NLA HA Hann. 72 Reinhausen

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel 

Amtsgericht Reinhausen

Laufzeit 

1716-1888

Bestandsdaten

Kurzbeschreibung 

Registratur, Personalia, Amtshandlungsbücher, Gerichtsprotokolle, Zivliprozesse, Ermittlungen in Strafsachen, Strafprozesse, freiwillige Gerichtsbarkeit, Ehestiftungen, Kontrakte, Hypothekenbücher, Obligationen, Depositenwesen, Notare, Varia

Geschichte des Bestandsbildners 

Die Zuständigkeit des hannoverschen Amtsgerichts Reinhausen umfaßt das Amt Reinhausen im Fürstentum Göttingen, das im Laufe des 19. Jahrhunderts vielfältigen Veränderungen unterworfen war. Es wurde 1818 um das Amt Niedeck, 1825 um das ehemals hessische Amt Neuengleichen erweitert. 1839 kam der Bezirk des aufgelösten Patrimonialgerichts Garte hinzu, 1850 das Klosteramt Diemarden. 1852 wurde das Amt Reinhausen um das Patrimonialgericht Altengleichen vergrößert, mußte aber die Gemeinde Etzenborn an das Amt Duderstadt sowie die Gemeinden Mackenrode und Satthausen an der Amt Radolfshausen abtreten. Durch die Verordnung, die Bezirke der unteren Verwaltungsbehörden betreffend, vom 27. März 1859" wurde es mit dem Amt Friedland vereinigt, das seinerseits in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts um folgende Ämter und Gerichtsbezirke erweitert wurde: 1825 Amt Brackenberg, dessen Gemeinde Mollenfolde teilweise zum hessischen Amt Witzenhausen gehörte, 1839 die Patrimonialgerichte Niedergandern und Stockhausen, die bereits von der Auflösung des Königreichs Westfalen bis zu ihrer Wiederherstellung im Jahre 1823 bzw. 1824 zum Amt Friedland gehörten hatten, 1850 das Klosteramt Mariengarten, 1852 das Patrimonialgericht Sieboldshausen sowie die Gemeinden Obernjesa und Volkerode vom Amt Göttingen. Zurück zum Amt Reinhausen kamen 1859 die 1852 abgetretenen Gemeinden Etzenborn und Sattenhausen, die Gemeinde Mackenrode wurde jedoch dem Amt Göttingen zugeschlagen. Bis 1859 war das Amtsgericht Reinhausen mit einem Richter besetzt. Nach der Vereinigung mit dem Amt Friedland waren es zwei. (vgl. Heinrich Ringklib, Statistische Übersicht der Eintheilung des Königreichs Hannover nach Verwaltungs- und Gerichtsbezirken, Hannover 1853 und 1859).

Die Bildung der Amtsgerichte im Königreich Hannover wurde im Zuge der drei großen Justizgesetze des Jahres 1850, die eine völlige Neuorganisation der hannoverschen Justiz zur Folge hatte, vorgenommen. Das Gesetz über die Gerichtsverfassung, die Bürgerliche Prozeßordnung und die Allgemeine Strafprozeßordnung brachten folgende Veränderungen:
1. Beschränkung der Ämter auf reine Verwaltungsaufgaben und Übertragung der den Ämtern bisher obliegenden jurisdiktionalen Befugnisse auf neugegründete Amtsgerichte, also Trennung von Justiz und Verwaltung. Aufhebung der noch bestehenden Patrimonial- und Stadtgerichte;
2. Umwandlung der bisherigen Justizkanzleien in Obergerichte;
3. Ausgestaltung der Staatsanwaltschaften (1859-1879 Kronanwaltschaft) zu einem wesentlichen Bestandteil der hannoverschen Gerichtsverfassung;
4. Aufhebung des bevorzugten Gerichtsstandes;
5. Mündlichkeit und Öffentlichkeit im Zivil- und Strafverfahren.
Die Annexion Hannovers durch Preußen im Jahre 1866 hatte für die Amtsgerichte keine besondere Bedeutung.

