und Urkundenkopiare, decken die Zeit von ca. 1400 bis 1553 ab. 1531 begann Graf Anton I. von Oldenburg mit ersten Besitzwegnahmen; schließlich wurde das Stift 1558 endgültig aufgelöst.

Das in Best. 23-6 überlieferte und 1285 gegründete Kollegiatstift St. Mariae zu Delmenhorst umfasst 23 Urkunden aus der Zeit von 1285-1584 und sechs Amtsbücher sowie Einkünfte- und Güterverzeichnisse von 1560-1590. Die Urkunden sind regestiert und zumeist abschriftlich im Oldenburgischen Urkundenbuch Bd. 4 (Nr. 877-912) zu finden, dabei wurde auch kopiale Überlieferung aufgenommen. Im Zuge der Reformation wurde das Kollegiatstift aufgelöst und sein Besitz bald nach 1531 von Graf Anton I. übernommen.

Die Überlieferung des Karmeliterklosters Atens (Best. 23-4) umfasst nur eine Urkunde des Klosters Atens von 1517, sie ist gedruckt im Oldenburgischen Urkundenbuch Bd. 2, Nr. 272; die andere ist wohl nur eine Notiz. Das Karmeliterkloster Atens wurde um 1505 gegründet, dessen Prior und acht Mönche erhielten vermutlich die Güter der 1418 zerstörten "Friedeburg". Als Klosterkirche fungierte die Atenser Kirche. Das Prioratssiegel, welches Christus am Kreuz mit Maria und Johannes zeigte, trug die Umschrift: "Sigillum Prioris Conventus Athensiensis". Das Atenser Kloster war früh von der reformatorischen Theologie beeinflusst. Graf Anton I. von Oldenburg zog nach 1531 die Güter ein.

Die Überlieferung der Johanniterkommenden ist sehr trümmerhaft. Die Kommenden Bredehorn (mit den Höfen Grabhorn, Jührden und Lindern), Witleke, Inte, Roddens und Stick sind leider nicht überliefert; man kann aber auf die Ergänzungsüberlieferung in Best. 20-16, Nr. 27 a zurückgreifen. Von der Johanniterkommende Hoven (Dangast) liegt lediglich eine Urkunde von 1443 (Best. 28-8) vor, und von der Johanniterkommende Strückhausen sind nur zwei Urkunden von 1521 und 1596 (Best. 23-11) überliefert. Diese Urkunden sind im Oldenburgischen Urkundenbuch Bd. 4 (Nr. 867-876) zu finden, dort ist auch die weitere schriftliche Überlieferung aus anderen Urkundenbeständen und Zusammenhängen enthalten.

Urkundenabschriften finden sich in Slg 80, Signaturen Best. 289 Nr. 417-420.

Inhalt:
Urkunden (Best. 23 Urk): Kloster Rastede: 1218-1582 (232, davon 13. Jh.: 21; 14. Jh.: 62, 15 Jh.: 68; 16. Jh.: 81); Kloster Hude: Urkundenausfertigungen 1194-1560 (375, davon 12. Jh.: 1; 13. Jh.: 95; 14. Jh.: 187; 15. Jh.: 46; 16. Jh.: 46); Urkundenfragmente: 76); Kloster Blankenburg 1291-1557 (257, davon 13. Jh.: 11; 14. Jh.: 162; 15. Jh.: 56; 16. Jh.: 27; ein undatiertes Fragment); Karmeliterkloster Atens 1517 (1); Stift St. Lamberti in Oldenburg 1342-1596 (500, davon 14. Jh.: 73; 15. Jh.: 206; 16. Jh.: 221); Kollegiatstift Delmenhorst 1285-1584 (24, davon 13. Jh.: 1; 14. Jh.: 3; 15. Jh.: 9; 16. Jh.: 11); Johanniterkommende Hoven-Dangast 1443 (1); Johanniterkommende Strückhausen 1521-1596 (2).
Amtsbücher (Best. 23): Kloster Rastede 1059-1892 (14); Kloster Hude 16. Jh. (3); Kloster Blankenburg 1300-1509 (4); Stift St. Lamberti in Oldenburg 1400-1600 (19); Kollegiatstift Delmenhorst 1500-1600 (6).

Literatur:
Siehe hierzu die Handbuchartikel mit Literaturverweisen im 2012 erschienenen Niedersächsischen Klosterbuch: Josef Dolle (Hg.), Niedersächsisches Klosterbuch. Verzeichnis der Klöster, Stifte, Kommenden und Beginenhäuser in Niedersachsen und Bremen von den Anfängen bis 1810, Bd. 1-4, Bielefeld 2012.

Verwandte Bestände:
Best. 20 (Grafschaft Oldenburg); Best. 24 (Friesische Seelande und Bauernfreistaaten); Best. 70 (Regierung Oldenburg); Best. 71 (Kammer Oldenburg); Best. 90 (Herrschaft Jever); Best. 109 (Alexanderstift Wildeshausen); Best. 116 (Klöster des Niederstifts Münster, dabei Essen und

Bokelesch).

Informationen/Notizen

Zusatzinformationen

Abgeschlossen: Nein

teilweise verzeichnet