NLA OL Rep 530

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel

Oldenburgische Zollämter

Laufzeit

1853-2002

Bestandsdaten

Kurzbeschreibung

Seit dem Eintritt Oldenburgs in den Deutschen Zollverein (1.1.1854) ist das Zollwesen auf das Deutsche Reich bzw. die BRD abgestimmt. Die preußische Zollverwaltung übernahm die Aufsicht über die Seegrenze im Jadegebiet. Heute unterstehen die Zollämter dem Hauptzollamt Oldenburg.

Bestandsgeschichte

Rep 530 Oldenburgische Zollämter
Zeit: 1853-2002
Umfang: 2,4 lfd. m; 64 Verzeichnungseinheiten (Stand September 2012)
Erschließung: Archivdatenbank

Bereits im Mittelalter haben sich oldenburgische und stadtbremische Interessen über die freie Handelsschifffahrt auf der Weser gekreuzt und zahlreiche Fehden heraufbeschworen. Schließlich verfolgte Graf Anton I. ab 1531 oldenburgische Ansprüche auf die Hoheit über die Unterweser und prozessierte gegen Bremen vor dem Reichskammergericht. Der voreilig bei Elsfleth 1560 eingerichteten Zollstation blieb jeder Erfolg versagt. Unter Graf Anton Günther wurde nach zähen Verhandlungen und Geldzahlungen der Oldenburgische Weserzoll in Elsfleth 1623 vom Kaiser und vom Reichstag eingerichtet, aber von Bremen erst im Zuge der Friedensverhandlungen 1647/48 im Westfälischen Frieden anerkannt (Art. IX § 2). Die oldenburgische Zollhoheit wurde zwar durch den Reichsdeputationshauptschluss 1803 formal aufgehoben, die Zolleinnahmen wurden von oldenburgischer Seite aber erst im Mai 1820 endgültig eingestellt. Der Beitritt des Großherzogtums Oldenburg zum Deutschen Zollverein (1.1.1854) verschaffte Brake den Freihafen, da die Schifffahrt auf der Unterweser nicht unter Zollkontrolle gestellt werden konnte. Zwar wurde ein Hauptzollamt mit Nebenzollämtern eingerichtet, die die Zuwegungen zum Freihafen kontrollierten, doch dem Schmuggelwesen kam man damit nicht bei. Am 15.10.1888 bestimmte schließlich der Reichskanzler den Zollanschluss für die oldenburgischen und preußischen Gebietsteile sowie für Bremen und Hamburg.
Als Teile des Jadegebietes 1853 an Preußen zur Schaffung eines Kriegshafens abgetreten wurden, war das Hauptzollamt in Varel zuständig. Dem Vareler Hauptzollamt unterstand das preußische Nebenzollamt I. Klasse im Jadegebiet in der Freiligrathstraße. Der Aufbau von Wilhelmshaven als Marinestadt wurde nach der Gründung des

Norddeutschen Bundes 1866 und des Deutschen Reiches 1871 massiv vorangetrieben. Gleichzeitig übernahm die preußische Zollverwaltung die Aufsicht über die Seegrenze im Jadegebiet. Das preußische Hauptzollamt Hannover übte die Oberaufsicht aus. Die Aufgaben des Nebenzollamts I. Klasse lagen in der Erhebung von Zöllen für die Einfuhr von Waren auf dem Seewege und von Postpaketen aus dem Ausland und u.a. der Überwachung der zollfreien Lagerung von Yellow-, Oregon- und Pitchpineholz für den Kriegsschiffbau auf der Werft. 1911 wurde der Stadt Wilhelmshaven der Bau eines Lagerhaues bewilligt, in dem unverzollte Waren gelagert werden durften. Das städtische Lagerhaus in der Louisenstraße wurde später zur Zweigstelle. 1914 wurde eine weitere Zollniederlage am Schlachthof geschaffen. Zum 1.10.1919 trat das Gesetz über die Reichsfinanzverwaltung in Kraft (Reichsgesetzblatt 1919, S. 1591 ff.); damit wurde die Verwaltung der Reichssteuern den Reichsbehörden übertragen. Bald darauf trat auch die Reichsabgabenordnung mit den Zollverfügungen zum 23.12.1919 in Kraft (Reichsgesetzblatt 1919, S. 1993 ff.). Mit der finanzrechtlichen Unterstellung des preußischen Gebietes von Wilhelmshaven unter oldenburgische Verwaltung folgte 1920 der Umzug der Zollniederlage am Wilhelmshavener Schlachthof in das städtische Lagerhaus in der Louisenstraße 1. Zugleich mit der Auflösung des Hauptzollamts in Varel 1924 wurde das Zollamt in Wilhelmshaven dem Hauptzollamt Oldenburg zugeschlagen. Im Zuge des Groß-Hamburg-Gesetzes wurde mit Wirkung zum 1.10.1937 in Wilhelmshaven ein eigenes Hauptzollamt errichtet und am Rathausplatz untergebracht. Zuständig war es für den Stadtkreis Wilhelmshaven, den Landkreis Friesland und den nördlichen Landkreis Wesermarsch mit Nordenham, Abbehausen, Burhave und Jade. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde durch das Zollamt Wilhelmshaven entsprechend der Richtlinien

