NLA HA V.V.P. 88

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel 

Stiftung Niedersachsen

Laufzeit 

1978-2012

Bestandsdaten

Kurzbeschreibung 

Verwaltungsunterlagen, künstlerische Förderprogramme Theaterprojekte, Kongresse, Sommerkurse, Publikationsförderung, Korrespondenz und andere Unterlagen zur außerprogrammatischen Projektförderung
Findmittel: EDV-Findbuch 2013
Umfang: 16,4 lfdm

Bestandsgeschichte 

1. Geschichte und Aufgaben der Stiftung Niedersachsen

Die Stiftung Niedersachsen mit den Organen Präsident, Verwaltungsrat und Senat sowie dem geschäftsführenden Generalsekretär wurde 1986 vom Land Niedersachsen als gemeinnützige Stiftung des bürgerlichen Rechts mit Sitz in Hannover gegründet. Sie ist mit einem Vermögen von 45 Mio EURO ausgestattet. Ihr Ziel ist die im Interesse des Gemeinwohls liegende Förderung von Wissenschaft, Bildung, Kunst und Kultur im Land Niedersachsen. Über die Bewilligung von Fördermitteln entscheidet der Senat der Stiftung nach Prüfung und wissenschaftlicher Begutachtung der eingegangenen Anträge. Antragsberechtigt sind niedersächsische Programme im Kontext von Wissenschaft, Bildung, Kunst und Kultur. Privatpersonen sind von der Förderung ausgeschlossen.

Die Stiftung unterhält zahlreiche, teilweise wechselnde Programme und Projekte, die von ihr selbst konzipiert und zum Teil in Zusammenarbeit mit weiteren Institutionen durchgeführt werden. Zur Zeit werden die folgenden Programme unterstützt:
Einen Programmschwerpunkt der Stiftung bildet der Internationale Violin-Wettbewerb, der Joseph Joachim gewidmet ist und gemeinsam mit dem Opernhaus Hannover, der Hochschule für Musik und Theater Hannover und dem Norddeutschen Rundfunk veranstaltet wird. Seit 1991 werden alle drei Jahre junge Geigerinnen und Geiger aus der ganzen Welt nach Hannover eingeladen und von einer international besetzten Jury bewertet. Ziel des Wettbewerbs, dessen Preisgelder zu den höchsten der Welt gehören, ist die Förderung und Hilfestellung bei der Karriereentwicklung junger Violinisten.

Das Literaturförderprogramm der Stiftung, das bereits 1987 ins Leben gerufen wurde und ebenfalls zu den langjährigen Programmen und Förderschwerpunkten der Stiftung gehört, fördert die Entstehung und Veröffentlichung literarischer Texte. So werden Stipendien an deutschsprachige

Schriftsteller vergeben und Seminare durchgeführt.
Durch das 1999 eingerichtete landesweite Förderprogramm "Kultur und Wissenschaft" werden Museen und Sammlungen unterstützt, um die Kontinuität und Qualität kulturwissenschaftlicher Forschungen zu erhalten und zu stärken. Hierdurch sollen die Möglichkeiten verbessert werden, der Öffentlichkeit Exponate und Kunstwerke nach dem bestem Stand der wissenschaftlichen Erkenntnis zu vermitteln. An einzelne Museen und Sammlungen werden dabei Fördermittel bis zu 130.000 EURO ausgeschüttet.

Das in Zusammenarbeit mit der Herzog-August-Bibliothek in Wolfenbüttel im Jahr 2003 eingerichtete Europa Kolleg bietet Schülerinnen und Schülern deutscher Auslandsschulen und anderer europäischer Schulen die Möglichkeit, zwei Wochen lang europäische Identitäten zu entdecken und zu erörtern. Mit seinen Vorträgen und themenbezogenen Arbeitsgruppen ist es zugleich eine Hinführung zum Universitätsstudium.
Gemeinsam mit dem Sprengel Museum Hannover vergibt die Stiftung seit 1994 alle drei Jahre den "Spectrum" Fotopreis an herausragende künstlerische Fotografen. Der Sieger erhält neben einem Preisgeld von 15.000 EURO eine befristete Einzelaustellung im Sprengel Museum.

Als Schwerpunkt im operativen Bereich gilt seit 2001 das v. a. vom Niedersächsischen Landtag und und vom Niedersächsischen Kultusministerium geförderte Programm "Kulturlandschaften". Im Mittelpunkt stehen Kulturlandschaften als Ergebnis des jahrhundertelangen Zusammenspiels von Natur, (Land-)Wirtschaft und Gesellschaft. Im Jahr 2003 wurden auf zwei Gebieten Planungen begonnen. Zum einen soll die Thematik verstärkt in den Unterricht an allgemeinbildenden Schulen eingebunden werden, zum anderen werden Projekte Dritter in dem thematischen Zusammenhang gefördert.

