NLA HA V.V.P. 76

  • Zugeordnete Objekte zeigen
  • Drucken
  • Mit Strg+C oder Rechtsklick kopieren.
    Verlinken
  • Versenden
  • Verbessern

Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel 

Nachlass Kurt Partzsch

Laufzeit 

1954-1992

Bestandsdaten

Kurzbeschreibung 

Sitzungsunterlagen, Schreiben, Reden und Redeentwürfe, Handakten, Fotoalben
Findmittel: EDV-Findbuch
Umfang: 1,5 lfdm

Bestandsgeschichte 

Der 1910 in Dresden geborene Kurt Partzsch stammt aus
einer Familie, die dem sozialdemokratischen Milieu an-
gehörte. Bereits sein Vater war Gewerkschaftssekretär
und Reichstagsabgeordneter der SPD gewesen und Partzsch
selbst trat bereits 1925 der Sozialitischen Arbeiter-
jugend und dann der Sozialdemokratischen Partei
Deutschlands bei. Beruflich erlernte er das Maurerhand-
werk, so daß er sich zur Zeit der nationalsozialis-
tischen Herrschaft als Baufachmann in Norwegen über
Wasser halten konnte.
Nach dem Krieg ging er nach Hannover, wo er den Wieder-
aufbau der SPD unter Kurt Schumacher miterlebte und in
der Bauverwaltung der Stadt Hannover arbeitete. Sein
politischer Aufstieg führte ihn über den traditions-
reichen hannoverschen Arbeiterbezirk Linden 1951 in
den Niedersächsischen Landtag, wo er sich schon bald
einen Namen als Sozial- und Haushaltspolitiker machte
und 1961 zum Sozialminister des Landes Niedersachsen
ernannt wurde. In dieser Funktion war er für das Ge-
sundheits- , das Sozial- und das Bauwesen sowie für
den Bereich Arbeit verantwortlich. Er engagierte sich
für einen Wiederaufbau der Psychatrie, für ein umfang-
reiches Krankenhausbauprogramm, für humane Behinder-
teneinrichtungen und -werkstätten, für die Altenhilfe,
den Arbeitsschutz und legte ein beispielhaftes Pro-
gramm zum Sozialen Wohnungsbau auf. An den sozial-
politischen Programmen seiner Partei hat er zu seiner
Zeit maßgeblichen Anteil gehabt. 1974 schied er aus
seinem Amt wie auch aus dem Landtag aus. Er unterhielt
darüber hinaus durch seine Aufsichtspflicht engen Kon-
takt zu den Gewerkschaften und den Verbänden der frei-
en Wohlfahrtspflege, des Bau- und Gesundheitswesens.
Bei der Arbeiterwohlfahrt war er Bezirks-, Landes- und
Bundesvorsitzender, beim Arbeiter-Samariter-Bund Prä-
sident des Landes- und dann des Bundesverbandes. Nach
seinem Ausscheiden

wurde er dort 1983 bzw. 1986 jeweils
zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Kurt Partzsch verstarb
am 12. August 1996 in Hannover.

Seine Frau Hildegard, ebenfalls eine überzeugte Sozial-
demokratin, übergab dem Hauptstaatsarchiv in einer Ver-
einbarung die noch im Hause befindlichen Unterlagen
ihres Mannes, die allerdings zum großen Teil kassabel
waren. Dabei handelte es sich in erster Linie um Zeit-
schriften, Broschüren, 25 Ordner mit Reden (zu Jubilä-
umsveranstaltungen, Einweihungen, Ehrungen etc.),
Drucksachen und allg. Unterlagen der Partei. Leider
ist auch ein Teil des als archivwürdig erachteten Ma-
terials aus Versehen vernichtet worden. Das verblie-
bene Schriftgut beleuchtet neben seiner Tätigkeit als
Sozialminister vor allem seine Rolle bei verschiedenen
Behinderteneinrichtungen.

Hannover, im September 1998

Thomas

Bardelle

Informationen/Notizen

Zusatzinformationen 

Abgeschlossen: Nein

teilweise verzeichnet

Georeferenzierung

Bezeichnung 

Niedersachsen

Zeit von 

1946

Zeit bis 

1993

Objekt_ID 

1

Ebenen_ID 

200