NLA HA Nachlass Carl Bauer

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel

Nachlass Carl Bauer

Laufzeit

1930-1996

Bestandsdaten

Kurzbeschreibung

Nachlass des Architekten Carl Bauer

Geschichte des Bestandsbildners

Biografie

Der Architekt Carl Bauer, eigentlich Karl Heinrich Ernst Bauer (08.05.1909 - 21.09.1999) wurde in Hannover-Herrenhausen geboren und ist in Hannover aufgewachsen. Ab 1919 besuchte er zunächst die Vorschule des Realgymnasiums, dann das Realgymnasium in Hannover (1919 bis 1925). Sein Zeichnenlehrer dort war der Maler Otto Gleichmann (1887-1963). 1926 bis 1928 besuchte er die Bismarckschule, sein Zeichenlehrer war Hanns Völker. Es folgte ein Praktikum als Zimmermann, bevor Carl Bauer 1928 bis 1931 an der Technischen Hochschule Hannover Architektur studierte. Er unterbrach sein Studium für eine einjährige Büropraxis bei der Niedersächsischen Heimstätte, wo er in der Entwurfsabteilung tätig war und als Siedlungs- und Wohnungsbau-Sachbearbeiter und als örtlicher Vermesser der entworfenen Bergarbeiter-Siedlung Bad Grund eingesetzt wurde. 1931 legte er die Abschlussprüfungen im Fach Architektur an der Hochschule Hannover ab (Studiennachweise und Zeugnisse siehe Kleine Erwerbungen Acc. 2013/037 Nr. 2). Parallel zum Architekturstudium besuchte Bauer drei Semester Abendkurse an der Kunstgewerbeschule in Hannover (Sommersemester 1928 und 1929, Wintersemester 1930/1931).

Mit Beginn des Wintersemesters 1931/1932 folgte die Fortsetzung des Studiums am Bauhaus Dessau - Hochschule für Gestaltung unter Professor Ludwig Mies van der Rohe. Neben Mies van der Rohe gehörten die Bauhaus-Meister Wassily Kandinsky, Josef Albers, Ludwig Hilbersheimer, Lilly Reich und Alcar Rudelt zu Bauers Lehrern. Mit Verlegung des Bauhauses nach Berlin setzte Carl Bauer sein Studium ab dem 28.10.1932 am Bauhaus Berlin fort, wo er am 01. März 1933 mit dem Bauhaus-Diplom abschloss. Das Bauhaus-Diplom für Städtebau wurde ihm verliehen für die 1932 erarbeitete Ortsplanung der Oberharzer Bergstadt Bad Grund. Am 19. Juli 1933 löste sich das Bauhaus auf.

1933 begann für Carl Bauer die Tätigkeit als freischaffender Architekt in Hannover. 1934 wurde er Mitglied des Bundes Deutscher Architekten (BDI). 1937 bis 1938 war er ein halbes Jahr "aushilfsweise" Leiter der Entwurfsabteilung der Niedersächsischen Bauträger GmbH in Hannover. 1956 erfolgte die Vereidigung als Bausachverständiger durch die IHK Hannover.

Nach Atelierräumen in der Liststadt, im Hansahaus am Aegidientorplatz und am Stephansplatz bezog Bauer 1954 ein eigenes Ateliergebäude im Garten des Hauses in der Geibelstraße 56. Im gleichen Jahr begann die Zusammenarbeit mit Dipl. Ing. Erika Herrmann, die ab 1. April 1954 im Atelier C. Bauer tätig war. Ab 1968 wurde aus dem Architekturbüro Carl Bauer das Architekturbüro bzw. die Sozietät Carl Bauer und Erika Herrmann. Hervorzuhebende Mitarbeiter des Büros waren außerdem Architekt Erich Möller, Dipl.-Ing. Wilfried Guske und Hannelore Rolofs.