Neben den längerfristig laufenden Programmen fördert die Stiftung einzelne, zeitlich befristete Projekte. Hier ist

insbesondere die Organisation von Tagungen, Kongressen und Festivals zu nennen. Des weiteren unterstützt sie die Entstehung von Publikationen sowie verschiedene außerprogrammatische Fördermaßnahmen.

Darüber hinaus verwaltet die Stiftung Niedersachsen zwei unselbstständige treuhänderische Stiftungen. Die Dr.-Konrad-Liebmann-Stiftung wird seit 1996 von der Stiftung Niedersachsen betreut. Sie enthält im Wesentlichen eine Sammlung von Kupferstichen Albrecht Dürers, die dem Kulturgeschichtlichen Museum in Osnabrück als Dauerleihgabe übertragen wurde und dort der Öffentlichkeit zugänglich ist. Die Richard-Moderhack-Stiftung, die mit einem Stiftungskapital von 125.000 EURO ausgestattet ist, wurde im Jahr 2002 von dem ehemaligen Direktor des Stadtarchivs Braunschweig Dr. Richard Moderhack eingerichtet. Sie fördert Forschungen zur niedersächsischen Landesgeschichte bis zum Ende des Alten Reiches. Nutznießerin der Stiftung ist die Historische Kommission für Niedersachsen und Bremen


2. Bestandsinformation

Der Bestand umfasst bislang v. a. Akten aus dem Zeitraum zwischen 1985 und 2004, die in zwei Abgaben in das Hauptstaatsarchiv gelangt sind (Acc. 2006/008 und Acc. 2009/081).

Die Akzession 2006/008 besteht im Wesentlichen aus Förderakten, die die Planung, Durchführung und Finanzierung der in den 1990er Jahren geförderten Programme und Projekte dokumentieren. Im Einzelnen enthält der Bestand Akten zu den Violin-Wettbewerben 1991 und 1994 sowie zur Literaturförderung in den Bereichen Autorenförderung (Gattungen Prosa, Essay und Lyrik), Europäische Literaturdialoge (1991-1993) und Norddeutscher Bücherfrühling - Literaturprogramm zur Norddeutschen Frühjahrsbuchwoche (1991-1993). Des weiteren sind hier Projektakten zu finden, die über die Förderung des Theaterfestivals "Theaterformen" in Braunschweig/Wolfenbüttel (1990 und 1991) und der Kongresse "Mensch - Medizin -

Gesellschaft. Gesundheit in eigener Verantwortung" (Hannover 1990) sowie "Die Aktualität des Ästhetischen - Ausweg der Moderne" (Hannover 1992) Auskunft geben. Außerdem enthält der Bestand Unterlagen zu den von der Stiftung geförderten Sommerkursen an niedersächsischen Museen sowie zu den geförderten Publikationen. Schließlich liegen noch Anträge sowie Bewilligungs- und Ablehnungsschreiben vor, die sich auf außerprogrammatische Fördermaßnahmen beziehen.

Die Akzession 2009/081 enthält neben Akten zu den Violin-Wettbewerben 1997 und 2000 v. a. Förderakten zu den in den verschiedenen Bereichen von Kunst und Kultur geförderten Projekten.


3. Erschließung und Benutzung

Der 1261 Nrn. (ca. 18 lfd. M.) umfassende Bestand wurde dem Niedersächsischen Landesarchiv - Hauptstaatsarchiv Hannover von der Stiftung Niedersachsen im Januar 2006 als Depositum übergeben. Er besteht bislang aus den Acc. 2006/008, Acc. 2009/081 sowie Acc. 2013/004 und wurde unter Mithilfe von Praktikanten EDV-technisch erschlossen.

Die Akteneinsicht bedarf in jedem Fall der Genehmigung des Depositars.


4. Quellen und Literatur

http://www.stnds.de

Tätigkeitsbericht der Stiftung Niedersachsen, Redaktion Nicole Zeddies, Hannover 2004

Satzung der Stiftung Niedersachsen, Hannover 1986


Hannover, im Februar 2010
gez. Dr. Claudia Kauertz

Informationen/Notizen

Zusatzinformationen 

Abgeschlossen: Nein

teilweise verzeichnet

Georeferenzierung

Bezeichnung 

Niedersachsen

Zeit von 

1993

Zeit bis 

2000

Objekt_ID 

5

Ebenen_ID 

100

Georeferenzierung

Bezeichnung 

Niedersachsen

Zeit von 

1946

Zeit bis 

1993

Objekt_ID 

1

Ebenen_ID 

200