LkAH N 038

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Beschreibung

Identifikation (kurz)

Titel 

Nachlass Eberhard Klügel

Laufzeit 

1932-1959

Bestandsdaten

Bestandsgeschichte 

Der Pastor und Landessuperintendent D. theol. Eberhard Klügel (1901-1966) gehörte während des "Kirchenkampfes" zu den leitenden Männern der Bekenntnisgemeinschaft innerhalb der Hannoverschen Landeskirche. Zunächst war er Pastor in Goslar, Mitarbeiter der Stadtmission Berlin und Referent des evangelischen Presseverbandes in Berlin. 1932 kehrte Eberhard Klügel in seine Heimatstadt Hannover zurück als Pastor beim Landesverein für Innere Mission und als zweiter Geistlicher im evangelischen Presseverband.
Im Juni 1933 wurde Klügel im Rahmen der Tagung der hannoverschen Pfingstkonferenz Gründungsmitglied und erster Geschäftsführer der "Landeskirchlichen Sammlung" (später "Bekenntnisgemeinschaft"). Schon vor 1933 hatte sich Eberhard Klügel kritisch mit der "völkischen Religion" der Nationalsozialisten beschäftigt, doch durch sein engagiertes Eintreten für Kirche und Bekenntnis drohte ihm in Hannover die Inhaftierung durch die neuen Machthaber. Zu seinem Schutz ließ ihn Landesbischof Marahrens als Pastor nach Bennigsen versetzen. 1935 trat Klügel als Geistlicher Hilfsarbeiter in das Landeskirchenamt ein und wurde 1937 Studiendirektor des Predigerseminars auf der Erichsburg - auch später förderte er den theologischen Nachwuchs, so setzte er sich 1958 entscheidend für die Errichtung des Pfarrvikarseminars Celle-Hermannsburg ein. Klügel wurde 1950 Landeskirchenrat und Ausbildungsdezernent im Landeskirchenamt. 1959 wurde er in das neu geschaffene Amt des Landessuperintendenten für den Sprengel Stadt Hannover und zum Pfarrer an der Marktkirche berufen. Er leitete u. a. Arbeitskreise über das Problem "Staat und Kirche".

In der Zeit von 1943 bis 1946 gehörte Klügel zu den engsten Mitarbeitern von Landesbischof Marahrens und kannte die kirchlichen Verhältnisse Hannovers in diesen Jahren sehr genau. Er war dadurch besonders geeignet die Geschichte des "Kirchenkampfes" aus hannoverscher Sicht darzustellen: 1964 erschien sein umfassendes Werk

"Die lutherische Landeskirche Hannovers und ihr Bischof 1933-1945" über die Lutherische Landeskirche Hannovers während des "Kirchenkampfes". Das gesammelte Material für Klügels Publikation wurde im Landeskirchlichen Archiv in der "Kirchenkampfdokumentation" (S 1) verfügbar gemacht.

Eberhard Klügels wissenschaftliches Interesse gehörte in erster Linie dogmatischen Fragen. Seine spätere kirchengeschichtliche Arbeit brachte ihn auch in Verbindung zur niedersächsischen Kirchengeschichte. 1960 wurde er zum Vorsitzenden der Gesellschaft für Niedersächsische Kirchengeschichte gewählt, die er bis zu seinem Tode leitete.

Der vorliegende kleine Bestand enthält vor allem Handakten aus Klügels Amtszeit als Landeskirchenrat und aus seiner Mitarbeit im Theologischen Konvent der Bekenntnisgemeinschaft. Des weiteren befinden sich im Nachlass Briefe von den Landesbischöfen D. Marahrens, D. Meiser und D. Wurm, welche die Rücktrittsforderungen an Marahrens betreffen. Rundverfügungen und Dubletten wurden kassiert.

Zur Ergänzung des vorliegenden Bestandes können folgende Archivbestände mit herangezogen werden:
- B 7 (Personalakten von Pastoren) Nr. 807 Teil I u. II (Personalakte Eberhard Klügel)
- D 15 XII (Lutherisches Kirchenamt Berlin-Ost) Nr. 125 und Nr. 471
- E 6 (Bekenntnisgemeinschaft d. ev.-luth. Landeskirche) Nr. 42 IV, Nr. 176, Nr. 188 und Nr. 193 XXI
- E 61 (Predigerseminar Hildesheim) Nr. 191
- L 3/III (Kanzlei Hanns Lilje [Landesbischof]) Nr. 853 und Nr. 857
- N 48 I (Nachlass Christhard Mahrenholz) Nr. 100 A, Nr. 163 E, Nr. 164, Nr. 228 D und 290 D
- N 60 (Nachlass Erich Ruppel) Nr. 339
- N 76 (Nachlass Karl Wagenmann) Nr. 17 und Nr.177
- N 78 (Nachlass Adolf Wischmann) Nr. 229, 239, 349, 351, 382, 529 und 544
- N 135 Nr. 12 (Nachlass Wilhelm Schmädecke)
- S 1 (Kirchenkampfdokumentation) E II Nr. 914a - 914h
- S 7a (Tonbänder) Nr. 60
- S 9 (Presseausschnittsammlung).

Der Bestand wurde im Juni 2006 verzeichnet und ist uneingeschränkt benutzbar.

Literatur 

Veröffentlichungen von Eberhard Klügel:
Die lutherische Landeskirche Hannovers und ihr Bischof 1933-1945. Berlin und Hamburg 1964 (Dokumentenband 1965);
Das Evangelium und die Ordnungen des öffentlichen Lebens. Studienheft des theologischen Konvents der ev.-luth. Bekenntnisgemeinschaft Hannovers. Göttingen 1952;
Neue lutherische Kirchen in Hannover. Hannover [1963].
Eine ausführliche Liste weiterer Veröffentlichungen enthält der Nachruf auf Eberhard Klügel von der Gesellschaft für Niedersächsische Kirchengeschichte, in: Jahrbuch der Gesellschaft für Niedersächsische Kirchengeschichte. 64 (1966), S. 7-11

Weiterführende Literatur:
Bewahren ohne Bekennen? Die Hannoversche Landeskirche im Nationalsozialismus. Hrsg. von Heinrich W. Grosse; Hans Otte; Joachim Perels. Hannover, 1996

Weitere Angaben (Bestand)

Umfang in lfd. M. 

0,2

Informationen/Notizen

Zusatzinformationen 

Abgeschlossen: ja

vollständig verzeichnet