NLA OL Best. 76-26

  • Zugeordnete Objekte zeigen
  • Drucken
  • Mit Strg+C oder Rechtsklick kopieren.
    Verlinken
  • Versenden
  • Verbessern

Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel 

Amt Wildeshausen

Laufzeit 

1814-1878

Bestandsdaten

Kurzbeschreibung 

Zum Amt Wildeshausen gehörten die Kirchspiele Dötlingen, Großenkneten, (bis 1835) Hatten, Huntlosen und Wildeshausen.

Bestandsgeschichte 

Best. 76-26 Amt Wildeshausen
Zeit: 1803/26-1879 (1653-1914)
Umfang: 34,0 lfd. m; 1161 Verzeichnungseinheiten
Erschließung: Archivdatenbank/Internet

Als Folge des Reichsdeputationshauptschlusses von 1803 gelangte das hannoversche Amt Wildeshausen an das Herzogtum Oldenburg. Das Amt bestand damals nur aus der Stadt und dem Kirchspiel (später Landgemeinde) Wildeshausen und den Kirchspielen Großenkneten und Huntlosen. Einst war dieses Gebiet Herrschaftsbereich der Grafen von Oldenburg-Wildeshausen. Nach deren Aussterben gelangte 1270 die Herrschaft an das Erzstift Bremen und wurde von dort aus 1429 erstmals an den Bischof von Münster als Pfandschaft gegeben, aus der Wildeshausen trotz verschiedener Bemühungen durch das Bremer Domkapitel und die Grafen von Oldenburg nicht ausgelöst werden konnte. Im Dreißigjährigen Krieg wechselte das Amt Wildeshausen mehrfach den Besitzer, bis es 1647 endgültig von Schweden besetzt wurde. Durch den Westfälischen Frieden von 1648 wurde Wildeshausen als schwedischer Besitz anerkannt und Gustav Gustavson, Graf von Wasaburg, ein außerehelicher Sohn des schwedischen Königs Gustav Adolf, erhielt das Amt zu Lehen. Er residierte aber nicht in Wildeshausen, sondern in Huntlosen. Schweden verpfändete das Ländchen 1700 an das Kurfürstentum Hannover und verzichtete formell 1719 gänzlich auf einen Rückerwerb.
Der Herzog von Oldenburg nahm nach dem Reichsdeputationshauptschluss das hannoversche Amt Wildeshausen provisorisch in Besitz, die formelle Abtretung erfolge jedoch erst am 4. Mai 1826. In der Zeit der französischen Herrschaft gehörte das Kanton Wildeshausen zum Arrondissement Quakenbrück im Oberems- Departement (Hauptstadt Osnabrück) und umfasste die Mairien Großenkneten, Huntlosen, Visbek und Wildeshausen. 1814 wurde im Zuge der Verwaltungsreform das nunmehr wieder oldenburgische Amt Wildeshausen um das Kirchspiel Dötlingen, das vorher

zur Vogtei Hatten gehört hatte, vergrößert. In diesem Umfang blieb das Amt Wildeshausen bis zur Verwaltungsreform des Jahres 1933 bestehen.
Best. 76-26 umfasst die - durch frühere Kassationen teilweise stark dezimierten - Akten und Amtsbücher des Amts Wildeshausen von 1814-1878, dazu einige ältere Akten und Amtsbücher der Vogtei Hatten und anderer, z.T. französischer Verwaltungsbehörden, die insbesondere das Kirchspiel Dötlingen betreffen, das erst 1814 zum Amt Wildeshausen kam, teilweise aber auch das Kirchspiel Hatten, das nie dazugehörte.

