NLA OL Erw 102

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel

Familie von Münnich

Laufzeit

1630-2009

Bestandsdaten

Kurzbeschreibung

Das Familienarchiv von Münnich besteht aus Teilen eines echten Familienarchivs, das sich bis 1950 im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg befand, und aus einer Quellensammlung des Staatsarchivs zur Familie von Münnich.
Zu der u.a. in Neuenhuntorf bei Oldenburg begüterten Familie gehören der Amtmann Rudolf Mönnich (Münnich), sein Sohn, der Deichgräfe und Esenser Drost Anton Günther von Münnich (1650-1721), dessen Söhne Johann Rudolf von Münnich (1678-1730) und Burchard Christoph Graf von Münnich (1683-1767), sowie des letzteren Sohn Ernst Graf von Münnich (1708-1788). B. C. Graf von Münnich und sein Sohn standen in russischen Diensten.

Beschreibung

Erw 102 Familie von Münnich
Zeit: 1630-2014
Umfang: 5,8 lfd. m; 103 Verzeichnungseinheiten; 6 Gemälde
Erschließung: Archivdatenbank/Internet
Lagerungsbestand: Best. 272-4

Geschichte des Bestandsbildners

Sowohl in der Geschichte des oldenburgischen und ostfriesischen Deichwesens als auch in der Geschichte der deutsch-russischen Beziehungen spielte die Familie von Münnich eine bedeutende Rolle. Sie besaß u.a. die Güter Neuenhuntorf, Brokdeich und Münchenau. Rudolf Münnich (1608-1667) wirkte als gräflicher Vogt in der Vogtei Wüstenland. Sein Sohn Anton Günther von Münnich (1650-1721) wurde ein angesehener Generaldeichgräfe und Deichfachmann ("Oldenburgischer Deich-Band", Leipzig 1767). 1702 erhielt er die Bestätigung seines (angeblichen) Reichsadels. Zeitweise amtierte er auch als Drost des Fürsten von Ostfriesland inEsens. Anton Günthers zweiter Sohn Burchard Christoph Graf von Münnich (1683-1767) machte die glänzendste Karriere aller Familienmitglieder. Ihm gelang von 1723 bis 1732 der Bau des Ladogakanals östlich von St. Petersburg. Als russischer Generalfeldmarschall kämpfte er erfolgreich gegen die Türken. Im Jahrzehnt zwischen 1730 und 1740 gehörte Münnich mit Graf Ostermann und Graf Biron zu den einflussreichen deutschen Beratern der Kaiserin Anna Iwanowna. Nach seiner Verbannung nach Sibirien von 1742 bis 1762 von Kaiser Peter III. amnestiert, stand Graf Münnich bis zu seinem Tod als Berater in Diensten von Kaiserin Katharina der Großen. Er beschäftigte sich auch noch in späten Jahren mit Wasserbaufragen in seiner oldenburgischen Heimat und mit der Ausstattung des Gutes und der Kirche in Neuenhuntorf. Seit Sohn Ernst Graf von Münnich (1708-1788) machte ebenfalls Karriere im russischen Verwaltungsdienst. Einige seiner Kinder und Nachfahren blieben in Russland, andere kehrten ins Großherzogtum Oldenburg zurück. Hier lebte Friedrich Franz Graf von Münnich (1788-1870) als Kammerherr des Großherzogs von Oldenburg. Mit seinem Neffen Christoph Graf von Münnich (1825-1902) starb der oldenburgische Zweig der Grafen von Münnich aus.

