NLA HA Hann. 74 Springe

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel 

Amt Springe

Laufzeit 

1444-1926

Bestandsdaten

Kurzbeschreibung 

Enthält u.a. Generalia, Statistik, Hoheits-, Grenz-, Jurisdiktions-, Militär-, Domänen-, Forst-, Jagd-, Gemeinde- und Polizeisachen, Steuern, Ablösungen, Abgaben und Dienste, Teilung und Verkoppelung, Kirche und Schule
Findmittel: EDV-Findbuch 2013
Umfang: 55,2 lfdm

Hinweis:
Wegen Pilzbefall, Verunreinigung und Beschädigungen kann es teilweise zu Benutzungsbeschränkungen kommen. Einige Archivalien werden nur noch als Mikrofiche zur Benutzung vorgelegt.

Bestandsgeschichte 

I. Behördengeschichte

Zur ersten Orientierung möge nachstehende Zeittafel dienlich sein:

1282 Die Stammburg der Grafen von Hallermunt wird von den Welfen erobert
und zum Verwaltungssitz der neuerworbenen Gebiete gemacht.

1411 Die letzten hallermundischen Güter fallen an die Welfen. Springe wird
bald danach Sitz des Amtes, das nach Abgrenzung gegen das Amt
Calenberg das kleine Gebiet um Springe und den Go auf der Hamel
umfasste.

zwischen 1518 Go auf der Hamel dem Amte Calenberg zugeteilt.
und 1537

15./16. Jahrhundert Wiederholte Verpfändungen des Amtes Springe.

1584 Neubildung des Amtes Springe durch Vereinigung des eingelösten
Pfandamtes Springe und des von der Großvogtei Calenberg
abgetrennten Goes auf der Hamel.

1606 Einlösung der Dörfer Hachmühlen und Behrensen aus der Verpfändung
und Zuteilung an das Amt Springe.

1640 Das Amt Lauenau fällt nach dem Aussterben der Grafen von
Schaumburg an das Haus Braunschweig-Lüneburg.

18. Jahrhundert Münder, bisher dem Amte Calenberg unterstellt, als ungeschlossenes
städtisches Gericht dem Amte Springe angeschlossen; im übrigen
amtsfreie Stadt.

1810 Das Amt Springe an das Kgr. Westphalen (Departement der Aller;
Münder aber Departement der Leine).

1819 Einige Dörfer der Grafschaft Spiegelberg (Gegend um Hachmühlen)
fallen an das Amt Springe.

1849 Ortschaft Nienstedt (Klosteramt Barsinghausen) mit dem Amte Lauenau
vereinigt.

1850 Auflösung der Patrimonialgerichte.

1852 Trennung von Rechtsprechung und Verwaltung; Gründung von
Amtsgerichten in Springe, Lauenau und Münder. Die Dörfer Bockerode
und Mittelrode fallen vom Amte Calenberg an das Amt Springe. Die Orte Bäntorf, Behrensen und Diedersen werden vom Amt Springe an das Amt Coppenbrügge abgetreten. Afferde, Groß und Klein Hilligsfeld, Rohrsen, Holtensen,

Unsen und Welliehausen kommen an das Amt Hameln.

1859 Das Amt Lauenau wird mit dem Amt Springe vereinigt. Die Dörfer
Neustadt und Brullsen fallen vom Amte Coppenbrügge an das Amt
Springe.

1867-1884 Das Amt Springe gehört für Militär- und Steuersachen zum Kreis
Wennigsen.

1884 Bildung des Kreises Springe aus den Ämtern Springe und Calenberg
sowie den Städten Eldagsen, Münder und Pattensen.


II. Literaturhinweise

Die Verwaltungs- und Territorial-Geschichte des Amtes Springe ist von W. Spieß "Die Großvogtei Calenberg" (1933) bis in das 18. Jahrhundert und von K. Mittelhäußer "Der Landkreis Springe" (1951) in Umrissen bis in die Gegenwart dargestellt worden.


III. Bestandsgeschichte

Die Akten des Amtes Springe sind in mehreren Ablieferungen in das Staatsarchiv gekommen, denen die bis Juli 1956 bestehenden Abteilungen Hann. 74 Springe I - IV entsprachen. Alle Ablieferungen erfolgten vermutlich nach der Vereinigung der Ämter Calenberg und Springe zum Kreise Springe (1884/85), da sie offensichtlich sämtlich Calenberger und Springer Akten enthielten.

