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Description

Identification (short)

Title 

Dorf-, Feld- und Wiesenbeschreibungen

Life span 

1740-1826

Fonds data

Short description 

Umfang: 19,3 lfdm
Inhalt: Registermäßige Zusammenfassungen des Ergebnisses der Vermessungs- u. Regulierungsarbeiten der Brsg. General-Landes-Vermessungs-Kommission (GLVK). Sie wurden zusammen mit den zugehörigen Feldrissen u. für jede Feldmark gesondert 1746-1784 hergestellt.

Custodial history 

Die Dorf-, Feld- und Wiesenbeschreibungen (DFW) sind die registermäßige Zusammenfassung des Ergebnisses der Regulierungs- und Vermessungsarbeiten der Braunschweigischen General-Landesvermessungs-Kommission (GLVK. - Vgl. H. Voges: Die allgemeine Landesvermessung und die 1. Verkoppelung im Lande Braunschweig im 18. Jahrh. - In: Jb. d. Braunschwg. Gesch. Vereins 9, 1937, S. 5-56). Sie wurden, zusammen mit den zugehörigen Feldrissen und für jede Feldmark gesondert, in der Zeit von 1746-1784 hergestellt. Ihre Grundlage bilden die an Ort und Stelle erfolgten Regulierungen und Aufnahmen des jeweiligen Vermessungskommissars ("Subdelegierter Kommissar") und die nach dessen Weisungen durchgeführten Vermessungen des jeweiligen Feldmessers. Deren Arbeitsweise und das Schema der DFW ist geregelt durch die Hauptinstruktion vom 28.11.1755 (gedr. bei Gesenius, Meierrecht, Bd. 2 S. 397 ff.). Die Anlegung der DFW erfolgte durch den jeweiligen Vermessungskommissar. Doch wurden die Beschreibungen bei der GLVK. auf die Innehaltung der Richtlinien und auf ihre rechnerische Richtigkeit geprüft. Unstimmigkeiten mußten, wenn sie wesentlicher Art waren, vom Vermessungskommissar an Ort und Stelle nachgeprüft und bereinigt werden.

Aus diesem (Regel-) Verlauf der Entstehung erwuchs die erste Schicht der DFW. Vielerorts, wo sich keine weiteren Beanstandungen ergaben, blieb sie die einzige, sodaß abweichende Ausfertigungen nicht vorliegen. Die Reinschrift wurde in mehreren Exemplaren angefertigt (für die GLVK., das Amt, gelegentlich auch für die Gemeinde oder sonstige Interessenten) und meistens auch später, vor allem um die Jahrhundertwende und in den 20er und 30er Jahren des 19. Jh., noch ein oder mehrere Male kopiert.

Nicht selten aber ergab sich eine Reihe von Jahren später - besonders infolge Beschwerden von Seiten sich benachteiligt glaubender Bauern - die Notwendigkeit einer erneuten

Überprüfung. In dem Falle wurden die Verbesserungen entweder in eines oder mehrere Exemplare der Erstausfertigung eingetragen, oder es wurden neue Reinschriften angefertigt. Spätere Kopien nehmen natürlich diese "rektifizierten" DFW zur Grundlage. Überlieferungsmäßig entstand so mancherorts eine zweite Schichte der DFW. Neben den Ur-Ausfertigungen finden sich somit öfter auch nocht die rektifizierten Beschreibungen, die entweder verbesserte Erstausfertigungen oder neue Reinschriften oder Kopien sein können.

Hierzu treten als dritte Schicht gelegentlich völlige Neumessungen. Sie wurden auf einzelnen Feldmarken durch grundlegende Irrtümer notwendig, meist jedoch infolge mangelnder Durchführung der in der Instruktion von 1755 angeordneten Regulierungsmaßnahmen. Insbesondere gilt dies für die älteren Vermessungen, in denen die in der Instruktion von 1755 niedergelegten Grundsätze noch nicht oder nicht genügend beachtet waren. Solche "Nachregulierungen" konnten auf Betreiben der Stellenbesitzer, die sich inzwischen von den Vorteilen der Regulierung überzeugt hatten, oder auf unmittelbare Veranlassung der GLVK. erfolgen. Sie bedeuteten die Entstehung neuer DFW., die ebenso wie die der anderen Schichten durch Zweit- oder Drittschriften sowie durch spätere Kopien in mehreren Exemplaren erhalten sein können.

