NLA OL Dep 50

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel 

Hausarchiv Holstein-Gottorf

Laufzeit 

1703-1900

Bestandsdaten

Kurzbeschreibung 

Im Hausarchiv Holstein-Gottorp sind alle Bestände vereinigt, die sich im Besitz der großherzoglichen Familie befinden. Dazu gibt es auf Schloss Güldenstein noch weitere Überlieferung. Benutzung nur nach Genehmigung.

Bestandsgeschichte 

Dep 50 Hausarchiv Holstein-Gottorf
Zeit: (1300) 1530-1919
Umfang: 51,2 lfd. m; 3100 Verzeichnungseinheiten
Erschließung: Archivdatenbank/Internet
Lagerungsbestände: Best. 5; Best. 6; Best. 7; Best. 8; Best. 9-1; Best. 10-1 und 10-2
Achtung: Benutzungserlaubnis des Eigentümers ist vor der Einsichtnahme erforderlich!

Im Depositum 50 sind die Archivalien zusammengefasst, die sich im Eigentum der Familie der ehemaligen Großherzöge von Oldenburg befinden. Es handelt sich um die Lagerungsbestände Best. 5 (Nachlass verwandter Fürsten), Best. 6 (Nachlass der Herzöge von Oldenburg), Best. 7 (Herzogliche Privaturkunden), Best. 8 (Hof- und Privatkanzlei), Best. 9-1 (Kabinett des Großherzogs), Best. 10-1 (Hofintendantur: Schatullkasse der Königin Amalie) und Best. 10-2 (Hofintendantur: Schatullkasse der Prinzen Alexander und Peter).
Bei der Ordnung der Archivbestände im neu gebildeten "Haus- und Centralarchiv" durch den großherzoglichen Archivar Wilhelm Leverkus (1808-1870), der das Provenienzprinzip als Ordnungskriterium nicht anwandte, kam es im 19. Jahrhundert zu keiner scharfen Trennung zwischen den Archivalien der Fürstenfamilie und des Staates. Dies geschah auch nicht in Folge der Einführung des Staatsgrundgesetzes von 1852, durch das das fürstliche Privatvermögen und das Staatsvermögen getrennt wurden. Das Depositum Gottorpianum, wie das Hausarchiv als Teil des Haus- und Centralarchivs genannt wurde, erhielt erst um 1890 von Georg Sello (1850-1926) eine neue Ordnung. Die in Oldenburg verbliebenen Teile des großherzoglichen Hausarchivs wurden bei der 1919 notwendig gewordenen völligen Aufteilung in Landes- und Privatvermögen als großherzogliches Depositum im nunmehrigen Staatsarchiv belassen. Eine Überprüfung der im 19. Jahrhundert vorgenommenen Aufteilung fand nicht statt, ebenso wenig eine vertragliche Regelung über die Aufbewahrung.

Das Depositum Gottorpianum blieb Teil des Landesarchivs, andererseits wurden Akten aus der Verwaltung (so die Akten des Ministeriums des Großherzoglichen Hauses) an die großherzogliche Familie abgegeben. Parallel entstand in Holstein (Güldenstein bei Lensahn) ein zweites Hausarchiv, in das noch 1938, als zeitweise der Plan eines zentralen Hausarchivs in Eutin bestand, Akten der Hofverwaltung aus Oldenburg, die noch in Oldenburg lagerten (u.a. Schatullkasse, Kammerherrenamt, Ordenskanzlei, Hofmarschallamt) und noch nicht in das Landesarchiv gelangt waren, gebracht wurden. Dieser Teil des Hausarchivs ist heute im Schloss in Eutin untergebracht und nach Rücksprache mit dem Eigentümer benutzbar. Auch die Nutzung der Archivalien des im Staatsarchiv Oldenburg betreuten Teils des Herzoglichen Hausarchivs ist genehmigungspflichtig. Der Antrag auf Benutzungserlaubnis ist jeweils schriftlich an die Herzoglich Oldenburgische Verwaltung in 27738 Güldenstein zu richten (E-Mail: info@hov.de).
Im oldenburgischen Teil des Hausarchivs ragen die Nachlässe von Herzog Peter Friedrich Ludwig (1755-1829) und Großherzog Paul Friedrich August (1783-1853) heraus. Sie regierten das Herzogtum bzw. Großherzogtum Oldenburg von 1785 bis 1829 bzw. von 1829 bis 1853, in einer Zeit, in der das Herrschaftsgebiet der neuen Oldenburger Linie seine größte Ausdehnung erhielt und die politischen Gestaltungsmöglichkeiten noch gegeben waren, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch die preußische Dominanz in Norddeutschland bzw. durch die Reichsgründung erheblich eingeschränkt wurden. Peter Friedrich Ludwig gilt neben dem im 17. Jahrhundert wirkenden Grafen Anton Günther als bedeutendster oldenburgischer Regent. Er regierte ebenso absolutistisch wie sein Nachfolger Paul Friedrich August, der es schaffte, das Land bis 1848 ohne landständische Verfassung zu belassen; beide waren freilich patriarchalisch denkende, das Staatswohl in den Vordergrund stellende Landesfürsten, die insbesondere ihrer Residenzstadt Oldenburg ihren Stempel aufdrückten. In den Nachlässen beider Regenten befindet sich - wie der Gliederung leicht zu entnehmen ist - umfangreiches Verwaltungsschriftgut dieser Zeit.

