NLA HA Dep. 128

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel

Familie von Barner - Urkunden

Laufzeit

1365-1570

Bestandsdaten

Kurzbeschreibung

Urkunden der Familie von Barner, enthält Wiederkäufe, Leibzuchtverschreibungen und Lehnsurkunden. Weitere Lehnbriefe und Lehnreverse sind im Bestand Celle Or. 30 zu finden.
Findmittel: EDV-Findbuch
Umfang: 47 Nrn.

Bestandsgeschichte

I. Geschichte der Familie von Barner

Die im Hildesheimischen ansässige Familie von Barner (Berner, Bernowe von Gottenradt), nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen, seit dem 14. Jahrhundert in Mecklenburg beheimateten Familie, gehörte zur Ritterschaft des Hochstifts Hildesheim. Sie besaß Lehen der Bischöfe zu Hildesheim und Minden, der Herzöge von Braunschweig- und Lüneburg grubenhagenschen, calenbergischen und lüneburgischen Teils, der Grafen zu Schaumburg sowie des Stifts Corvey.

Der größte Teil des Grundbesitzes der Familie bestand aus Lehen der Bischöfe zu Hildesheim und konzentrierte sich um die Stadt Sarstedt, wo die von Barner seit dem Hochmittelalter nachweisbar waren und zwei sattelfreie Höfe besaßen. Die Familie hat den wesentlichen Teil ihrer Lehngüter im 15. und 16. Jahrhundert zusammengetragen. Allein im Hochstift Hildesheim besaß sie Grundbesitz und Rechte in Sarstedt, Bledeln, Gleidingen, Groß Lobke, Lühnde, Groß und Klein Giesen, Ahrbergen, Emmerke, Mahlerten, Poppenburg, Clauen, Barnten, Giften, Sorsum, Borsum, Einum und Ummeln sowie in den Wüstungen Wennerde, Beelte, Loppenstedt, Helperde und Oldendorp/Ohlendorf bei Sarstedt. Angehörige der Familie spielten innerhalb und außerhalb des Hochstifts Hildesheim, vor allem als Mitglieder der Domkapitel zu Hildesheim und Minden, bis ins 16. Jahrhundert zum Teil eine bedeutende Rolle. Anfang des 17. Jahrhunderts starb das Geschlecht mit Joachim von Barner (1558-1601), Domherr der Stifte Salzburg, Eichstätt und Augsburg, aus.

Am 16./30. September 1590 verkauften er und Lucia von Veltheim, Witwe des Tile Barner und in zweiter Ehe verheiratete von der Schulenburg, den Familienbesitz nach jahrelangen Verhandlungen für 8400 Taler an die Brüder Dietrich (1558-1632) und Curd von Lenthe (1559-1624). 1597 teilten diese die ehemals von Barnerschen Güter unter sich auf. Im Jahr 1689 verkaufte Kurd

Wilhelm von Lenthe (1639-1691) aus der curdschen Linie seinen Anteil, nämlich das Gut Sarstedt und den zugehörigen Besitz, für 7500 Taler an den Freiherrn Ignatius von und zu Weichs, dessen Nachkommen 1816 die Allodifikation der Lehngüter erwirkten.


II. Bestandsgeschichte

Der Bestand besteht aus 46 meist gut erhaltenen, niederdeutschen Urkunden der Familie von Barner, die - abgesehen von wenigen Stücken aus dem 14. Jahrhundert - größtenteils aus dem 15. und 16. Jahrhundert stammen. Er enthält in erster Linie Schuldverschreibungen (Wiederkäufe), aber auch Lehnbriefe und Leibzuchtverschreibungen, die sich größtenteils auf die oben genannten Güter im Hochstift Hildesheim, aber auch auf Besitzungen der Familie in den Ortschaften Gehrden, Kirchrode und Leveste im Fürstentum Calenberg (Vgl. Dep. 128 Acc. 2004/061 Nrn. 20, 35, 36, 37, 47),in Aerzen im Fürstentum Grubenhagen (Vgl. Dep. 128 Acc. 2004/061 Nr. 45) sowie in Sehnde, Immensen und Dachtmissen im Fürstentum Lüneburg (Vgl. Dep. 128 Acc. 2004/061 Nrn. 8, 36, 37) beziehen. Diese Urkunden dürften mit dem Erwerb der von Barnerschen Güter in den Besitz der Familie von Lenthe gelangt sein.

Außerdem befindet sich in dem Bestand noch eine Urkunde des Claus von Warpe (Dep. 128 Acc. 2004/061 Nr. 1), die sich auf Güter in Lemke und Oyle im Amt Nienburg bezieht. Sie stammt wahrscheinlich aus dem Besitz der Familie von Hasberg, deren Güter Ernst Ludwig Julius von Lenthe (1744-1814) im Jahr 1772 durch Heirat mit Sophie Wilhelmine Louise von Hasberg erwarb.

Der kleine Bestand wurde im Juni 2004 von Herrn Hans-Gebhard von Lenthe aus Schwarmstedt im Hauptstaatsarchiv deponiert.

Weitere Unterlagen, die Informationen über die Geschichte der Familie von Barner und ihrer Güter enthalten, sind im Hauptstaatsarchiv in den folgenden Beständen überliefert: Hann. 27 Hildesheim (Reichskammergerichtsakten für den

Regierungsbezirk Hildesheim), Hild. Br. 1 (Hildesheimisches Landesarchiv), Hild. Br. 2 (Archiv des Domkapitels), Hild. Br. 9 (Hildesheimische Lehnsakten) und Dep. 125 (Untergut Lenthe).


III. Erschließung

Der Bestand wurde im Juli 2004 von der Archivrätin Dr. Claudia Kauertz verzeichnet.


IV. Literatur

Hans Wehling, Sarstedt. Geschichte einer kleinen Stadt, Sarstedt 1973
August Böttcher, Sarstedt, die aufstrebende Stadt zwischen Hannover und Hildesheim, Hildesheim 1971
Wilhelm Evers, Der Landkreis Hildesheim-Marienburg. Amtliche Kreisbeschreibung nebst Kreisraumordnungsstudie und Statistischem Anhang, Bremen-Horn 1964
Gebhard von Lenthe, Die Familie Barner, masch. 1926 (privat Gfn. Hardenberg, Wolbrechtshausen)
Kurt von Lenthe (Hg.), Die Rittergüter der Familie von Lenthe, Lenthe/Gehrden 2000, S. 75-79

Hannover, im August 2004
gez. Dr. Claudia

Kauertz

Informationen/Notizen

Zusatzinformationen

teilweise verzeichnet

Abgeschlossen: Nein

Georeferenzierung

Bezeichnung

Sarstedt, Stadt [Wohnplatz]

Zeit von

1

Zeit bis

1

Objekt_ID

4442

Ebenen_ID

1