NLA OL Dep 10

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Description

Identification (short)

Title 

Stadt Oldenburg

Life span 

1335-2000

Fonds data

Short description 

Das Stadtarchiv Oldenburg ist Depositum im Staatsarchiv, es von einem hauptamtlichen Archivar verwaltet. Informationen zum Stadtarchiv und seiner Bestände finden sich im Internet unter: www.oldenburg.de/stadtarchiv/.

Custodial history 

Dep 10 Stadt Oldenburg
Zeit: 1347- ca. 2010
Umfang: ca. 1.400 lfd. m; ca. 100.000 Verzeichnungseinheiten
Erschließung: Findbücher/Datenbank des Stadtarchivs/z.T. auch Datenbank des
Landesarchivs (Vereinheitlichung der Findmittel in der Datenbank des Landesarchivs
ist vorgesehen)
Lagerungsbestand: Best. 262-1

Die Stadt Oldenburg verdankt ihre Entstehung der namengebenden Burganlage der Grafen von Oldenburg, die noch heute das Bild des Zentrums dominiert. Die älteste Burganlage des Stadtgebietes, den so genannten Heidenwall, aus der Mitte des 11. Jahrhunderts hat man erst vor wenigen Jahren in einige Entfernung vom Zentrum an der Hunte ausgegraben. Entscheidend aber wurde die zuerst erwähnte Burganlage, die ab der Mitte des 12. Jahrhunderts als Oldenburg nachweisbar ist. Um sie entstand eine Markt- und Handwerkersiedlung, die sich freilich nie von der Burg emanzipieren konnte. Daran änderte auch die Stadtrechtsverleihung des Jahres 1345 nichts, da die Stadt nicht das wirtschaftliche Potential wie Bremen besaß, um sich von den Territorialherren ihres Einflussraumes unabhängig zu machen. So war es das Grafenhaus, das gemäß seiner politischen Zielsetzungen im 16. Jahrhundert die Reformation zuließ bzw. dann spät förmlich einführte und die einzige mittelalterliche Pfarr- und Stiftskirche der Stadt, St. Lamberti, in eine evangelischlutherische Residenzkirche mit gräflicher Grablege umwandelte. Mit 2000 - 3000 Einwohnern war die Residenzstadt ein eher lokales Zentrum, aber eindeutig Hauptresidenz des Grafenhauses und damit auch Sitz der sich herausbildenden Behörden. So liest sich auch eine moderne Stadtgeschichte Oldenburgs notwendigerweise als die des Grafenhauses, dessen jüngere Linie 1667 mit Graf Anton Günther von Oldenburg ausstarb. Ob die Stadt von dieser Residenzfunktion wirklich profitierte, wäre zu fragen, bildete doch das Grafenhaus und seine Beamtenschaft eher einen Fremdkörper im städtischen Gemeinwesen.

Dennoch gilt der Verlust der Residenzfunktion Oldenburgs nach dem Tod des Grafen und die Herrschaftsübernahme der erbenden Verwandtschaft in Kopenhagen als Beginn einer "dänischen Epoche", die gern unter negativem Vorzeichen gesehen wird. Eine verheerende Pestepidemie und ein ebensolcher Stadtbrand zum Zeitpunkt und kurz nach dem Ableben des Grafen sind hierfür die Ereignisse mit Signalfunktion, dabei steht am Ende dieser rund hundertjährigen dänischen Herrschaftsperiode nicht ganz unvorbereitet ein Aufschwung, der wiederum allein dem neuen Herrschergeschlecht zugute gehalten wird: den Herzögen und späteren Großherzögen von Oldenburg aus der jüngeren Gottorfer Linie. In einem komplizierten innerdynastischen Ringtausch wurde Oldenburg 1773/74 Sitz eines Herzogtums Oldenburg.
Wichtig für die Stadt war die aufgeklärte Beamtenschaft, die schon unter den dänischen Königen in Oldenburg nachweisbar ist, mit dem Aufbau einer neuen herzoglichen Residenz aber natürlich zahlreicher wurde und zur Gründung einer Loge und geselligen Vereinen beitrug. Mit Gerhard Anton von Halem hat die Stadt auch einen namhaften Aufklärer vorzuweisen. Die Herzöge von Oldenburg, am bekanntesten ist Peter Friedrich Ludwig, bauten die kleine, aber nun an Bevölkerungszahl wachsende Residenz nach ihren Vorstellungen um. Was der Besucher der Stadt an historischer Bausubstanz vorfindet, stammt vor allem aus dieser herzoglichen Zeit, die 1918 mit der Novemberrevolution ein relativ undramatisches Ende fand. Auch Oldenburg wuchs im 19. Jahrhundert und fand kaum verspätet Anschluss an die Infrastrukturmaßnahmen, die andere Städte kennzeichneten, von der Kanalisation bis zur Elektrizität. Die Stadt blieb aber vorwiegend Residenz- und Verwaltungsstadt, eine Garnison kam hinzu; Banken, Handel, Dienstleistungen kennzeichneten zudem schon das Oldenburg des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Die Industrialisierung fand dagegen, wenn überhaupt, außerhalb der Stadtgrenzen statt, in Rüstringen am preußischen Kriegshafen Wilhelmshaven, in Delmenhorst und im nahen Osternburg.

