NLA HA Nds. 761 Hameln

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel

Justizvollzugsanstalt (JVA) Hameln/Jugendstrafanstalt Hameln

Laufzeit

1899-1985

Bestandsdaten

Geschichte des Bestandsbildners

Die Jugendanstalt (früher: Jugendstrafanstalt) Hameln ging hervor aus der 1950 gegründeten Straf- und Sicherungsanstalt Hameln, die 1958 vom Land Niedersachsen zu einer Jugendstrafanstalt umgewidmet wurde. Mit der Fertigstellung des Neubaus 1980/81 entstand damit die größte Jugendstrafvollzugseinrichtung der Bundesrepublik Deutschland mit gegenwärtig 771 Haftplätzen für männliche Jugendstraftäter im Alter von 14 bis 24 Jahren.

Die Aufgabe der Jugendanstalt Hameln besteht in der Durchführung der gemäß Jugendstrafrecht und Jugendgerichtsgesetz erlassenen Freiheitsstrafen bei Jugendlichen und Heranwachsenden, die zum Tatzeitpunkt zwischen 14 und 21 Jahre alt sind. Die schwerste Sanktionsform ist die Jugendstrafe, die mindestens sechs Monate und höchstens zehn – bei Heranwachsenden bis zu 15 – Jahre umfasst. In der Jugendanstalt Hameln beträgt die durchschnittliche Haftdauer 1,7 Jahre.

Die örtliche und sachliche Zuständigkeit der Jugendanstalt wird durch den Vollstreckungs- und Einweisungsplan für das Land Niedersachsen (Stand 1. Januar 2015) geregelt. Demnach erfolgt in der Jugendanstalt Hameln die Durchführung von geschlossenem und offenem Vollzug, U-Haft sowie Arrest.

Der Vollzug der Strafe wird durch das Niedersächsische Justizvollzugsgesetz (NJVollzG) bestimmt, das am 1. Januar 2008 in Kraft trat und gegenwärtig in der Fassung vom 8. April 2014 vorliegt (Nds. GVBl. Nr. 8/2014 S. 107). Im Vierten Teil, der in den §§ 113-132 den Vollzug der Jugendstrafe behandelt, wird als Ziel des Jugendstrafvollzugs die Resozialisierung der Straftäter benannt (§ 113 NJVollzG). Um dies zu ermöglichen, muss der Vollzug erzieherisch gestaltet werden (§ 114 Abs. 1 NJVollzG). Die Jugendanstalt Hameln ist eine hierauf spezialisierte Vollzugseinrichtung, die einerseits für eine sichere Unterbringung der Straftäter sorgt, andererseits Maßnahmen zu deren Erziehung und Förderung ergreift. Beides soll einer erneuten Straffälligkeit vorbeugen. Die Eckpunkte des Vollzugskonzepts bilden eine standardisierte und verbindliche Vollzugsplanung für jeden einzelnen Gefangenen, Maßnahmen zur schulischen Bildung und beruflichen Ausbildung, Arbeitsplätze sowie gezielte Trainings- und Behandlungsprogramme (Sozialtherapie). Verbindliche Vollzugsziele werden in einem Erziehungs- und Förderplan festgelegt.

Zur Umsetzung ihres gesetzlichen Auftrages stehen der Jugendanstalt Hameln neben der Hauptanstalt für den geschlossenen Vollzug Abteilungen des offenen Vollzugs und des Jugendarrestes zur Verfügung. Die Abteilung "Offener Vollzug Hameln" bietet den Gefangenen auf 56 Haftplätzen die Unterbringung in Wohngruppen im Stadtgebiet Hameln, in denen sie ihre Haft unter erleichterten Bedingungen verbüßen können. Vergleichbares gilt für die Abteilung "Offener Jugendvollzug Göttingen", der 97 Haftplätze umfasst. Dort werden allen männlichen Jugendstraftäter untergebracht, die erstmals eine Haftstrafe von bis zu dreieinhalb Jahren (Erstvollzug) verbüßen. Auf technische Sicherungen wird verzichtet, um durch die Verbindung zur 'Außenwelt' einen leichteren Übergang in ein straffreies Leben in Freiheit zu begünstigen. Darüber hinaus bietet die "Jugendarrestanstalt Göttingen" auf 20 Haftplätzen, darunter acht für weibliche Arrestanten, die Möglichkeit neben Freizeit- und Kurzarrest vor allem Dauerarreste zu vollstrecken, die im Sinne des Jugendgerichtsgesetzes Zuchtmittel und keine Strafe darstellen.

Die Abteilungen "Offener Jugendvollzug Göttingen" und "Jugendarrestanstalt Göttingen" gelangten zum 1. Januar 2010 von der Justizvollzugsanstalt Rosdorf an die Jugendanstalt Hameln. Hintergrund waren Umstrukturierungen im niedersächsischen Justizvollzug, in deren Folge der Jugendvollzug zu einer Einrichtung zusammengefasst wurde.

Aufsichtsbehörde für die Vollzugsbehörden und Jugendarrestanstalten ist das Niedersächsische Justizministerium.

Stand: 27. Juli 2015

Enthält

Personalakten, Gefangenenbücher, Gefangenenpersonalakten

Literatur

www.jugendanstalt-hameln.niedersachsen.de

www.justizportal.niedersachsen.de

Findmittel

EDV-Findbuch 2015

Siehe

Korrespondierende Archivalien

NLA HA, Hann. 86 Hameln (Strafanstalt Hameln)

NLA WO, 1066 Nds (Justizvollzugsanstalt Rosdorf)

Weitere Angaben (Bestand)

Umfang in lfd. M.

4,8

Bearbeiter

Regina Schleuning (2015)

Benutzung

Das Archivgut kann im Niedersächsischen Landes Hannover unter Berücksichtigung der Einhaltung von Schutz- und Sperrfristen nach §5 NArchG eingesehen werden.

Georeferenzierung

Bezeichnung

Hameln, Stadt [Wohnplatz]

Zeit von

1

Zeit bis

1

Objekt_ID

3999

Ebenen_ID

1