Inhalt:
Amtsverwaltung und Ressortstreitigkeiten, Registratur und Inventar 1814-1880 (6); Dienstanstellung und Dienstsachen 1809-1879 (11); Geschäftstabellen 1814-1832 (1); Landeshoheit und Landesgrenzen (auch Grenzverhältnisse gegen inländische Ämter) 1782-1868 (21); Huldigung und Landestrauer 1820-1844 (3); Statistik des Amtes 1809-1876 (3); Kommunalverwaltung, Generalia 1872-1882 (4); Ältere Kommunalverwaltung der Stadt Wildeshausen 1814-1881 (14); Kommunalverwaltung der Landgemeinde Wildeshausen 1815-1854 (1); Kommunalverwaltung der Gemeinde Dötlingen 1873-1880 (1); Postsachen 1815-1877 (6); Jagdsachen 1715-1879 (4); Aufnahme von Ausländern als Untertanen 1814-1873 (5); Auswanderung und Entlassung von Untertanen 1840-1879 (1); Umzugs- und Domizilsachen 1816- 1878 (8); Feuerpolizei 1820-1879 (2); Feuerversicherungssachen, Generalia und Spezialia 1808-1910 (8); Straßen- und Baupolizeisachen 1811-1872 (6); Landesökonomie- und Feldpolizeisachen 1723-1879 (20); Polizeiaufsicht zum Luxus und Vergnügungswesen 1814-1879 (5); Öffentliche Ordnung und Sicherheit 1815-1875 (10); Gesundheits- und Medizinalpolizei 1786-1879 (10); Abdecker und Nachrichter 1815-1857 (1); Viehseuchen und Veterinärpraxis 1814-1877 (3); Juden 1814-1849 (10); Handels- und Gewerbepolizei, Allgemeines 1798-1885 (11); Handels- und Gewerbepolizei, insbesondere

Fabriken und Handwerker 1778-1914 (16); Handels- und Gewerbepolizei, insbesondere Krüge, Hökerhandel und Branntweinbrennereien 1814-1867 (3); Handels- und Gewerbepolizei, Mühlen 1779-1878 (9); Handels- und Gewerbepolizei, hier: Kramer-, Pferde- und Viehmärkte 1805-1874 (4); Polizeiverwaltung (Allgemeines) 1816-1879 (3); Polizeiverwaltung, Korrektions- und Strafanstalten 1816-1888 (16); Pässe, Zertifikate, Steckbriefe und u.a. ausgestellte Bescheinigungen 1814-1879 (6); Unglücke und Hilfsbedürftige 1844-1877 (4); Allgemeine Wegesachen, Wegeregister, Wegeschauungen, Bedienstete 1809-1879 (22); einzelne Wegesachen und Brücken 1793-1882 (39); Markensachen 1798-1877 (12); Markenstreitigkeiten 1774-1847 (23); Gemeinheitsteilungen 1815-1883 (20); Ausgewiesene Ländereien 1798-1877 (19); Fehnanstalten und Moorkultur 1715-1885 (18); Abwässerungssachen 1757-1887 (9); Kataster, Anschläge 1782-1853 (7); Vermessungsregister 1807-1808 (14); Kontribution und andere Abgaben 1782-1865 (14); Umschreibungen und Repartitionen 1773-1881 (28); Meier- und Höfesachen 1816-1851 (2); Hand- und Spanndienste 1747-1859 (21); Gewerbe, Handel, Schifffahrt 1797-1861 (14); Kapitelsland und Eigentum der Alexanderkirche 1659-1899 (16); Heuerleute und Schutzgeld 1818-1852 (1); Zollsachen und Abzugsgelder 1817-1846 (8); Sporteln, Stempelpapier, Porto 1801-1880 (9); Geldstrafen und Bruchsachen1815-1864 (4); Domänen und Pachtsachen 1815-1879 (7); Domanialgrundstücke, Stellen und Pertinentien des Staats- und Kronguts 1692-1881 (31); Zehnte 1780-1868 (15); Zinskorn und Gogerichtsprästanda 1815-1866 (7); Vormalige Amtsakzidenzien und Schreibegelder 1806-1871 (8); Herrschaftliche Bausachen 1794-1877 (11); Amtsverbandskasse 1872-1877 (4); Amtseinnehmer 1815-1874 (6); Hebungswesen, Amtsrechnungen 1810-1879 (49); Gefälle, Beitreibung, Erlassung und Befristung 1811-1879 (11); Kommunalrechnungssachen, Vermögen,