Für die Stadtentwicklung wirkte das Ende der Herrschaft der Oldenburger vorübergehend wie eine Befreiung, die Stadt war nun Regierungssitz im Freistaat Oldenburg. Das Stadtgebiet wurde durch eine großzügige Eingemeindungspolitik erheblich vergrößert, die Zahl der Einwohner stieg auf immerhin 50.000. Auch wenn das demokratisch regierte Oldenburg mit Osternburg sogar ein Industrie- und Arbeiterviertel erhielt, die agrarische Struktur des Freistaates dominierte auch weiterhin den Charakter der Stadt. So wurde nicht nur das protestantische Umfeld Oldenburgs früh ein Nährboden der nationalsozialistischen Propaganda in der Agrarkrise der Weimarer Republik, sondern auch die Hauptstadt selbst war 1930 eine Hochburg der NSDAP, obwohl hier mit Theodor Goerlitz ein liberaler und durchaus erfolgreicher Oberbürgermeister Akzente gesetzt hatte. Oldenburg wurde konsequenterweise Sitz des NS-Gaus Weser-Ems, ohne für diese Funktion im Zweiten Weltkrieg bestraft zu werden. Nahezu unversehrt überstand die Stadt die Niederlage des nationalsozialistischen Deutschlands.

Erheblich waren die Probleme, die mit der Ankunft der Flüchtlinge und Vertriebenen über die unzerstörte Stadt hereinbrachen, die für eine Aufnahme besonders geeignet war. Diesen heimatlos gewordenen Menschen verdankt Oldenburg sein rasches Wachstum zu einer Großstadt: 1950 zählte man schon über 120.000 Einwohner. Dennoch hat diese erhebliche Durchmischung der Stadtbevölkerung - wohl jeder Dritte hat heute einen entsprechenden "Migrations"hintergrund - die Struktur der Stadt nicht verändert. Oldenburg wurde auch nach 1945 keine Industriestadt, sondern blieb ein bedeutendes Behörden- und Dienstleistungszentrum, es entstand keine großstädtische Enge, sondern durch eine großzügige Ausdehnung der Baugebiete eine Stadt im Grünen. Zur Entwicklung passte, dass die Bundeswehr hier ab 1957 einen ihrer größten Standorte errichtete und 1973 die ohnehin vorhandene Bedeutung der Stadt als Schul- und Bildungszentrum durch die Gründung einer Universität eine neue Dimension erreichte. Stadt und Universität lebten lange nebeneinander, doch hat sich dies gewandelt: 2009 wurde Oldenburg "Stadt der Wissenschaft" und bekennt sich ausdrücklich zu diesem Image, ein möglicherweise wichtiger Schritt für die zukünftige Stadtentwicklung. Das andere Standbein war, ist und bleibt die Funktion Oldenburgs, das Einkaufszentrum des nordwestlichen Niedersachsens zu sein, was trotz der Nähe Bremens gelingt. Diese Attraktivität wird vom kulturellen Angebot einer Theater- und Museumslandschaft ergänzt, das sich auch mit größeren Städten der Republik messen kann.

