NLA OL Dep 114

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel 

Oldenburgische Literarische Gesellschaft von 1779

Laufzeit 

1685-1961

Bestandsdaten

Kurzbeschreibung 

Die Oldenburgische Literarische Gesellschaft von 1779 existiert heute noch als geschlossener Kreis, um eigene und fremde literarische Werke zu lesen und zu über sie zu diskutieren.

Bestandsgeschichte 

Dep 114 Oldenburgische Literarische Gesellschaft von 1779
Zeit: 1685, 1779-2017
Umfang: 2,6 lfd. m; 302 Verzeichnungseinheiten
Erschließung: Archivdatenbank
Lagerungsbestand: Best. 279-6

In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts gründeten sich im Zuge der Aufklärung in fast allen Territorien Lesezirkel oder Literarische Gesellschaften, die in ihrer Form sehr unterschiedlich sein konnten und zum Teil exklusiv und akademischgroßbürgerlich ausgerichtet waren wie in Oldenburg. Der 1779 vor allem auf Initiative des aufgeklärten Beamten und Schrifstellers Georg Anton von Halem nach Hamburger Vorbild (Klopstock) in Oldenburg gegründete Verein setzte sich in den ersten Jahrzehnten zum größten Teil aus höheren adligen und bürgerlichen Beamten und Ärzten zusammen, später wurden auch andere Akademiker zugelassen. Die Mitglieder der Literarischen Gesellschaft entstammten der gebildeten Oberschicht der Residenz- und Hauptstadt Oldenburg. Unter den Gründungsmitgliedern waren neben von Halem vor allem der Hofarzt Gerhard Anton Gramberg und der Privatsekretär des Herzogs von Oldenburg Carl Anton von Bedeutung.
Die Oldenburgische Literarische Gesellschaft ist bis heute ein 12 Mitglieder umfassender Lese- und Debattierklub, der alle Themen der Gegenwart in seinen 14-tägigen Sitzungen behandelt und protokolliert. Nach auswärts verzogene ehemalige Mitglieder gehören dem Verein als Ehrenmitglieder an. Alljährlich findet Mitte Dezember die Stiftungsfeier statt, zu denen besondere Vorträge gehalten werden. Der jeweilige Sekretär der Gesellschaft führt die Protokollbücher, die ohne Unterbrechung seit 1811 im Bestand überliefert sind; die früheren Bände sind im Haus von Halems in der Franzosenzeit verbrannt. Entsprechend dem hohen Anteil an Juristen in der Gesellschaft standen früher Fragen des Staatsrechts und der Jurisprudenz unter den Lese- und Diskussionsthemen an erster

Stelle. Es folgten dann die Themenbereiche Theologie, Medizin und Landesökonomie. Zeitweise hatte der Großherzog von Oldenburg das Protektorat inne.
Zum Bestand gehören auch Protokolle der kurzzeitig um 1800 bestehenden "Damen- Gesellschaft" und "Humanen Gesellschaft", "Erinnerungen" und Reisetagebücher des oldenburgischen Oberst Johann Gerhard von der Lippe (1798-1862) sowie eine Sammlung älterer Druckwerke von Mitgliedern der Gesellschaft, über Mitglieder der Gesellschaft und über Oldenburg allgemein.

Enthält 

Inhalt:
Allgemeine Angelegenheiten der Gesellschaft 1779-1975 (72); Sitzungen der Oldenburgischen Literarischen Gesellschaft 1785-2017 (123); Sammlung von Handschriften, Briefen, Aktenstücken usw. (ohne direkten Bezug zur Gesellschaft) 1685-1904 (24); Sammlung von Druckschriften 1787-1990 (83).

Literatur 

Literatur:
Die Oldenburgische literarische Gesellschaft, in: Oldenburgische Blätter (1829), S. 413-416; Günter Jansen, Aus vergangenen Tagen. Oldenburg's literarische und gesellschaftliche Zustände während des Zeitraums von 1773 bis 1811, Oldenburg 1877; Ulrich Scheschkewitz, 200 Jahre Literarische Gesellschaft zu Oldenburg. Skizze geistiger und politischer Entwicklungslinien im höheren Bürgertum, in: Oldenburger Jahrbuch 81 (1981), S. 53-58; Erwin Obermeier, Die Eutiner Literarische Gesellschaft. Werden und Wirken 1804-1979, maschr. vervielfältigt, [Eutin 1983]; Literarisch-geselliger Verein zu Oldenburg 1839-1989. Festschrift. Bearbeitet von Egbert Koolman, Oldenburg 1989; Helga Brandes, Die "Literarische Damen-Gesellschaft" in Oldenburg zur Zeit der Französischen Revolution, in: Holger Böning (Hg.), Französische Revolution und deutsche Öffentlichkeit, München 1992, S. 439-451; Christina Randig, Die "Oldenburgische Literarische Gesellschaft von 1779" in ihren Protokollen vom 27. Januar bis 12. April 1791, in: Oldenburger Jahrbuch 94 (1994), S. 175-187; Egbert Koolman, Die Namen, Symbole und Devisen der Oldenburgischen Literarischen Gesellschaft von 1787 bis 1998, in: Oldenburger Jahrbuch 98 (1998), S. 43-72; Claus Ritterhoff, Die Oldenburgische Literarische Gesellschaft von 1799 [sic], in: Peter Albrecht/Hans-Erich Bödeker/Ernst Hinrichs (Hg.), Formen der Geselligkeit in Nordwestdeutschland 1750-1820, Tübingen 2003, S. 7-18; Christina Randig, Aufklärung und Region. Gerhard Anton von Halem (1752-1819). Publikationen - Korrespondenzen - Sozietäten, Göttingen 2007, S. 321-349; Ernst-Günther Prühs (Hg.), Die Eutiner Literarische Gesellschaft. Festschrift zum 200jährigen Bestehen, Eutin 2004.

Findmittel 

Verwandte Bestände:
Dep 115 (Literarisch-Geselliger Verein von 1839); Dep 116 (Casinogesellschaft)

Informationen/Notizen

Zusatzinformationen 

Abgeschlossen: Nein