auch Ausschreibungen nach dem Fuße der ordentlichen additiven Kontribution 1795-1876 (29); Geschäftskasse 1863-1878 (2); Pensionen, Gnadensachen 1814-1852 (2); allgemeine Forstsachen 1733-1886 (22); Forstsachen: ältere Forstbrüche 1801-1830 (5); Forstsachen: Holzverkäufe 1814-1879 (7); Mastsachen 1768-1868 (4); Forstsachen, Holzverkäufe in den Interessentenforsten 1710-1870 (23); Privatforsten der Amtseingesessenen 1815-1831 (1); Ansetzung neueingewiesener Ländereien 1768-1869 (18); Justizsachen, auch Vormundschaften 1809-1851 (14); allgemeine Kirchensachen 1781-1890 (26); Kirchen- und Schulsachen im Kirchspiel Wildeshausen 1783-1880 (23); Kirchen- und Schulsachen im Kirchspiel Großenkneten 1811-1883 (29); Kirchen- und Schulsachen im Kirchspiel Huntlosen 1760-1879 (20); Kirchen- und Schulsachen im Kirchspiel Dötlingen 1718-1880 (22); Taubstummeninstitut Wildeshausen 1819-1912 (20); Katholische Kirchen- und Schulsachen 1798-1891 (37); Armenwesen 1784-1864 (26); Militärwesen, allgemeiner Schriftwechsel, Durchmärsche und Manöver, Deserteure 1805-1879 (17); Wehrpflichtige, Einstellung und Entlassung 1811-1874 (48); Erdbücher und Register 1750-1913 (5); Beurkundungsbücher 1820-1878 (56); Produktenbücher 1819-1835 (6); Kontributionsregister 1750-1865 (10); Rechnungsbücher 1819-1827 (4).

Literatur:
Karl Georg Böse, Das Großherzogthum Oldenburg. Topographisch-statistische Beschreibung desselben, Oldenburg 1863, S. 486-509; Paul Kollmann, Statistische Beschreibung der Gemeinden des Herzogtums Oldenburg, Oldenburg 1897, S. 697-705; Ludwig Kohli, Handbuch einer historischstatistisch-geographischen Beschreibung des Herzogthums Oldenburg samt der Erbherrschaft Jever und der beiden Fürstenthümer Lübeck und Birkenfeld, 2 Teile, Bremen 1924, S. 249-262; Stefan Hartmann, Großherzogtum (Freistaat Oldenburg), in: Grundriß der deutschen Verwaltungsgeschichte 1815-1945, Bd. 17,

Hansestädte und Oldenburg, hg. von Thomas Klein, Marburg 1978, S. 212-214; Albrecht Eckhardt, Geschichte der Stadt von den Anfängen bis zum ausgehenden 20. Jahrhundert mit Beiträgen von Günter Wegner u.a., hg. von der Stadt Wildeshausen, Oldenburg 1999; Albrecht Eckhardt (Hg.), Oldenburgisches Ortslexikon, Bd. 2, Oldenburg 2011, S. 1123-1134 (Ortsartikel Amt und Stadt Wildeshausen).

Verwandte Bestände:
Best. 70 (Regierung Oldenburg); Best. 71 (Kammer Oldenburg); Best. 76-26 (Amt Wildeshausen); Best. 105 (Altes Amt Wildeshausen); Best. 106 (Hannoversches Amt Wildeshausen); Best. 136 (Oldenburgisches Innenministerium); Best. 137 (Oldenburgisches Finanzministerium); Best. 230-9 (Verwaltungsamt Wildeshausen); Rep 950 WIL (Amtsgericht Wildeshausen).


Informationen/Notizen

Zusatzinformationen 

Abgeschlossen: Nein

teilweise verzeichnet

Georeferenzierung

Bezeichnung 

Amt Wildeshausen

Zeit von 

1814

Zeit bis 

1835

Objekt_ID 

1

Ebenen_ID 

3020

Georeferenzierung

Bezeichnung 

Amt Wildeshausen

Zeit von 

1835

Zeit bis 

1933

Objekt_ID 

1

Ebenen_ID 

3120