NLA HA Dep. 116

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Description

Identification (short)

Title 

Nachlass Emil von Hinüber

Life span 

1809-1922

Fonds data

Short description 

Tagebücher, Korrespondenz, Zeitungsartikel, sonstige Schriften
Findmittel: EDV-Findbuch
Umfang: 0,4 lfdm

History of creator 

Die Familie von Hinüber stammt ursprünglich aus der Grafschaft Berg. Seit Beginn des 17. Jahrhunderts zum Teil im späteren Niedersachsen ansässig, gründete sie 1640 die erste Landespost des Herzogtums Braunschweig-Lüneburg, aus der die kurfürstlich hannoversche Staatspost hervorging. Die Mitglieder der Familie wurden im 18. Jahrhundert geadelt. Sie bekleideten hohe Ämter in der Staatsverwaltung und taten sich vor allem in der Rechtswissenschaft hervor.
Emil von Hinüber wurde am 2. April 1859 in Celle geboren und starb am 19. Januar 1923 in Bad Eilsen. Von 1878 bis 1881 studierte er Jura, Philosophie, Geschichte und Staatswissenschaften in Leipzig, Tübingen, Jena und Göttingen. Er war Mitglied des Studentencorps „Saxonia“. 1894 bis 1923 war er Landrat im Kreis Bückeburg (bis 1899 Bückeburg-Arensburg). Politisch gesehen war Emil von Hinüber ein Anhänger der welfischen Bewegung und Mitglied der DHP (Deutsch-Hannoversche Partei).
1891 heiratete Emil von Hinüber Mary Freiin von dem Bussche-Haddenhausen (1867–1948). Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor: Hilmar, geb. 1896, Oskar, geb. 1898, Mary, geb. 1900, und Olga, geb. 1906. Hilmar von Hinüber wurde später durch seine Tätigkeit als Pastor und die Einrichtung der ersten Kinderferienlager bekannt.

Custodial history 

Das Depositum 116 (Dep. 116 Nr. 1 bis 15) gelangte 1979 auf Vermittlung von Dr. Jürgen Ricklefs (verst. 1991), Stadtarchivar in Celle, in das damalige Hauptstaatarchiv. Wegen der engen Verbindung der Familie von Hinüber zum hannoverschen Königshaus, die sich u. a. in den dem Archiv übergebenen Korrespondenzen widerspiegelt, bot sich eine Deponierung in Hannover und nicht etwa in Bückeburg, der Wirkungsstätte Emil von Hinübers als Landrat, an.
Die Eigentümerin des Depositums war Frau Olga von Petersdorff (1906–1996), jüngste Tochter Emil von Hinübers. Der Depositalvertrag wurde von ihrem Neffen Hartmut von Hinüber, Schriftführer des Hinüberschen Familienverbandes, unterzeichnet. 2003 übergab er dem Archiv diverse Zeitungsartikel aus der Feder Emil von Hinübers, die als Dep. 116 Nr. 16 vereinnahmt wurden.
Die 1979 ebenfalls für eine Übergabe an das Hauptstaatsarchiv Hannover vorgesehenen Tagebücher aus der Jugendzeit Emil von Hinübers wurden als Dep. 116 Nr. 1/1 bis 1/4 vereinnahmt, zwecks Vorbereitung einer Veröffentlichung über die Familie von Hinüber allerdings zunächst von Frau von Petersdorff zurückbehalten. Zwischenzeitlich von der Familie verloren geglaubt, konnten sie 2019 wieder in den Bestand eingegliedert werden. Sie waren 1991 zusammen mit verschiedenen Korrespondenzen der Familie von Hinüber im Nachlass Ricklefs in das Stadtarchiv Celle gelangt, das die Dokumente 2017 zunächst in einem eigenen Bestand (N 54) zusammenführte, 2019 jedoch als Ergänzung des Depositums 116 an das Niedersächsische Landesarchiv übergab.
Die 2019 in den Bestand eingegliederten Archivalien (Dep. 116 Nr. 1/1 bis 1/4, Dep. 116 Acc. 2019/52 Nr. 1 bis 12) wurden dem Stadtarchiv Celle 1991 ohne Auflagen übereignet und ebenso an das Niedersächsische Landesarchiv weitergegeben. Sie werden daher im Unterschied zu den übrigen Teilen des Bestandes als Schenkung behandelt.

Der Bestand ist vollständig erschlossen. Die 1979 bis 2003 an das Hauptstaatsarchiv Hannover abgegebenen Teile des Bestandes (Dep. 116 Nr. 1 bis 16) wurden im Juni 2004 erschlossen. Die im Zuge von Bestandbereinigungen vom Stadtarchiv Celle an das Niedersächsische Landesarchiv abgegebenen Archivalien (Dep. 116 Acc. 2019/52) wurden 2017 von André Wesche (Stadtarchiv Celle) verzeichnet.

Includes 

Der Bestand enthält Tagebücher, Briefe, Zeitungsartikel und sonstige Schriften aus dem Nachlass Emil von Hinübers. Ein Teil der Briefe – darunter auch Korrespondenzen mit Mitgliedern der Königsfamilie – sowie zwei Tagebücher stammen aus dem Umkreis seiner Vorfahren und (angeheirateten) Verwandten.
Die Jugend Emil von Hinübers wird im Wesentlichen in seinen vier Tagebüchern aus der Zeit von 1873 bis 1878 dokumentiert (Dep. 116 Nr. 1/1 bis 1/4). Von der Studienzeit in Leipzig, Tübingen, Jena und Göttingen zeugen die an seine Mutter Marianne Elisabeth Johanna von Hartwig gerichteten Briefe, in denen Emil von Hinüber u. a. sehr ausführlich von fremden Lebensgewohnheiten sowie von diversen Divertissements wie etwa Feierlichkeiten und Wanderungen in die jeweilige Umgebung berichtet (Dep. 116 Acc. 2019/52 Nr. 1). Bei der Auswahl seiner Wanderziele ließ sich Emil von Hinüber gerne von prägnanten Orten der Literaturgeschichte (Hauff, Schiller) inspirieren. Mit vielen seiner Kommilitonen aus der Studienzeit hielt er auch in späteren Jahren postalischen Kontakt (vgl. Dep. 116 Acc. 2019/52 Nr. 2 bis 8). Seine politischen Ansichten treten insbesondere in dem Briefwechsel mit Oberstleutnant von Schacht, Freiherr von dem Bussche und Hilmar von Hinüber zutage (Dep. 116 Acc. 2019/52 Nr. 9, Dep. 116 Nr. 6). Die Zeitungsausschnitte aus der Zeit von 1853 bis 1922 betreffen im Wesentlichen das Hannoversche Königshaus und die Aktivitäten der Deutsch-Hannoverschen Partei.
Von den Schriften seiner Vorfahren und Verwandten sind v. a. die Korrespondenzen mit Mitgliedern der Königsfamilie (Dep. 116 Nr. 8 bis 10), das Tagebuch des Julius von dem Bussche-Haddenhausen über eine im Auftrag des Königs durchgeführte Reise von Hannover über Dresden nach Wien (1852–1870) sowie das Tagebuch der Julie Freiin von dem Bussche-Haddenhausen über ihre Reise nach Italien (1894) zu hervorzuheben (Dep. 116 Nr. 2, 17).

Further information (fonds)

Access 

Der Bestand unterliegt den Benutzungsbedingungen des Niedersächsischen Landesarchivs.