NLA HA V.V.P. 38

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel 

Nachlass Edmund Rehwinkel

Laufzeit 

1945-1977

Bestandsdaten

Kurzbeschreibung 

Korrespondenz, Reden, Materialsammlung, v.a. zur Tätigkeit als Präsident des NLV und im Präsidium des DBV, Zeitungsausschnittsammlung
Findmittel: EDV-Findbuch 2010
Umfang: 23,3 lfdm

Bestandsgeschichte 

Edmund Rehwinkel (geb. 28. Januar 1899, gest. 02. Februar 1977) hat die letzten drei Jahrzehnte seines Lebens voll und ganz der Arbeit für die bäuerlichen Berufsorganisationen gewidmet. Als Kreisbauernführer in Celle (1945-1947), Präsident des Niedersächsischen Landvolks (1947-1972), Präsident der Landwirtschaftskammer Hannover (1949-1964), Vizepräsident (seit 1948) und Präsident des Deutschen Bauernverbandes (1959-1969) und darüber hinaus als Mitglied von Vorständen und Aufsichtsräten zahlreicher bäuerlicher Selbstverwaltungskörperschaften und Interessenvertretungen auf niedersächsischer, bundesdeutscher und europäischer Ebene hat er die politischen und wirtschaftlichen Anliegen der deutschen Landwirtschaft an entscheidenden Stellen formuliert und vertreten.

Aus dieser Tätigkeit ist ein umfangreicher schriftlicher Nachlass erwachsen. Rehwinkel unterhielt in seiner Heimatstadt Celle ein persönliches Büro, von dem aus er unabhängig von den Geschäftsstellen des NLV in Hannover und des DBV in Bonn den Großteil seiner präsidialen Amtsgeschäfte erledigte. Dieses Büro baute eine eigene Registratur auf, welche die von Rehwinkel selbst oder unter seinem Namen geführten Korrespondenzen aufnahm, aber auch Durchschriften wesentlicher Schreiben der Mitarbeiter von NLV und DBV, Vermerke der Referenten für den Präsidenten und Unterlagen, die Rehwinkel für seine Arbeit oder für die zahlreichen von ihm gehaltenen Reden zu benötigen glaubte. Auf diese Weise entstand eine dichte Überlieferung zur Landwirtschaftspolitik zwischen 1947 und 1972 aus der Sicht der deutschen Bauernschaft. Sie ist teilweise ein Extrakt aus den Registraturen von NLV und DBV, führt aber beträchtlich über diese hinaus. Das Schwergewicht liegt, zumindest quantitativ, auf den niedersächsischen Belangen. Rehwinkels Buch "Gegen den Strom" (1973), in dem er eine Bilanz seiner Tätigkeit zieht, schöpft weitgehend

aus diesen Unterlagen.

Mit Schreiben vom 18. März und 31. Mai 1975 hatte Rehwinkel seine Absicht bekundet, sein 'Privatarchiv' nach Auswertung für ein von ihm geplantes zweites Buch ("Was nun, altes Abendland?", 1976) dem Hauptstaatsarchiv zu überlassen. Nach seinem Tod entsprach sein langjähriger Referent, Herr Karlheinz Benecke, diesem Wunsch und übergab das inzwischen in die Geschäftsstelle des NLV in Hannover gelangte Celler Material mit Zustimmung des NLV-Präsidenten Bockhop am 28. Juli 1977 dem Unterzeichneten. Eigentums- oder Benutzungsvorbehalte sind mit der Übergabe nicht verbunden worden; die Benutzung unterliegt daher den allgemeinen Benutzungsbestimmungen des Hauptstaatsarchivs Hannover.

Bei der Ordnung und Verzeichnung der völlig durcheinander geratenen Akten wurde der Aktenplan der Geschäfts- stelle des NLV zugrunde gelegt, nach dem die Celler Registratur offenbar aufgebaut war. Dieser Aktenplan ist vor allem für die Abt. I, der naturgemäß der größte Teil der Celler Akten zuzuordnen ist, sehr unübersichtlich (ein unvollständiges Exemplar liegt unter Nr. 189). Eine systematischer Untergliederung oder eine logische Abfolge sind nur in Ansätzen vorhanden, und Akten gleichen oder verwandten Inhalts tauchen an unterschiedlichen Stellen auf. Dennoch wurde die vorgegebene Registraturordnung beibehalten, um die Verzahnung mit den entsprechenden Akten des NLV und eventuell auch des DBV zu ermöglichen. Die inhaltliche Erschließung dürfte trotz der unzureichenden Systematik durch die Angabe der wichtigsten Sachgruppen der Abt. I im Inhaltsverzeichnis und durch den beigegebenen Schlagwortindex gewährleistet sein.