Es können also schon nach diesem schematisierenden Überblick von einzelnen Feldmarken wenigstens 3 verschiedene Ausfertigungen der DFW erhalten sein. Hierzu kommen noch die Konzepte und Arbeitsregister der Vermessungskommissare, die in der Regel zunächst bei deren Handakten blieben, früher oder später aber - jedenfalls nach der Vorschrift - mit diesen in die Registratur der GLVK. gelangten. Zusammen mit den Handakten bilden sie ein wertvolles Ergänzungsmaterial, das u. U. manche Einzelheiten, insbesondere die von den Reinschriften nur schematisch erfaßten Zustände

vor den Regulierungsmaßnahmen, näher zu beleuchten vermag. Die Handakten befinden sich auch jetzt noch in der Registratur der GLVK (s. L Alt Abt. 58). Doch bleibt eine Überführung der Konzepte der DFW in die vorliegende Reihe vorbehalten, wenn diese dadurch vervollständigt wird.

Denn die Überlieferung der DFW ist keineswegs vollständig. Trotz der Zweit- und Drittschriften und der oft mehrfachen jüngeren Kopien finden sich im erhaltenen Bestand vielfach Lücken. Besonders gilt das, wo spätere Rektifizierungen und Nachregulieren stattfanden, für die Ur-Beschreibungen. Auf der anderen Seite sind die verschiedenen Schichten der DFW sehr oft in mehreren Ausfertigungen erhalten. Besonders die in den letzten Jahren durchgeführte Neuordnung der älteren Amtsakten (L Alt Abt. 8) und die zu dem Zweck durchgeführte Aussiebung der Amts- und Amtsgerichtsakten des 19./20. Jahrhunderts hat noch zahlreiche, bisher unbekannte Stücke zutage gefördert.

Die mehrfache Überlieferung gleicher Beschreibungen hatte schon bisher die Aufstellung und Verzeichnung von 2 Reihen der DFW notwendig gemacht, wobei in die 2. Reihe alle Doppelstücke abgestellt wurden. Die Grundlage dazu legte Archivrat Dr. Voges mit einem 1911/12 aufgestellten Verzeichnis. In Anlehnung an dieses nahm Regierungsrat Meyer 1946 eine Neuverzeichnung vor, und zwar getrennt für beide Reihen. Nach den Vorbemerkungen umfaßte die Reihe I:
a) die aus der Hzgl. Plankammer im Dezember 1911 abgelieferten Beschreibungen,
b) die vom Hzgl. Amtsgericht Salder im Dezember 1899 abgegebenen beglaubigten Abschriften von DFW des Amtes Salder,
c) aus der Sammlung der Doppelstücke, aus ungeordneten Akten und zahlreichen Ablieferungen der letzten Jahrzehnte entnommene Beschreibungen.

Die Reihe II enthielt
"die im Laufe der letzten Jahrzehnte von der Hzgl. Plankammer, den Kreisdirektionen und Amtsgerichten eingelieferten Stücke,

soweit diese nicht in der Sammlung der Erstschriften eingeordnet sind".

Die Aufstellung der zwei Reihen bedeutete jedoch, zumal die inzwischen hinzugekommenen Neuzugänge meistens ohne nähere Untersuchung in die Reihe II (Doppelstücke) eingestellt wurden, keine scharfe Unterscheidung in der Weise, daß die Reihe I einen vollständigen Überblick über alle Variationen der DFW vermittelte. Nicht wenige Beschreibungen mit abweichendem Inhalt fanden sich ausschließlich in Reihe II (Doppelstücke). Der wesentliche Zweck der vorliegenden Neuverzeichnung mußte daher sein, eine vollständige Überlieferungsreihe zusammenzustellen und in die zweite Reihe nur die wirklichen Doppelstücke zu verweisen.

