NLA HA Hann. 74 Uchte

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel

Amt Uchte

Laufzeit

1512-1916

Bestandsdaten

Kurzbeschreibung

Enthält u.a. Generalia, Statistik, Hoheits-, Grenz-, Jurisdiktions-, Militärsachen, Steuern, Abgaben und Dienste, Domänensachen, Teilungen und Ablösungen, Kirche und Schule, Gemeinde-, Polizei-, Gewerbe-, Landwirtschafts- und Höfesachen
Findmittel: EDV-Findbuch 2013
Umfang: 54,6 lfdm

Hinweis:
Wegen Pilzbefall, Verunreinigung und Beschädigungen kann es teilweise zu Benutzungsbeschränkungen kommen. Einige Archivalien werden nur noch als Mikrofiche zur Benutzung vorgelegt.

Bestandsgeschichte

I. Behördengeschichte

Der Bestand Hann. 74 Uchte bezieht sich auf den Verwaltungsbereich des Amtes Uchte, wie er durch die Verordnung betreffend die Bezirke der unteren Verwaltung vom 27. März 1859 und die revidierte Amtsordnung vom 10. Mai 1859 geschaffen wurde und vom 1. Juli 1859 bis 31.März 1884 bestand. In diesem Sprengel aufgegangen sind die vormaligen Ämter Uchte und Diepenau. Die verschiedene Herkunft der im folgenden verzeichneten Akten ist, soweit notwendig und erkennbar, bei den Titeln angegeben.

Die territoriale Zugehörigkeit der Ämter Uchte und Diepenau ist von 1582 bis 1816 auseinander gelaufen. Beide sind hervorgegangen aus Gerichts- und Verwaltungsbezirken von hoyaschen, gegen das Stift Minden errichteten Grenzburgen, beide bildeten ursprünglich Vogteien der oberen Herrschaft Hoya. Auf Grund eines Rezesses von 1527, welcher die zwischen den Hessen und Welfen strittigen Lehnansprüche auf Teile der Grafschaft Hoya regelte, erhielt Landgraf Phillip von Hessen die Oberlehnshoheit über die Ämter Uchte und Freudenberg. Nach dem Aussterben des Hoyaer Grafenhauses (1582) fiel das Amt Uchte daher an die Landgrafen von Hessen, welche die Grafen von Bentheim-Tecklenburg-Limburg damit belehnten, bis Hessen nach deren Aussterben (1700) das Amt in eigene Verwaltung nahm. Ende des Jahres 1806 kam es unter französische Militärverwaltung, 1807 zum Königreich Westfalen, 1810 zum Kaiserreich Frankreich, um schließlich, nach dem Wiener Kongress durch das Besitzergreifungspatent vom 4. Februar 1814 in das Königreich Hannover zurückzukehren. Es galt hinfort wieder als Teil der Grafschaft Hoya. Der Bezirk des Amtes Uchte blieb bis 1859 im Wesentlichen unverändert. Infolge des häufigen Besitzwechsels und des geringen Interesses der hessischen Regierung an dem abgelegten Gebiet, ist die Aktenüberlieferung aus der vorhannoverschen Zeit außerordentlich dürftig.

Anders

beim Amt Diepenau: Nach 1582 wurde es mit der übrigen im Zuge der Teilung neugebildeten Obergrafschaft von der calenbergischen und wolfenbüttelschen Linie gemeinsam, seit 1584 von letzterer allein verwaltet. Von 1589 bis 1623 besaß es Herzog Phillip Sigismund, Bischof von Osnabrück und Verden als Abfindung. Von 1623 bis 1634 gehörte es wieder den Wolfenbüttlern, 1635 bis 1642 der Harburger Nebenlinie, 1642 bis 1682 der Celler Linie. 1682 kam Diepenau, zunächst als Ausstattung der Kurprinzen Georg Ludwig, zur hannoverschen Linie. Von nun an teilte es die Schicksale Hannovers, mit dessen nördlichen Teilen das Amt 1810 kurze Zeit zum Königreich Westfalen und Ende des Jahres 1810 bis 1813 zum Kaiserreich Frankreich geschlagen wurde. Im Jahre 1829 vergrößerte man das kleine Amt Diepenau dadurch, dass ihm vom Amt Stolzenau die Vogtei Bohnhorst zugeschlagen wurde. Im Gefolge der Grenzauseinandersetzung mit Preußen wurde 1837 das Dorf Brüninghorstedt zu Diepenau gelegt. Diesen Umfang bewahrte sich das Amt auch bei der Neuordnung des Jahres 1852. Durch die Reform von 1859 aber wurde der Amtssitz aufgehoben und der Amtsbezirk zu Uchte geschlagen.

