StadtA H 1.AA.1.01

  • Show associated objects
  • Print
  • Create link
  • Send
  • Improve

Description

Identification (short)

Title 

Urkunden Abteilung 01

Life span 

1241-1862

Fonds data

Custodial history 

Einleitung - Bestandsherkunft und Zusammensetzung - Revision

Übersicht zur Überlieferungsdichte (quantitativ)
13. Jahrhundert: 37 Nummern
14. Jahrhundert: 440 Nummern
15. Jahrhundert: 774 Nummern
16. Jahrhundert: 578 Nummern
17. Jahrhundert: 116 Nummern
18. Jahrhundert: 42 Nummern
19. Jahrhundert: 24 Nummern

Die für die allgemeine ältere Stadtgeschichte besonders wertvollen Einzelstücke, Privilegien und Rechtstitel stammen nachweisbar zu etwa 80% aus dem Ratsarchiv des 18. Jahrhunderts. Fächern der von Bürgermeister Christian Ulrich Grupen formierten Archiveinteilung. Die alten Signaturen "Fach" mit einer angehängten laufenden Nummer (lies z.B.: Fach 80,3 für das Fach "Gödingsscheine", drittes Stück) sind im Findbuch von Karl Friedrich Leonhardt vermerkt. Die Spalte "Frühere Bezeichnung" enthält diese Herkunfts-Hinweise auf die Fach-Nr. des Altrepertoriums des Stadtarchivs aus dem Jahr 1886. In dem Alt-Repertorium des Stadtarchivs aus dem Jahr 1886 hat Joachim Studtmann (1935) die Nummern der Urkundenabteilung I nachgetragen. Das Altrepertorium kann somit nach wie vor als sachthematisches Findbuch für die Urkunden dieser Abteilung genutzt werden. Darüber hinaus dient es als Klammer zur Herstellung des Zusammenhangs zwischen den einzelnen Urkunden und den Akten der "Alten Abteilung". Beispielhaft soll dazu das oben erwähnte Fach 80 aus der Grupenschen Archiveinteilung erläutert werden:

Grupens Fach 80 in den heutigen Archivbeständen

Fach 80: Nr.1
Titel lt. Rp. 1886: Diedrich Goslins Revers, sich wegen des an seinem Vetter begangenen Todtschlages nicht rächen zu wollen
Laufzeit: 1355-Sep 9
Signatur 1916: ohne
Signatur 1990: Urk I, 211

Fach 80: Nr.2
Titel lt. Rep 1886: Einige pergamentene Gödingsscheine
Laufzeit: 1496 etc.
Signatur 1916: ohne
Signatur 1990: Urk I, 544, Urk I, 1206, Urk I, 1463 Urk I, 1464 Urk I, 1564

Fach 80: Nr. 3
Tirel lt. Rep. 1886: Ein starkes Convolut Gödingsscheine
Laufzeit: seit Anfang 16. Jh.
Signatur 1916: VII L
Signatur 1990: A 1476 bis A 1482

Fach 80: Nr.4
Titel lt. Rep. 1886: Urtheil des Leipziger Schöffenstuhls inpeinlichen Sachen Jacob Tornemanns
Laufzeit: Ende des 16. Jh.
Signatur 1916: VII L
Signatur 1990: A 1483

Fach 80: Nr.5
Titel lt. Rep. 1886: Weigerung des hannoverschen Rathes, ein gesprochenes Gödings-Urtheil zu vollstrecken Laufzeit: 1655
Signatur 1916: VII L
Signatur 1990: A 1484

Die Übersicht zeigt exemplarisch, wie früher zusammengehörige Stücke im Laufe verschiedener Ordnungsmaßnahmen im Archiv auseinandergerissen wurden. Im vorliegenden Fall war offensichtlich das Material (Pergament bzw. Papier) ausschlaggebendes Kriterium für die Zuordnung der Gödingscheine zur Abteilung "Urkunden", wenn der Beschreibstoff Pergament war, oder "Akten", wenn es sich um Papier handelte. Durch die Anwendung des Alt-Repertoriums des Archivs, das weitgehend mit den aktuellen Signaturen als Findmittel genutzt werden kann, ist es möglich, die Nachteile der Bestandstrennung von "Urkunden" und "Akten" auszugleichen.

Insgesamt kann die Herkunft von ca. 1250 Urkunden des Bestandes, das sind über 60 % der Stücke, mit Hilfe des Repertoriums als "alter Bestand" des Archivs nachgewiesen werden.