Bestandsgeschichte

Der vorliegende Nachlass von Carl Bauer bzw. ab 1968 der Sozietät Carl Bauer/ Erika Herrmann wurde dem NLA-Hauptstaatsarchiv Hannover in zwei Ablieferungen im April 2012 und im März 2013 von dem Sohn Carl Bauers, dem Architekten Roland Bauer, übergeben. Es handelt sich um insgesamt 2419 Bauzeichnungen und Pläne sowie Fotos und Schriftgut (Zugänge: Pläne: Acc. 2012/510 und Acc. 2013/508; Fotos: Acc. 2013/510; Akten: Acc. 2013/037). Roland Bauer hat ein vorbildliches Werkverzeichnis erstellt, das gemeinsam mit dem Nachlass abgegeben wurde. Die hier vorgegebene Reihenfolge der Pläne wurde bei der Verzeichnung beibehalten, die Nummern der einzelnen Projekte sind Teil der Signatur, die sich aus der Mappennummer und der laufenden Nummer des Werkverzeichnisses zusammensetzt. Nach Angaben von Roland Bauer sind das Werkverzeichnis und die abgegebenen Pläne nicht vollständig: aus unterschiedlichsten Gründen sind eine Vielzahl von Plänen verloren gegangen. In einigen Fällen sind Pläne nicht mehr vorhanden, aber es existieren noch Fotos und Modellabbildungen (diese wurden in den Bestand der Bildgutsammlung übernommen). Die vorhandenen Zeichnungen umfassen den Zeitraum 1932 bis 1996. Mehr als ein Drittel der geplanten Objekte liegt in der Stadt und der Region Hannover, eine Reihe von Bauten im übrigen Niedersachsen und ca. 30 Objekte liegen in anderen Bundesländern bzw. im Ausland (Italien, Polen). Carl Bauer bzw. Carl Bauer und Erika Herrmann haben sowohl Wohnungsbauten als auch Verwaltungsbauten, Versicherungsbauten, Industriebauten, Schulbauten, Bauten im Sozial- bzw. Gesundheitswesen und Verkehrsbauten geplant und auch an städtebaulichen Aufgaben und Ortsplanungen mitgewirkt. Carl Bauer hat zudem an einigen Wettbewerben teilgenommen (u.a.Wettbewerb Constructa Hannover).

Die mit den Plänen übernommenen Fotos sind in den Bestand Bildgutsammlung (BIGS) eingeordnet worden (Signaturen: BIGS Nr. 23123 bis Nr. 23600), die schriftlichen Unterlagen (u.a. Ausweise, Zeugnisse, Zeitungsausschnitte, Schriftverkehr) wurden dem Bestand Kleine Erwerbungen zugeordnet (Signaturen: Kleine Erwerbungen Acc. 2013/037 Nr. 1 bis 4). Einige Broschüren von oder über Carl Bauer wurden in die Dienstbibliothek des Hauptstaatsarchives als Sonderdrucke übernommen (Signaturen in der Dienstbibliothek: SD 5892 bis SD 5899).

Literatur

Broschüre: Carl Bauer 75. Ein Leben für Gestaltung - Architektur - Sport, 8. Mai 1984;

Bauhäuslerakte im Schriftenarchiv Bauhaus Dessau;

Carl Bauer: Schlossplatz - Herrenhausen, Denkanstoß zur Neugestaltung, Projektstudie 1987 - 1990, Hannover 1990;

Carl Bauer: Friederiken-Schlösschen. Torhaus für Herrenhausen, Denkanstoß zur Neugestaltung, Projektstudie, Hannover 1990;

Carl Bauer: Schlossplatz - Herrenhausen, Denkanstoß zur Neugestaltung, 2. Projektstudie 1995, Hannover 1995;

Fotos von "Häusern in Hannover",

Wohn- und Geschäftshäusern, Büro- und Verwaltungsgebäuden des Architekturbüros Carl Bauer Dipl. Arch. bzw. nach 1967 Architekturbüro Carl Bauer Dipl. Arch. BDA / Erika Herrmann Dipl. Ing., Architekten, fotografiert und zusammengestellt von Erich Möller Arch., Hannover, 8. Mai 1999.

Friedrich Lindau: Hannover - der höfische Bereich Herrenhausen: vom Umgang der Stadt mit den Baudenkmalen ihrer feudalen Epoche. Deutscher Kunstverlag, München 2003, S. 238-241: Projektstudie von Carl Bauer.

Findmittel

Findmittel: EDV-Findbuch 2013

Weitere Angaben (Bestand)

Referent

Christiane Drewes (2013)

Bearbeiter

Christiane Drewes (2013)