Hierbei ist von dem Grundsatz ausgegangen, daß beim Vorliegen mehreren Ausfertigungen der gleichen Variation einer DFW jeweils das älteste Stück in die Hauptreihe gehört (L Alt Abt. 20), jüngere Zweitschriften und Kopien dagegen in die Reihe der Doppelstücke (L Alt Abt. 20a). Wenn sich, wie es gelegentlich vorkommt, in einer Beschreibung Aktenblätter und Nachträge aus der Zeit nach 1784 finden, so ist in der Regel - sofern sie nicht aus anderen Gründen dorthin gehören - auf deren Überführung in die Hauptreihe verzichtet. Doch wird in vorliegendem Findbuch auf das Vorhandensein solcher Fremdkörper und Nachträge in den Doppelstücken (L Alt Abt. 20a) hingewiesen (Spalte "Bemerkungen").

In die vorliegende Hauptreihe eingegliedert wurden dagegen immer Beschreibungen, die zusätzlich ein Verzeichnis über die Verteilung des Überschußlandes (Surplusland) enthalten. Die Verteilung des bei der Regulierung und Vermessung in den einzelnen Feldmarken übriggebliebenen sog. Überschußlandes erfolgte erst auf Grund einer landesherrlichen Verordnung vom 30. IV. 1776 (Voges a. a. O. S. 50). Bis dahin war dieses Land, soweit es nicht zur Entschädigung Benachteiligter verwandt wurde, von der GLVK in

Zeitpacht ausgegeben worden. Die Verzeichnisse über die Verteilung des Überschußlandes sind also im allgemeinen erst nach Fertigstellung der DFW angefertigt worden. Sie wurden gelegentlich einer oder auch mehreren Ausfertigungen der DFW beigelegt oder beigeheftet (bisweilen mit Vorakten), öfter aber auch (später) zu besonderen Bänden gebunden. Sie sind in diesen Fällen der vorliegenden Reihe der DFW einverleibt worden. Es ist allerdings zu beachten, daß sich keineswegs alle Verzeichnisse über die Verteilung des Überschußlandes hier befinden. Sie blieben großenteils mit den übrigen Vermessungsakten in der Registratur der GLVK. und sind auch heute noch dort zu suchen (L Alt Abt. 58). Ihr ungebundener Zustand und ihre oft enge Verflechtung mit den Vorakten machen eine Überwindung dieser unbefriedigenden Doppelhäusigkeit durch Überführung zu den DFW schwierig.

Aus beiden Reihen der DFW sind grundsätzlich solche Beschreibungen ausgeschieden worden, die außerhalb der Generallandesvermessung, d. h. vor 1746 oder nach 1784 entstanden sind. Sie sind zum Bestand "Feld- und Vermessungsbeschreibungen außerhalb der Generallandesvermessung" gelegt worden (25 Alt, Bestand 1995 aufgelöst).

Die Anlegung des vorliegenden Findbuches ist in engster Anlehnung an das des Jahres 1946 erfolgt. Insbesondere sind um die Gültigkeit der bisherigen Zitate zu erhalten, in den laufenden Nummern (Spalte 1) keine Änderungen vorgenommen worden. Gelegentliche Springnummern erklären sich daher aus der Überführung von Beschreibungen in den eben erwähnten Bestand L Alt Abt. 25. Die alphabetische Ordnung nach den Ortsnamen ist beibehalten (Spalte 2). Stärkeren Änderungen mußten lediglich die jeweiligen Band-Nummern (Spalte 3) unterworfen werden. Spalte 4 bleibt wie bisher der Inhaltsbezeichnung der einzelnen Beschreibungen vorbehalten (s. Abkürzungen). Die Jahreszahlen in Spalte 5 geben (wie bisher) nicht mehr als

einen ungefähren Hinweis auf die Entstehungszeit. Sie stützen sich lediglich auf die Angaben in den Beschreibungen oder, wenn solche fehlen, auf das Präsentatum der GLVK, die Unterschrift des Vermessungskommissars oder auch nur des Revisors bei der GLVK. Wer größere Genauigkeit benötigt, muß nach wie vor auf näheren Nachforschungen in den Akten der GLVK verwiesen werden (L Alt Abt. 58).