Die Abteilung Springe I enthielt viele Domanial- und Polizeisachen. Bei den Domanialakten waren wiederum Domanialia I und Domanialia II geschieden, von denen letztere - Calenberger und Springer Akten umfassend - in den 1990er Jahren in einer gesonderten Ablieferung in das Staatsarchiv gekommen zu sein scheinen und größtenteils über ihrer alten Amtssignatur einen weißen Klebezettel (des Domänenrentamts Hannover) tragen, auf dem Titel, Repositur, Fach und Nummer vermerkt sind. Zitierung im Archiv nach Behördensignaturen.

Die Ablieferung Springe II wurde im Archiv nach laufenden Nummern zitiert, von denen Nr. 1-153 Akten des Amtes Calenberg, Nr. 154-356 Akten des Amtes Springe umgriffen. Unter den Nummern 357-361 wurden Erbregister, Lagerbücher und Amtsbeschreibungen der Ämter

Calenberg, Wittenburg, Lauenau und Springe erfasst.

Eine Ablieferung von sog. Forstbeschreibungen (vgl. Abt. V E 4) scheint nach Ausweis eines Zettels mit der Angabe: ex. Acc. 15/1932 (1933?) zusammen mit anderen Forstakten Anfang der 1930er Jahre in das Archiv gekommen zu sein.

Die Akten der Ablieferung Springe III wurden unter der Acc.-Nr. 16/1934 (Tgb.Nr. 579/34) registriert; ihre vorläufige Aufstellung erfolgt nach den Nummern des Abgabeverzeichnisses (Nr. 1 - c. 400; Blaustiftziffern). Damals sind auch die Behörden-Findbücher der Ämter Lauenau und Springe ins Archiv gekommen.

Die Ablieferung Springe IV (Acc. 27/1935) umfasste die Nummern 1 - 89; sie enthielt auch Akten des Kreises Springe.

Die Archivfindbücher bzw. Ablieferungsverzeichnisse von Hann. 74 Springe I - IV sind im letzten Kriege durch Ausbombung vernichtet worden. Im Zuge der dadurch notwendig gewordenen und im Juni/Juli 1956 durchgeführten Neuordnung des Bestandes wurden alle Amtsbücher und Akten des Amtes Calenberg (ca. 80 Fach!) und des Kreises Springe herausgelöst. Anschließend sind die restlichen Akten der Abteilungen Springe I - IV vereinigt und nach dem letzten Registraturschema des Amtes Springe aufgestellt worden. Zugrunde gelegt wurde hierbei das erfreulicherweise erhalten gebliebene Behörden-Repertorium des Amtes Springe, das der Amtsregistrator (?) Siegmann im Jahre 1867/68, also nach der Vereinigung des Amtes Lauenau mit dem Amt Springe, angelegt hat. Über Aufbau und Lagerung der Registratur des Amtes Springe im Jahre 1832 (vor der Vereinigung mit Lauenau) unterrichtet ein "Conspectus der Registratur des Amtes Springe", der sich unter der Signatur Hann. 74 Springe I D Nr. 16 a bei den Akten befindet. Wer sich über die Registraturverhältnisse des 1859 im Amte Springe aufgegangenen Amtes Lauenau unterrichten will, dem stehen hierfür die von G.C. von Salz bearbeiteten

Behördenfindbücher dieses Amtes (Hann. 74 Springe I D Nr. 20 vol. i - IV) zur Verfügung.

Die im Staatsarchiv Hannover vorhandenen Akten des Amtes Springe sind im Behördenrepertorium von 1867/1868, das nunmehr die Stelle eines Archivfindbuches vertritt, mit angehakt worden. Als Signierung sind jetzt für den Gesamtbestand die alten Behördensignaturen des Amtes Springe verbindlich (z.B. Hann. 74 Springe I B Nr. 5). Bei Benutzung ist zu beachten, dass die im Findbuch angegebenen Jahreszahlen vielfach nur das Anfangsjahr des Akteninhalts wiedergeben. Eine durchgängige Feststellung des Endjahres ließ sich aus zeitlichen Gründen jetzt nicht durchführen, jedoch ist es in Fällen, in denen es sich unschwer ermitteln ließ (z.B. bei unverschnürten Akten), nachgetragen worden.

Die vor dem Zweiten Weltkrieg benutzten Signaturen, die - soweit sie sich nicht ohnehin mit den jetzt gültigen Behördensignaturen deckten - zum großen Teil nur behelfsmäßige Ablieferungssignaturen darstellten, sind nicht in die Findbücher aufgenommen worden, da sie diese unübersichtlich gemacht hätten. Die systematische Gliederung der Repertorien ist so gut, dass sich jedes vor dem Kriege benutzte Aktenstück unschwer finden lassen wird. Für die besonders häufig benutzten Lagerbücher, Erbregister und Amtsbeschreibungen ist überdies im Anschluß an diese Einleitung eine Konkordanz angelegt worden.