Besondere, teilweise nichtstädtische PROVENIENZEN
(nach den Herkunftsvermerken im Findbuch Karl Friedrich Leonhardts bzw. Joachim Studtmanns)

1. Urkunden aus (mutmaßlich) privater Hand (Summe:28 Stück). Durch Kauf wurden folgende Urkunden erworben:
1894 = Nr. 312, 347
1906 = Nr. 1941
191? = Nr. 351
1917 = Nr. 1744
1927 = Nr. 267

Aus einer "Schenkung Oeltzen" stammen die Nrn. 1907 u.1908; ein Zusammenhang mit der Erwerbung des NL Oeltzen im Archiv ist nicht ausgeschlossen, wenn nicht wahrscheinlich.
Namentlich benannt sind als frühere Eigentümer resp. Besitzer einiger Urkunden Ahrens (Nr.1567) und Jugler (314). Aus der "Accessio Eberlein" stammen Nr. 1879 und 1926 (vgl. dazu auch das Vorwort im Findbuch zum NL von Windheim). Bei den Akzessionen aus dem Jahr 1894 und 1935 (Nr. 1896 und 1588) ist weder die Art der Erwerbung noch ein früherer Besitzer vermerkt worden.

Wie schon oben bei der "Schenkung Oeltzen" angedeutet, stammen einige Urkungen dieser Abteilung aus Nachlässen; im einzelnen können folgende Nachlässe mit Sicherheit namhaft gemacht werden:
NL Grote: Nr. 1190 und 1933
NL Homeister: Nr. 1121, 1253, 1281, 1379, 1400, 1409, 1442, 1458, 1624, 1633, 1644, 1649

Der jüngste Zugang im Bestand scheint Acc. 1/39, also der erste Archivzugang im Jahr 1939 gewesen zu sein [Nr. 731a].

2. Herkunftshinweise auf Urkunden selbständiger (teilweise städtischer) Körperschaften laut Studtmann

Körperschaft : Laufende Nr. der Urkunden

Geistliches Lehnsregister (Belege): Nr. 685
Lohnregister aus dem Jahr 1475: Nr. 637
Neustadt Hannover: ?
Vaterländisches Museum Die folgenden drei Tuchhandels-Privilegien aus den Jahren 1272, 1277, 1282 stammen aus dem Archiv der Kaufmanns-Innung
- Sig.: VM: 8704 = Vorsig.: IX 184 13
- Sig.: VM: 8706 = Vorsig.: IX 186 17
- Sig.: VM: 8705 = Vorsig.: IX 185 18

Die folgenden Urkunden wurden anscheinend von Karl Friedrich Leonhardt bzw. Joachim Studtmann aus den von Otto Jürgens gebildeten Akten-Abteilungen entnommen.

Alte Abt. Akten(1): Laufende Nr. der Urkunden

1 C: Nr. 924, 945, 946, 964
3 F: Nr. 929, 930, 931, 932, 933, 934
3 J: Nr. 1877
7 B : Nr. 658
7 G : Nr. 654
7 Z : Nr. 968, 1183, 1827
8 D : Nr. 1209
C 10 M: Nr. 1966, 2011
11: Nr. 1948
15 A: Nr. 1630, 1682
15 D: Nr. 762
15 E: Nr. 1566, 1955
15 F: Nr. 1030
16 E: Nr. 1368, 1483, 1615, 1616, 1806, 1811, 1815, 1828, 1964
17 G : Nr. 1290, 1291, 1326

C 17 N, C. II. 12: Nr. 477
C 17 O: Nr. 1489
C 17 O, B. II.: Nr. 576, 1847, 1884

Ergänzungen zu den Herkunfts-Hinweisen:

Brauergilde: Vier Urkunden (Nrn. 576, 1489, 1847, 1894) entstammen der von Joachim Studtmann 1935 gebildeten Abteilung 17 M (Brauergilde) innerhalb der Alten Abteilung Akten, die 1965 von Herbert Mundhenke bis auf geringfügige Reste aufgelöst wurde.


Ältere Verluste

Bei der Bestandserfassung 1935 fehlten folgende Stücke (lt. Kartei und Repertorium):
Verlust: Druck
Nr. 52a: HUB
Nr. 221a: HUB 356
Nr. 239: HUB 392
Nr. 257: HUB 418
Nr. 271: HUB 435
Nr. 272: HUB 435
Nr. 277a: HUB 447
Nr. 277b: HUB 448
Nr. 277c: HUB 449
Nr. 278a: HUB 454 (Bermerkung: vorhanden in Urk.-Abt. III, Nr.2)
Nr. 283a: HUB 461
Nr. 285: -
Nr. 300: Sudendorf, IV, 196
Nr. 306: Sudendorf, IV, 289

