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Beschreibung: Bestand

Identifikation (kurz)

Titel 

Stabu - Stammbuchsammlung

Bestandsdaten

Beschreibung 

Die aus den Freundschaftsalben des 16. Jahrhunderts hervorgegangenen Stammbücher erfreuten sich von der Mitte des 18. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts vor allem unter Studenten großer Beliebtheit. In ihnen wurden Einträge von Freunden und Bekannten gesammelt, die sich mit Sinnsprüchen, Zitaten, Freundschaftszeichen u. ä. verewigten. Zunächst handelte es sich um gebundene Bücher mit gelegentlichen Originalillustrationen, bis diese Form in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts - ausgehend von Göttingen - von mit Kupferstichen geschmückten losen Blättern abgelöst wurde, die man in Schubern sammelte.

Der Quellenwert der Stammbücher ist folglich ein doppelter: Zum einen können die Illustrationen bzw. später die Kupferstiche als bildliche Quellen dienen, zum anderen lassen sich die schriftlichen Einträge unter den verschiedensten Fragestellungen auswerten. Zu den bildlichen Darstellungen in Göttinger Stammbüchern liegen bereits Untersuchungen vor (s.u.).

Bestandsgeschichte 

Die Stammbuchsammlung des Stadtarchivs umfasst über 300 Einheiten, ein weiteres Stammbuch befindet sich im Bestand Dep. 64 "Nachlass Toni Kessler/Ernst Ludwig Heim". Die im Städtischen Museum fortlaufend aufgebaute Sammlung wurde 1937 ergänzt durch den Ankauf der 41 Bücher umfassenden Stammbuchsammlung des Göttinger Kulturhistorikers Otto Deneke (Städt. Museum, Akzessionen Nr. 1041 - 1071 vom 23. April 1937). Im Rahmen einer gegenseitigen Bereinigung der Bestände zwischen Stadtarchiv und Museum wurde die Sammlung seit 1981 in mehreren Ablieferungen an das Archiv abgegeben (vor allem Acc. Nr. 602/1981 und 733/1984). Da das vorliegende Findbuch nur einen ersten Überblick über die einzelnen Stammbücher geben soll, wurden der Name des Stammbuchführers, sein Geschlecht, die Aufbewahrungsart (geb. = gebundenes Buch; lose = lose Blattsammlung im Schuber), die Laufzeit sowie die Zahl der Einträge (nicht der Seiten- oder Blattumfang) und der eventuell vorhandenen Originalillustrationen aufgenommen.

Eine inhaltliche Erschließung der Einträge auf breiter Grundlage war bisher nicht möglich. Zu diesem Zweck wurde seit 1996 im Stadtarchiv Göttingen auf der Basis des EDV-Programms ALLEGRO eine Datenbank aufgebaut, in der jeder der knapp 18000 Einträge mit Hilfe definierter Kategorien erschlossen wurde. Das Ergebnis ist eine über mehrere Register abrufbare Datensammlung, die über das Stammbuch (Umfang, Laufzeit, Illustrationen), den Stammbuchführer und den einzelnen Eintrag (Einträger, Eintragungssprache, Herkunft, Beruf, Immatrikulationsdatum etc.) Auskunft gibt. Diese ALLEGRO-Datenbank stand bisher über die Homepage des Stadtarchivs (www.stadtarchiv.goettingen.de) online zur Verfügung. Derzeit kann die Datenbank leider nur intern genutzt werden. Bei Fragen zu einem Stammbuch wenden Sie sich bitte direkt an das Stadtarchiv Göttingen.

Neben den eigentlichen Stammbüchern sind weiterhin folgende Stammbuchvarianten und -bearbeitungen vorhanden:

Anthologien: lose oder gebundene Sammlungen aus Gedichten, Sprüchen, Widmungen, Briefen,
Rezepten u. ä.,

Fotokopien: fotokopierte Stammbuchblätter.

Bei den Anthologien und Fotokopien ist statt der Zahl der Einträge der Seiten- bzw. Blattumfang angegeben.

Karteien: maschinenschriftliche Bearbeitungen von Originalstammbüchern auf Karteikarten.

Weitere bedeutende Sammlungen von Stammbüchern Göttinger Studenten befinden sich in der
Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen und im Historischen Museum am Hohen Ufer Hannover.

Die Erstellung des Findbuches erfolgte durch Frau Olesja Simon.

Göttingen, Juni 2004

Aktualisiert im März 2025, Dr. Sigrid Dahmen

Literatur 

Otto Deneke/Fritz Scheidemann: Göttinger Stammbuchkupfer (Göttingische Nebenstunden 16). Göttingen 1938

Rolf Wilhelm Brednich: Denkmale der Freundschaft. Die Göttinger Stammbuchkupfer - Quellen der Kulturgeschichte. Friedland 1997