Die europäische Bedeutung des Hauses Holstein-Gottorf, aus dem das oldenburgische Regentengeschlecht hervorging, dokumentiert sich im umfangreichen Schriftwechsel Peter Friedrich Ludwigs vor allem mit russischen Korrespondenzpartnern. Im Hausarchiv befindet sich zudem der Nachlass der Königin Amalie Friederike von Griechenland (1818-1875), einer Tochter von Großherzog Peter Friedrich Ludwig. Die Nachlasse der letzten beiden Großherzöge Nikolaus Friedrich Peter (1827-1900, Regent ab 1853) und Friedrich August (1852-1931, Regent von 1900 bis zur Abdankung 1918) befinden sich im Wesentlichen im Eutiner Teil des Hausarchivs.

Inhalt:
Nachlässe verwandter Fürsten: Nachlass des Prinzen Maximilian von Hessen-Kassel 1708-1753 (23); Nachlass des Prinzen Konstantin Friedrich Peter von Oldenburg 1830-1881 (26); Nachlasse des herzoglichen Hauses: Nachlass des Herzogs Friedrich August 1678-1785 (140); Nachlass der Herzogin Ulrike Friederike Wilhelmine von Hessen-Kassel 1787 (1); Nachlass des Erbprinzen Peter Friedrich Wilhelm 1768-1820 (169); Nachlass des Herzogs Peter Friedrich Ludwig 1530-1843 (1301), darunter: Oldenburgische Hofangelegenheiten 1779-1836 (20); Finanz- und Rechnungswesen 1655-1843 (68); Allgemeine Angelegenheiten des Herzogtums Oldenburg 1777-1829 (110); Korrespondenz mit Einzelpersonen (u.a. russische Staatsmänner, Generäle und Beamte) 1763-1829 (681); Handakten von einzelnen Staatsdienern (Baron von Brandenstein, Minister von Hammerstein, Staatsrat Lentz, Kammerrat Mentz, Kabinettsrat Trade) 1774-1839 (43); Nachlass der Herzogin Friederike Elisabeth Amalie von Württemberg-Mömpelgard 1777-1785 (1);