Bestandsrevision

Im Zuge der Ordnung und Regestierung der Urkunden wurden von J.Studtmann und H. Mundhenke (?) insgesamt 2011 laufende Nummern vergeben:
- Davon wurden nicht besetzt die lfd.Nrn: entfällt (insgesamt 0). Durch Literierung (angehängtes "a", "b" etc.) bezeichnen folgende Nrn. mehrere Urkunden: 52a , 128a,b,c, 221a, 229a, 278a, 283a, (insgesamt ? )
- Summarisch enthält die Urkunden-Abteilung I somit 2012 Urkunden; bei bisherigen Zahlenangaben wurde die laufende Endnummer (2011) irrtümlich mit der Stückzahl identifiziert.(2)


(1) Die römischen Abteilungs-Nummern wurden durch arabische ersetzt; das einleitende "C" vor einer Abteilungs-Nr. kann vernachlässigt werden; es weist auf die von Studtmann geplante, aber nicht durchgeführte Archiv-Tektonik hin.
(2) Bei dieser Angabe muß noch berücksichtigt werden, wie Urkunden verzeichnet worden sind, die nur als Transsumpt oder Affix existieren.

Literature 

Literatur und Drucknachweise von Urkunden

Folgende Urkunden bis zum Jahr 1369 sind nicht im Urkundenbuch der Stadt Hannover abgedruckt: Nr. 129, 215, 262, 267.

Ahrens (1879)
H.L. Ahrens, Urkunden zur Geschichte des Lyceums zu Hannover (=Jahresbericht des Lyceums, Ostern 1879)

Baring (1748)
Daniel Eberhard Baring, Beytrag zur Hannöverischen Kirchen- und

Schul- Historia, Hannover 1748 [Vorrede, S. Abdruck von drei Urkunden des 15.Jh. betr. Herrenhausen] - StadtA HB 89

Bonk (1990)
Achim Bonk (Bearb.), Urkundenbuch der Stadt Wunstorf, Wunstorf 1990, S. 226-239 [Edition v. Urk.-Abt. XI, Nr.86]

Broennenberg (1842):
Adolf Broennenberg (Hg.). Urkundliche Beiträge zur Staats- und Rechts-Geschichte der Stadt Hanover [1370-1688]. Hahn 1842 [= Kaiserliche, landesfürstliche und andere Urkunden zur (...), in: Vaterländisches Archiv, Jg. 1842, S. 121-246] - StadtA HB 102

Broennenberg (1842):
Adolf Broennenberg, Kaiserliche, landesfürstliche und andere Urkunden als Beiträge zur Staats- und Rechtsgeschichte der Stadt Hanover [!], in: Arch. d. Historischen Vereins für Niedersachsen, 1842, S. 121 - 246 [Urkunden 1 - 35] [= Urk. Abt. I, Nr. 289, 294, 583, 705 (...) 1502, 1705, 1721, 1763, 1764, 1799, 1807, 1831, 1846 (...) 1866, 1893. Darin: Ungeklärter Herkunft die Nrn.: 3, S. 124 - 125; 21, S. 137 - 175 (RKG bestätigt am 07. Juli 1608 das kaiserliche Privileg vom 25. Sept. 1570); 23, S. 178 - 180; 25, S. 184 - 185; 27, S. 189 - 194; 28, S. 194 - 199 (Kapitulation gegenüber den Dänen 1625); 31, S. 206 - 218 (Armenhaus, 1643); 34, S. 225 - 245 (Vereinigung: 1652); 35, S. 245 - 246 (1688)]

Broennenberg (1854):
Adolf Broennenberg, Sammlung zur hanoverisch-braunschweigischen Landesgeschichte, Erster Beitrag, Verden 1854 - NLB

Büttner (1926):
Ernst Büttner, Kulturbilder aus dem mittelalterlichen Hannover. Alt- Hannover. Beiträge zur Kultur und Geschichte der Stadt Hannover, Bd. 1, Hannover 1926 - StadtA HB 148 [Edition ausgewählter Urkunden aus dem Stadtarchiv; betr. u.a. Urk.-Abt. I, Nr. 457]

Doebner (1882):
Richard Doebner, Die Städteprivilegien Herzog Otto des Kindes und die ältesten Statuten der Stadt Hannover, Hannover: Culemann 1882 - StadtA Kps 357

Engelke (1915)
Bernhard Engelke. Münzgeschichte der Stadt Hannover in: HGBl. NF, Bd. 18, 1915, S. 1-219

Fiedeler (1854):
Amtsrichter Fiedeler, Zur Geschichte

der Vehmgerichte in besonderer Beziehung auf die Braunschweig-Lüneburgischen Lande, in: ZHV (1854), S. 184 - 278 [zum Hannoverschen Privilegium de non evocando, S. 185; S. 270 - 278 = Urk. Abt. I, Nr. 696, 773, 799, 818; S. 254 - 264 Abdruck von Urkunden aus dem Stadtarchiv, nicht Urk.-Abt. I, zum Jahr 1469].

