LkAH D 32

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Description

Identification (short)

Title 

Evangelischer Bund, Landesverband Hannover

Life span 

1909-[2016]

Fonds data

Contents 

Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts wurden notwendige Aufgaben und Reformen, die der in Landeskirchen zersplitterte und von theologischen wie kirchenpolitischen Flügelkämpfen gespaltene Protestantismus nicht bewältigen konnte, von freien Verbänden erkannt und in Angriff genommen. In diesem Kontext muss die am 5. Oktober 1886 in Erfurt erfolgte Gründung eines „Evangelischen Bundes zur Wahrung der deutsch-protestantischen Interessen“ gesehen werden. Das dort angenommene Programm wurde zum Kern des Gründungsaufrufs vom 15. Januar 1887, der in 108 Tageszeitungen abgedruckt war und die zentralen Anliegen des Evangelischen Bundes benennt: Wahrung evangelischer Interessen gegenüber dem politischen Katholizismus sowie Förderung des innerevangelischen Friedens und Ausbau der landeskirchlichen Beziehungen.
Das Echo darauf war überwältigend und die Zahl der Mitglieder wuchs sprunghaft an. 1914 war der Evangelische Bund mit mehr als einer halben Million Mitglieder der größte evangelische und drittgrößte deutsche Verein. Die dezentrale Gliederung nach Orts-, Zweig- und Hauptvereinen sowie ein Zentralvorstand waren in Anlehnung an den Gustav-Adolf-Verein gewählt, mit dem es eine klare Arbeitsteilung und fruchtbare Zusammenarbeit gab, was sich noch immer bewährt.
Nach dem zweiten Weltkrieg setzte eine Neuorientierung ein. Die starke antikatholische Zielrichtung wich einer stärker ökumenischen Ausrichtung. Heute präsentiert sich der Evangelische Bund als konfessionskundliches und ökumenisches Arbeitswerk der Evangelischen Kirche in Deutschland mit der Zielsetzung, die gegenseitige Kenntnis und das Verständnis der Konfessionen untereinander zu fördern. Er gliedert sich dabei in Landesverbände mit jeweils eigenen Programmen und ganz unterschiedlichen Aktivitäten.
In der Provinz Hannover konnte erst am 2. Mai 1891 ein Hauptverein des Evangelischen Bundes gegründet werden, der die sechs bis dahin bestehenden Zweigvereine unter einem Statut zusammenfasste. Als am 15. Januar 1907 eine neue Satzung für diesen in Kraft trat, bestanden 45 Zweigvereine mit gut 9900 Mitgliedern. 1913 vertrat der Hauptverein 13000 Mitglieder in 80 Zweigvereinen, deren Zahl sich von 70 1926 auf noch etwa 50 1937 reduzierte.
Nach 1945 wurde aus dem Hauptverein Hannover der Landesverband Hannover, während die Zweigvereine seitdem Gemeindegruppen genannt werden. Diese Umbenennungen finden sich auch in der Satzung vom 17. November 1961 wieder. Demnach ist „Evangelischer Bund, Landesverband Hannover“ der Name des eingetragenen Vereines, der im Gebiet der Hannoverschen Landeskirche die Zwecke des Evangelisches Bundes verfolgt: Er will „die Botschaft der Reformation im öffentlichen Leben des deutschen Volkes zur Wirkung bringen und gegen Gefahren und Gegner vertreten. Er tut seine Arbeit durch Vorträge und Gottesdienste und durch wissenschaftliches und volkstümliches Schrifttum.“ Dieser Vereinszweck ist auch in der Satzung vom 24. März 1990 wiederholt worden.
Durch einen Depositalvertrag geregelt hat das Landeskirchliche Archiv seit 2001 mehrmals Schriftgut des Landesverbandes Hannover des Evangelischen Bundes erhalten. Es handelt sich dabei v. a. um die Unterlagen für den seit 1992 ausgeschriebenen „Albert-Pellens-Preis“ für theologische Arbeiten aus dem Themenbereich Konfessionskunde und ökumenisches Lernen. Daneben befinden sich Satzungssachen und Korrespondenz (ca. 1950-1991), der Rechnungsbestand 1939-1990 und das Protokollbuch des Zweigvereins Hameln 1909-1920 im Bestand.

Literature 

Köcher, Entwicklung und Aufgaben des Evangelischen Bundes in der Provinz Hannover, Osnabrück 1907; Taube, Zur Geschichte des Hannoverschen Hauptvereins des Evangelischen Bundes, Osterode 1937

Finding aids 

unverzeichnet

See

Corresponding archival items 

B 1 (Generalakten des Landeskirchenamtes), D 32a (Evangelischer Bund, Zweigverein Derneburg und Umbegung)

Further information (fonds)

Size in m 

1,1 (Stand: 2007)