NLA AU Rep. 226/ 3

  • Zugeordnete Objekte zeigen
  • Drucken
  • Mit Strg+C oder Rechtsklick kopieren.
    Verlinken
  • Versenden
  • Verbessern

Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel

Freepsumer Meer-Kompanie

Laufzeit

1664-1985

Bestandsdaten

Kurzbeschreibung

Zwischen 1611 und 1775 wurde nicht weniger als viermal versucht, den Binnensee "Freepsumer Meer" trockenzulegen. Erst die Interessenten der 1768 gegründeten Freepsumer Meer-Kompanie hatten schließlich dauerhaften Erfolg. 1774 konnte das neugewonnene Land verteilt und rund 100 Jahre später auch der Erbpachtkanon abgelöst werden.

Bestandsgeschichte

Innerhalb von 160 Jahren wurde nicht weniger als viermal versucht, den südlich von Freepsum und westlich von Groß Midlum gelegenen Binnensee "Freepsumer Meer" trockenzulegen und ihn in fruchtbaren Boden zu verwandeln. Erstmals wagte sich der Niederländer Claeß Rollwagen im Jahre 1611 an dieses Unternehmen; es war zugleich der erste Versuch der Trockenlegung eines Binnenmeeres in Ostfriesland überhaupt. Ein Vierteljahrhundert später (1637 /1638) scheiterte auch der niederländische Adlige Bernhard Coenders van Helpen an seinem Vorhaben. Einen Erbpachtsvertrag mit der gräflichen Regierung schlossen 1663 der Landrentmeister Warner Conring, der Kommandant der niederländischen Truppen in Emden Wilhelm de Nove und deren Mitinteressenten. In neun Wochen wurde das Meer dank des Einsatzes von Wasserschöpfmühlen leergemahlen, aber schon 1682 mußte das Land wieder aufgegeben werden. Die vom bekannten Landmesser Johann von Honart erstellte Pergamentkarte ist noch heute in Privatbesitz überliefert (Dep. 41, K Nr. 1 und 2). Mehrere Trockenlegungspläne der Folgezeit konnten nicht realisiert werden.

Erst die Interessenten der Freepsumer Meer-Kompanie, die sich im Jahre 1768 zusammenschlossen und 1769 mit der Trockenlegung begannen, hatten schließlich dauerhaften Erfolg, so daß sie das neugewonnene Land im Umfang von 115 Hektar zum 1. Mai 1771 in Erbpacht nehmen konnten. Der hierüber mit der Ostfriesischen Kriegs- und Domänenkammer in Aurich geschlossene Vertrag datiert vom 3. Mai 1771, seine Bestätigung durch Friedrich den Großen vom 31. Juli 1771. Am 12. Februar 1774 konnte das neugewonnene Land unter den Interessenten verteilt, rund 100 Jahre später auch der Erbpachtkanon abgelöst werden.

Trotz etlicher Rückschläge hat das Werk bis heute Bestand. Nicht so die erfolgreiche Freepsumer Meer-Kompanie, denn nachdem sie bereits im Jahre 1974 ihre Verpflichtungen an den I.

Entwässerungsverband Emden, Sitz Pewsum, abgetreten hatte, veräußerte sie schließlich 1985 diesem auch unentgeltlich die verbliebenen Grundstücke. Damit endete faktisch die über 200jährige Geschichte der Freepsumer Meer-Kompanie, auch wenn ein förmlicher Auflösungsbeschluß bislang nicht gefaßt wurde.

Die Familie v. Frese auf Hinte verwaltete seit 1833 ehrenamtlich die Stelle des Buchhalters bzw. Rechnungsführers der Freepsumer Meer-Kompanie. Nachdem schon 1985 zwischen der Kompanie und dem I. Entwässerungsverband abgesprochen worden war, die Rechnungsbücher und Akten eines Tages dem Niedersächsischen Staatsarchiv zu übergeben, wurden diese schließlich im Juni 1998 von Herrn Wilfried von Frese dem Staatsarchiv dankenswerterweise überreicht (Acc. 1998/15). Hier ergänzen die Unterlagen nunmehr die staatliche Überlieferung, vor allem jene in Rep. 6.

Eingehend beschrieben wurde die Geschichte der Trockenlegung des Freepsumer Meeres durch Gerhard de Buhr, der auch die archivierten Rechnungsbücher und Akten benutzt hat. Im Anhang seiner Darstellung befindet sich die Wiedergabe der wichtigsten Quellen.

Aurich, Juni 1998 / September 2004

Dr. Wolfgang Henninger




Quellen::

Rep. 4, B IX b, Nr. 7; Rep. 6, Nr. 1645, 1646; Rep. 15, Nr. 2655, Rep. 28, Nr. 659, 1986; Rep. 226/3, 1, 3; Rep. 244, A 2117 (1779), A 3612 (1779), A 5300 (1746), A 5305 (1774); Dep. 4, IX, Nr. 5b, S. 53-54; Dep. 41, K Nr. 1 und 2.


Literatur:
Gerhard de Buhr, Das Freepsumer Meer. 200 Jahre Freepsumer Meerkompagnie, in: Jannes Ohling (Hrsg.), Die Mündungs- und Unterschöpfwerke im I. Entwässerungsverband Emden - Sitz Pewsum, Pewsum 1973, S. 9-34 (dort weitere

Literatur)

Informationen/Notizen

Zusatzinformationen

Abgeschlossen: Nein

teilweise verzeichnet

Georeferenzierung

Bezeichnung

Freepsum [Wohnplatz]

Zeit von

1

Zeit bis

1

Objekt_ID

11152

Ebenen_ID

1