Der Bestand umfasst etwas 25 lfd. Regalmeter. Etwa 5 Regalmeter - vor allem Geschäftsberichte von Banken, Unternehmen und Gesellschaften, deren Vorstände oder Aufsichtsgremien Rehwinkel angehörte - wurden kassiert.

Hannover, den 26.6.1981
gez.

Dieter Brosius


Mit Zustimmung des Präsidenten des Niedersächsischen Landvolks Rohde wurde am 29.3.1984 weiteres Material aus dem Nachlass Rehwinkels, das sich noch in den Händen der Familie befand, übernommen (Acc. 139/ 84). Die Abgabe, ca. 6 lfd. Regalmeter, setzt sich im weiteren aus drei Komplexen zusammen:

a) Schriftgut aus der Registratur von DBV und NLV, das Rehwinkel wohl seiner Bedeutung wegen teils als Handakten bei sich geführt, teils für die Vorarbeiten zu seinen Publikationen vorübergehend den Akten entnommen hatte, ergänzt um Schriftgut aus der Zeit nach seiner aktiven Präsidentschaft. Dieses Material befand sich ungeordnet, z. T. ohne erkennbaren Zusammenhang in sechs Kartons.

b) "Sammlung Rehwinkel" (alte Rubrik IX): Schriftgut zu Leben und Werk Rehwinkels, darunter die Vorarbeiten zu seinen Publikationen incl. Zusammenstellungen von Daten durch die Mitarbeiter Rehwinkels für diese Arbeiten, eine Sammlung seiner kleineren Veröffentlichungen und Reden, Unterlagen seiner Mitgliedschaft in Aufsichtsräten und Vorständen verschiedenster Gremien.

c) Umfängliche Teile des sog. 'Archivs', einer nach Sachgebieten geordneten Zeitungsausschnittssammlung von erheblichem Wert. Die wichtigsten Sachgebiete betreffen Steuerfragen (12 I-IX), Gemeinsamer Markt, Agrar- wesen, Allgemeine Agrarfragen (16 IV b I-X, XVI-XXI), Sondersammlungen über die Minister Erhard und Schwarz (18 I, II), Bauerntage, Landvolkkongresse u. ä. (22 I b, 23 I), Landwirtschaftskammern (22 III).

Da wichtige Rundschreiben, Schreiben, Reden, Presseinformationen, Zeitungsausschnitte etc. in verschiedenen Registraturen mehrfach abgelegt wurden, sind sie fast alle mehrfach überliefert. Bei der Verzeichnung wurde diese Mehrfachüberlieferung, wo es ohne Nachteil für den Sachzusammenhang möglich war, reduziert. Das unter a) genannte Schriftgut wurde, sofern irgend möglich anhand der

Signaturen, bei den bereits ver- zeichneten Akten der ersten Abgabe (wieder) eingeordnet bzw. ihnen als Fortsetzung zugeordnet. In diesen Fällen waren nur die Laufzeiten zu ändern. In allen Fällen war dies nicht möglich. Es blieb ein Rest bei der zweiten Abgabe. Die ebenfalls mehrfach überlieferten gedruckten Vorträge Rehwinkels wurden zu Nr. 833/1 gelegt, die Nummernfolge der Reden entsprechend korrigiert. Der verbliebene Teil der Abgabe wurde geordnet, verzeichnet, enteist, verpackt und signiert.

Hannover, im Juni 1984
gez. Dr. Karin Gieschen

Die nur auf Karteikarten verzeichnete Nachlieferung zum Nachlass Rehwinkel wurde vom U. im Februar 2001 in die AIDA-Datenbank eingespeist. Gleichzeitig musste die Gliederung aufgrund der vielen Nachträge und Ergänzun- gen ganz neu erstellt werden. Die Nachverzeichnung der ersten Ablieferung in die AIDA-Datenbank wurde im Oktober 2001 von der Praktikantin Inga Leer vorgenommen. Dabei stellte sich heraus, dass die anfangs zitierte Vermischung der einzelnen Registraturen von DBV, NLV und Landwirtschaftskammer Hannover dazu führt, dass sich die Akten nicht immer in das vorgegebene Gliederungsschema einpassen lassen. Deshalb sind Informationen ins- besondere zu den Themen Organisation und Grundsatzfragen, Interessenverbände etc. und Öffentlichkeitsarbeit immer unter beiden jeweiligen Gliederungspunkten zu suchen. Zumindest im Gliederungspunkt Organisation und Grundsatzfragen scheint auch versprengtes Schriftgut aus der Tätigkeit Rehwinkels als Präsident der Landwirtschaftskammer Hannover eingeflossen zu sein.

Hannover, im November 2001
gez. Thomas Bardelle


Informationen/Notizen

Zusatzinformationen 

Abgeschlossen: Nein

teilweise verzeichnet

Georeferenzierung

Bezeichnung 

Niedersachsen

Zeit von 

1946

Zeit bis 

1993

Objekt_ID 

1

Ebenen_ID 

200