NLA HA Hann. 113

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel 

Ministerium der geistlichen und Unterrichtsangelegenheiten

Bestandsdaten

Kurzbeschreibung 

Allgemeine Angelegenheiten, Evangelische und Katholische Konsistorien, Reformierter Oberkirchenrat der Grafschaft Bentheim, Oberschulkollegium, Klosterkammer, Bischof und Domkapitel zu Hildesheim, geistliche und Schulsachen, Klostersachen, Stift und Pädagogium Ilfeld, Pension, Unterstützungen, Universität Göttingen
Findmittel: EDV-Findbuch in Bearbeitung
Umfang: 168,8 lfdm

Bestandsgeschichte 

Vorwort

Wie die anderen Ministerien des Königreichs Hannover, so ist auch das Kultusministerium hervorgegangen aus Departements des Geheimen rates, die sich bereits im 18. Jahrhundert ausgebildet hatten, weil der Geheime rat nicht mhr alle an ihn gelangenden Geschäfte im Plenum erledigen konnte und daher Sachen von geringerer Bedeutung der Entscheidung der Referenten überlassen musste. Im Jahr 1816 wurden bei dem geheimen Rat oder Staats- und Kabinettsministerium, wie man jetzt sagte, 15 derartige Departements eingerichtet. Erst die Ereignisse des Jahres 1830 gaben den Anstoß zur Fortbildung der Departements zu Fachministerien; sie erreichte einen gewissen Abschluss im Jahr 1832, als neben anderem die bisherigen Departements der Universitätssachen, der geistlichen Sachen, der Schulsachen und der Klostersachen zum Ministerium der geistlichen und Unterrichtsangelegenheiten zusammengefasst wurden [Anm. Hof, 2014: Die Bezeichnung des Ministeriums lautete: Ministerium der geistlichen und Unterrichtsangelegenheiten; erst 1861 erfolgte die Umbenennung des Ministeriums in Kultusministerium].

Aus dieser Vorgeschichte erklärt es sich, dass der Registratur des Kultusministeriums ganz von selbst die Vorakten des Geheimen Rates zuwuchsen, die in vielen Fällen bis ins 18. Jahrhundert und nicht selten auch in das 17. und 16. Jahrhundert zurückreichen.

Durch die Einverleibung des Königreichs Hannover in den preußischen Staat, die am 6. Oktober 1866 in Kraft trat, verlor mit den anderen hannoverschen Ministerien auch das Kultusministerium seinen Rang und seine Aufgabe. Es wurde als Departement des Kultus der preußischen Ziviladministration eingegliedert und führte als solches zunächst die alten Ministerialgeschäfte fort, bis das am 17. September 1867 errichtete preußische Oberpräsidium voll funktionsfähig war. Zum 1. Juli 1868 ordnete der Oberpräsident die Aufhebung des

Departements des Kultus an (Hann. 122a, VIII Nr. 300b) [Anm. Hof, 2014: jetzt Hann. 122a Nr. 993]. Die Registratur des Kultusministeriums ist daher erst im Jahr 1868 endgültig stillgelegt worden. Soweit Kompetenzen des königlich hannoverschen Kultusministeriums auf das preussische Kultusministerium in Berlin übergingen, ist es auch zu Aktenabgaben nach Berlin gekommen; diese Akten befinden sich heute im Deutschen Zentralarchiv in Merseburg (vgl. das Verzeichnis in FA 135) [jetzt Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz in Berlin; Anm. Hof, Dezember 2014]. Im übrigen ist die Registratur des Kultusministeriums später geschlossen in das Staatsarchiv überführt worden.

Die nach dem Verlust des Findbuchs im Zweiten Weltkrieg notwendig gewordene Neuverzeichnung des bestandes konnte sich weitgehend an die alte Ordnung anschließen. Der Staatsarchivinspektor a. P. Ostendorff, der im Jahr 1959 unter Aufsicht des Staatsarchivrats Dr. König den ersten Band des neuen Findbuchs fertigstellte, konnte die Abteilungen A und D - H unverändert übernehmen, während er die Abteilung B aus den Nachträgen (alte Gruppen AA - AF) und die jetzige Abteilung C aus den alten Gruppen B und C neu bildete. Die vormalige Abteilung I löste er, parallel zu den Abteilungen G und H, in I und J auf, obwohl die Gefahr rein graphischer Verwechslung beider Signaturbestandteile nicht zu übersehen war.

Im Jahr 1962 übernahm der im Ruhestand lebende frühere Angestellte des Staatsarchivs Kurt Kaiser die Fortsetzung der Verzeichnung, die er während des Frühjahres 1966 bis zum Schluss des siebten Findbuchbandes fertigzustellen vermochte. Herr Kaiser hat nicht nur zur Vereinfachung der Zitierweise die laufende Zählung der Akten innerhalb der Abschnitte A - J, K I - K IV, L und M eingeführt, sondern auch die Verzeichnung der in sehr vielen Untergruppen vorkommenden Akten mit ortsbetreff so weit

verfeinert, dass die Sammelmappen für Spezialakten von Orten mit gleichem Anfangsbuchstaben aufgelöst werden konnten; jeder Ortsname, zu dem ein Aktenheft vorhanden ist, tritt jetzt unmittelbar im Findbuch in Erscheinung.

Die Verzeichnung ist zur Zeit für fünf Sechstel des Bestandes in sieben Findbuchbänden vollendet.

Hannover, den 29. Juni 1966
Dr. Ernst Pitz

Der achte Band des Findbuchs wurde im September 1968 fertiggestellt.

Der neunte Band des Findbuches wurde im September 1971 fertiggestellt. Gebauer

Die Eingabe der Findbücher in die Verzeichnungs-Software AIDA erfolgte im Jahr 2007, allerdings unvollständig und mit einer äußerst fehlerhaften Eingabe der Klassifikationszahlen. Die Neubearbeitung des umfangreichen Bestandes wurde vom Unterzeichner im Frühsommer 2014 aufgenommen. Die für die Benutzung des Bestandes unverzichtbare Klassifikation wurde für den gesamten Bestand völlig neu bearbeitet; die Überarbeitung der Aktentitel, Laufzeiten, Registratursignaturen und alten Archisignaturen dauert noch an.

In seiner derzeitigen Gestalt umfasst der Bestand 16.913 Archivalieneinheiten aus der Zeit von 1432 (prüfen!)
bis 1888. Abschriftlich reicht die Überlieferung bis zum Jahr 1209 zurück.

Hannover, den 9. Dezember 2014
Dr. Christian

Hoffmann

Informationen/Notizen

Zusatzinformationen 

teilweise verzeichnet