NLA HA Nds. 155

  • Zugeordnete Objekte zeigen
  • Drucken
  • Mit Strg+C oder Rechtsklick kopieren.
    Verlinken
  • Versenden
  • Verbessern

Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel

Nds. Landesfeuerwehrschule, Celle

Laufzeit

1907-1982

Bestandsdaten

Geschichte des Bestandsbildners

Die Feuerwehrschule Celle wurde im Jahr 1931 zunächst als Stiftung gegründet, an der sich der Provinzialfeuerwehrverband, die Landschaftliche Brandkasse Hannover und die Stadt Celle beteiligten. Das Feuerlöschwesen war zu dieser Zeit ohne Staatsaufsicht und in den Gemeinden nahezu sich selbst überlassen. Feuerlöschgesetze existierten nicht, allerdings übten die Landschaftlichen Brandkassen als öffentliche Feuerversicherungen Einfluss auf das Feuerlöschwesen aus, indem sie Einrichtungen der Feuerwehr unterstützten und förderten.

Mit dem Erlassen des Preußischen Feuerlöschgesetzes vom 15. Dezember 1933 wurden der Feuerwehrverband der Provinz Hannover und die Feuerwehrschule in Körperschaften des öffentlichen Rechts umgewandelt, mit dem Ziel, die staatliche Einwirkungsmöglichkeit auf die Verbände durch Einführung einer besonderen Staatsaufsicht sicherzustellen. Für die Feuerwehrschule Celle wurde ein sog. Feuerrat gebildet, der die Fachaufsicht ausübte und insbesondere den Haushalt aufzustellen hatte. Diesem Rat gehörten der Vizepräsident des Oberpräsidiums, der Vorsitzende des Provinzial-Feuerwehrverbandes, der Generaldirektor der Landschaftlichen Brandkasse, der Branddirektor der Berufsfeuerwehr Hannover und mehrere Kreisbrandmeister an. Von 1934 bis 1938 erfüllte die Feuerwehrschule Celle ihre Aufgaben in dieser Rechtsform. In den Gründungsjahren stand die Vermittlung von Führungspraxis bei der Brandbekämpfung im Vordergrund.

Am 23. November 1938 wurde das Gesetz über das Feuerlöschwesen erlassen. Ziel des Gesetzes war die Schaffung einer straff organisierten, reichseinheitlich gestalteten, von geschulten Kräften geführten Polizeitruppe (Hilfspolizei) unter staatlicher Aufsicht. Das Gesetz verfügte u. a. die Auflösung der von den Freiwilligen Feuerwehren gebildeten Vereine und Verbände. Somit wurde die Feuerwehrschule eine direkte Einrichtung der Provinz Hannover und nannte sich Hannoversche Provinzial-Feuerwehrschule.

Während des 2. Weltkrieges hatte die Feuerwehrschule veränderte Aufgaben wahrzunehmen: zum einen mussten Männer, später auch Frauen für den Luftschutz ausgebildet werden, zum anderen wurden Ausbildungskräfte zur Bildung sog. mobiler Einheiten herangezogen, die bei Schadensereignissen, wie beispielsweise den im Celler Raum vielfach aufgetretenen Mineralöllagerbränden eingesetzt wurden. Nach Kriegsende benutzten alliierte Truppen die Feuerwehrschule als Kaserne, das Personal wurde kurzfristig inhaftiert, die Gebäude waren beschädigt, das Inventar geplündert oder verbrannt. Der Schulbetrieb kam zunächst zum Erliegen, wurde jedoch bereits im Jahr 1945 wieder aufgenommen.

Mit der Bildung des Landes Niedersachsen im Jahr 1946 ging die Feuerwehrschule in die Landesverwaltung über und erhielt die Bezeichnung Niedersächsische Landesfeuerwehrschule Celle. Die Zahl von 1.000 Lehrgangsteilnehmern pro Jahr wurde bereits 1947 überschritten.