Neu hinzugekommen sind zum größten Teil die in Spalte 6 gemachten "Bemerkungen". Diese entsprechen den sonst üblichen "Darin-Vermerken" und enthalten überdies gelegentliche Hinweise auf Besonderheiten der Doppelstücke (L Alt Abt. 20a). Hierdurch mußte die namentliche Nennung der jeweiligen Vermessungskommissare und Feldmesser fortfallen. Diese sind stattdessen in einem besonderen Namensverzeichnis (S. 48 bis 60) mit laufenden Nummern in alphabetischer Folge aufgeführt. Im Text verweisen die Zahlen der Spalte 7 auf die laufenden Nummern dieses Verzeichnisses. Da der Benutzer der DFW in der Regel auch den jeweils zugehörigen Feldriß benötigen wird, ist in Spalte 8 Raum für die Angabe von deren Signatur gelassen. Sie sind nach Durchführung der geplanten Neuordnung der Kartenabteilung nachzutragen.

Wolfenbüttel, Oktober 1954

Dr. Penners
Staatsarchivrat


Für folgende Orte sind in diesem Bestand keine Unterlagen vorhanden:
Ahsen-Oetzen (s. Oetzen, Thedinghausen, Werder), Allrode, Altenbrak, Altenhagen/ Vorwerk (s. Lichtenberg), Bad Harzburg (s. Neustadt), Bahlum (s. Emtinghausen), Benzingerode, Bisdorf/Wüstung (s. Barnstorf), Blankenburg, Börnecke, Bürgerei (s. Thedinghausen), Büstedt (s. Wahrstedt), Dibbersen-Donnerstedt (s. Thedinghausen), Donnerstedt (s. Thedinghausen), Dorst, Eissel (s. Thedinghausen), Eitzum, Eitzen/Wüstung bei Immendorf (s. Watenstedt), Fohlenplacken, Freden/ Ober- und Nieder- (s. Lichtenberg), Glesse, Groß Berel (s. Berel), Groß Börßum (s. Börßum),

Groß Dahlum (s. Voigtsdahlum), Grünenplan, Hagen (s. Thedinghausen), Harzburg (s. Neustadt), Hasselfelde, Hedwigsburg (s. Kissenbrück), Heimburg, Henzen (s. Heinzen), Hohegeiß, Hünerdorf (s. Calvörde), Hüttebusch/Vorwerk, Jeseritz, Klein Berel/Wüstung (s. Berel), Klein Börßum (s. Börßum), Klein Heerte/Wüstung (s. Heerte), Langeleben, Lichtenhagen/Vorwerk (s. Stauffenburg), Lunsen (s. Holtorf), Mehrdorfer Hof (s. Barnstorf), Michaelstein, Mühlenberg, Neinstedt (s. Ingeleben), Neuhaus/Vorwerk (s. Allersheim), Neuhof, Neuhütte (s. Badenhausen), Neu-Ölsburg, Neuwerk, Niederdahlum (s. Salzdahlum), Nieder-Freden (s. Lichtenberg), Niedersickte (s. Obersickte), Nienhagen, Nienstedt/Wüstung (s. Lesse), Nortenhof (s. Steterburg), Oberdahlum (s. Salzdahlum), Ober-Freden (s. Lichtenberg), Oberhütte (s. Badenhausen), Oberlutter (s. Königslutter), Ödishausen/Wüstung (s. Klein Rhüden), Oenigstedt (s. Thedinghausen), Oker, Pabstorf, Parsau (s. Ahnebeck), Pockenhausen/Wüstung (s. Ortshausen), Reinshagen/Wüstung (s. Flechtorf), Rode (s. Lutter a. Bbg.), Rübeland, Schorborn, Sickte (s. Obersickte), Sievershausen (s. Ahlshausen), Sophienthal (s. Fürstenau), Steinhof, Stiege, Tanne, Timmenrode, Trautenstein, Treseburg, Vahlen/Wüstung (s. Berel), Vechelade, Vensleben (s. Ingeleben), Walkenried, Westerwisch (s. Thedinghausen), Wieda, Wienrode, Zorge, Zweidorf (s. Wendeburg)

Information / Notes

Additional information 

Abgeschlossen: Nein

teilweise verzeichnet