Frensdorff (1883)
Ferdinand Frensdorff, Die Stadtverfassung Hannovers in alter und neuer Zeit. Vortrag gehalten bei der 12. Jahresversammlung des Hansischen Geschichtsvereins zu Hannover am 31. Mai 1882, Leipzig 1883 (Separatabdruck aus: Hansische Geschichtsblätter, Jg. XI 1882) - StadtA Kps 32

Grupen (1740):
Christian Ulrich Grupen, Origines et Antiquitates Hanoverenses, oder umständliche Abhandlung von dem Ursprung und den Altertümern der Stadt Hannover, Göttingen 1740. - HB 183 [betr. diverse]

Hanse-Städte-Bünde (1996)
Die sächsischen Städte zwischen Elbe und Weser um 1500, Katalog zur Ausstellung "Hanse-Städte-Bünde" in Magdeburg und Braunschweig, hg. v. Matthias Puhle, Bd. 1 Aufsätze, Bd. 2 Katalog, Magdeburg 1996 (= Magdeburger Museumsschriften Nr. 4), bes. die Katalogbeiträge von K. Kreter betr. Exponate aus dem Stadtarchiv Hannover, Bd.2, S. 78f. 151 u. 214f.

Hoogeweg H. und K. Janicke,
Urkundenbuch des Hochstifts Hildesheim und seiner Bischöfe (847-1398), Bände I-VI, Leipzig und Hannover 1896-1911: V, 1343 [betr. Urk.-Abt. I, Nr. 290]; VI, 412 [betr. Urk.-Abt. I, Nr. 355]

Hoyer Urkundenbuch
Wilhelm von Hodenberg (Hrsg.), Hoyer Urkundenbuch, Hannover: Jänecke, 1855 - StadtA HB 1765

HUB
siehe UB Hannover

Mittendorff (1845):
Gustav Mittendorff, Herzog Heinrich der Ältere im Kampfe mit der Stadt Hannover (...). In: Archiv des Historischen Vereins für Niedersachsen, N.F., 1845, S. 260-293, hier bes. S.287-293 [zu den Urk.-Abt. I, Nrn.: 1165, 1166, 1179]
Lüneburg UB II, 660

Friedrich Wilhelm Volger
Urkundenbuch der Stadt Lüneburg, Bd. 2, Nr. 660

Orig. Guelf

Plath (1988):
Helmut Plath, Die Urkunde Herzogs Otto des Kindes für die Stadt

Hannover vom 26.Juni 1241. Das Verhältnis ihrer beiden Fassungen zueinander, in: HGBl.NF, Bd.42,1988, S.1-34 [zu Urk.-Abt. I, Nr. 1 und Nr. 2]

Schmidt-Phiseldeck
Karl von Schmidt-Phiseldeck, Die Siegel des herzoglichen Hauses Braunschweig und Lüneburg. Verzeichnis der dem herzoglichen Hauptarchiv zu Wolfenbüttel gehörigen Sammlung von Gipsabgüssen, Wolfenbüttel: Zwissler 1882-1898 - StadtA HB 460

UB Sudendorf
Hans Sudendorf (Bearb.), Urkundenbuch zur Geschichte der Herzöge von Braunschweig und Lüneburg und ihrer Lande, Teil IV - VIII, Hannover 1859 ff.

UB Hannover(=HUB)
Urkundenbuch der Stadt Hannover, hg.v. C.L. Grotefend und G.F. Fiedeler, Erster Teil bis 1369 [mehr nicht erschienen], Hannover 1860 [Neudruck mit Nachtrag (1870): Aalen 1975]

UB Hannover, Nachtrag (1870)
C. L. Grotefend und G. F. Fiedeler, Nachtrag zum Urkundenbuche der Stadt Hannover, in: ZHV, Jg. 1870, S. 1 - 80 und C. L. Grotefend, Berichtigungen, ebd. S. 436

UB von Saldern (1930)
Otto Grotefend (Bearb.), Urkunden der Familie von Saldern, Bd. 1 bis 1365, Bd. 2 1366-1500, Hildesheim und Leipzig 1930 u. 1938 (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hannover, Oldenburg, Braunschweig, Schaumburg-Lippe und Bremen, Bd. XIII) [Bd.2, Nr. 1820, S. 325f. Urkunde vom 13. Sep. 1488 - Ausfertigung im StadtA Hannover, "Recesse 107,6 mit noch 10 Siegeln, darunter Ludolfs (Rose)" - Bürgschaft über 1000 Gulden den Erbeberechtigten an der Redener Oh)

Information / Notes

Additional information 

teilweise verzeichnet