Bestandsgeschichte

Bei Erw 102 (Best. 272-4) handelt es sich sowohl um einen Teil des Familienarchivs - eine Schenkung des letzten Grafen an das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg, die 1950 dem Staatsarchiv Oldenburg überlassen wurde - als auch um eine vom Staatsarchiv Oldenburg seit mindestens den 1930er Jahren angelegte archivische Quellen- und Literatursammlung zur Familie von Münnich. Die Portraitbilder aus dem Nürnberger Nachlass werden ebenfalls im Staatsarchiv verwahrt. Auch der in den Besitz der Familie von Rössing gelangte Teil des Familienarchivs befindet sich inzwischen im Bestand des Gutsarchivs Lage (Dep 106) als Depositum des Museumsdorfs Cloppenburg im Staatsarchiv. Trotz seines eher geringen Umfangs enthält der Bestand Erw 102 biographisch und kulturhistorisch hochrangige Dokumente, unter denen die autobiographischen Quellen besonders hervorzuheben sind. Hinzuweisen ist außerdem auf z.T. seltene Veröffentlichungen zu Burchard Christoph Graf von Münnich in der Dienstbibliothek des Staatsarchivs. Der Bestand wurde 2008 erstmals archivfachlich verzeichnet und signiert.

Enthält

Inhalt:
Familienarchiv: Anton Günther von Münnich (1650-1721) (13); Burchard Christoph Graf von Münnich (1683-1767) (25); Ernst Graf von Münnich (1708-1788) (15); Gerahmte Portraitbilder 1721-1902 (6); Adelsgeschichtliche Sammlung des Staatsarchivs Oldenburg zur Familie von Münnich (und sonstige Quellenhinweise): Archivische Quellensammlung (mit Reproduktionen aus anderen Archiven bzw. von Editionen und Hinweisen auf sonstige Bestände) 1630-2009 (33); Literatur über die Familie von Münnich (siehe auch Nürnberger Nachlass) 1911-2014(16); Portraits von Mitgliedern der Familie von Münnich 1710-1789 (11); Karten, Pläne, Zeichnungen 1700-1763 (8).

Literatur

Christian Friedrich Hempel, Leben, Thaten und betrübter Fall des weltberufenen russischen Grafens Burchards Christophs von Münnich, 1. Aufl. Bremen 1742 und 2. Aufl., Bremen 1743 (beide Auflagen in der Dienstbibliothek); Melchior Vischer, Münnich: Ingenieur - Feldherr - Hochverräter, Frankfurt a. M. 1938; Gustav Nutzhorn, Genealogie der Familie des russischen Generalfeldmarschalls Burchard Christoph von Münnich, in: Oldenburgische Familienkunde 16, 1974, S. 3-30 (mit Ergänzungen 18, 1976, S. 339-341); Hans Friedl, Art. "Anton Günther von Münnich", und "Johann Rudolf von Münnich", in: Hans Friedl (Hg. u.a.), Biographisches Handbuch zur Geschichte des Landes Oldenburg, Oldenburg 1992, S. 495-496, 499-500; Robert Meyer, Art. "Burchard Christoph von Münnich", in: ebd., S. 496-499; Ursula Feder, Art. "Burchard Christoph Graf v. Münnich", in: Neue Deutsche Biographie, Bd. 18, Berlin 1997, S. 530-532; Brigitta Berg, Burchard Christoph von Münnich - die Beurteilung, Darstellung und Erforschung seines Wirkens in Rußland in der deutschen und russischen Historiographie. Versuch einer Perspektivenuntersuchung an Hand von Beispielen, Oldenburg 2001; Brigitta Berg, Burchard Christoph Reichsgraf von Münnich 1683-1767. Ein Oldenburger in Zarendiensten, Oldenburg 2011.

Verwandte Bestände:
Best. 20 (Grafschaft Oldenburg); Dep 50 (Hausarchiv Holstein-Gottorf); Dep 106 (Gut Lage). Siehe zudem folgende Bestände im Staatsarchiv Aurich: Rep. 4 Gräflich-fürstliches Archiv (A. G. von Münnich, G. W. von Münnich, J. R. von Münnich); Rep. 241 (Manuskripte, hier: A. G. von Münnich); Dep. 1 (Ostfriesische Landschaft); Dep. 1 Msc (Ostfriesische Landschaft, Manuskripte, hier: A. G. von Münnich).

Informationen/Notizen

Zusatzinformationen

teilweise verzeichnet

Abgeschlossen: Nein

Georeferenzierung

Bezeichnung

Oldenburg

Zeit von

1937

Zeit bis

1937

Objekt_ID

22626816

Ebenen_ID

30