Hannover, den 19. Juli 1956
gez. König


Dr. König hat das obige Vorwort seinerzeit verfasst, als er anhand des alten Behördenrepertoriums eine Überprüfung des Bestandes vornahm und dieses zu einem kurrenten Findbuch umgestaltete, das bis jetzt gültig geblieben ist. Nach dieser Vorlage ist in den Jahren 1976/1977 eine fortlaufende Numerierung eingeführt worden.

Bei einer künftigen Aktenbestellung ist daher lediglich die Bestandsbezeichnung Hann. 74 Springe und die laufende Nummer anzugeben. Die

nachfolgende Konkordanz wurde auf den neuesten Stand gebracht. Bei der aus dem alten Findbuch übernommenen Gliederung sind diejenigen Abteilungen in ( ) gesetzt, zu denen keine Akten vorhanden sind.

Hannover, den 2. Mai 1977
gez. Dr. G. Scheel


Der Bestand ist im Rahmen eines größeren Erschließungsprojektes in die archivische EDV-Datenbank unter der Fachsoftware izn-AIDA übertragen worden.

Hannover, im Juli 2013


Bemerkung zu Acc. 2014/101

Im September 2009 wurden vom Landkreis Hameln-Pyrmont ca 22 m Akten, Amtsbücher und Druckwerke an das Landesarchiv in Hannover abgegeben. Über die Hälfte der Unterlagen hatte als Provenienz das Amt Hameln mit den ehemaligen Ämtern Aerzen, Grohnde-Ohsen und Lachem, der Rest verteilte sich provenienzmäßig auf die Ämter Lauenstein, Lauenstein-Coppenbrügge, Polle und Springe sowie Kreise Hameln und Springe und Fürstentum Waldeck (nur 3 Faszikel).

Die das Amt Springe betreffenden Akten wurden - wie es die Archivtektonik verlangt - in den vorliegenden Bestand eingeordnet - erkennbar an der Signatur Acc. 2014/101 Nr. 1 bis 34. Es handelt sich bis auf zwei Einheiten nur um Teilungen und Verkoppelungen - Klassifikation 08.02.03. Sie wurden alphabetisch geordnet (08.02.03.02.), z. B. Rezesse und registerförmige Archivalien wie Taxations- oder Vermessungsregister und ergänzen die in diesem Bestand diesbezüglich schon vorhandenen Archivalien. Im Bestand Hann. 148 Landeskulturamt ist nur eine Akte über Alvesrode vorhanden.

Hinzuweisen ist noch auf die Jahreszahl: wenn sie nicht aufgeführt ist, konnte keine eindeutig ermittelt werden; nur in besonderen Fällen wurde das durch den Zusatz: ohne Datum gekennzeichnet.

Hannover, im September 2014
A.

Ostendorff

Informationen/Notizen

Zusatzinformationen 

Abgeschlossen: Nein

teilweise verzeichnet

Georeferenzierung

Bezeichnung 

Amt Lauenau

Zeit von 

1815

Zeit bis 

1849

Objekt_ID 

22

Ebenen_ID 

6020

Georeferenzierung

Bezeichnung 

Amt Springe nördlicher Teil

Zeit von 

1813

Zeit bis 

1852

Objekt_ID 

18

Ebenen_ID 

6020

Georeferenzierung

Bezeichnung 

Amt Springe südlicher Teil

Zeit von 

1813

Zeit bis 

1852

Objekt_ID 

19

Ebenen_ID 

6020

Georeferenzierung

Bezeichnung 

Amt Springe Teil Bäntorf

Zeit von 

1813

Zeit bis 

1852

Objekt_ID 

17

Ebenen_ID 

6020

Georeferenzierung

Bezeichnung 

Amt Lauenau

Zeit von 

1849

Zeit bis 

1859

Objekt_ID 

14

Ebenen_ID 

6120

Georeferenzierung

Bezeichnung 

Amt Coppenbrügge

Zeit von 

1853

Zeit bis 

1859

Objekt_ID 

2

Ebenen_ID 

6120

Georeferenzierung

Bezeichnung 

Amt Springe östlicher Teil

Zeit von 

1852

Zeit bis 

1859

Objekt_ID 

11

Ebenen_ID 

6120

Georeferenzierung

Bezeichnung 

Amt Springe westlicher Teil

Zeit von 

1852

Zeit bis 

1859

Objekt_ID 

12

Ebenen_ID 

6120

Georeferenzierung

Bezeichnung 

Amt Springe

Zeit von 

1859

Zeit bis 

1885

Objekt_ID 

6

Ebenen_ID 

6320