NLA AU Rep. 149

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel

Forschungsstelle Küste, Norderney

Laufzeit

1936-1993

Bestandsdaten

Kurzbeschreibung

Ausgelöst durch Besorgnisse um die Sandwanderung vor der Insel Norderney wurden seit 1928 Untersuchungen vorgenommen, die 1937 zur Einrichtung der Forschungsstelle Norderney führten. Diese erhielt nun die ganze Küste der preußischen Provinz Hannover als Aufgabengebiet.

Bestandsgeschichte

1. VORWORT


BEHÖRDENGESCHICHTE

Ausgelöst durch Besorgnisse der Gemeinde Norderney um die Sandwanderung vor der Insel wurden seit 1928 von dem Preußischen Wasserbauamt Norden entsprechende Untersuchungen vorgenommen, zu deren Bewältigung Personal auf Norderney stationiert wurde. Daraus entwickelte sich im Jahre 1937 die vom Reichs- und Preußischen Minister für Ernährung und Landwirtschaft im Rahmen der Preußischen Kulturbauverwaltung eingerichtete Forschungsstelle Norderney. Diese war zunächst unter der Bezeichnung "Preußisches Wasserbauamt Norden, Forschungsstelle Norderney" verwaltungstechnisch dem Wasserbauamt Norden und später dem Wasser- und Schifffahrtsamt Norden unterstellt. 1956 erfolgte die Aufwertung in eine selbständige Dienststelle mit unmittelbarer Unterstellung unter den Regierungspräsidenten in Aurich. 1970 wechselte die Behördenbezeichnung in Forschungsstelle für Insel- und Küstenschutz. Damit dehnte sich das Aufgabengebiet auf das gesamte Küstengebiet Niedersachsens einschließlich der Inseln, Watten und Flußmündungen (Ästuare) aus.
Im Juli 1984 schließlich erfolgte neben der Umbenennung in Forschungsstelle Küste die Eingliederung als selbständige Außenstelle im Niedersächsischen Landesamt für Wasserwirtschaft und Küstenschutz, mit der Gründung des Niedersächsischen Landesamtes für Ökologie wechselte die Forschungsstelle 1992 schließlich in diese Fachbehörde hinüber. Seit dem 1. Januar 2005 ist die Forschungsstelle Teil der Betriebsstelle Norden-Norderney des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), das aus dem Zusammenschluss des Landesbetriebes für Wasserwirtschaft und Küstenschutz (NLWK), des Landesamtes für Ökologie sowie der Dezernate für Naturschutz und Wasserwirtschaft der vier Bezirksregierungen entstanden war.


AUFGABENGEBIETE

Der Tätigkeitsbereich der Forschungsstelle richtete

sich zu Beginn überwiegend auf Fragestellungen des Insel- und Küstenschutzes sowie der Landgewinnung. In den letzten Jahrzehnten erfolgte eine Erweiterung der Aufgabenstellungen auf Fragen der Gewässergüte und der Ökologie im Küstengebiet. Im Sinne des traditionellen ganzheitlichen Verständnisses der Naturvorgänge werden diese Fragestellungen nicht nur von biologischer Seite, sondern auch aus hydrographischer und geomorphologischer Sicht bearbeitet. Die Forschungsstelle Küste erarbeitet ferner Grundlagen für die Bemessung von Deichen und anderen Bauwerken des Insel- und Küstenschutzes in Niedersachsen.
Das erarbeitete Wissenspotenzial befähigt die Küstenstelle, niedersächsische Landesbehörden bei Planungen, Planfeststellungs- und Raumordnungsverfahren, bei Beweissicherungen oder ähnlichem durch Beratung, aktive Mitwirkung in Verhandlungen sowie durch Erarbeitung von Stellungnahmen und Fachgutachten zu unterstützen.
Folgende Fachbereiche werden unterschieden:
1. Geomorphologie des Küstengebietes
2. Küsteningenieurwesen, Grundsatzangelegenheiten
3. Vermessung
4. Sturmflutwarndienst
Charakteristisches Merkmal vieler Untersuchungen ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit unterschiedlicher Fachrichtungen. Als Beispiel im Bereich der angewandten Forschung ist auf nationaler Ebene die Einbindung bei Vorhaben des Kuratoriums für Forschung im Küsteningenieurwesen zu nennen.


DER BESTAND

Der vorliegende, im Juni und August 2005 von Dr. Hermann verzeichnete Bestand umfasst zwei Akzessionen aus den Jahren 1992 (acc. 1992/10) und 2005 (acc. 2005/50). Dabei wurde bereits bei der ersten Aussonderung 1992 von Herrn Dr. Deeters mit dem Hauptstaatsarchiv Hannover (Dr. Franke) telefonisch vereinbart, dass das Staatsarchiv in Aurich die Akten übernimmt, obwohl das HStA prinzipiell zuständig wäre.
Im Gegensatz zur Aktenübernahme von 1992 wurde bei der Aussonderung 2005

der Schwerpunkt vermehrt auf Aufgabengebiete gelenkt, an denen die Forschungsstelle Küste originär beteiligt war und nicht nur einen Bestandteil sehr viel größerer Sonderforschungsbereiche an verschiedenen Universitäten darstellte. Ebenso wurde die bisher eingerichtete Serie über HN-Modelle (hydrodynamisch-numerische Modelle) nicht fortgeführt, da sich diese Modelle nach Aussage der Forschungsstelle nicht als tragfähig herausgestellt hatten und nur noch einen Randbereich in der Forschungsarbeit ausmachten.

Literatur:
Th. Janssen, Forschung im Dienste der ostfriesischen Küste, in: Ostfeesland. Kalender für Jedermann, 35, 1952, S. 53-56.

Günter Luck, Die Forschungsstelle für Insel- und Küstenschutz auf Norderney, in: Neues Archiv für Niedersachsen, Bd. 14, 1965, S. 259-265.

Forschungsstelle für Insel- und Küstenschutz (Hrsg.), Beihefte zur Niedersächsischen Küste, Historische Karte 1 : 50000, Norderney 1962/1979 [15 Hefte].

Jahresberichte der Forschungsstelle Norderney / Jahresberichte der Forschungsstelle für Insel- und Küstenschutz / Jahresbericht der Forschungsstelle Küste / Berichte der Forschungsstelle Küste für Insel- und Küstenschutz, seit 1949.


Aurich, den 16.08.2005
Dr. Michael

Hermann

Informationen/Notizen

Zusatzinformationen

Abgeschlossen: Nein

teilweise verzeichnet