StadtA HI Best. 620

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Description

Identification (short)

Title 

Gummi Wetzell (Phoenix-Werke)

Life span 

1858-1996

Fonds data

Short description 

Der Archivbestand gelangte am 22.11.1999 durch den einstigen Phoenix-Mitarbeiter Wilhelm Prinz als Depositum in das Stadtarchiv und wurde unter der Zugangsnummer 3645-1999 im Zugangsbuch eingetragen. Er hat einen Umfang von 3,5 m und umfasst den Zeitraum von 1858 bis 1996.

History of creator 

Vermutlich schon im Jahre 1858 begann Friedrich Wetzell in der Ziegelstraße in Hannoversch-Münden mit der Herstellung von Erzeugnissen aus Gummi und Guttapercha. Der Antrag vom 17. März 1859 auf Einrichtung einer Fabrik mit einer Dampfmaschine dürfte als offizielles Errichtungsdatum der Fabrik gelten. Mitinhaber waren Hermann Wetzell und Carl Eduard Baurmeister.
Der Betrieb hatte einen glücklichen Start und blühte bald auf. Eine zweite Dampfmaschine wurde gekauft. Aber in der Nacht vom 1. zum 2. Februar 1878 wurde ein großer Teil des Fabrikgebäudes durch ein Feuer zerstört. Die Fabrik wurde zwar provisorisch wieder aufgebaut, erhielt aber nur für 2 Jahre die Genehmigung, dort weiter zu produzieren. Es gab auch keine Erweiterungsmöglichkeiten und auf einem neu gekauften Grundstück in der Stadt erhielt Wetzel keine Baugenehmigung, da die Einwohner wegen der Lärm- und Geruchsbelästigung Einspruch eingelegt hatten. Da es aber dringend notwendig war, neue modernere Räume zu schaffen, sahen sich die Wetzell-Brüder gezwungen, an anderen Orten nach geeigneten Produktionsstätten zu suchen. Sie wurden 1878 in Hildesheim-Moritzberg fündig und konnten von der bereits bestehenden "Caouttchouc-Compangnie Köhsel, Lennartz & Juch" die fertig eingerichteten Produktionsstätten an der Schützenwiese 22 übernehmen. Aus erbrechtlichen Gründen wurde das Unternehmen 1883 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Seit 1909 war der offizielle Sitz der Gesellschaft in Hildesheim.

Die Zeiten zwischen dem ersten und zweiten Weltkrieg waren besonders schlecht, jedoch ließ sich die Geschäftsführung nicht entmutigen und kaufte eine neue Dampfmaschine, modernisierte den Maschinenpark und ließ den Schlauchsaal vergrößern um eine Schlauchmaschine installieren zu können. Am 26.06.1934 wurden dann die "Münden-Hildesheimer Gummiwaarenfabiken Gebr. Wetzell Actiengesellschaft" in die "Wetzell Gummiwerke AG" umbenannt.

1968 wurden die Wetzell Gummiwerke von der Phoenix Gummiwerke AG Hamburg-Harburg erworben und bereits ein halbes Jahr später, am 10.01.1969 wurde der Name in "Phoenix Gummiwerke AG Hildesheim" geändert. Die Firma wurde am 30.04.1971 als eigene Rechtspersönlichkeit gelöscht und bestand als Zweigwerk weiter. Nach der Übernahme der Phoenix-Werke durch Conti in Hannover wurde das Hildesheimer Werk Ende 2005 geschlossen.


Quelle: Best. 620 Nr. 1 und Nr. 204 sowie Best. 800

Finding aids 

AIDA-Findbuch , maschinenschriftlich

See

Corresponding archival items 

Weitere Informationen zur Firma befinden sich in Bestand 102 (Akten der Stadtverwaltung), Bestand 500 (über die Generalkartei nutzbar) und in Bestand 800 (Zeitungsausschnittsammlung).

Further information (fonds)

Size in m 

35 lfd. M., 263 Stück

Person in charge 

Claudia Gaßmann, Juni 2006