Neue Erkenntnisse in der Feuerlöschtaktik, leistungsfähigeres Gerät sowie erweiterte Aufgabengebiete bei den Feuerwehren erforderten eine immer intensivere Aus- und Fortbildung. Das Lehrgangsangebot umfasste in den fünfziger Jahren die Lehrgänge Truppführer, Gruppenführer, Zugführer, Oberstufenlehrgang, Maschinisten (TS und LF), Gerätewart und Atemschutzgerätewart. 1957 wurde der erste Lehrgang für Brandmeister von Berufsfeuerwehren durchgeführt, der in sechswöchiger Dauer die Ausbildung zum Gruppenführer beinhaltete. Ende der sechziger Jahre wurden in diesem Lehrgang alle hauptberuflichen Kräfte (auch Werkfeuerwehren) zusammengefasst. Nach Entwicklung neuer Lehrgangs- und Fahrzeugkonzepte konnten auch die Lehrgänge für Brandinspektoranwärter (hauptberufliche Feuerwehrangehörige), Nachrichtenübermittlung, Technische Hilfeleistung und Ölwehr sowie friedensmäßigen Strahlenschutz in das Programm aufgenommen werden.

Schließlich erfolgte ab 1966 die Zivilschutzausbildung für den Fachdienst Brandschutz, in der auch die Bereitschaftsführer für die Bundesländer Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein ausgebildet wurden. Mitte der 70er Jahre konzipierte man aus den Erkenntnissen verschiedener Katastrophen (Waldbrände, Dammbruch des Elbe-Seitenkanals, Sturmfluten) ein neues Führungssystem, das man in einem Sonderlehrgang für Führungskräfte vermittelte. Aus diesem ging später der Lehrgang "Führungskräfte von Verbänden" hervor. Ausbildungsschwerpunkt ist hierbei das stabsmäßige Führen taktischer Einheiten. Das erweiterte Fortbildungsangebot erforderte den Bezug neuer Räumlichkeiten (1974: Bremer Weg). Seit dieser Zeit hat sich die Niedersächsische Landesfeuerwehrschule Celle zu einer der modernsten Feuerwehrschulen in Deutschland entwickelt.

Stand: Juli 2002

Die auf der Grundlage des Niedersächsischen Gesetzes über den Brandschutz und die Hilfeleistung der Feuerwehr (Niedersächsisches Brandschutzgesetz - NBrandSchG) vom 1. April 1978 bestehende Niedersächsische Landesfeuerwehrschule Celle wurde zum 1. Januar 2011 mit der Niedersächsischen Landesfeuerwehrschule Loy zur Niedersächsischen Akademie für Brand- und Katastrophenschutz zusammengelegt. Beide Standorte blieben dabei erhalten.

Die Vereinigung beider Standorte erfolgte nach einer Empfehlung des Abschlussberichtes "Sicherstellung des Brandschutzes in Niedersachsen unter besonderer Berücksichtigung des demografischen Wandels" des Niedersächsischen Ministeriums für Inneres und Sport aus dem Jahr 2010. Ziel war es, durch die Bildung einer gemeinsamen Organisationseinheit ohne Personalabbau Stellen in der Verwaltung einzusparen und diese dann in den feuerwehrtechnischen Bereich zu verlagern.

Stand: September 2015

Bestandsgeschichte

Das Hauptstaatsarchiv hat mit dem Zugang 2002/080 angebotene Akten aus der Zeit vor 1978 übernommen. Alle weiteren Zugänge werden im Niedersächsischen Landesarchiv Stade archiviert.

Stand: September 2015

Enthält

Dienstbücher, Bausachen, Haushalt, Kreisbrandmeistertagungen und -dienstbesprechungen, Verleihung von Urkunden und Ehrenzeichen

Weitere Angaben (Bestand)

Umfang in lfd. M.

1,0

Bearbeiter

Dr. Kerstin Rahn (2002)

Dr. Christian Helbich (2015)

Informationen/Notizen

Zusatzinformationen

Abgeschlossen: Nein

teilweise verzeichnet

Georeferenzierung

Bezeichnung

Celle, Stadt [Wohnplatz]

Zeit von

1

Zeit bis

1

Objekt_ID

5698

Ebenen_ID

1