NLA HA Dep. 9

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel 

Kloster Heiningen - Urkunden

Laufzeit 

1160/1177-1703

Bestandsdaten

Kurzbeschreibung 

Urkunden des Klosters Heiningen, u.a. Pfändungsbriefe, geistliche Stiftungen, Grundstückskäufe

Geschichte des Bestandsbildners 

Das sogenannte Kloster Heiningen wurde um 1000 durch die edle Frau Hildeswid und ihre Tochter Alburg mit Unterstützung des Bischofs Bernward von Hildesheim als Kanonissenstift gegründet und 1126 in ein Augustiner-Chorfrauenstift umgewandelt. Nach zeitweiligem Niedergang (nach 1350) brachte die Windesheimer Reformbewegung (1451) neuen Auftrieb, so dass das Kloster um 1500 in hoher Blüte stand. Es war berühmt für seine Stickereien. Den zugehörigen Grundbesitz, ursprünglich von Halberstadt bis Hannover verstreut, konzentrierten die Pröpste auf die nähere Umgebung.

Infolge der Hildesheimer Stiftsfehde (1519/23) fiel Kloster Heiningen an Braunschweig-Wolfenbüttel. Nach Einführung der Reformation (ab 1542) blieb ein verkleinerter Konvent erhalten. 1629 wurde das Kloster wieder von Augustinern übernommen. Ein neuer katholischer Konvent konnte sich jedoch erst entfalten, nachdem Heiningen an das Stift Hildesheim restituiert worden war (1643).
Die letzte Klosterperiode beendete die westfälische Regierung des Königs Jérôme: 1810 wurde es aufgehoben. Gebäude und Ländereien wurden mit Ausnahme der Kirche und des Kirchengeräts verkauft. Der Grundbesitz wechselte mehrmals den Besitzer, bis er 1820 in das Eigentum der Familie Degener überging. Das ehemalige Klostergut Heiningen gehört also zu den wenigen, die von der hannoverschen Regierung nach 1813 nicht reluiert und zum Klosterfonds gezogen wurden, sondern in Privathand verblieben.

Stand: April 2017

Bestandsgeschichte 

Die Klosterarchivalien wurden 1810 als Zubehör des Gutes behandelt. Während die meisten Urkunden und Akten mit dem Grundbesitz 1820 in das Eigentum der Familie Degener übergingen, gelangte ein kleinerer Teil (55 Urkunden, 1 Handschrift, 2 Registerbände) auf ungeklärtem Wege in den Besitz des Hildesheimer Bischofs Wedekin (gest. 1870). Nachdem der Archivar Janicke im Zusammenhang mit Vorarbeiten zum Urkundenbuch der Bischöfe von Hildesheim auf den Bestand aufmerksam geworden war, erwarb das damalige preußische Staatsarchiv im Jahre 1878 die im Nachlass des Bischofs befindlichen Urkunden und Handschriften des ehemaligen Augustiner-Chorfrauenstifts Heiningen für 180 Mark. In der Folgezeit nahm Janicke Verbindung mit dem Rittergutsbesitzer Degener auf, der ihm noch im selben Jahr die in seinem Besitz befindlichen Archivalien (98 Originalurkunden, 35 Abschriften, 4 Pakete Literalien) des aufgehobenen Klosters übergab. Da die Provenienz der aus dem Nachlass des Bischofs stammenden Urkunden mithilfe eines Heininger Kopiars aus dem 18. Jahrhundert (heutige Archivsignatur einer Reproduktion des Kopiars: NLA-HA Sammlungen von Reproduktionen 3 Foto 3 Nr. 223) zweifelsfrei nachgewiesen werden konnte, wurden beide Zugänge zu einem einzigen Bestand (Dep. 9) zusammengefasst.

Ob die unterschiedliche Herkunft der Urkunden in dem 1943 verbrannten Findbuch vermerkt war, ist nicht bekannt. In dem 1967 neu angelegten Findbuch zum Bestand Dep. 9 fehlt jedenfalls jeder Hinweis darauf, dass ein Teil der Urkunden 1878 von der preußischen Archivverwaltung angekauft und damit in staatliches Eigentum übergegangen war. Um die unterschiedliche Herkunft sauber zu trennen und die verschiedenen Eigentumsverhältnisse deutlich zu machen, wurden die 1878 angekauften Urkunden 1991 zusammen mit einer vom Germanischen Nationalmuseum Nürnberg angekauften Urkunde aus dem Bestand Dep. 9 herausgenommen und in den neu gebildeten Bestand Hild. Or. 2 Heiningen überführt. Die Nummern Dep. 9 Nr. 1, 1a, 3, 4, 4a, 5, 6, 7, 8, 8a, 11, 11a, 17, 17a, 22, 22a, 23, 23a, 24, 25, 29, 35, 36, 41, 51, 52, 52a, 53, 57, 57a, 68, 68a, 70, 76, 77, 79, 89, 94, 99a, 100, 101, 103, 104, 108, 109, 115, 118, 119, 125, 126, 133, 136, 138, 146, 149, 150 sind daher nicht mehr belegt, die entsprechenden Stücke im Bestand Hild. Or. 2 Heiningen zu suchen. Bei der Neuverzeichnung wurden die Titelaufnahmen von 1967 bis auf kleinere Änderungen übernommen.

Die kleine Aktengruppe des Stifts Heiningen (Akten, Register u.a.) bildete den Bestand Hild. Br. 3/17. Die Handschriften sind 1943 verbrannt.

Stand: April 2017

Enthält 

Urkunden: Stiftung, Schenkungen, Käufe und Verpfändungen von Kirchen und Kapellen, Höfen, Hausstellen, Ländereien, Holznutzungen, Zehnten, Salzpfannen und Mühlen; Gütertausch, Renten- und Schuldwesen; Vogtei, Schutz, Forderungen des Landesherrn; Geistliches Leben: Fraternitäten, Exkommunikation, Stiftungen, Memorien, Ablass; Rechtstsreitigkeiten

Literatur 

Bauereisen-Kersting, Hildegard: Urkunden des Augustinerchorfrauenstifts Heiningen in den Sammlungen Wedekins. In: Schatzkammer auf Zeit: Die Sammlungen des Bischofs Eduard Jakob Wedekin (1796-1870). Katalog zur Ausstellung des Diözesan-Museums Hildesheim. Hg. v. Michael Brandt. Hannover 1991, S. 263-275.

Eisermann, Frank: Die Inschriften auf den Textilien des Augustiner-Chrofrauenstifts Heiningen. In: Nachrichten der Akademie der Wissenschaften in Göttingen 6 (1996), S. 227-285.

Fink, August: Das weiße Antependium aus Kloster Heiningen. In: Jahrbuch der Berminer Museen 1 (1959), S. 168-178.

Streich, Gerhard: Klöster, Stifte und Kommende in Niedersachsen vor der Reformation. Hildesheim 1986, S. 72 (mit weiterer Literatur).

Taddey, Gerhard: Das Kloster Heiningen von der Gründung bis zur Aufhebung. Göttingen 1966.

Siehe

Korrespondierende Archivalien 

NLA HA
- Hild. Or 2 Heiningen
- Hild. Br. 3/17
- Sammlungen von Reproduktionen 3 Foto 3 Nr. 223

NLA WO
- 332 N (Klostergut Heiningen)
- 70 N (Gemeinde Heiningen)

Weitere Angaben (Bestand)

Umfang in lfd. M. 

132 Nummern

Bearbeiter 

Dr. Juliane Henzler (2017)

Informationen/Notizen

Zusatzinformationen 

verzeichnet