Nachlass des Großherzogs Paul Friedrich August 1806-1900 (536), darunter: Generalgouverneur von Estland 1810-1815 (40); Angehörige der Großherzoglichen Familie (Großherzogin Cäcilie, Erbgroßherzog Nikolaus Friedrich Peter, Königin Amalie von Griechenland, Herzogin Elisabeth Marie Friederike, Herzog Anton Günther Friedrich Elimar, Prinz Konstantin Friedrich Peter) 1830-1858 (35); Korrespondenz mit Einzelpersonen 1813-1852 (48); Oldenburgische Hofangelegenheiten (u.a. Hofämter und Hofbedienstete, Hoffeiern und Hofveranstaltungen, Hofkasse, Ordenssachen) 1819-1853 (48); Schlösser, Gärten und Chausseen 1839-1854 (7); Museen, Kunstsammlungen, Bibliotheken 1828-1856 (16); Ordenssachen 1839-1854 (15); Korrespondenz von Oldenburger Hof- und Staatsbeamten 1807-1853 (16); Suppliken und Einzelgesuche von Privatpersonen 1817-1857 (62); Oldenburgische Staatsangelegenheiten (u.a. Verhältnis zu anderen Staaten, Bundestagsgesandte, Finanzwesen, Handel, Handwerk, Schifffahrt, Schulsachen, Militaria) 1806-1877 (74); Nachlass der Erbprinzessin Ida, Prinzessin von Anhalt-Bernburg-Schaumburg 1809-1828 (13); Nachlass der Großherzogin Elisabeth Pauline Alexandrine, Prinzessin zu Sachsen-Altenburg 1860-1867 (1); Nachlass der Königin Amalie Friederike von Griechenland, Herzogin von Oldenburg 1828-1893 (108); Großherzogin Cäcilie von Oldenburg 1827-1844 (21); Nachlass des Großherzogs Nikolaus Friedrich Peter 1812-1895 (17); Herzogliche Privaturkunden 1643-1919 (329); Hof- und Privatkanzlei 1830-1919 (108); Kabinett des Großherzogs 1719-1909 (54); Hofintendantur: Hofmarschallamt und Schatullkasse der Königin Amalie von Griechenland 1770-1876 (125); Hof- und Schatullkasse der Prinzen Alexander und Peter 1786-1890 (167); Hofmarschallstab 1868-1885 (1); Kammerherrenstab 1841-1905 (3); Karten 1725-1792 (28).
.

Literatur:
Heinrich Schmidt (Hg.), Peter Friedrich Ludwig und das Herzogtum Oldenburg. Beiträge zur oldenburgischen Landesgeschichte um 1800, Oldenburg 1979; Friedrich-Wilhelm Schaer (Bearb.), Herzog Peter Friedrich Ludwig von Oldenburg. Der Begründer eines modernen oldenburgischen Staats. Ausstellung im Niedersächsischen Staatsarchiv Oldenburg vom 25. Februar bis 25. März 1986, Oldenburg 1986; Friedrich Wilhelm Schaer/Albrecht Eckhardt, Herzogtum und Großherzogtum Oldenburg im Zeitalter des aufgeklärten Absolutismus, in: Albrecht Eckhardt/Heinrich Schmidt (Hg.), Geschichte des Landes Oldenburg, 4. Aufl. Oldenburg 1993, S. 272 ff. und Albrecht Eckhardt, Der konstitutionelle Staat (1848-1918), in: ebda., S. 333 ff.; Gudrun Liegl (Bearb. u.a.), Herzog Peter Friedrich Ludwig und das Bildungsideal im Zeitalter der Spätaufklärung, hg. vom Landesmuseum Oldenburg, Oldenburg 1995; Gisela Niemöller, Die Engelinnen im Schloß. Eine Annäherung an Cäcilie, Amalie und Friederike von Oldenburg, Oldenburg 1997; Amalie 1818-1875. Herzogin von Oldenburg, Königin von Griechenland, hg. vom Kunst- und Kulturkreis Rastede, Oldenburg 2004; Margarethe Pauly, Stammtafeln der Großherzöge von Oldenburg und verwandter Fürstenhäuser in Europa, Oldenburg 2004; Jörgen Welp (Red.), Herzog Peter Friedrich Ludwig (1755-1829) zum 250. Geburtstag, hg. von der Oldenburgischen Landschaft, Oldenburg 2006; Gerd Steinwascher, Die Oldenburger. Geschichte einer europäischen Dynastie, 2. Aufl. Stuttgart 2011.

Verwandte Bestände:
Best. 10 (Hofverwaltung); Best. 31 (Kabinettsregistratur Oldenburg); Best. 70 (Regierung Oldenburg); Best. 130 - Best. 137 (Oldenburgische Ministerien); Beamtennachlässe in Erw 70; Erw 71 (Nachlass Holmer); Erw 83 (Nachlass Strackerjan).

Ergänzung:
Die Signaturen Best. 10-2 Nr. 85 und 86 sind nicht belegt.

Informationen/Notizen

Zusatzinformationen 

Abgeschlossen: ja