Schon am Anfang des 16. Jahrhunderts bewahrte man "uffm Rathhuse" alle Privilegien und Briefe der Stadt in genau bezeichneten Schachteln auf. Im Jahre 1664 nahm man erstmals Nachrichten über eine Ordnung der Magistratsregistratur in die Bestallung für den Syndikus der Stadt, Dr. Anton Günther Fritzius, auf. Ein Inventar aus dem Jahre 1725 lieferte Hinweise, in welchen Schränken und Stuben des alten Rathauses von 1635 Urkunden, Bücher und die "alten abgetanen Akten" aufbewahrt wurden. Bei der Einführung der neuen Stadtordnung von 1833 veranlasste der damalige Stadtsyndikus und spätere langjährige Stadtdirektor J. H. Carl Wöbcken, der alten und der laufenden Rathausregistratur eine Einteilung zu geben, die sich heute noch im Altbestand des Stadtarchivs wiederfindet. Der Rathausneubau in den Jahren 1885 bis 1888 brachte für das Stadtarchiv keine Lösung, es wanderte in der Folgezeit durch viele, meist ungeeignete Immobilien der Stadt, überstand mit etwas Glück den Zweiten Weltkrieg weitgehend unbeschädigt und wurde nach einer erneut ungenügenden Unterbringung im Hochbunker der Moslestraße schließlich 1962 im Staatsarchiv Oldenburg deponiert. Das Stadtarchiv ist damit Depositum im jetzigen Niedersächsischen Landesarchiv, hat zwar eigenes Personal, doch sind die städtischen Archivalien im Lesesaal des Staatsarchivs einsehbar. Ältere Findmittel des Stadtarchivs befinden sich im Lesesaal, elektronisch erstellte Findbücher sind auf der Internet-Seite des Stadtarchivs recherchierbar, zukünftig auch in der Datenbank des Landesarchivs.

Weitere Informationen und Recherchemöglichkeiten:
www.oldenburg.de/startseite/kultur/museen-kunsthaeuser/stadtarchiv.

Inhalt: (eine ausführliche Darstellung ist geplant)
A - Historischer Altbestand
Ab - Amtsbücher
F - Gemeindearchive von Osternburg, Eversten und Ohmstede
G - Polizei- und Ordnungsamt
H - Akten der Krankenhäuser
J - Kriegswirtschaftsverwaltung des Ersten Weltkriegs
K - Baupolizei und Bauamt
L - Mairie Oldenburg (1810-1814)
M - Theater in Oldenburg 1807, 1833-1938
N - Amt für Verteidigungslasten
P - Amt Oldenburg für den Bereich der Stadt (1738-1927)
R - Zentralviehmarkt (1924-1935)
Urkunden
V 3 - VFB Oldenburg
ZAS - Zeitungsausschnittsammlungen.

Literatur:
Geschichte der Stadt Oldenburg, hg. von der Stadt Oldenburg, 2 Bde., Oldenburg 1996-1997; Udo Elerd/Lioba Meyer/Gerd Steinwascher (Hg.), Oldenburg. Stadtgeschichte in Bildern und Texten. Vom Heidenwall zur Wissenschaftsstadt, Oldenburg 2009; Albrecht Eckhardt (Hg.), Oldenburgisches Ortslexikon, Bd. 2, Oldenburg 2011, S. 767-779 (mit weiterer Literatur).

Verwandte Bestände:
Best. 3 (Oldenburgische Urkundensammlung); Best. 20 (Grafschaft Oldenburg); Best. 28 (Armenverwaltung und Stipdendien); Best. 31 (Kabinettsregistratur Oldenburg); Best. 50 (Dänische Militärverwaltung); Best. 74 (Ältere Land-, Amts- und Stadtgerichte); Best. 136 (Oldenburgisches Innenministerium); Best. 160-1 (Evangelisches Oberschulkollegium Oldenburg); Best. 190 (Eisenbahndirektion Oldenburg); Best. 203 (Polizeibehörden); Best. 225 (Landesphysikat und Medizinalkollegium); Best. 226 (Krankenanstalten und Pflegeheime); Rep 400 (Verwaltungsbezirk Oldenburg); Rep 410 (Bezirksregierung Weser-Ems); Rep 680 OL (Wasser- und Schifffahrtsamt Oldenburg); Rep 710 (Schulaufsichtsämter); Rep 950 OL (Amtsgericht Oldenburg); Erw 6 (Landrabbinat und jüdische Gemeinden); Erw 30 (Zünfte und Innungen); Erw 80 (Kleine wissenschaftliche Nachlässe); Erw 153 (Gewerbe- und Handelsverein); Erw 156 (Bund der Vertriebenen Oldenburg).

Bemerkung:
Best. 262-1 A Nr. 4704 und Nr. 4788 a sind nicht mehr belegt.

Information / Notes

Additional information 

leer

Abgeschlossen: Nein

Geotagging

Name 

Oldenburg (Oldenburg), Stadt [Wohnplatz]

Time from 

1

Time to 

1

Region_ID 

10452

Level_ID 

1

Geotagging

Name 

Stadt Oldenburg

Time from 

1933

Time to 

2000

Region_ID 

217728

Level_ID 

20

Geotagging

Name 

Stadt Oldenburg

Time from 

1855

Time to 

1924

Region_ID 

1

Level_ID 

4720

Geotagging

Name 

Stadt Oldenburg

Time from 

1924

Time to 

1933

Region_ID 

1

Level_ID 

4820