NLA HA V.V.P. 46

  • Zugeordnete Objekte zeigen
  • Drucken
  • Mit Strg+C oder Rechtsklick kopieren.
    Verlinken
  • Versenden
  • Verbessern

Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel

Nachlass Dr. Rudolf Diels

Laufzeit

1934-1957

Bestandsdaten

Kurzbeschreibung

Korrespondenz, Handakten zum Nürnberger Prozess, Materialien zu "Lucifer ante portas"
Findmittel: EDV-Findbuch
Umfang: 1,2 lfdm

Bestandsgeschichte

Im November 1983 übergab Lisa Breimer dem Niedersächsischen Hauptstaatsarchiv in Hannover als Depositum den Nachlass des Regierungspräsidenten zur Wiederverwendung Dr. Rudolf Diels. Der Hinterlegungsvertrag sieht vor, dass der Nachlass bis zum 01.01.1994 für die öffentliche Benutzung gesperrt ist. Jederzeit Einsicht nehmen können Adolf von Thadden, Kiefernweg 6, 3003 Benthe und Ministerialrat a.D. Fritz Tobias, In den Sieben Stücken 17, 3000 Hannover-Buchholz.

Rudolf Diels wurde am 16.12.1900 in Berghausen/Taunus geboren. Nach dem Studium der Philosophie und Rechtswissenschaft in Gießen, Marburg und Berlin trat er 1924 als Regierungsreferendar bei der Regierung in Kassel in den preußischen Verwaltungsdienst. 1931 wurde er Regierungsrat bei der Abteilung 1A des Preußischen Ministeriums des Innern und Referent für die Bekämpfung linksradikaler Bestrebungen. Diese Abteilung wurd im April 1933 auf Veranlassung von Göring institutionell ausgeschieden und mit der Abteilung 1A des Berliner Polizeipäsidiums zum Geheimen Staatspolizeiamt (Gestapo) zusammengelegt. Die Leitung der Gestapo lag bei Göring. Sein Stellvertreter war der zum Polizeivizepräsident ernannte Rudolf Diels. Am 21. April 1934 wurde er als Inspekteur der Gestapo in den einstweiligen Ruhestand versetzt, unmittelbar darauf jedoch zum Regierungspräsidenten in Köln ernannt. Von Köln wurde Diels am 01. September 1936 nach Hannover versetzt. Bis zu seiner Festnahme im Frühjahr 1944 und einer endgültigen Verhaftung nach dem 20. Juli 1944 durch die Gestapo war Diels nach seiner Entlassung als Regierungspräsident im August 1942 zwischenzeitig bis Ende des Jahres 1943 mit der Leitung der Binnenschifffahrtsabteilung der Hermann-Göring-Werke betraut. Mit der Aufnahme der Prozesse vor dem Internationalen Militärgerichtshof in Nürnberg im Sommer 1945 trat Diels zunächst als Zeuge der Anklage, später als solcher vor der

Verteidigung erneut in die Öffentlichkeit.

Der Nachlass umfasst vor allem Korrespondenzen persönlichen Inhalts aus den Jahren 1934/1935 bis 1941 und 1949/50 bis zu Diels Tode im Jahre 1956. Darunter befindet sich auch das Manuskript zu "Lucifer ante portas", ein Rückblick auf die politischen Ereignisse 1933/1934, den Rudolf Diels 1949 veröffentlichen ließ.

Unbedingt zu beachten bei der Erarbeitung des vorliegenden Bestandes ist die jüngst erschienene Monographie von Christoph Graf, Politische Polizei zwischen Demokratie und Diktatur. Die Entwicklung der preußischen Politischen Polizei vom Staatsschutzorgan der Weimarer Republik zum Geheimen Staatspolizeiamt des Dritten Reiches. Berlin 1983.

Ordnung und Verzeichnis nahm die Unterzeichnete im März 1984 vor.

Hannover, den 7. November 1984
gez. Dr. Christine van den Heuvel


Der Bestand ist im Rahmen eines größeren Erschließungsprojektes in die archivische EDV-Datenbank unter der Fachsoftware izn-AIDA übertragen worden.

Hannover, im September

2006

Informationen/Notizen

Zusatzinformationen

Abgeschlossen: Nein

teilweise verzeichnet