Bestandsgeschichte 

Die Akten des Archivbestandes Hann. 72 Reinhausen gelangten in zwei Ablieferungen 1957 (ohne Acc.) und 1969 (vgl. Acc. 26/69) ins Hauptstaatsarchiv Hannover. Ein Ablieferungsverzeichnis ist vorhanden. Bereits vor dem Zweiten Weltkrieg abgelieferte Akten aus der Zeit vor 1800 sind bei der Brandkatastrophe in der Bombennacht des 8./9. Oktober 1943 vernichtet worden.

Da der Archivbestand ungeordnet und der Registraturzusammenhang nicht mehr zu erkennen war, wurde eine Neugliederung notwendig. Auf eine Einteilung nach den verschiedenen Ämtern und Gerichten, die im Amt Reinhausen aufgegangen sind, wurde verzichtet. Hiermit sollte verhindert werden, daß Akten, die bei diesen Behörden angelegt worden sind, von denjenigen getrennt werden müssen, die beim Amt Reinhausen dieselbe Sache bzw. denselben Bezirk betreffen. Um dennoch die Entstehungsprovenienz zu verdeutlichen, wurden die nicht beim Amtsgericht Reinhausen, sondern bei den Vorbehörden entstanden sind, wie folgt im Feld Registratursignatur gekennzeichnet:
A: Patrimonialgericht
B: Amt Brackenberg
D: Klosteramt Diemarden
F: Amt Friedland
G: Westfälisches Districtgericht Göttingen
Ga: Patrimonialgericht Garte
N: Patromonialgericht Niedergandern
Ni: Amt Niedeck
S: Patrimonialgericht Sieboldshausen
St: Patrimonialgericht Stockhausen

Der Archivbestand umfasst ca. 19 Fach. Einzelne Akten sind nur mit der Archivbestandsbezeichnung und der laufenden Nummer zu zitieren.

Vom evangelisch-lutherischen Kirchenkreisarchiv Göttingen sind im November 2002 vier Aktenstücke abgeben worden, die inhaltlich dem Archivbestand des Amtsgerichts Reinhausen zuzuordnen sind.

In den vorliegenden Archivbestand Hann. 72 Reinhausen sind bislang folgende Ablieferungen eingegangen:
Nr. 1-206

Bemerkung:
Am 3. Dezember 2015 wurde in der 129. Auktion des Berliner Auktionshauses „Historia“ ein Aktenkonvolut betr. das Patrimonialgericht Altengleichen mit Unterlagen aus der Zeit von ca. 1775 bis 1802 (Umfang: ca. 0,3 lfdm) für 160 € an einen privaten Sammler versteigert (vgl. Dienstregistratur 56314/144).

Stand: Dezember 2015

Findmittel 

An den vorliegenden Archivbestand Hann. 72 Reinhausen schließt die Überlieferung des Amtsgerichts Reinhausen nach der Reichsjustizreform 1879 (Hann. 172 Reinhausen) an. Bei der Abgrenzung zu diesem Archivbestand sind zeitliche Überschneidungen nicht zu vermeiden, so dass in entsprechenden Fällen auch die Findmittel zu diesem Archivbestand heranzuziehen sind.

Weitere Angaben (Bestand)

Umfang in lfd. M. 

7,6

Bearbeiter 

Martin Hartmann (1977)
Petra Diestelmann (2010)

Benutzung 

Archivgut kann im Niedersächsischen Landesarchiv Hannover unter Berücksichtigung der Einhaltung von Schutz- und Sperrfristen nach §5 Niedersächisches Archivgesetz (NArchG) eingesehen werden.

Georeferenzierung

Bezeichnung 

Amtsgericht Reinhausen

Zeit von 

1852

Zeit bis 

1859

Objekt_ID 

40

Ebenen_ID 

50

Georeferenzierung

Bezeichnung 

Amtsgericht Reinhausen

Zeit von 

1859

Zeit bis 

1882

Objekt_ID 

8

Ebenen_ID 

150

Georeferenzierung

Bezeichnung 

Amtsgericht Reinhausen

Zeit von 

1882

Zeit bis 

1896

Objekt_ID 

1

Ebenen_ID 

4450

Georeferenzierung

Bezeichnung 

Amtsgericht Friedland

Zeit von 

1855

Zeit bis 

1859

Objekt_ID 

6

Ebenen_ID 

1050

Georeferenzierung

Bezeichnung 

Amtsgericht Friedland

Zeit von 

1852

Zeit bis 

1855

Objekt_ID 

9

Ebenen_ID 

950