der Besatzungsmächte der Zollbetrieb notdürftig aufrechterhalten. Die Oberfinanzdirektion in Hannover übernahm dazu den Aufgabenbereich des Landesfinanzamtes Weser-Ems. Der Zollgrenzschutz wurde erst 1946 neu aufgebaut. Für die gesamte westliche Seegrenze bis zur Weser war nun die Inspektion Hannover-Küste mit Sitz in Aurich zuständig. Das Hauptzollamt Wilhelmshaven wurde zum 1.4.1946 aufgelöst, als Zollamt fungierte das Zollamt Wilhelmshaven-Handelshafen mit einer Zollzweigstelle für die Schiffsabfertigung an der 1. Hafeneinfahrt von Wilhelmshaven. Erst 1950 kam das Zollamt wieder in seine Räume im Finanzamt am Rathausplatz. Mit dem Ausbau des Handels-, des Marine- und des Ölhafens wurden weitere Zollstellen im Hafengebiet eingerichtet. Zusätzliche Aufgaben bekam das Zollamt in Wilhelmshaven nach der Auflösung des Zollamts in Varel. Da das Zollamt in Wilhelmshaven als Grenzzollamt anzusehen ist, wird sich durch den geplanten Jade-Weser-Port der Arbeitsschwerpunkt ganz entscheidend in das Hafengebiet verlagern.

Inhalt:
Dienststellenverwaltung Zollkommissariat Brake 1931-1966 (7); Aufgaben des Zollkommissariats Brake 1929-1966 (8); Dienststellenverwaltung Zollkommissariat Wilhelmshaven 1869-2002 (18); Aufgaben des Zollkommissariats Wilhelmshaven 1853-1999 (31).

Literatur:
Karl Heinrich Ernst von Berg, Oldenburgs Anschluss an den deutschen Zollverein, Oldenburg 1842; Georg Hanssen, Die Statistik des Zollvereins und der Anschluss Oldenburgs, Oldenburg 1852; Hans- Werner Hahn, Geschichte des Deutschen Zollvereins, Göttingen 1984; Zollgesetz vom 20. März 1939/23. Mai 1952 und Zolltarifgesetz vom 16. August 1951, Berlin/Konstanz/Siegburg 1953; Alfons Pausch, Zollkultur im Wandel der Zeiten. Festansprache zur Eröffnung des neuen Hauptzollamtsgebäudes in Oldenburg, hg. von der Oberfinanzdirektion, Hannover 1987; Walter Schomburg, Lexikon der deutschen Steuer- und

Zollgeschichte. Abgaben, Dienste, Gebühren, Steuern und Zölle von den Anfängen bis 1806, München 1992; Gerd Steinwascher, Der Elsflether Weserzoll und seine Bedeutung für die oldenburgische Geschichte, Oldenburg 2005.

Verwandte Bestände:
Best. 235 (Ältere Zollstätten); Best. 70 (Regierung Oldenburg); Best. 137 (Oldenburgisches Finanzministerium); Rep 400 (Oldenburgischer Verwaltungsbezirk); Rep 530 OL (Hauptzollamt

Oldenburg).

Informationen/Notizen

Zusatzinformationen

Abgeschlossen: Nein

teilweise verzeichnet