Bei der preußischen Kreisordnung von 1885 kam der größere Teil des Amtes Uchte zum Kreis Stolzenau bzw. mit diesem 1932 zum Kreis Nienburg/Weser. (Zahlreiche Uchter Akten sind vom Kreis Stolzenau als Vorakten benutzt worden und befinden sich daher beim Bestand Hann. 74 Stolzenau, darunter auch solche Bände, die vor dem Jahre 1885 geschlossen worden sind.) Dagegen ging die stets mit dem Amt Uchte verbunden gewesene Vogtei Kirchdorf (mit den Gemeinden Kirchdorf, Bahrenbostel, Holzhausen, Kuppendorf und Scharringhausen) 1885 an den Kreis Sulingen und damit 1932 an den Kreis Grafschaft Diepholz über.

II. Literaturhinweise


III. Bestandsgeschichte

Die Amtsakten sind im wesentlichen vor dem Zweiten Weltkriege in das

Staatsarchiv nach Hannover gelangt. Die Ablieferungsverzeichnisse und evtl. früher vorhandenen Findbücher sind 1943 verbrannt. Nach der Rückkehr der Akten aus den Auslagerungsstellen hat sie Dr. Pitz Ende 1963 in der Ordnung der alten Behördenregistratur wieder aufgestellt. Bei dieser Gelegenheit arbeitete er vom Landkreis Nienburg/Weser abgelieferte Höfeakten (Acc. 76/61) ein. Die aufgestellte Inhaltsübersicht von Dr. Pitz ist überholt durch das vorliegende Findbuch, das Frau Hänsen im Frühjahr 1966 geschrieben hat. Beim Findbuchschreiben sind die Signaturen vereinfacht worden.


IV. Parallele Archivbestände
Einige nicht sonderlich wertvolle Akten des Amtes Uchte sind in das Archiv der Hoyaer Landschaft zu Nienburg gelangt (vgl. FA 63a). Im übrigen findet sich Material über diesen Raum in folgenden Archivbeständen:
Celle Or. 13
Cal. Br. 1
Celle Br. 61a
Celle Br. 72
Celle Br. 72a
Hann. 49
Hann. 50
Hann. 51
Hann. 88b
Hann. 74 Stolzenau
Hann. 74 Nienburg
Hann. 80 Hannover
Dep. 7
Die hessischen Zentralakten betreffend das Amt Uchte sind im Staatsarchiv Marburg zu suchen.

Hannover, im Juni 1966
gez. Dr. Manfred Hamann


Die oben erwähnten im Archiv der Hoya-Dieholzschen Landschaft befindlichen Akten (insgesamt 14 Fach) sind im Mai 1973 bei der Überführung des Landschaftsarchivs in das Hauptstaatsarchiv Hannover gelangt und im Bestand Hann. 74 Uchte eingeordnet worden.

Hannover, im Januar 1974
gez. Dr. Jörg Walter


Ein Restbestand befindet sich im Kreisarchiv Nienburg/Weser (vgl. FA. 231 Bd. 3).

Hannover, 21. April 1982
gez. Dr. Jürgen Asch


Im Rahmen eines größeren Erschließungsprojektes ist das maschinenschriftliche Findbuch in die archivische
EDV-Datenbank unter der Fachsoftware izn-AIDA übertragen worden.

Hannover, im Juli

2013

Informationen/Notizen

Zusatzinformationen

Abgeschlossen: Nein

teilweise verzeichnet

Georeferenzierung

Bezeichnung

Amt Uchte

Zeit von

1815

Zeit bis

1859

Objekt_ID

4

Ebenen_ID

6420

Georeferenzierung

Bezeichnung

Amt Uchte

Zeit von

1859

Zeit bis

1885

Objekt_ID

14

Ebenen_ID

6320

Georeferenzierung

Bezeichnung

Amt Diepenau

Zeit von

1813

Zeit bis

1829

Objekt_ID

4

Ebenen_ID

6820

Georeferenzierung

Bezeichnung

Amt Diepenau

Zeit von

1829

Zeit bis

1859

Objekt_ID

1

Ebenen_ID

6920